Black Market Music - Placebo Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Frederik
Black Market Music
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Album nach dem großen Durchbruch stürzte in der Vergangenheit so manche Rockband ins kreative Verderben, auch wenn es zunächst nicht danach aussah. Im Falle von Nirvana war der Erfolg von "Nevermind" sicherlich nur einer von vielen Gründen, die zu dem Drama führten, dessen Ausgang uns allen bekannt ist. Doch auch Bands wie die Smashing Pumpkins, Pearl Jam oder Live zog es nach dem Erfolg zurück in die Isolation, und Ed Kowalczyk oder Billy Corgan suchten ihr Heil im Spirituellen und Abstrakten. Abstrakt waren Placebo schon immer. "Every you every me" verkörperte mehr als nur ein unbeschwertes Liebeslied und der "Pure morning" war verhangen mit blutroten Wolken. Das mediengerechte Image der Band und die griffigen Statements wie "You don't care about us" war daher eine ausgezeichnete Fassade, um allzu neugierige Fragen nach ihrem wahren Innenleben abwehren.
Auf "Black market music" nun wird die Suche nach offensichtlichen Hits schon nach kürzester Zeit erfolglos eingestellt werden. An prägnanten Riffs und verwirrenden Seltsamkeiten vom Schlage "Nancy boy" fehlt es nicht. Dennoch erreichen die neuen Stücke weder die Eingängigkeit ihrer Vorgänger, noch erschließen sie sich beim ersten Hören. Der Schock sitzt zunächst tief. Allerdings ist es vollkommen vermessen, das Vorgängeralbum als Vergleich heranzuziehen. Ein Album wie "Without you I'm nothing" schreibt eine Band wie Placebo vermutlich nur einmal in ihrer Karriere, während die allermeisten Acts ihr Leben lang nur davon träumen. "Black market music" bezieht seine Faszination nicht aus irgendwelchen schnelllebigen Hits, denn davon gibt es mit "Days before you came" lediglich einen einzigen, der auch vergangenen Zeiten entstammen könnte.
Selten ist die Veränderung so deutlich wie auf "Spite & malice", wo Justin Warfield (One Inch Punch) gerappte Akzente setzt. Wenn "Special K" oder "Hemoglobin" oberflächlich als Up-Tempo-Hymnen an die Tür klopfen, machen sie sich in der Seele später als verworrene Klagelieder breit. Tränenreiche Elegien wie "Passive aggressive" oder "Narcoleptic" lassen vermuten, daß Molko in Gedanken zwischenzeitlich tausend Tode gestorben ist und rufen Schwarzseher wie The Cure oder Depeche Mode ins Gedächtnis. Insbesondere die düster-depressive Stimmung von deren Album "Songs of faith and devotion" zieht sich wie ein Faden durch "Black market music", und wenn in "Passive agressive" von "My bleeding heart" die Rede ist, so ist dies mehr als nur eine hohle Metapher. "Black market music" braucht sich dank seiner Geschlossenheit vor nichts und niemandem zu verstecken - und tut dies dennoch unaufhörlich. "I wrote this novel just for you" heißt es noch etwas unsicher im wunderschönen "Blue American" bis im "Commercial for Levi" berührend auch die letzten Dämme brechen: "I understand the fascination / I've even been there once or twice / But if you don't change your situation / Then you'll die" warnt Molko und fleht immer und immer wieder "Please don't die". Die Welt bleibt außen vor und Brian Molko gewährt nur im Intimen tiefe Einblicke. Die einstige "Music for the masses" erteilt nun all denen eine Absage, die die Seifenblase Placebo dankbar angenommen hatten und versuchten, sie zu ihren neuen Idolen zu stilisieren. Der letzte Lichtstrahl ist dem Dunkel gewichen und die tiefschwarze "Teenage angst" erwachsen geworden.
Auf "Black market music" nun wird die Suche nach offensichtlichen Hits schon nach kürzester Zeit erfolglos eingestellt werden. An prägnanten Riffs und verwirrenden Seltsamkeiten vom Schlage "Nancy boy" fehlt es nicht. Dennoch erreichen die neuen Stücke weder die Eingängigkeit ihrer Vorgänger, noch erschließen sie sich beim ersten Hören. Der Schock sitzt zunächst tief. Allerdings ist es vollkommen vermessen, das Vorgängeralbum als Vergleich heranzuziehen. Ein Album wie "Without you I'm nothing" schreibt eine Band wie Placebo vermutlich nur einmal in ihrer Karriere, während die allermeisten Acts ihr Leben lang nur davon träumen. "Black market music" bezieht seine Faszination nicht aus irgendwelchen schnelllebigen Hits, denn davon gibt es mit "Days before you came" lediglich einen einzigen, der auch vergangenen Zeiten entstammen könnte.
Selten ist die Veränderung so deutlich wie auf "Spite & malice", wo Justin Warfield (One Inch Punch) gerappte Akzente setzt. Wenn "Special K" oder "Hemoglobin" oberflächlich als Up-Tempo-Hymnen an die Tür klopfen, machen sie sich in der Seele später als verworrene Klagelieder breit. Tränenreiche Elegien wie "Passive aggressive" oder "Narcoleptic" lassen vermuten, daß Molko in Gedanken zwischenzeitlich tausend Tode gestorben ist und rufen Schwarzseher wie The Cure oder Depeche Mode ins Gedächtnis. Insbesondere die düster-depressive Stimmung von deren Album "Songs of faith and devotion" zieht sich wie ein Faden durch "Black market music", und wenn in "Passive agressive" von "My bleeding heart" die Rede ist, so ist dies mehr als nur eine hohle Metapher. "Black market music" braucht sich dank seiner Geschlossenheit vor nichts und niemandem zu verstecken - und tut dies dennoch unaufhörlich. "I wrote this novel just for you" heißt es noch etwas unsicher im wunderschönen "Blue American" bis im "Commercial for Levi" berührend auch die letzten Dämme brechen: "I understand the fascination / I've even been there once or twice / But if you don't change your situation / Then you'll die" warnt Molko und fleht immer und immer wieder "Please don't die". Die Welt bleibt außen vor und Brian Molko gewährt nur im Intimen tiefe Einblicke. Die einstige "Music for the masses" erteilt nun all denen eine Absage, die die Seifenblase Placebo dankbar angenommen hatten und versuchten, sie zu ihren neuen Idolen zu stilisieren. Der letzte Lichtstrahl ist dem Dunkel gewichen und die tiefschwarze "Teenage angst" erwachsen geworden.
6 Bewertungen, 1 Kommentar
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04.08.2003, 21:04 Uhr von MissMolko
Bewertung: sehr hilfreichDer Bericht ist wirklich gut geschrieben, aber das Eigentliche hätte etwas ausführlicher sein können!
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