Billy Elliot - I Will Dance (VHS) Testbericht

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ab 15,93
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Erfahrungsbericht von Sedi*

Tanz für mich Billy

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich denke, dass viele von Euch den Film gar nicht kennen werden, da dieser nur sehr kurz in den Kinos gezeigt wurde. Ausserdem wurde er auch oft unter dem Motto „Besonderer Film“ angepriesen, wodurch dieser Film mehr in kleinen älteren Kinos als in High-Tech-Säalen gespielt wurde.

Daher möchte ich versuchen Euch den Film „Billy Elliot – I will dance“ mal hier ein wenig näher zu bringen, der zudem auch für einen Oscar nominiert wurde.

Die Story klingt am Anfang nicht ganz so überzeugend. Der Film beschreibt das Leben vom 11-jährigen Billy Elliot (gespielt von Jamie Bell), der in den 8oer Jahren in einer kleinen ostenglischen Stadt aufwächst, in der der Kohlebergbau das ganze Leben dieser Stadt bestimmt – eine typische Arbeiterstadt eben. Hier lebt Billy mit seinem Vater (Gary Lewis), seinem grossen Bruder (Jamie Daven) sowie seiner geistig verwirrten Grossmutter (Jean Heywood) in einem kleinen Reihenhaus. Die Handlung spielt zur Zeit der Arbeiterstreiks, da viele Kohlebergwerke geschlossen werden sollen. Billys Bruder und der Vater, die beide in einem solchen Bergwerk ihr Geld verdienen, nehmen beide an den harten Streiks teil. Die Stimmung ist also sehr angespannt.

In dieser Zeit entdeckt Billy sein Interesse am Ballett. Eigentlich wurde er vom Vater zum Boxtraining geschickt, damit „aus dem Jungen auch ein richtiger Mann wird“. Doch in der Halle trainiert auch die Ballettlehrerin (gespielt von Julie Walters) mit ihrer Gruppe und Billy entdeckt nach und nach seine Faszination für den Tanz. Die Lehrerin, die Billys Potential erkennt, fördert seinen Drang sich der Musik hinzugeben so nimmt Billy heimlicherweise an ihren Ballettstunden teil.

Doch wie es halt immer so kommen muss, entdeckt der Vater bald, dass Billy nicht zum vemeintlichen Boxtraining sondern zum Ballett geht. Er verbietet Billy daraufhin weiter zum Tanzen zu gehen, da „sowas ja nur was für Schwule ist“. Auch eine Intervention der Trainerin, die versucht den Vater von Billys Talent zu überzeugen, bleibt erfolglos.

Billy allerdings geht weiterhin zum Ballett, trainiert seine Fähigkeiten und hat schon bald eine Chance durch ein Vortanzen in der Royal Ballett School aufgenommen zu werden.....

An diesem Punkt möchte ich nicht weiter fortfahren, da ich den weiteren Verlauf des Films nicht verraten möchte. Es kommt auf jeden Fall noch zu einer Menge Auseinandersetzungen und Reibereien. Das Ganze wird durch die absolut angespannte und konfliktbehaftete Situation der Arbeiter noch spannender gemacht.

In dem Film liegen Tragik und Komik nah beieinander. Auf der einen Seite fiebert man so sehr mit Billy und seiner Freude am Tanzen mit. Er kann mit seinem Spass und der Leichtigkeit am Tanz den Zuschauer unheimlich mitreissen. Es gibt wirklich viele komische Szenen im Film z.B. die, in der Billy die Pirouetten immer und immer wieder übt. In solchen Momenten fühlt man sich dem kleinen Hauptdarsteller ganz nah und hofft jedesmal, dass er endlich seine Drehungen in den Griff bekommt. Auf der anderen Seite stimmen die Ausweglosigkeit der Kohlearbeiter und ihre Überlebensangst den Film auch sehr traurig und machen sehr nachdenklich. Die Welt zu der Zeit in einem Arbeiterviertel scheint wirklich knochenhart und äusserst gereizt gewesen zu sein.

Der Film ist wirklich ein kleines schauspielerisches Meisterwerk. Die Darsteller sind weitestgehend unbekannt und gerade dies lässt den Film so unbeschwert frisch wirken.

Billy, der sowohl mit seinen schauspielerischen als auch mit seinen tänzerischen Künsten absolut überzeugen kann, bringt die Faszination des Balletts so wunderschön rüber. Er hat zudem auch alle Tanzszenen selbst gedreht und diese verdienen wirklich unwahrscheinlich viel Beachtung.

Sein Vater und sein Bruder, die beide durch die Streiks sehr angespannt und aggressiv sind, bringen ihre ausweglose Situation gut rüber. Durch die Streiks ist die familiäre Situation sehr angespannt und es bleibt kein Platz für Träume. Daher können die Beiden Billys Tanzneigungen absolut nicht verstehen.

Einzig die schrullige Grossmutter, die früher auch einmal Balletttänzerin war, sowie die Balletttrainerin unterstützen Billy bei der Förderung seines Talentes. Die Balletttrainerin erkennt ausserdem ihre Chance durch Billy dem grauen Alltag der Stadt zu entfliehen und trainiert seine Tanzkunst.

Besonders hervorzuheben ist ausserdem die Beziehung Billys zu seinem besten Freund Michael. Michael, der seine schwule Seite erkennt, verliebt sich in Billy, doch dieser ist leider nicht homosexuell. Doch die Beziehung der Beiden und ihr Umgang miteinander machen den Film so liebevoll und sehenswert.

Die beste Szene allerdings ist die allerletzte Szene. Ich will nicht zu viel verraten, doch der Film endet mit einer tänzerischen Einlage des Profi-Ballett-Tänzers „Adam Cooper“ (übrigens einer meiner liebsten Tänzer!!!). Bei dieser Szene bekomme ich immer wieder Gänsehaut und verfalle dem Film völligst.

Ihr seht also, dass mich dieser Film absolut mitreissen kann. Ich kann „Billy Elliot“ wirklich alle denen unter Euch empfehlen, die Lust auf einen wirklich guten und besonderen Film haben. Die schauspielerische Leistung und die dargestellte Beziehung der verschiedenen Charaktere untereinander können sich wirklich sehen lassen. Der Film verzaubert mich immer wieder aufs Neue. Und für alle diejenigen, die auch noch Spass am Tanz und am Ballett haben, ist der Film sowieso zu empfehlen.

Regie hat übrigens „Stephen Daldry“ geführt, der zeigt, dass es weder einem grossen Budget noch namhaften Stars bedarf, um einen wirklich tollen und absolut sehenswerten Film zu drehen.

Ich wünsche Euch ganz viel Spass beim Anschauen und Mitfiebern.

Euer Sedi*

13 Bewertungen, 1 Kommentar

  • aldobar

    01.06.2002, 22:26 Uhr von aldobar
    Bewertung: sehr hilfreich

    Na, kennste mich?