Billy Elliot - I Will Dance (VHS) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 10/2004
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Erfahrungsbericht von MichaelW97614
Ein Film über meine Geschichte !! Bitte lesen!!
Pro:
gutes thema, nette aufmachung
Kontra:
leider nicht genug zugespitzt, komische tanzszenen
Empfehlung:
Ja
Ich möchte hier über einen Film sprechen, der mich selbst sehr berührt hat, da es sich eigentlich um meine eigene Lebensgeschichte handelt. Außerdem sollte es sich um einen Tanzfilm handeln und da bin ich eh immer dabei. *g*
Ich habe um Lesungen in der Überschrift gebeten, weil ich in diesem Beitrag nicht nur über diesen Film schreiben möchte, sondern auch über das problem, das er behandelt, und ich als sehr wichtig empfinde.
Story
Das nordenglische Städtchen Durham ist die klassische englische Kleinstadt. Alle Häuser sehen komplett gleich aus und nahezu alle Männer arbeiten in einer Kohlemine. Dementsprechend starr ist auch das Denken der Bürger. Der elfjährige Billy wird von seinem Vater immer zum Boxtraining geschickt. Als sich die Boxgruppe mit der Ballettgruppe einmal die Halle teilen muss und Billy der Ballettlehrerin den Hallenschlüssel geben soll, steckt diese ihn gleich in die Gruppe und fordert ihn auf, die Übungen mitzumachen. Zuerst fühlt sich Billy schikaniert, doch gleich entdeckt er den Tanz für sich. Er hängt die Boxhandschuhe an den Nagel und geht von nun an heimlich statt zu Boxen zum Ballett.
Sein gerade streikender Vater und großer Bruder würden es eh nie verstehen und auch niemals dulden, dass ihr Sohn bzw. kleiner Bruder Ballett tanzt.
Nur seine Ballettlehrerin unterstützt ihn immer wieder, das zu tun , was er wirklich will, nämlich tanzen.
Als sein Vater vom Boxtrainer angesprochen wird, warum sein Sohn denn nicht mehr zum Training komme, gibt es einen riesen Krach zuhause und Billy rückt mit der Wahrheit heraus. Nicht nur wird er ausgelacht, sondern es wird ihm verboten zu tanzen, schließlich sei er doch kein Mädchen oder eine Schwuchtel.
Billy reist von daheim aus und teilt sein Leid mit seinem besten Freund, der zwar auch erst skeptisch ist, aber dann versteht, dass es Billys Wunsch ist zu tanzen.
Die Ballettlehrerin, die von dem ganzen natürlich auch mitbekommen hat, ermuntert Billy weiterzumachen, denn er könnte es mit dem tanz aus dem Elend dieser Stadt schaffen, nach London an die Royal Ballet School. Sie ist es auch, die ihn heimlich zu einem Vortanzen für die Royal Ballet School fährt. Er schafft es und wird genommen, doch zuvor muss er es seinem Vater beibringen, dass er nicht in der Mine arbeiten wird, sondern Tänzer werden will.
Zwar billigt der Vater den Wunsch seines Sohnes, doch nicht, weil er ihn respektiert, sonder weil die Mine eh bald schließen wird.
Billy geht auf die Royal Ballet School und hat dort auch einen großen Auftritt als Schan in der Originalversion ( Männer als Schwäne) des Schwanensees. Im Publikum ein stolzer Vater, ein stolzer Bruder und ein schwuler Schulfreund.
Schauspieler
Dieser Film überzeugt wirklich nicht durch sein Staraufgebot, denn außer der Ballettlehrerin, die von Julie Walters überzeugend gespielt wird, kennt man niemanden.
Gery Lewis spielt den Billy. Auch sehr überzeugend.
Tanzszenen
Das ist ein Punkt der mich enttäuscht hat. Zwar ist der Film logischerweise gespickt mit solchen Szenen, doch es handelt sich dabei nicht um klassisches Ballett oder Modern Dance, sondern eher um spaßiges Rumgehüpfe, wie es Kinder auf Musik machen. Natürlich soll es so sein und den Spaß in den Vordergrund stellen, doch es wirkt komisch, da man so etwas nicht von einem Tanzfilm gewohnt ist.
Ich selbst hätte auch lieber klassisches Ballett oder eben Modern Dance gesehen, da es die Geschichte und vor allem die Aufnahme an die Royal Ballet School hätte realistischer gemacht.
Vorurteile
Sicherlich ein ganz wichtiger Punkt dieses Filmes. Natürlich ist der Schauplatz so gewählt, dass der Konflikt sehr extrem wirkt, aber auch bei uns ist dieser Konflikt da. Die Menschen bei denen die Bilder des arbeitenden, boxenden und fußballspielenden Jungen und des balletttanzenden und klavierspielenden Mädchens im Kopf sind. Und Billy, ein Junge, der Tanzen will. Der Konflikt ist vorprogrammiert.
Als sein Wunsch heraus kommt, halten ihn alle für weich und schwul und verbieten es ihm. Es dauert Jahre und erst wenn er wenn dann erfolgreich ist, bekommt er die gebührende Anerkennung und wird respektiert.
Sicherlich gibt es unter Tänzern einige Schwule, doch es ist die Minderheit! Also sind nicht alle Tänzer schwul! Wers nicht glaubt, geht bitte an eine Tanzschule und schaut in den Unterricht oder in den Vorstellungen nach, wie viele Tänzer da ihre Freundinnen mit rein schleppen!!
DVD Extras
Neben dem Film befinden sich auf der DVD noch ein paar kleinere Extras wie eine kurze Dokumentation, Trailer und Produktionsnotizen, sowie Links und Informationen zum Film und den Darstellern.
Fazit
Ich hätte echt mehr erwartet von diesem Film. Ich finde es schade, dass die Chance, mit diesem Film die Vorurteile der Menschen abzubauen nicht genutzt wurde. Der Film spielt meine Geschichte, in einem kleinen Kaff geboren und wohnhaft entdecke ich meine Liebe und mein Talent zum Tanzen. Ich besuche die Ballettschule und erwerbe mir eine Ausbildung in Klassischen Ballett und Modern Dance, doch außerhalb der Schule und der Familie werde ich ausgelacht, als Mädchen oder Schwuchtel verschrieen. Ich werde zum Einzelgänger und habe nur sehr wenige richtige Freunde, die zu mir halten. Sogar meine feste Freundin wurde in diese Mobbingspirale mit einbezogen und oftmals gefragt, ob sie nicht wüsste, dass ich schwul bin usw.
Mittlerweile hat sich das zum Glück gebessert, aber auch nur, weil jetzt der Erfolg kommt und sich kaum einer mehr traut etwas laut gegen mich zu sagen, dafür wird nur noch getuschelt.
Diese Vorurteile werden in dem Film auch sehr deutlich und auch die Belastung, die auf Billy liegt wird klar. Auch die Zweifel und Ängste in der eigenen Familie werden sehr deutlich und hervorgehoben. Natürlich hätte man das noch zuspitzen können etwa mit einem Tanzauftritt in der Nähe bei dem er ausgelacht wird oder ähnliches, was die Brisanz sicherlich noch erhöht hätte.
Gut finde ich, dass beim großen Ballettabend der Schulfreund als schwul geouted wird. Niemand hätte das gedacht, schließlich ging er brav zum Boxen und spielte Fußball. Schwule gibt es überall, und nur weil ein Mann tanzt muss er nicht schwul sein !!!!!
Alles in allem muss ich sagen, dass es zwar ein recht guter Film ist, der wichtige Denkanstöße gibt, aber eben durch die Wahl des Tanzstiles stümperhaft und für Leihen langweilig und öde wirkt. Durch Klassisches Ballett oder Modern Dance, hätte man die Tanzszenen professioneller, interessanter und ansprechender aussehen lassen können.
Die DVD Extras sind leider auch nicht überwältigend und passen zu diesem doch typisch englischen Film. Die Idee war toll, die Ausführung allerdings nicht ganz so gut, wie sie hätte sein können.
Kurz und knapp:
Ausleihen und ansehen eher ja, kaufen nein !
Ich habe um Lesungen in der Überschrift gebeten, weil ich in diesem Beitrag nicht nur über diesen Film schreiben möchte, sondern auch über das problem, das er behandelt, und ich als sehr wichtig empfinde.
Story
Das nordenglische Städtchen Durham ist die klassische englische Kleinstadt. Alle Häuser sehen komplett gleich aus und nahezu alle Männer arbeiten in einer Kohlemine. Dementsprechend starr ist auch das Denken der Bürger. Der elfjährige Billy wird von seinem Vater immer zum Boxtraining geschickt. Als sich die Boxgruppe mit der Ballettgruppe einmal die Halle teilen muss und Billy der Ballettlehrerin den Hallenschlüssel geben soll, steckt diese ihn gleich in die Gruppe und fordert ihn auf, die Übungen mitzumachen. Zuerst fühlt sich Billy schikaniert, doch gleich entdeckt er den Tanz für sich. Er hängt die Boxhandschuhe an den Nagel und geht von nun an heimlich statt zu Boxen zum Ballett.
Sein gerade streikender Vater und großer Bruder würden es eh nie verstehen und auch niemals dulden, dass ihr Sohn bzw. kleiner Bruder Ballett tanzt.
Nur seine Ballettlehrerin unterstützt ihn immer wieder, das zu tun , was er wirklich will, nämlich tanzen.
Als sein Vater vom Boxtrainer angesprochen wird, warum sein Sohn denn nicht mehr zum Training komme, gibt es einen riesen Krach zuhause und Billy rückt mit der Wahrheit heraus. Nicht nur wird er ausgelacht, sondern es wird ihm verboten zu tanzen, schließlich sei er doch kein Mädchen oder eine Schwuchtel.
Billy reist von daheim aus und teilt sein Leid mit seinem besten Freund, der zwar auch erst skeptisch ist, aber dann versteht, dass es Billys Wunsch ist zu tanzen.
Die Ballettlehrerin, die von dem ganzen natürlich auch mitbekommen hat, ermuntert Billy weiterzumachen, denn er könnte es mit dem tanz aus dem Elend dieser Stadt schaffen, nach London an die Royal Ballet School. Sie ist es auch, die ihn heimlich zu einem Vortanzen für die Royal Ballet School fährt. Er schafft es und wird genommen, doch zuvor muss er es seinem Vater beibringen, dass er nicht in der Mine arbeiten wird, sondern Tänzer werden will.
Zwar billigt der Vater den Wunsch seines Sohnes, doch nicht, weil er ihn respektiert, sonder weil die Mine eh bald schließen wird.
Billy geht auf die Royal Ballet School und hat dort auch einen großen Auftritt als Schan in der Originalversion ( Männer als Schwäne) des Schwanensees. Im Publikum ein stolzer Vater, ein stolzer Bruder und ein schwuler Schulfreund.
Schauspieler
Dieser Film überzeugt wirklich nicht durch sein Staraufgebot, denn außer der Ballettlehrerin, die von Julie Walters überzeugend gespielt wird, kennt man niemanden.
Gery Lewis spielt den Billy. Auch sehr überzeugend.
Tanzszenen
Das ist ein Punkt der mich enttäuscht hat. Zwar ist der Film logischerweise gespickt mit solchen Szenen, doch es handelt sich dabei nicht um klassisches Ballett oder Modern Dance, sondern eher um spaßiges Rumgehüpfe, wie es Kinder auf Musik machen. Natürlich soll es so sein und den Spaß in den Vordergrund stellen, doch es wirkt komisch, da man so etwas nicht von einem Tanzfilm gewohnt ist.
Ich selbst hätte auch lieber klassisches Ballett oder eben Modern Dance gesehen, da es die Geschichte und vor allem die Aufnahme an die Royal Ballet School hätte realistischer gemacht.
Vorurteile
Sicherlich ein ganz wichtiger Punkt dieses Filmes. Natürlich ist der Schauplatz so gewählt, dass der Konflikt sehr extrem wirkt, aber auch bei uns ist dieser Konflikt da. Die Menschen bei denen die Bilder des arbeitenden, boxenden und fußballspielenden Jungen und des balletttanzenden und klavierspielenden Mädchens im Kopf sind. Und Billy, ein Junge, der Tanzen will. Der Konflikt ist vorprogrammiert.
Als sein Wunsch heraus kommt, halten ihn alle für weich und schwul und verbieten es ihm. Es dauert Jahre und erst wenn er wenn dann erfolgreich ist, bekommt er die gebührende Anerkennung und wird respektiert.
Sicherlich gibt es unter Tänzern einige Schwule, doch es ist die Minderheit! Also sind nicht alle Tänzer schwul! Wers nicht glaubt, geht bitte an eine Tanzschule und schaut in den Unterricht oder in den Vorstellungen nach, wie viele Tänzer da ihre Freundinnen mit rein schleppen!!
DVD Extras
Neben dem Film befinden sich auf der DVD noch ein paar kleinere Extras wie eine kurze Dokumentation, Trailer und Produktionsnotizen, sowie Links und Informationen zum Film und den Darstellern.
Fazit
Ich hätte echt mehr erwartet von diesem Film. Ich finde es schade, dass die Chance, mit diesem Film die Vorurteile der Menschen abzubauen nicht genutzt wurde. Der Film spielt meine Geschichte, in einem kleinen Kaff geboren und wohnhaft entdecke ich meine Liebe und mein Talent zum Tanzen. Ich besuche die Ballettschule und erwerbe mir eine Ausbildung in Klassischen Ballett und Modern Dance, doch außerhalb der Schule und der Familie werde ich ausgelacht, als Mädchen oder Schwuchtel verschrieen. Ich werde zum Einzelgänger und habe nur sehr wenige richtige Freunde, die zu mir halten. Sogar meine feste Freundin wurde in diese Mobbingspirale mit einbezogen und oftmals gefragt, ob sie nicht wüsste, dass ich schwul bin usw.
Mittlerweile hat sich das zum Glück gebessert, aber auch nur, weil jetzt der Erfolg kommt und sich kaum einer mehr traut etwas laut gegen mich zu sagen, dafür wird nur noch getuschelt.
Diese Vorurteile werden in dem Film auch sehr deutlich und auch die Belastung, die auf Billy liegt wird klar. Auch die Zweifel und Ängste in der eigenen Familie werden sehr deutlich und hervorgehoben. Natürlich hätte man das noch zuspitzen können etwa mit einem Tanzauftritt in der Nähe bei dem er ausgelacht wird oder ähnliches, was die Brisanz sicherlich noch erhöht hätte.
Gut finde ich, dass beim großen Ballettabend der Schulfreund als schwul geouted wird. Niemand hätte das gedacht, schließlich ging er brav zum Boxen und spielte Fußball. Schwule gibt es überall, und nur weil ein Mann tanzt muss er nicht schwul sein !!!!!
Alles in allem muss ich sagen, dass es zwar ein recht guter Film ist, der wichtige Denkanstöße gibt, aber eben durch die Wahl des Tanzstiles stümperhaft und für Leihen langweilig und öde wirkt. Durch Klassisches Ballett oder Modern Dance, hätte man die Tanzszenen professioneller, interessanter und ansprechender aussehen lassen können.
Die DVD Extras sind leider auch nicht überwältigend und passen zu diesem doch typisch englischen Film. Die Idee war toll, die Ausführung allerdings nicht ganz so gut, wie sie hätte sein können.
Kurz und knapp:
Ausleihen und ansehen eher ja, kaufen nein !
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