Bibi Blocksberg (6) - Die Kuh im Schlafzimmer (Hörbuch) Testbericht

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Summe aller Bewertungen

Erfahrungsbericht von Miss_Piper

Landleben im Hochhaus

Pro:

Sehr witzig, lehrreich

Kontra:

Etwas albern, wenig Spannung

Empfehlung:

Ja

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1) Produktdetails:
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Das Hörspiel kostet im Handel etwa 5 Euro und besitzt eine Länge von etwa 45 Minuten. Es wurde im Jahr 1985 prodziert.
Auf dem bunten Cover sieht man Bibi mit einer Kuh, die auf dem Bett liegt.


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2) Hintergrund:
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Für alle, die die Bibi Blocksberg-Reihe noch nicht kennen, sei die Vorgeschichte zusammengefasst (wie in all meinen Bibi-Berichten):

Die 13-jährige Bibi lebt in Neustadt und ist eine Hexe, genau wie ihre Mutter, Barbara Blocksberg. Die beiden sehen jedoch aus wie ganz normale Leute, denn sie sind moderne Hexen, die nichts Böses tun. Bibis Vater Bernhard kann nicht hexen, denn das können gewöhnlich nur Frauen. Weil ihn das manchmal ärgert, versuchen Bibi und ihre Mutter so normal wie möglich zu leben. Doch gerade bei Bibi, die ja noch eine kleine Hexe ist und viel lernen muss, geht öfters einiges schief und sie gerät durch ihre Hexereien in die aufregendsten Abenteuer.
Zu Bibis besten Freunden zählen Marita, Moni und Florian, die alle drei in ihre Klasse gehen, sowie die rasende Reporterin Karla Kolumna, die immer auf der Suche nach Sensationen ist und in jeder Lage einen guten Rat weiß. Einer, den Bibi besonders gerne ärgert, ist der Bürgermeister von Neustadt, weil er mehr an sich selbst als an seine Bürger denkt.


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3) Inhalt:
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Barbara Blocksberg hat wieder einmal nach ihrem alten Hexenbuch gekocht: Entendrecksuppe mit Fliegenbeinen und Krötenspeck.

Der Rest der Familie findet dieses Gericht aber wie üblich abscheulich. Vor allem Boris hätte am liebsten Nuss-Nougat-Creme oder Pomm-Frites mit Currywurst. Bernhard Blocksberg hat jedoch eine ganz andere Idee: Die Familie soll sich endlich gesund ernähren. Und da fast alle Lebensmittel aus den Läden künstlich behandelt werden, müssen Blocksbergs sich ihr Essen selbst anbauen.

Gesagt, getan. Auf dem Balkon wachsen ab jetzt Bohnen, in der Wohnung tummeln sich Hühner. Die Krönung soll eine Kuh werden, die jeden Tag frische Milch liefert. Weil in der Stadt aber keine lebenden Kühe verkauft werden, fahren die Blocksbergs aufs Land. Bei einem Bauern werden sie fündig und kaufen die hübsche braune Kuh \"Zenzie\".

Zuhause gibt es allerdings Platzprobleme. Zenzie wohnt im Schlafzimmer der Eltern, die jetzt im Badezimmer schlafen müssen. Die Kuh gibt zwar leckere Milch, aber sie setzt auch ihren Haufen in den Aufzug und muht so laut, dass sich die Nachbarn beschweren. Die Probleme nehmen ihren Lauf ...


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4) Bewertung:
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Eine Bewertung dieser Folge fällt mir nicht leicht, denn ich bin reichlich zwiegespalten. Einerseits ist die Idee ausgesprochen originell und es gibt viele lustige Dialoge, dazu ist die Episode noch lehrreich für die kleinen Hörer. Andererseits ist die Handlung selbst für hexische Verhältnisse sehr übertrieben und an einigen Stellen albern. ;-)

Den Ausgangspunkt liefern wie so oft die gewöhnungsbedürftigen Kochgewohnheiten von Mutter Blocksberg. Wie in fast jeder Folge (vor allem in den älteren) gibt es Streit, weil der Rest der Familie die alten Hexenrezepte nicht essen mag. Diesmal geht die Debatte über das Essen so weit, dass die Blocksbergs um jeden Preis gesund leben wollen - am liebsten so, wie auf einem Bauernhof. Ganz wie nebenbei lernen die Kinder beim Hören den Unterschied zwischen gesundem und ungesundem Essen. Den meisten wird es gehen wie Boris, der sich am liebsten nur von Fast Food und Süßigkeiten ernähren würde. Aber auch Obst, Gemüse und Milchprodukte sind nicht immer so gut, wie man meint, denn Bibi hat in der Schule gelernt, dass viele Lebensmittel mit Schädlingsbekämpfungsmitteln, Kunstdüngern und Antibiotika verseucht sind. Nichts liegt deshalb näher, als sich selber mit gesundem, natürlichen Essen zu versorgen - aber in einer Hochauswohnung ist auch das zum Scheitern verurteilt.

*

Die kuriose Handlung bringt natürlich auch viele witzige Stellen mit sich, die vor allem Kinder begeistern werden. Die Folge beginnt schon mit den typischen Blocksberg-Streitereien, bei denen sich ein Wort das nächste gibt:

Barbara: \"Du wirst nie herausragen aus der Masse der Menschen!\"
Bernhard: \"Nein - will ich auch nicht! Ich will Buletten und nicht herausragen!\"

Boris: \"Mama ist aber keine anständige Mutter, sagt auch Frau Müller-Oberstern.\"
Barbara: \"Ich will auch keine anständige Mutter sein. Ich bin die Barbara Blocksberg-Hexe und ich hab euch lieb.\"

Bernhard: \"Also, manchmal möchte ich ganz weit weg sein, in Australien oder sonstwo.\"
Boris: \"Lieber sonstwo, da gibt\'s bestimmt Pommes-Frites!\"

Probleme tun sich auf, als die Blocksbergs sich die ersehnte Kuh kaufen wollen. Bibi und ihr Vater versuchen es beim Fleischer, aber der braucht erstens lange um zu begreifen, was seine Kunden überhaupt wollen - und auch dann kommen sie nicht ins Geschäft:

Bernhard: \"Wir wollen die Kuh nicht aufessen, wir wollen sie haben.\"
Fleischer: \"Tot oder lebendig?\"
Benrhard: \"Also, sie soll sich ruhig bewegen, wenn auch nicht zuviel, wegen der Nachbar, Sie verstehen.\"

Barbara wiederum kann selbst beim Bohnenpflanzen nicht von ihren Angewohnheiten lassen:

Barbara: \"Meine Oma hat die Bohnen immer mit Viperngift und Eiter eingemacht.\"
Boris: \"Nee Mami, das werden aber richtige Bohnen.\"
Barbara: \"Ich fürchte ja. Zimindest das, was ihr unter richtig versteht.\"

*

Trotz aller Lustigkeiten gibt es aber auch übertriebene Stellen, die wohl auf die ganz kleinen Hörer zugeschnitten sind. Als die Blocksbergs ihre Kuh beim Bauern gekauft haben, lassen sie sie auf der Rückfahrt wegen Platzmangel über dem Autodach schweben. Das ruft einen Polizisten auf den Plan, den Bibi daraufhin kurzerhand in ein Baby verhext. Der Polizist bleibt zwar so groß wie er ist, redet aber plötzlich in Babysprache und will nach Hause zu seiner Mami.

Im Nachhinein kann man das Hörspiel wegen seiner Abgedrehtheit als Kult genießen, als Kind war es nie mein erklärter Favorit. Das liegt auch daran, dass es keine besonders spannende oder dramatische Folge ist. Niemand gerät in Gefahr, es gibt auch keine ausgefallenen Hexereien. Im Gegenteil, das Hexen steht in dieser Episode sogar eher im Hintergrund, schließlich geht es diesmal gerade darum, wie ganz normale Menschen zu leben, die sich gesund ernähren.
Zwar geht es mit einer Kuh im Hochaus turbulent zu, aber im Gegensatz zu vielen anderen Bibi-Folgen hält sich die Aufregung in Grenzen.

*

Die Sprecherleistungen sind souverän wie immer, wenn auch mit leichten Abstrichen: Der Bauer, der den Blocksbergs die Kuh verkauft, hat einen für Kinder schwer verständlichen Dialekt. Dadurch wirkt er zwar authentisch, aber ich bin mir nicht sicher, wie gut Kinder mit seiner Aussprache klarkommen.
In diesen ganz alten Folgen gibt noch der Regisseur Ulli Herzog den Erzähler. Er macht seine Aufgabe gut, hat aber keine so markante Stimme wieder der spätere Erzähler Joachim Nottke, der immer meine Lieblings-\"Figur\" in der Reihe bleiben wird.
Auch Boris Blocksberg, der nur in den ersten Folgen mitspielt und später aus der Serie gestrichen wurde, ist hier noch mit dabei. Wie üblich streitet er mit Bibi und denkt die meiste Zeit nur ans Essen. ;-) In anderen Folgen nervt er mich manchmal ein bisschen, hier passt er mit seinem Verhalten gut hinein.


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5) Fazit:
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Lustiges und lehrreiches, aber mitunter auch etwas albernes und übertriebenes Hörspiel. Kinder lernen auf spielerische Weise einiges über gesundes und ungesundes Essen. Wenig Hexereien und nur begrenzte Spannung, dafür eine umso abgedrehtere Handlung mit originellen Ideen: Folge mit hohem Kultfaktor.


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6) Sprechernamen:
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Bibi Blocksberg: S. Bonasewicz
Barbara Blocksberg: H. Bruckhaus
Bernhard Blocksberg: G. Weber
Boris: F. Schaff-Langhans
Bauer: M. Schuster
Erzähler: U. Herzog

32 Bewertungen, 2 Kommentare

  • babis69

    20.07.2005, 01:45 Uhr von babis69
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich kann nicht mehr bewerten dein Bericht ist SUPER LG Babis

  • Sang_il

    20.07.2005, 01:13 Uhr von Sang_il
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also ich glaub aus dem Alter bin ich langsam raus... Aber, guter Bericht für Eltern sicher hilfreich!