Billy Elliot - I Will Dance (VHS) Testbericht
ab 15,93 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
Erfahrungsbericht von FrankyMarc
Der Tanz zwischen den \"Fronten\"
Pro:
Gefühlvoll, tolle Story, einfach ein toller Film
Kontra:
halb offenes Ende mit verhältnismäßig wenig Gefühl
Empfehlung:
Ja
Eine Schallplatte, ein Junge, eine verwirrte alte Frau und jede Menge Polizisten – dies sind die ersten Bilder, die man, untermalt von „Cosmic Dancer“ von T-Rex, zu sehen bekommt. Billy Elliot heißt der Junge, die alte Frau ist seine Großmutter. Zusammen mit ihr, seinem Vater und seinem großen Bruder lebt Billy in einem kleinen Dorf in England. Sein Vater und sein Bruder sind beide Bergwerksarbeiter und befinden sich im Streik. Neben der Schule geht Billy zum Boxen – bis die Ballettgruppe direkt neben dem Boxring trainieren muss. Seine Leidenschaft zum Tanzen wird erweckt und er schliesst sich in Zukunft dem Tanzkurs an. Nach anfänglichen Schwierigkeiten entwickelt sich Billy immer mehr zum Tänzer, bis sein Vater rausfindet, dass er nicht mehr zum Boxen geht.
Im Film „Billy Elliot – I will dance“ wird diese Geschichte des 11-jährigen erzählt, der seine „ungewöhnliche“ Leidenschaft – das Tanzen – versucht auszuleben. Mit bewegenden Bildern in Szene gesetzt entsteht so ein Film, der die verschiedensten Emotionen erwecken will und es auch tut. Komödie? Nein – zwar findet man komische Elemente, jedoch nicht zum größten Teil. Tragödie? Nein – zwar gibt es kein wirklich positives Ende à la Hollywood, doch endet der Film auch nicht tragisch. Es ist eigentlich eine Art Jugenddrama über die Selbstfindung eines 11-jährigen – aber auch dies ist es nicht wirklich. Der Film zeigt einfach nur einen Jungen, der es schaffen will seinen Vater davon zu überzeugen, dass er seinen eigenen Weg gehen kann, den Weg des Balletts, und den Vater, der kein Verständnis dafür hat, dass sein Sohn kein richtiger Mann werden will. Tief verwurzelte Vorurteile werden in diesem Film zur Geltung gebracht, verworfen, aber auch bestätigt.
Es ist ein Tanzfilm – ohne Zweifel – aber ohne jeglichen Schnulzen-Faktor. Die einzige Liebesgeschichte ist die zwischen Billy und dem Ballett, die dafür um so herzergreifender geschildert wird. Ein langer Weg vom örtlichen Ballettkurs bis zur hoch angesehen Ballettschule in London, an die Billy von seiner Tanzlehrerin empfohlen wurde.
Ob bewusst oder nicht – den „Nebendarstellern“ des Films fehlt es an Emotionen. Sie sind kühl, hart und wirken meist wenig sympathisch. Dadurch wird Billy um so mehr in den Mittelpunkt gerückt. Von Anfang an hat man mit dem aufgeweckten Jungen eine Art Verbundenheitsgefühl und Mitleid. Billy Elliot tanzt sich quasi in die Herzen der Zuschauer und das trotz seiner etwas tapsigen Art.
Doch auch die Nebendarsteller schaffen es irgendwie im Film, Sympathie zu erwecken. Den typischen Bösen gibt es hier nicht. Nennenswert sind aber auf jeden Fall folgende Personen:
Billy Elliot (Jamie Bell): Der Hauptdarsteller ist nicht nur im Film ein Tänzer – auch im realen Leben hat er einiges an Tanzerfahrung. Der beim Filmdreh im Jahre 2000 gerade mal 14-jährige stammt aus einer Tänzerfamilie und bezeichnet sich selber als den „Eminem von Nordostengland“. Seine Rolle hat ihm aber nicht zu unrecht einige Nominierungen für Filmpreise eingebracht, von denen er manche auch mitgenommen hat. Er spielt überzeugend und echt – bei ihm, aber auch bei allen anderen Schauspielern, wirkte alles nicht wie gespielt, sondern als wäre es aus dem echten Leben aufgenommen.
Jackie Elliot (Gary Lewis): Als Billys Vater zeigt Gary Lewis nicht nur die harte Seite, sondern auch zwischendurch mal die weiche. Dies macht seine Rolle menschlicher und auch ihn sympathisch. Auch wenn er sich nicht unbedingt mit dem Gedanken anfreunden kann, dass sein Sohn ein Balletttänzer ist, gibt er sich doch am Ende alle Mühe ihn zu unterstützen.
Michael Caffrey (Stuart Wells): Den besten Freund von Billy spielt er im Film – doch wenn es nach ihm ginge wäre es auch mehr. Während es von Billy aus nur Freundschaft ist, ist es von Michaels Seite mehr. In sehr frühem alter entdeckt er seine Homosexualität, dies jedoch mit allen Klischees überdeckt (Frauenkleider, Lippenstift etc.). Trotzdem bleibt die Freundschaft bestehen – und das nicht minder stark wie zuvor. Auch, wenn man nicht viel von den beiden mitbekommt, sind es immer ganz besondere Szenen voller Gefühl.
Mrs. Wilkinson (Julie Walter): Julie Walter ist sicher kein unbeschriebenes Blatt. So spielte sie unter anderem auch in den Harry Potter Filmen mit. Dies merkt man ihr allerdings irgendwie schon an. Sehr professionell spielt sie ihre Rolle als kühle Tanzlehrerin, die jedoch auch Herz zeigen kann, wenn sie will. Harte Worte sind eben doch nicht alles, was man zum unterrichten braucht.
Noch viele Leute mehr könnte ich hier erwähnen – Billys Bruder, der am Ende doch nicht mehr das Arschloch ist, als das er sich immer gab, die senile Großmutter, deren Verwirrung hier und da ein leichtes Schmunzeln hervorbringt, den Boxlehrer, der später alles tut, damit Billy die Ballettschule besuchen kann oder Mrs. Wilkinsons Tochter, die scheinbar auch etwas von Billy will, dies jedoch mit einer solchen Trockenheit zeigt, dass man es kaum glauben mag („Wenn Du willst, zeig ich Dir meine Muschi.“).
Auch die riesigen Polizeiaufmärsche und die musikalische Untermalung runden den Film perfekt ab. An den Bildern erkennt man zwar nicht, dass diese gerade mal vor 3 Jahren gedreht wurden und nicht zu der Zeit, als der Film spielte, aber dies macht überhaupt nichts aus. Lediglich das Ende ist nicht sehr schön gelungen. Es ist recht offen gehalten, jedoch ohne großen Aufbau von Spannung, wie es denn weitergehen könnte. Es wirkt etwas plötzlich und drangeklebt. Die Emotionen des Films verblassen in den letzten 2-3 Minuten leider sehr – nur der Ehrgeiz von Billy ist immer noch spürbar.
Auf Grund des Endes werde ich dem Film auch „nur“ 4 Sterne geben – ansonsten wäre es einfach perfekt gewesen. Zu Empfehlen ist er aber trotzdem definitiv – herzzerreißende Momente findet man, genau so wie Szenen zum lachen oder aber auch Minuten voller Spannung. Ein perfekter Mix für die Gefühlswelt wurde auf die Leinwand gebracht, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Ich bin jedenfalls hellauf begeistert und kann den Film uneingeschränkt weiterempfehlen.
© bY o~> FrankY <~o
~07.12.2003~
P.S.: Nach reifer Überlegung werde ich doch 5 Sterne geben - der ganze Film war zu gut, dass 2 Minuten einen Stern wert wären ;o)
Im Film „Billy Elliot – I will dance“ wird diese Geschichte des 11-jährigen erzählt, der seine „ungewöhnliche“ Leidenschaft – das Tanzen – versucht auszuleben. Mit bewegenden Bildern in Szene gesetzt entsteht so ein Film, der die verschiedensten Emotionen erwecken will und es auch tut. Komödie? Nein – zwar findet man komische Elemente, jedoch nicht zum größten Teil. Tragödie? Nein – zwar gibt es kein wirklich positives Ende à la Hollywood, doch endet der Film auch nicht tragisch. Es ist eigentlich eine Art Jugenddrama über die Selbstfindung eines 11-jährigen – aber auch dies ist es nicht wirklich. Der Film zeigt einfach nur einen Jungen, der es schaffen will seinen Vater davon zu überzeugen, dass er seinen eigenen Weg gehen kann, den Weg des Balletts, und den Vater, der kein Verständnis dafür hat, dass sein Sohn kein richtiger Mann werden will. Tief verwurzelte Vorurteile werden in diesem Film zur Geltung gebracht, verworfen, aber auch bestätigt.
Es ist ein Tanzfilm – ohne Zweifel – aber ohne jeglichen Schnulzen-Faktor. Die einzige Liebesgeschichte ist die zwischen Billy und dem Ballett, die dafür um so herzergreifender geschildert wird. Ein langer Weg vom örtlichen Ballettkurs bis zur hoch angesehen Ballettschule in London, an die Billy von seiner Tanzlehrerin empfohlen wurde.
Ob bewusst oder nicht – den „Nebendarstellern“ des Films fehlt es an Emotionen. Sie sind kühl, hart und wirken meist wenig sympathisch. Dadurch wird Billy um so mehr in den Mittelpunkt gerückt. Von Anfang an hat man mit dem aufgeweckten Jungen eine Art Verbundenheitsgefühl und Mitleid. Billy Elliot tanzt sich quasi in die Herzen der Zuschauer und das trotz seiner etwas tapsigen Art.
Doch auch die Nebendarsteller schaffen es irgendwie im Film, Sympathie zu erwecken. Den typischen Bösen gibt es hier nicht. Nennenswert sind aber auf jeden Fall folgende Personen:
Billy Elliot (Jamie Bell): Der Hauptdarsteller ist nicht nur im Film ein Tänzer – auch im realen Leben hat er einiges an Tanzerfahrung. Der beim Filmdreh im Jahre 2000 gerade mal 14-jährige stammt aus einer Tänzerfamilie und bezeichnet sich selber als den „Eminem von Nordostengland“. Seine Rolle hat ihm aber nicht zu unrecht einige Nominierungen für Filmpreise eingebracht, von denen er manche auch mitgenommen hat. Er spielt überzeugend und echt – bei ihm, aber auch bei allen anderen Schauspielern, wirkte alles nicht wie gespielt, sondern als wäre es aus dem echten Leben aufgenommen.
Jackie Elliot (Gary Lewis): Als Billys Vater zeigt Gary Lewis nicht nur die harte Seite, sondern auch zwischendurch mal die weiche. Dies macht seine Rolle menschlicher und auch ihn sympathisch. Auch wenn er sich nicht unbedingt mit dem Gedanken anfreunden kann, dass sein Sohn ein Balletttänzer ist, gibt er sich doch am Ende alle Mühe ihn zu unterstützen.
Michael Caffrey (Stuart Wells): Den besten Freund von Billy spielt er im Film – doch wenn es nach ihm ginge wäre es auch mehr. Während es von Billy aus nur Freundschaft ist, ist es von Michaels Seite mehr. In sehr frühem alter entdeckt er seine Homosexualität, dies jedoch mit allen Klischees überdeckt (Frauenkleider, Lippenstift etc.). Trotzdem bleibt die Freundschaft bestehen – und das nicht minder stark wie zuvor. Auch, wenn man nicht viel von den beiden mitbekommt, sind es immer ganz besondere Szenen voller Gefühl.
Mrs. Wilkinson (Julie Walter): Julie Walter ist sicher kein unbeschriebenes Blatt. So spielte sie unter anderem auch in den Harry Potter Filmen mit. Dies merkt man ihr allerdings irgendwie schon an. Sehr professionell spielt sie ihre Rolle als kühle Tanzlehrerin, die jedoch auch Herz zeigen kann, wenn sie will. Harte Worte sind eben doch nicht alles, was man zum unterrichten braucht.
Noch viele Leute mehr könnte ich hier erwähnen – Billys Bruder, der am Ende doch nicht mehr das Arschloch ist, als das er sich immer gab, die senile Großmutter, deren Verwirrung hier und da ein leichtes Schmunzeln hervorbringt, den Boxlehrer, der später alles tut, damit Billy die Ballettschule besuchen kann oder Mrs. Wilkinsons Tochter, die scheinbar auch etwas von Billy will, dies jedoch mit einer solchen Trockenheit zeigt, dass man es kaum glauben mag („Wenn Du willst, zeig ich Dir meine Muschi.“).
Auch die riesigen Polizeiaufmärsche und die musikalische Untermalung runden den Film perfekt ab. An den Bildern erkennt man zwar nicht, dass diese gerade mal vor 3 Jahren gedreht wurden und nicht zu der Zeit, als der Film spielte, aber dies macht überhaupt nichts aus. Lediglich das Ende ist nicht sehr schön gelungen. Es ist recht offen gehalten, jedoch ohne großen Aufbau von Spannung, wie es denn weitergehen könnte. Es wirkt etwas plötzlich und drangeklebt. Die Emotionen des Films verblassen in den letzten 2-3 Minuten leider sehr – nur der Ehrgeiz von Billy ist immer noch spürbar.
Auf Grund des Endes werde ich dem Film auch „nur“ 4 Sterne geben – ansonsten wäre es einfach perfekt gewesen. Zu Empfehlen ist er aber trotzdem definitiv – herzzerreißende Momente findet man, genau so wie Szenen zum lachen oder aber auch Minuten voller Spannung. Ein perfekter Mix für die Gefühlswelt wurde auf die Leinwand gebracht, den man sich nicht entgehen lassen sollte. Ich bin jedenfalls hellauf begeistert und kann den Film uneingeschränkt weiterempfehlen.
© bY o~> FrankY <~o
~07.12.2003~
P.S.: Nach reifer Überlegung werde ich doch 5 Sterne geben - der ganze Film war zu gut, dass 2 Minuten einen Stern wert wären ;o)
15 Bewertungen, 1 Kommentar
-
15.12.2005, 16:25 Uhr von coniunx
Bewertung: sehr hilfreichmhm wir gucken den film gerade in der schule... sehr guter bericht :)
Bewerten / Kommentar schreiben