Black Past (DVD) Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Looser1

Ittenbach-Wochen bei McKüttel\'s :-) Teil I

4
  • Action:  viel
  • Anspruch:  wenig anspruchsvoll
  • Romantik:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Altersgruppe:  keine Angabe
  • Meinung bezieht sich auf:  DVD-Version

Pro:

Splatter in Reinkultur, geniale Effekte, unterhaltsam

Kontra:

Bild (logischerweise) auf Amateurniveau, Synchro...

Empfehlung:

Ja

So, zur Abwechslung (damit ihr nicht so viel lesen müsst) gibt’s mal einen etwas kürzeren DVD-Bericht von mir, und zwar geht es um das Erstlingswerks, des „German King of Amateur-Splatter“ Olaf Ittenbach. Dieser 1989 gedrehte Film entstand mit minimalem Budget (so um die 5000 Euro), und war eigentlich auch nur für die private Verwendung gedacht. Doch nachdem dem Magazin „Splatting Image“ eine Kopie davon in die Hände gefallen war, wurde ziemlich schnell klar, dass dies wohl auch ein kommerziell durchaus verwertbarer Film sein könnte, und so begann der Aufstieg des damals gerade mal 20-jährigen Olaf Ittenbach.

Dieser Bericht bezieht sich auf die Ausgabe der österreichischen (und somit ungeschnittenen) „Olaf Ittenbach Collection“, wobei in dieser 2 Versionen enthalten sind. Erstmal die ursprüngliche, alte Fassung, sowie eine neue, überarbeitete Fassung, in denen der Film technisch verbessert wurde, ausserdem wurden auch noch einige kleine Änderungen am Inhalt des Films vorgenommen, aber keine Angst, keine der „guten“ Szenen wurde hier rausgeschnitten oder so!

DIE STORY

Der Film beginnt mit einer Szene aus der Vergangenheit, in der wir ein kleines Mädchen sehen, dass grade dabei ist draussen vor dem Haus ihren Hund zu füttern. Im Haus sehen wir ihren Vater, der grade vor nem antiken Spiegel steht, und ziemlich „verändert“ ausschaut. Ausserdem hat er Wundmale an den Händen. Kurz darauf greift er sich ein Fleischermesser, läuft raus zu seiner Tochter und haut ihr das Teil in den Schädel. Das war dann mehr oder weniger auch schon die Vorgeschichte.

Die Hauptfigur der eigentlichen Geschichte ist Tommy (Olaf Ittenbach), der, wie man ziemlich schnell merkt, nicht wirklich der Traumschwiegersohn ist, sondern vielmehr ein versoffener, unfreundlicher und oft respektloser Junge, der es seinem Vater und seinen beiden Schwestern (die Mutter ist bereits gestorben) nicht gerade leicht macht mit ihm im gleichen Haushalt zu leben.
Eines Tages soll ein Kumpel bei Tommy übernachten, und so begibt er sich in den Dachboden, wo er auf eine mysteriöse, verschlossene Kiste stösst. Natürlich knackt er die Kiste und findet darin einen Spiegel (na, klingelt was :-)) und ein Buch. In dem Buch wird zwar extra noch vor dem Spiegel gewarnt, aber natürlich glaubt Tommy keine Sekunde daran, dass dieser Spiegel verflucht ist. Also hängt er ihn auf, und hat schon bald darauf einen ziemlich üblen Alptraum, denkt sich aber weiter nix dabei.
Doch ein paar Tage später kommt seine neue Freundin zu Besuch. Irgendwie gefällt ihr die Unordnung in Tommy’s Zimmer nicht, und so beschliessen sie, ein wenig aufzuräumen. Da Tommy aber gleich zum Abendessen muss, fängt sie schon mal alleine an. Doch der Spiegel zieht sie in seinen Bann, und sie läuft aus dem Haus und vor ein Auto, was gleichbedeutend mit ihrem Ableben ist.
Daraufhin hat Tommy immer wieder Alpträume der übelsten Sorte, in denen es wirklich zur Sache geht (mehr dazu im Abschnitt „Machart“). Doch schreibt er dies noch immer nicht dem Spiegel zu sondern glaubt, dass der Tod seiner Freundin so traumatisch für ihn war, dass er jetzt ständig solch schlimme Träume hat (in der die Freundin immer wieder auftaucht).
Doch auf einmal hat er auch tagsüber eine „Vision“, in der er seiner Schwester ziemlich arg zusetzt (wobei eine Kettensäge, eine Kreissäge und ein Küchenmesser mit im Spiel sind…). Dies macht ihm nun doch mehr zu schaffen, und bald darauf sehen wir ihn im Badezimmer, wie er sich an allen möglichen Körperteilen mit einer Rasierklinge rumritzt. Aber halt, es war wieder einer dieser Alpträume…
Nach einer weiteren, wirklich üblen, Höllenvision hat Tommy endgültig genug, und will nun den Spiegel von der Wand nehmen. Doch dieser hat etwas dagegen, und ergreift auch Besitz von Tommy, welcher sich kurz darauf in ein ekelerregendes Monster verwandelt, und anfängt, seine Familie abzumurksen.
Wie das Ganze endet? Nun, da müsst ihr euch den Film schon selber ansehen :-)

MACHART

Effekte:
Das gaaanz grosse Plus dieses Films. Man muss sich hier noch einmal vor Augen führen, dass dies ein Amateurfilm ist, der praktisch ohne Budget entstand. Aber nichtsdestotrotz wird in diesem Film alle paar Minuten gesplattert, und das aufs Gröbste. Es werden Äxte in Köpfe gerammt, Scheren in Augen gestochen, mal sieht man hier Gedärme raushängen, mal wird dort grad wieder ein Körperteil abgesägt, dann platzt mal wieder ein Kopf, und natürlich fliesst Hektoliterweise Kunstblut. Auch eine für Männer doch recht schmerzvoll (zumindest psychisch) anzusehende Szene, in der Tommy’s kleiner Freund sowie Nagel und Hammer die Hauptrolle spielen, gibt es zu bewundern. Ich könnt euch jetzt auch noch weiter von einem mit dem Beil mehr oder weniger fachgerecht zerteilten Körper, oder Spritzen, die in Augen gestochen werden berichten etc., etc. aber es gibt so viele Effekte in diesem Film, dass man sie kaum alle aufzählen kann.
Auf jeden Fall sind die Effekte wirklich ausserordentlich gut gelungen, und in dieser Hinsicht braucht sich der Film keineswegs vor irgendeinem Film zu verstecken. Auch Heutzutage sieht man selten Filme mit härteren und wirklich gut gemachten Effekten. Hut ab also wirklich vor Ittenbach, der hier ja nicht nur Hauptrolle und Regie, übernahm, sondern auch für die Special FX verantwortlich war, und auch noch andere Aufgaben übernahm, um die „Personalkosten“ möglich tief zu halten.
Bei einem Splatterfilm sind die Effekte ganz klar etwas vom wichtigsten, und Black Past weiss hier wirklich zu Punkten!

Bild-und Tonqualität:
Nun, bei Bild und Ton merkt man nun halt, dass es sich ganz klar um eine Amateurproduktion handelt. Natürlich konnte man sich hier keine teure Ausrüstung leisten, und dementsprechend ist dann auch die Bildqualität. Auch Beleuchtungstechnisch wurde hier nicht gerade ein Meisterstück vollbracht. Aber man muss trotzdem sagen: Es ist immer alles klar und deutlich zu erkennen, vor allem in der neuen Version, bei der sowohl Bild als auch Ton überarbeitet wurden, und noch einige neue Sachen (zu lange Handlungsszenen gekürzt, unsinnige Dialoge überarbeit überarbeitet etc.) dazu kamen.
Die Soundeffekte und die Synchronisation sind zum Teil echt zum schiessen. Nicht Lippensynchron, teils völlig unmotiviert, und eben ab und zu mit Sätzen, die einen durch ihre Sinnlosigkeit schmunzeln lassen. Mir persönlich macht das alles nicht allzu viel aus, da ich solche Amateur-Synchros durchaus sympathisch und eben auch ganz witzig finde, eines hat mich allerdings dann doch gestört. Die Gore- und Splattereffekte sollen ja schocken, was sie eigentlich auch tun, aber wenn dann ein völlig überdrehtes Kreischen das ganze übertönt.
Ansonsten wie gesagt auch ziemlich anfängerhaft der Sound, aber das war das einzige, was mich wirklich ein bisschen gestört hat.

SCHAUSPIELER

Naja, was soll man sagen, alle Akteure und Aktrissen die hier auftreten stammen aus dem Freundeskreis Ittenbachs, es sind also alles Amateure. Und dementsprechend steif und teilweise ungewollt komisch spielen sie dann auch. Obwohl Ihnen ja hier wahrlich keine Meisterleistungen abverlangt werden, bringen die meisten es nicht fertig, sich wenigstens halbwegs natürlich vor der Kamera zu bewegen. Ittenbach ist eigentlich noch der Beste von allen, auch wenn ihm mal ab und zu Mimik-mässig was misslingt. Aber immerhin merkt man ihm irgendwie an, dass ihm der Film wirklich am Herzen liegt, da er am emotionalsten von allen spielt. Naja, aber bei diesem Film hat zu Recht kein Schauspieler einen Oskar erhalten, und die schlechte Beleuchtung und das natürlich ebenfalls nicht professionelle Make-Up lassen die Protagonisten natürlich auch nicht gerade in einem besseren Licht erscheinen.

DIE DVD

Es handelt sich wie schon gesagt um die DVD (bzw. DVDs, da ja zwei Versionen enthalten sind) aus der Olaf Ittenbach Collection, welche in einem hübsch gestalteten Digi-Pack, welches wiederum in einem Pappschuber steckt, daherkommt. Der (Deutsche) Ton ist in Dolby Digital 2.0, und das Bildformat 4:3. Über Bild- und Soundqualität habe ich mich ja bereits ausgelassen. Untertitel sind keine vorhanden.
An Bonusmaterial hat die DVD eigentlich fast nichts zu bieten. Es gibt einige Texttafeln über Olaf Ittenbach zu lesen, sowie eine Trailershow, aber das wars dann eigentlich mehr oder weniger schon…. Tja, viel mehr gibt’s über die DVD an sich leider nicht zu berichten…

MEINE MEINUNG + FAZIT

Ich wusste, dass dies der erste Film von Ittenbach ist, und habe daher im Vorfeld nicht wirklich viel von dem Film erwartet. Auch wusste ich, dass die Story natürlich nicht wirklich viel hergeben würde, aber was bei einem Splatterfilm zählt sind Effekte und Atmosphäre. Und vor allem im ersten Punkt vermag Black Past wirklich komplett zu überzeugen. Ich kann es nur noch einmal betonen: Die Effekte sind wirklich ultrabrutal, und werden jedem Gorehound das Wasser im Mund zusammen laufen lassen! Ich hätte jedenfalls nicht derjenige sein wollen, der jeweils die ganze Sauerei wieder aufwischen musste :-)
Und obwohl der Film nicht wirklich spannend ist kann man eigentlich sagen, dass man als Zuschauer immer bei Laune gehalten wird, und es einem eigentlich nie langweilig wird.
Daher kann ich den Film wirklich jedem empfehlen, der was für gute Effekte, Kunstblut und Gedärme übrig hat, und zudem dem Amateur-Film nicht abgeneigt ist.
Ganz klar NICHT schauen sollten ihn Leute, die kein Blut sehen können, oder die allgemein einen etwas schwächeren Magen haben. Wenn ihr aber mal einen Horror-Unerfahrenen so richtig schocken wollt, ist dieser Film sicher eine gute Wahl :-)
Die einzige, bereits angetönte Schwäche, die mich persönlich gestört hat, war die schlechte Synchro, aber wirklich schaden tut sie dem Film auch nicht. Ich vergebe aber trotzdem „nur“ 4 Sterne, da Ittenbach mit seinen nachfolgenden Filmen beweisen sollte, dass es noch besser geht, um somit muss ich mir nach oben Möglichkeiten bei der Bewertung offen lassen :-)

Abschliessen muss ich natürlich noch einmal betonen, dass sich meine Wertung nicht auf die Tiefgründigkeit des Films bezieht (ihr werdet wohl selbst bemerkt haben, dass es sowas hier eigentlich nicht wirklich gibt), sondern einzig und allein auf den Unterhaltungswert, auf den es bei einem Film dieses Genres ankommt!!!

Für eure Bewertungen, sowie Kommentare/Kritik danke ich euch herzlich, und hoffe, dass ihr auch bei der nächsten Ausgabe der Ittenbach-Wochen wieder dabei seid :-)

22 Bewertungen, 1 Kommentar

  • klukklukkluk

    04.11.2004, 16:55 Uhr von klukklukkluk
    Bewertung: sehr hilfreich

    den könnte ich auch mal wieder gucken... ist ne weile her ;-) gruss thorsten