Star Wars: Knights of the Old Republic (PC Rollenspiel) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 03/2008
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Erfahrungsbericht von bocdanovic
Spüre die Macht, verändere das Schicksal der Galaxis
Pro:
Tiefe, Vielfalt, Grafik, Sound, Atmosphäre, Spielspaß, Story
Kontra:
Mehrfachverwendung von Nebencharakteren
Empfehlung:
Ja
Der Boc ist ein begeisterter Rollenspieler, sowie ein enthusiastischer Star Wars Fan. 2 Gründe, die dafür sprechen, dass er dieses Spiel hat besorgen müssen. Eigentlich wollte er ja das MMORPG Star Wars Galaxies aber mangels Zeit hat er sich doch für ein einfaches Singleplayerspiel entschieden. Aus der Sicht des Bocs ist ein Rollenspiel an einem Spieltisch mit Freunden, immer dem Computer vorzuziehen, das heißt jedoch nicht, dass es keinen Spaß machen kann, sich von seinem elektronischen Freund in ferne Galaxien entführen zu lassen.
-----Zum Spiel-----
**Geschichte: 4000 Jahre vor der Machtübernahme durch das galaktische Imperium: Die Republik ist gerade in einer Phase, in welcher sie sich von dem Krieg gegen die Mandalorianer (bekannt ist von ihnen wohl die Rüstung Boba Fetts) erholen muss. Ruhe gibt es jedoch keine, die Sith erstarken immer mehr. Diener der Dunklen Seite der Macht, die vor allem nach der Herrschaft über die „Wertlosen“ streben. Unter dem Sith Lord Revan und seinem Schüler Lord Malak, eroberten und zerstörten sie bewohnte Welten in großen Teilen der Galaxie. Der Jediorden, Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit, hat sich entschlossen, der Gefahr, die von den beiden Lords mit ihrer scheinbar in Nullzeit entstehenden Flotte und ihrem raschen Zuwachs an Anhängern (verführerisch die Dunkle Seite ist) ausgeht, die Stirn zu bieten. Zu diesem Zwecke hat die Republik eine kleine Flotte geschickt um die Blockadeflotte um den Planeten Taris anzugreifen, auf der sich beide Sith Lords befinden. Angeführt von der jungen Jedi Bastilla, die unglaubliches Talent in der Kampfmeditation gezeigt hat, stellt sich diese Gruppe den übermächtigen Sith. An Bord des Flagschiffs, der Endar Spire ein junger, scheinbar unbedeutender Passagier, der die Geschichte in diesem Krieg maßgeblich beeinflussen soll. Sein Name: Unbekannt, bis der Spieler ihm einen gegeben hat, ebenso wie Geschlecht, Rasse und Aussehen.
Das Glück in der Schlacht ist nicht auf der Seite der Jedi, der junge Held wacht in der Evakuierungssequenz der Endar Spire auf...
**Spielsystem: Es wurde erst vor kurzem ein System basierend auf den D&D Regeln für Star Wars entwickelt, allerdings ist in diesem Spiel das abgespeckte D&D 3 Regelwerk verwendet worden. Basierend auf wenigen Fertigkeiten, die man steigern kann, 20 Charakterlevels, Charakterklassen und Sonderfertigkeiten/Machtkräften. Die körperliche Verfassung wird über Vitality Points gehandhabt, wie in fast allen Rollenspielen. Verliert ein Charakter alle VP fällt er bewusstlos um, ist die gesamte Gruppe bei 0 VP so ist das Spiel verloren. Natürlich kann man aber an fast beliebiger Stelle speichern.
Zu Beginn kann der Spieler seinen Charakter zusammenstellen, es gibt eine große Auswahl was das Aussehen betrifft, sowie die Wahl zwischen 3 Klassen: Soldat, Scout, Schurke. Jede dieser Klassen hat ihre Stärken, ich habe den Schurken gewählt, welcher viele Fertigkeitspunkte, hohe Defence, sowie einen hinterhältigen Angriff bekommt, was ich für sehr nützlich im Spielverlauf halte. Einen Soldaten kann ich nicht empfehlen, da man da schon gegen Anfang 2 sehr starke in die Gruppe bekommt.
Während des Spiels vergrößert sich der Kreis derer, die mit dir reisen. Bis zu 9 sehr unterschiedliche Charaktere, die alle eine ausgeprägte Geschichte haben begleiten den Helden durch die Galaxis. Allerdings können immer nur 3 gleichzeitig auf Tour gehen, die anderen warten in der Basis ( meist das eigene Raumschiff im Raumhafen). In den meisten Situationen kann die Gruppe schnell durchgetauscht werden, der Hauptcharakter bleibt aber immer fest dabei.
Für erledigte Aufgaben bekommen alle Gruppenmitglieder Erfahrungspunkte (XP), die dazu verwendet werden, eine neue Stufe zu erreichen. Je höher die Stufe, desto mehr Fertigkeiten, Fähigkeiten und VP hat der Charakter, also desto mächtiger ist er. Ist zu Beginn ein Kopfgeldjäger noch ein Problem, so ist gegen Ende auch eine Gruppe von dunklen Jedimeistern kein unüberwindbares Hindernis.
Jederzeit kann durch drücken der Leertaste das Spiel unterbrochen werden. Man kann jedoch immer noch Befehle erteilen und durch seine Gegenstände blättern ob man nicht was nützliches findet. Die Charaktere kämpfen zwar nach einstellbaren Scripten selbstständig, man kann ihnen jedoch auch direkt Befehle erteilen, was oftmals sehr hilfreich ist. Zur Orientierung hat man ein ausführliches Tagebuch, sowie eine Karte auf der alles wichtige verzeichnet wird. Man muss sich also nicht alles merken.
**Orte, Charaktere, Gegenstände, Abenteuer; Kurz die ganze Vielfalt:
Ein Rollenspiel lebt natürlich von seiner Tiefe und seiner Vielfalt. Hier hat Knights of the Old Republic einiges zu bieten. Abwechslungsreiche Welten, hochinteressante Charaktere, die nicht nur oberflächlich sind, sondern tiefe Bindungen mit einem eingehen können, mystische und hochtechnisierte Gegenstände, sowie die ganze Palette an verschiedenen Questen wurden in das Spiel hineingepackt. Und in allem steckt das Flair von Star Wars. So gibt es Swooprennen, die dem leeren Geldbeutel sehr weiterhelfen können, Kopfgeldjagden und vieles mehr. Man hat mit einer Vielzahl von verschiedenen Aliens zu tun, die alle ein sehr unterschiedliches Temperament haben. Vieles ist mit Gewalt lösbar, allerdings gibt es bessere Möglichkeiten, die dann auch entsprechend mit XP oder Sondergegenständen belohnt werden.
Über Langeweile konnte ich mich auf jeden Fall nicht beklagen. Nach mehr als 30 Stunden fesselt mich das Spiel immer noch, bis zum Ende konnte ich auch nach dieser Zeit nicht vordringen, was für Rollenspiele nicht ungewöhnlich ist.
**Die Macht: Natürlich muss in einem Spiel, das in der großen Zeit der Jedi spielt, die Macht eine Rolle spielen. Der Spielercharakter ist auch kein so normaler Mensch, wie es zunächst den Anschein hat. Eine solch starke Machtsensitivität haben die Meister schon lange nicht mehr gespürt. So darf der Spieler dann auch trotz seines hohen Alters zur Jediausbildung nach Dantooine, wo ihm die Wege der Macht beigebracht werden. Hier lernt man das Wesen der Jedi und die Helle Seite der Macht kennen. Allerdings gibt es auch eine Akademie auf Korriban, der ältesten Sith Kolonie der Galaxie, wo viele alte Lords begraben liegen. Hier kann man sich der Dunklen Seite öffnen. Allerdings entscheiden nur die Handlungen des Spielers über seine Zugehörigkeit und nicht die seiner Lehrer. Man selbst hat die Verantwortung gegenüber der Macht.
Je nach Stärke der Zugehörigkeit zu einer Seite werde die Fähigkeiten dieser verbilligt und die der andere verteuert, es wirkt sich also regeltechnisch aus, sowie auf das Verhalten der Mitstreiter und der anderen Charaktere. Am Ende versammeln sich 4 Jedicharaktere, ausgewogene Kräfte und vielleicht auch den ein oder anderen auf der anderen Seite zu haben sind für den Erfolg sicherlich dienlich.
**Storydesign: Nach dem Anfangsszenario auf Taris, wo man viele kleine Aufgaben erledigt unter der Hauptaufgabe Bastilla zu befreien und Taris zu verlassen, startet eine Kampagne. Visionen plagen dich und Bastlila, ihr seht fremde Orte auf verschiedenen Welten. Der Jediorden findet heraus, dass die Sith Zugang zu einer Anlage namens Sternenschmiede haben. Die Kampagne ist, diese Anlage zu finden. In diese Gliedern sich Unteraufträge, teils linear aus dem Großziel entspringend, teils sehr komplex durch verschieden Charaktere und persönliche Ziele motiviert. Durch dieses Design bleibt immer eine Motivation erhalten weiterzumachen, es ist jedoch der Reiz da alles zu erforschen. Das Design kann ich nur loben, vor allem, da auch die Hauptstory sehr gut ausgearbeitet ist und so einige Überraschungen bereithält.
**Zusammenfassung: Das gesamte Design des Spiels ergibt ein ausgezeichnetes Computerrollenspiel mit dem besonderen Star Wars Flair. Es ist aus dieser Hinsicht vol und ganz zu empfehlen.
-----Grafik&Performance-----
Zur Grafik kann ich sagen, dass es zweifellos realistischere gibt, allerdings kaum bessere. Eine freie 3D Ansicht gibt eine realistische Perspektive. Die Modelle sind sehr detailliert, die Texturen schön anzusehen. Wenn man über die Planeten läuft, ist dem Spaß nicht durch stark begrenzte Sichtweite Grenzen gesetzt. Da man auch auf 4 GB nur eine begrenzte Zahl an Texturen verwenden kann, haben Nebencharaktere oft gleiches Aussehen, vor allem die „Statisten“, mit denen der Spieler nichts zu schaffen hat. Dieses Manko wird allerdings durch die fantastische Spielbarkeit wieder wett gemacht. Die Ladezeiten liegen unter 10 Sekunden, dadurch ist ein flüssiges Spielen möglich. Oft werden Spiele durch die lange Warterei langweilig, deshalb möchte ich hier ein großes Lob aussprechen.
Schön anzusehen sind die Oberflächen von glänzenden Gegenständen, für eine vor Ort gerenderte Grafik bin ich sehr zufrieden. Natürlich kann es nicht mit zeitaufwendig gerenderten Raytrayce Maps mithalten allerdings wirkt es sehr realistisch.
Für den wirklichen Spaß sollte man allerdings dann auch eine ähnliche Konfiguration wie ich besitzen (Athlon XP 2600+, 512 MB Ram, Radeon 9600 Pro) da ansonsten Abstriche bei der Performance gemacht werden müssen, die mangels großer Action den Spielspaß trüben kann. Leicht darunter könnte noch funktionieren, man muss dann aber wahrscheinlich gelegentlich mit Speichermangel rechnen was zur Spielbeendigung führt.
-----Sound-----
Der Sound trägt wieder hervorragend zur Stimmung bei. Alles passt: Hintergrundgeräusche, Musik, Stimmen. Alle Texte werden gesprochen, so dass man sich das lesen fast sparen kann. Für die Aliensprachen haben die Hersteller allerdings nur wenige Phrasen aufgenommen, so dass diese sich sehr oft wiederholen und zweifelsfrei nicht wirklich das Aussagen was als Übersetzung drunter steht ;-) Aber auch hier tut das dem Spielspaß keinen Abbruch. Die Tatsache, dass die Mehrzahl der Charaktere ausgeprägte Konversation mit einem führen kann mit charakteristischer Stimme macht einen Großteil des Spaßes aus. Dazu die bekannten Geräusche aus dem Star Wars Universum und schon ist man mittendrin.
-----Bedienung-----
Kurz gesagt, ich steuere das gesamte Spiel mit der Maus und hab kein Problem damit. Die Tatsache, dass man nicht schnell reagieren muss, setzt die Prioritäten ganz anders als bei den meisten anderen Spielen. Hier muss eine Möglichkeit gegeben sein die Überfülle an Informationen im übersichtliche Format zu dokumentieren. Das ist hier sehr gut gelungen. Die Gegenstände sind nach ihren Eigenschaften geordnet, so dass man nach einiger Zeit immer den richtigen findet. Die Quests sind übersichtlich aufgeschrieben, so dass man sich immer Informationen über mögliche Aufträge holen kann.
Das Spiel hat ein ganz besonderes Schnellreisesystem. Ist keine abgeschlossene Tür oder wildes Gebiet zwischen der Basis und dem momentanen Standort, kann man per Knopfdruck zu dieser zurückreisen, wo man sofort geheilt wird. Das spart viel Zeit und auch ein paar Medpacks. Unter denselben Umständen kann man einzelne Gruppenmitglieder austauschen und hat so immer den Spezialisten zur Hand. Ich kann nur sagen, hier ist alles sehr spielerfreundlich. Man sollte allerdings schauen, dass man sich durch diese Großzügigkeit der Programmierer nicht den Spielspaß verdirbt. Die Tatsache, dass man immer speichern kann, verführt einen leicht dazu, nicht genau zu überlegen, sondern zu probieren.
-----Fazit-----
Die Fülle eines Rollenspiels ist zu groß um es in einem kurzen Bericht vollständig zu erfassen. Da müsste schon fast eine Diplomarbeit her. Allein diese Tatsache zeigt jedoch, wie viel Potential in einem solchen Spiel steckt. Intellektuelle Herausforderung, Spannung, Unterhaltung, wunderschöne Grafiken und die Atmosphäre der Galaxis weit, weit entfernt lassen einen die Welt hier vergessen. Auf 4 CDs kommt eine fremde Welt auf den heimischen PC. Mittlerweile sollten schon weniger als 45 Euro dazu reichen, diese davon zu überzeugen. Ein allzugroßer Profi muss man nicht sein. Die Rätsel sind leicht und die Kämpfe auch keine zu große Herausforderung.
Der Boc empfiehlt nur sich nicht ganz darin zu verlieren und auch an sein Leben hier zu denken, könnte es bei diesem Spiel wohl passieren.
10.23.2004__bocdanovic
-----Zum Spiel-----
**Geschichte: 4000 Jahre vor der Machtübernahme durch das galaktische Imperium: Die Republik ist gerade in einer Phase, in welcher sie sich von dem Krieg gegen die Mandalorianer (bekannt ist von ihnen wohl die Rüstung Boba Fetts) erholen muss. Ruhe gibt es jedoch keine, die Sith erstarken immer mehr. Diener der Dunklen Seite der Macht, die vor allem nach der Herrschaft über die „Wertlosen“ streben. Unter dem Sith Lord Revan und seinem Schüler Lord Malak, eroberten und zerstörten sie bewohnte Welten in großen Teilen der Galaxie. Der Jediorden, Hüter des Friedens und der Gerechtigkeit, hat sich entschlossen, der Gefahr, die von den beiden Lords mit ihrer scheinbar in Nullzeit entstehenden Flotte und ihrem raschen Zuwachs an Anhängern (verführerisch die Dunkle Seite ist) ausgeht, die Stirn zu bieten. Zu diesem Zwecke hat die Republik eine kleine Flotte geschickt um die Blockadeflotte um den Planeten Taris anzugreifen, auf der sich beide Sith Lords befinden. Angeführt von der jungen Jedi Bastilla, die unglaubliches Talent in der Kampfmeditation gezeigt hat, stellt sich diese Gruppe den übermächtigen Sith. An Bord des Flagschiffs, der Endar Spire ein junger, scheinbar unbedeutender Passagier, der die Geschichte in diesem Krieg maßgeblich beeinflussen soll. Sein Name: Unbekannt, bis der Spieler ihm einen gegeben hat, ebenso wie Geschlecht, Rasse und Aussehen.
Das Glück in der Schlacht ist nicht auf der Seite der Jedi, der junge Held wacht in der Evakuierungssequenz der Endar Spire auf...
**Spielsystem: Es wurde erst vor kurzem ein System basierend auf den D&D Regeln für Star Wars entwickelt, allerdings ist in diesem Spiel das abgespeckte D&D 3 Regelwerk verwendet worden. Basierend auf wenigen Fertigkeiten, die man steigern kann, 20 Charakterlevels, Charakterklassen und Sonderfertigkeiten/Machtkräften. Die körperliche Verfassung wird über Vitality Points gehandhabt, wie in fast allen Rollenspielen. Verliert ein Charakter alle VP fällt er bewusstlos um, ist die gesamte Gruppe bei 0 VP so ist das Spiel verloren. Natürlich kann man aber an fast beliebiger Stelle speichern.
Zu Beginn kann der Spieler seinen Charakter zusammenstellen, es gibt eine große Auswahl was das Aussehen betrifft, sowie die Wahl zwischen 3 Klassen: Soldat, Scout, Schurke. Jede dieser Klassen hat ihre Stärken, ich habe den Schurken gewählt, welcher viele Fertigkeitspunkte, hohe Defence, sowie einen hinterhältigen Angriff bekommt, was ich für sehr nützlich im Spielverlauf halte. Einen Soldaten kann ich nicht empfehlen, da man da schon gegen Anfang 2 sehr starke in die Gruppe bekommt.
Während des Spiels vergrößert sich der Kreis derer, die mit dir reisen. Bis zu 9 sehr unterschiedliche Charaktere, die alle eine ausgeprägte Geschichte haben begleiten den Helden durch die Galaxis. Allerdings können immer nur 3 gleichzeitig auf Tour gehen, die anderen warten in der Basis ( meist das eigene Raumschiff im Raumhafen). In den meisten Situationen kann die Gruppe schnell durchgetauscht werden, der Hauptcharakter bleibt aber immer fest dabei.
Für erledigte Aufgaben bekommen alle Gruppenmitglieder Erfahrungspunkte (XP), die dazu verwendet werden, eine neue Stufe zu erreichen. Je höher die Stufe, desto mehr Fertigkeiten, Fähigkeiten und VP hat der Charakter, also desto mächtiger ist er. Ist zu Beginn ein Kopfgeldjäger noch ein Problem, so ist gegen Ende auch eine Gruppe von dunklen Jedimeistern kein unüberwindbares Hindernis.
Jederzeit kann durch drücken der Leertaste das Spiel unterbrochen werden. Man kann jedoch immer noch Befehle erteilen und durch seine Gegenstände blättern ob man nicht was nützliches findet. Die Charaktere kämpfen zwar nach einstellbaren Scripten selbstständig, man kann ihnen jedoch auch direkt Befehle erteilen, was oftmals sehr hilfreich ist. Zur Orientierung hat man ein ausführliches Tagebuch, sowie eine Karte auf der alles wichtige verzeichnet wird. Man muss sich also nicht alles merken.
**Orte, Charaktere, Gegenstände, Abenteuer; Kurz die ganze Vielfalt:
Ein Rollenspiel lebt natürlich von seiner Tiefe und seiner Vielfalt. Hier hat Knights of the Old Republic einiges zu bieten. Abwechslungsreiche Welten, hochinteressante Charaktere, die nicht nur oberflächlich sind, sondern tiefe Bindungen mit einem eingehen können, mystische und hochtechnisierte Gegenstände, sowie die ganze Palette an verschiedenen Questen wurden in das Spiel hineingepackt. Und in allem steckt das Flair von Star Wars. So gibt es Swooprennen, die dem leeren Geldbeutel sehr weiterhelfen können, Kopfgeldjagden und vieles mehr. Man hat mit einer Vielzahl von verschiedenen Aliens zu tun, die alle ein sehr unterschiedliches Temperament haben. Vieles ist mit Gewalt lösbar, allerdings gibt es bessere Möglichkeiten, die dann auch entsprechend mit XP oder Sondergegenständen belohnt werden.
Über Langeweile konnte ich mich auf jeden Fall nicht beklagen. Nach mehr als 30 Stunden fesselt mich das Spiel immer noch, bis zum Ende konnte ich auch nach dieser Zeit nicht vordringen, was für Rollenspiele nicht ungewöhnlich ist.
**Die Macht: Natürlich muss in einem Spiel, das in der großen Zeit der Jedi spielt, die Macht eine Rolle spielen. Der Spielercharakter ist auch kein so normaler Mensch, wie es zunächst den Anschein hat. Eine solch starke Machtsensitivität haben die Meister schon lange nicht mehr gespürt. So darf der Spieler dann auch trotz seines hohen Alters zur Jediausbildung nach Dantooine, wo ihm die Wege der Macht beigebracht werden. Hier lernt man das Wesen der Jedi und die Helle Seite der Macht kennen. Allerdings gibt es auch eine Akademie auf Korriban, der ältesten Sith Kolonie der Galaxie, wo viele alte Lords begraben liegen. Hier kann man sich der Dunklen Seite öffnen. Allerdings entscheiden nur die Handlungen des Spielers über seine Zugehörigkeit und nicht die seiner Lehrer. Man selbst hat die Verantwortung gegenüber der Macht.
Je nach Stärke der Zugehörigkeit zu einer Seite werde die Fähigkeiten dieser verbilligt und die der andere verteuert, es wirkt sich also regeltechnisch aus, sowie auf das Verhalten der Mitstreiter und der anderen Charaktere. Am Ende versammeln sich 4 Jedicharaktere, ausgewogene Kräfte und vielleicht auch den ein oder anderen auf der anderen Seite zu haben sind für den Erfolg sicherlich dienlich.
**Storydesign: Nach dem Anfangsszenario auf Taris, wo man viele kleine Aufgaben erledigt unter der Hauptaufgabe Bastilla zu befreien und Taris zu verlassen, startet eine Kampagne. Visionen plagen dich und Bastlila, ihr seht fremde Orte auf verschiedenen Welten. Der Jediorden findet heraus, dass die Sith Zugang zu einer Anlage namens Sternenschmiede haben. Die Kampagne ist, diese Anlage zu finden. In diese Gliedern sich Unteraufträge, teils linear aus dem Großziel entspringend, teils sehr komplex durch verschieden Charaktere und persönliche Ziele motiviert. Durch dieses Design bleibt immer eine Motivation erhalten weiterzumachen, es ist jedoch der Reiz da alles zu erforschen. Das Design kann ich nur loben, vor allem, da auch die Hauptstory sehr gut ausgearbeitet ist und so einige Überraschungen bereithält.
**Zusammenfassung: Das gesamte Design des Spiels ergibt ein ausgezeichnetes Computerrollenspiel mit dem besonderen Star Wars Flair. Es ist aus dieser Hinsicht vol und ganz zu empfehlen.
-----Grafik&Performance-----
Zur Grafik kann ich sagen, dass es zweifellos realistischere gibt, allerdings kaum bessere. Eine freie 3D Ansicht gibt eine realistische Perspektive. Die Modelle sind sehr detailliert, die Texturen schön anzusehen. Wenn man über die Planeten läuft, ist dem Spaß nicht durch stark begrenzte Sichtweite Grenzen gesetzt. Da man auch auf 4 GB nur eine begrenzte Zahl an Texturen verwenden kann, haben Nebencharaktere oft gleiches Aussehen, vor allem die „Statisten“, mit denen der Spieler nichts zu schaffen hat. Dieses Manko wird allerdings durch die fantastische Spielbarkeit wieder wett gemacht. Die Ladezeiten liegen unter 10 Sekunden, dadurch ist ein flüssiges Spielen möglich. Oft werden Spiele durch die lange Warterei langweilig, deshalb möchte ich hier ein großes Lob aussprechen.
Schön anzusehen sind die Oberflächen von glänzenden Gegenständen, für eine vor Ort gerenderte Grafik bin ich sehr zufrieden. Natürlich kann es nicht mit zeitaufwendig gerenderten Raytrayce Maps mithalten allerdings wirkt es sehr realistisch.
Für den wirklichen Spaß sollte man allerdings dann auch eine ähnliche Konfiguration wie ich besitzen (Athlon XP 2600+, 512 MB Ram, Radeon 9600 Pro) da ansonsten Abstriche bei der Performance gemacht werden müssen, die mangels großer Action den Spielspaß trüben kann. Leicht darunter könnte noch funktionieren, man muss dann aber wahrscheinlich gelegentlich mit Speichermangel rechnen was zur Spielbeendigung führt.
-----Sound-----
Der Sound trägt wieder hervorragend zur Stimmung bei. Alles passt: Hintergrundgeräusche, Musik, Stimmen. Alle Texte werden gesprochen, so dass man sich das lesen fast sparen kann. Für die Aliensprachen haben die Hersteller allerdings nur wenige Phrasen aufgenommen, so dass diese sich sehr oft wiederholen und zweifelsfrei nicht wirklich das Aussagen was als Übersetzung drunter steht ;-) Aber auch hier tut das dem Spielspaß keinen Abbruch. Die Tatsache, dass die Mehrzahl der Charaktere ausgeprägte Konversation mit einem führen kann mit charakteristischer Stimme macht einen Großteil des Spaßes aus. Dazu die bekannten Geräusche aus dem Star Wars Universum und schon ist man mittendrin.
-----Bedienung-----
Kurz gesagt, ich steuere das gesamte Spiel mit der Maus und hab kein Problem damit. Die Tatsache, dass man nicht schnell reagieren muss, setzt die Prioritäten ganz anders als bei den meisten anderen Spielen. Hier muss eine Möglichkeit gegeben sein die Überfülle an Informationen im übersichtliche Format zu dokumentieren. Das ist hier sehr gut gelungen. Die Gegenstände sind nach ihren Eigenschaften geordnet, so dass man nach einiger Zeit immer den richtigen findet. Die Quests sind übersichtlich aufgeschrieben, so dass man sich immer Informationen über mögliche Aufträge holen kann.
Das Spiel hat ein ganz besonderes Schnellreisesystem. Ist keine abgeschlossene Tür oder wildes Gebiet zwischen der Basis und dem momentanen Standort, kann man per Knopfdruck zu dieser zurückreisen, wo man sofort geheilt wird. Das spart viel Zeit und auch ein paar Medpacks. Unter denselben Umständen kann man einzelne Gruppenmitglieder austauschen und hat so immer den Spezialisten zur Hand. Ich kann nur sagen, hier ist alles sehr spielerfreundlich. Man sollte allerdings schauen, dass man sich durch diese Großzügigkeit der Programmierer nicht den Spielspaß verdirbt. Die Tatsache, dass man immer speichern kann, verführt einen leicht dazu, nicht genau zu überlegen, sondern zu probieren.
-----Fazit-----
Die Fülle eines Rollenspiels ist zu groß um es in einem kurzen Bericht vollständig zu erfassen. Da müsste schon fast eine Diplomarbeit her. Allein diese Tatsache zeigt jedoch, wie viel Potential in einem solchen Spiel steckt. Intellektuelle Herausforderung, Spannung, Unterhaltung, wunderschöne Grafiken und die Atmosphäre der Galaxis weit, weit entfernt lassen einen die Welt hier vergessen. Auf 4 CDs kommt eine fremde Welt auf den heimischen PC. Mittlerweile sollten schon weniger als 45 Euro dazu reichen, diese davon zu überzeugen. Ein allzugroßer Profi muss man nicht sein. Die Rätsel sind leicht und die Kämpfe auch keine zu große Herausforderung.
Der Boc empfiehlt nur sich nicht ganz darin zu verlieren und auch an sein Leben hier zu denken, könnte es bei diesem Spiel wohl passieren.
10.23.2004__bocdanovic
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