Bildung Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von xtombrix

Die Bundeszentrale für politische Bildung online: ein Muss für politisch Interessierte

Pro:

Unschlagbar günstig, informativ, schnell

Kontra:

Ich wünsche der BPB mehr Geld.

Empfehlung:

Ja

Ich möchte euch auf ein Angebot aufmerksam machen, dass Ihr
einfach kennen solltet. Ich nutze es regelmäßig, da es eines der besten ist, wenn man politisch und historisch interessiert ist. Man bekommt erstklassige Literatur, z.T. Standardwerke der Forschung, zum Schnäppchenpreis von 2,- Euro pro Buch. Und warum das alles? Weil intelligente Politiker ein Gesetz gemacht haben, damit es nicht am knappen Budget scheitert, wenn man sich politisch informieren will. Die Rede ist von der "Bundeszentrale für politische Bildung" (es gibt in jedem Bundesland auch Landeszentralen, für die das hier Gesagte auch gilt), die im Jahr 2002 50 Jahre alt geworden ist.

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1. Selbstbeschreibung der Bundeszentrale
2. Gesetzliche Grundlage der Bundeszentrale
3. Ausgewählte Schwerpunkte der Bildungsarbeit
4. Publikationen der Bundeszentrale
5. Sonstiges
6. Zusammenfassung und Bewertung

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1. Selbstbeschreibung der Bundeszentrale:

Die Bundeszentrale für politische Bildung (http://www.bpb.de/) unterstützt alle interessierten Bürgerinnen und Bürger dabei, sich mit Politik zu befassen. Ihre Aufgabe ist es, Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken. Gemeinsam mit einem bundesweiten Netzwerk aus Landeszentralen, Bildungseinrichtungen und -trägern engagiert sich die bpb für politische Bildung und Kultur - unabhängig und überparteilich.

Diese Selbstdarstellung trifft den Sachverhalt gut. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, daß die Bundeszentrale überparteilich und unabhängig arbeitet. Meiner Meinung nach wird sie auch ihrem gesetzlichen Auftrag gerecht.

Ihre Aufgaben, Ziele und Aktivitäten beschreibt sie im Internet, so dass ich hier darauf verweisen möchte und sie nur knapp zusammenfasse: Im Zentrum ihrer Arbeit steht die Förderung des Bewusstseins für Demokratie und politische Partizipation. Dazu greift sie aktuelle und historische Themen mit Veranstaltungen, Printprodukten, audiovisuellen und Online-Produkten (dazu unten mehr) auf und veranstaltet z.B. Tagungen, Kongresse, Festivals, Messen, und Ausstellungen und fördert Veranstaltungen von mehr als 300 anerkannten Bildungseinrichtungen, Stiftungen und regierungsunabhängigen Organisationen, die in der Bundesrepublik Deutschland in der politischen Bildung tätig sind. Sie hält besondere Angebote für Lehrerinnen, Lehrer und Personen in der Bildungs- und Jugendarbeit bereit und versucht Jugendliche und junge Erwachsene mit altersgemäßen Themen und Medien direkt anzusprechen. Darüber hinaus erarbeitet sie spezielle Medienpakete und Fortbildungen für junge Erwachsene in Sportvereinen, bei Bundeswehr oder Polizei. Jeder interessierte Bürger kann sich bei ihr umfassend informieren.

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2. Gesetzliche Grundlage der Bundeszentrale:

Aufgaben und Rechtsstellung sind im "Erlass über die Bundeszentrale für politische Bildung vom 24. Januar 2001" geregelt. Ich kürze hier die Bestimmungen. Wer Interesse daran hat, den gesamten Wortlaut nachzulesen, sei auf www.bpb.de verwiesen. Es kommt mir auf einige wesentliche Aspekte an.

§ 1
(1) Die Bundeszentrale für politische Bildung ist eine nichtrechtsfähige Bundesanstalt im Geschäftsbereich des Bundesministeriums des Innern.
(2) Sie hat ihren Sitz in Bonn.

§ 2
Die Bundeszentrale hat die Aufgabe, durch Maßnahmen der politischen Bildung Verständnis für politische Sachverhalte zu fördern, das demokratische Bewusstsein zu festigen und die Bereitschaft zur politischen Mitarbeit zu stärken.

§ 5
(1) Die Bundeszentrale wird in grundsätzlichen Angelegenheiten der politischen Bildung durch einen wissenschaftlichen Beirat aus bis zu neun sachverständigen Persönlichkeiten unterstützt, die der Bundesminister des Innern auf die Dauer von jeweils vier Jahren beruft. Einmalige Wiederberufung ist möglich. Der Beirat kann Vorschläge für die Berufung neuer Mitglieder unterbreiten. Er wird angehört, bevor ein neues Mitglied berufen wird.
[...]

§ 6
(1) Die politisch ausgewogene Haltung und die politische Wirksamkeit der Arbeit der Bundeszentrale werden von einem aus 22 Mitgliedern des Deutschen Bundestages bestehenden Kuratorium kontrolliert.
[...]

Wichtig sind als Gremien also das "Kuratorium", das sich zur Zeit folgendermaßen zusammensetzt:
Bundestags-Mitglieder: Vorsitzender: Peter Enders (SPD); stellv. Vorsitzende: Angelika Volquartz (CDU/CSU); SPD: 10 Mitglieder; CDU/CSU: 7 Mitglieder; Bündnis 90/Die Grünen: 2 Mitglieder; FDP: 1 Mitglied; PDS: 1 Mitglied (Stand: Juli 2002)

Das andere Gremium ist der "Wissenschaftliche Beirat". Seine Zusammensetzung ist hochkarätig - mir sind die meisten der Mitglieder von Publikationen, einige sogar persönlich bekannt. Ich weiß also, von was ich schreibe:
Vorsitzender: Prof. Dr. Hans Vorländer, Technische Universität Dresden
Institut für Politikwissenschaft; Stellvertretender Vorsitzender: Prof. Dr. Ulrich von Alemann, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, Sozialwissenschaftliches Institut, Lehrstuhl II, Politikwissenschaften; Weitere Mitglieder: Dr. Jeanette Hofmann, Wissenschaftszentrum für Sozialforschung in Berlin; Prof. Dr. Beate Neuss, Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät, Professur für internationale Politik; Prof. Dr. Volker Nienhaus, Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Wirtschaftslehre/Wirtschaftspolitik; Prof. Dr. Wolfgang Sander, Justus-Liebig-Universität Gießen, Professur für Didaktik der Gesellschaftswissenschaften; Prof. Dr. Beate Schneider, Hochschule für Musik und Theater Hannover, Institut für Journalistik u. Kommunikationsforschung; Prof. Dr. Peter Steinbach, Universität Karlsruhe (TH), Professur für Neuere und Neueste Geschichte; Dr. Silvia von Steinsdorff, Ludwig-Maximilians-Universität München, Privatdozentin am Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft

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3. Ausgewählte Schwerpunkte der Bildungsarbeit:

Hier ist nicht der Raum, alle Themenschwerpunkte der Bundeszentrale vorzustellen. Auch soll die Übersicht Appetit auf eigenes Stöbern machen. Deshalb hier nur einige "Appetithäppchen":

In der Innenpolitik geht es z.B. um die "Bundestagswahl 2002" und die "Zuwanderungsdebatte" sowie den "Rechtsextremismus". Im Bereich "Internationale Politik" geht es unter anderem um "Die deutsche Außenpolitik", "Die EU-Osterweiterung" sowie die "Globalisierung" und natürlich auch den "11. September 2001 und die Folgen". Der Themenbereich "Geschichte" hat seine Schwerpunkte unter anderem bei der "Deutschen Einheit", der "Geschichte der Bundesrepublik Deutschland" und der "Geschichte der DDR" sowie der des "Nationalsozialismus". Andere Themenbereiche sind "Politische Grundfragen" (z.B. "Demokratie", "Grundwerte und Menschenrechte"), "Gesellschaft" (z.B. "Gewalt und Prävention"), "Kultur" (z.B. "Kulturpolitik"), "Wirtschaft" (z.B. "Soziale Marktwirtschaft"), "Medien" (z.B. "Gewaltdarstellung oder Gewaltverherrlichung?").

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4. Publikationen der Bundeszentrale:

Das Angebot der Bundeszentrale umfasst verschiedene Bereiche. So dient die Reihe "Politik kurz gefasst" einem ersten Einblick in politische Themenbereiche. Daneben gibt es die "Deutschen Zeitbilder", die einzelne Themen der Geschichte vertiefen (so etwa das Alltagsleben in der DDR), CD-ROMs zur Geschichte (z.B. des Mauerbaus) und CDs (Interviews mit Wolf Biermann u.a.) und die "Schriftenreihe", in der grundlegende Werke zu Geschichte und Politik erscheinen, die entweder selbst produziert oder in Lizenz übernommen werden.

Die Liste sollte man sich selbst ansehen - ich sag nur: eine Fundgrube!!! Interessant sind auch die "Einzelpublikationen", für die dasselbe gilt. Bei beiden findet man Buchhandelsausgaben für 2,- Euro statt deren 30,- oder 40,-. Die "Rechtsreihe" bietet Gesetzestexte und Kommentare dazu. Zum Angebot gehören des weiteren die Wochenzeitung "Das Parlament" mit Themenausgaben und der Beilage "Aus Politik und Zeitgeschichte". Man kann die bekannten "Informationen zur politischen Bildung" beziehen und viele andere Hefte für die eigene Information oder den Schulunterricht, z.B. "IzpB Aktuell", "Zeitlupe", "Thema im Unterricht".

Alle diese Publikationen kann man online bestellen und auf Rechnung bezahlen. Das Verfahren ist kinderleicht:
1. Die einzelnen Publikationen werden durch Klicken auf ein Einkaufswagen-Symbol in einen Warenkorb gelegt, wobei Cookies akzeptiert werden müssen. Im Warenkorb findet man dann bis zu maximal 99, wobei die Kosten (s.u.) automatisch neu berechnet werden. Man kann selbstverständlich auch Publikationen wieder löschen und die Seite zur erneuten Suche verlassen. Ist die Auswahl abgeschlossen, dann klickt man einfach auf "Weiter zum Bestellen".
2. Nun muß man Angaben zur Anschrift machen, damit die bestellten Materialien auch geliefert werden können. Felder mit Sternchen (Vorname, Nachname, Straße u. Nummer, Postleitzahl, Ort, Land und E-Mail) sind Pflichtfelder. Dann geht es weiter.
3. Man muß die Lieferbedingungen lesen und akzeptieren, erst dann kommt man weiter.
4. Man kann noch einmal die Angaben überprüfen, Änderungen sind möglich. Falls alles in Ordnung ist, schließt man dann die Bestellung mit einem Klick auf die Schaltfläche "Bestellung abschicken" ab.
5. Es erscheint bei Erfolg eine kurze Bestätigung mit Auftragsnummer. Diese kann man sich ausdrucken, obwohl zusätzlich eine Auftragsbestätigung an die angegebene E-Mail-Adresse erfolgt.

Ganz kostenlos sind die Publikationen nicht. Um den Vertriebs- und Verwaltungsaufwand mit zu finanzieren, wird für Bücher und CD-ROMs mit einer Anfangsziffern 1 bis 3 eine Bereitstellungspauschale von in der Regel 2,00 Euro pro Stück erhoben. Einzelne, besonders kostenintensive Produkte, sind mit 4,00 Euro ausgewiesen. Daneben zahlt man je nach Gewicht die Versandkosten.

Wer nicht online bestellen kann oder will, der kann das auch postalisch tun, und wer in Bonn oder Berlin (oder in der Nähe) wohnt oder sich aufhält, der kann sogar die Buchläden der Bundeszentrale besuchen. Übrigens ist es kein Problem, sich telefonisch nach Publikationen zu erkundigen. Telefonische Beratung bekommt man unter 01888-515-115.

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5. Sonstiges:

Auf die Veranstaltungen, Seminare und Tagungen, Kongresse und Studienreisen, die Ausstellungen und Aktionen habe ich oben schon hingewiesen. Man sollte sich das selbst ansehen. Besonders attraktiv aber sind die Wettbewerbe für Schulklassen, so etwa der bekannte "Schülerwettbewerb zur politischen Bildung" mit Klassenfahrten als Gewinn u.ä.

Für den schnellen Zugriff interessant sind auch die Online-Ausgaben wichtiger Gesetze, so z.B. des Grundgesetzes und anderer Elemente des Staatsrecht der Bundesrepublik Deutschland (z.B. Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages, Einigungsvertrag, Zwei-plus-Vier-Vertrag, Konvention zum Schutze der Menschenrechte, Gesetz über das Bundesverfassungsgericht, Bundeswahlgesetz, Parteiengesetz, Vertrag über die Europäische Union).

Besonders hilfreich ist die Onlinesuche in Lexika zur Politik. Hier hat man Zugriff auf Erklärungen, Definitionen, Darstellungen.

Im Bereich Methodik/Didaktik bekommt der Lehrer und auch Laie Handreichungen und Angebote für den Politikunterricht in Schule und Erwachsenenbildung sowie in der Medienpädagogik.

Sehr gut ausgebaut ist auch das Linkverzeichnis zu allen nur erdenklichen Themen von Gesellschaft, Geschichte und Politik.

Zum Schluß hat die Bundeszentrale für politische Bildung noch ein besonderes "Schmankerl" zu bieten. Sie stellt nämlich jährlich zwei Auszubildende im Ausbildungsberuf "Fachangestellte/r für Bürokommunikation" im öffentlichen Dienst ein. Wer also einen mittleren Bildungsabschluss, eine gute Allgemeinbildung sowie eine rasche Auffassungsgabe und gute Deutschkenntnisse in Wort und Schrift verfügt und Spaß an dieser interessanten Tätigkeit hat, der sollte sich bewerben. Die Adressen finden sich auf der Homepage.

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6. Zusammenfassung und Bewertung:

Wer die Bundeszentrale für politische Bildung bisher noch nicht kannte, der sollte sich zumindest die Seite im Internet einmal ansehen. Es gibt kaum ein anderes politisches Bildungsangebot, das so gut ausgebaut und übersichtlich ist. Darüber hinaus bekommt man hier für einen geringen Unkostenbeitrag Publikationen zu fast allen Bereichen von Gesellschaft, Geschichte und Politik. Ich nutze das Angebot schon seit Jahren. Mit der Umstellung auf Internetbestellungen ist die Bundeszentrale noch attraktiver geworden. Sie muß man einfach weiterempfehlen, selbst wenn manche Publikation vergriffen ist. Das was geliefert werden kann, tröstet bei weitem über den "Verlust" hinweg.