Erfahrungsbericht von allired
Genialer Genremix, aber zu komplex!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Nun ist es ziemlich genau zwei Jahre her, dass das lang ersehnte PC-Spiel Black&White erschienen ist. Auch ich bin damals der Versuchung erlegen und habe mir das Spiel gleich in den ersten Tagen gekauft.
***Allgemeines***
Ich lese seit langer Zeit schon regelmäßig die PC-Games, dadurch war ich auf dieses Highlight natürlich entsprechend vorbereitet und freute mich riesig darauf. Nachdem das Spiel dann von der PC-Games-Redaktion eine Wertung von 92% erhielt, gab es für mich kein Halten mehr.
Tja, und ich wurde dann auch wirklich nicht enttäuscht. Die Grafik hielt, was im Vorfeld über sie versprochen wurde und die Möglichkeiten des Spielers sind tatsächlich ungemein vielfältig. Ich will euch hier erst einmal das Wichtigste zum Spiel erklären:
***Was ist das für ein Spiel?***
Wie viele sicher schon wissen, spielt man in dem Spiel einen Gott, der auf verschiedenen Inseln dafür sorgt, dass die verschiedenen Dörfer zu ihm beten und zufrieden sind.
Das Errichten und Verwalten von Dörfern geht recht leicht von der Hand. Es ist deutlich simpler als in Spielen wie \"Die Siedler\" oder \"Anno 1602\". Aber das ist ja auch nicht der hauptsächliche Teil des Spiels.
***Die Kreatur***
Das Besondere und Zeitraubendste an Black&White ist das Züchten und Erziehen einer Kreatur. Zu Beginn des Spiels sucht man sich eine Kreatur aus; Tiger, Affe und Kuh stehen zur Auswahl. Im späteren Verlauf des Spiels gibt es mehrere Möglichkeiten, auf andere Kreaturen umzusteigen, die dann die Größe, die Erziehung und das Gelernte der alten Kreatur übernehmen.
Hat man erstmal eine Kreatur ausgewählt, muss man auch schon mit der Erziehung derselbigen anfangen. Man muss der Kreatur beibringen, was sie fressen soll und vor Allem, wie sie mit Menschen umgehen soll. Denn wenn nicht anders erzogen, ist die Kreatur gerne mal dabei, einen Menschen zu verspeisen. Ob man das als Spieler gut findet, bleibt einem selbst überlassen.
Damit die Kreatur auch merkt, was man von ihr will und was genau nicht, kann man zwei verschiedene Dinge tun. Zum einen kann man der Kreatur einfach ein gutes Vorbild sein und vor ihrer Nase die Dinge tun, die man auch von der Kreatur wünscht. Die härtere aber auch deutlich effektivere Methode ist es allerdings, die Kreatur nach dem Prinzip des Belohnens und Bestrafens zu erziehen.
Frisst die Kreatur also einen Menschen, kann man sie direkt danach entweder schlagen oder streicheln. Die \"Intensität\" und Länge dieser \"Handgreiflichkeiten\" bleibt dem Spieler selbst überlassen. Es ist aber auf jeden Fall sehr drollig anzuschauen, wenn man die Kreatur kitzelt oder sie durch Beinewegziehen auf den Boden krachen lässt. Nicht selten weint die Kreatur nach so einer Behandlung.
***Quests***
Einen weiteren großen Anteil am Spiel hat auch die Erfüllung von Quests. Diese werden durch silberne und goldene Schriftrollen dargestellt. Silberne Schriftrollen symbolisieren Quests, die nicht zur Vervollständigung des Aktes notwendig, aber dennoch oft lohnenswert sind. Eigentlich sollte man keine dieser Quests verpassen, auch wenn das Spiel das nicht vorschreibt.
Die goldenen Schriftrollen stehen für Quests, die unbedingt erfüllt werden müssen, da sonst an kein Weiterkommen zu denken ist. Diese Quests treiben auch die gesamte Story voran, während die silbernen Quests oft nur kleine Geschichten am Rande erzählen.
Ich schätze mal, auf jeder der 5 Inseln gibt es durchschnittlich so 15 Quests, manche sind richtig einfach, andere erfordern viel Geschick, Logik und manchmal auch mehrere Schritte zur Lösung.
Die Schriftrollen findet man immer über den entsprechenden Schauplätzen, wenn man die Rolle anklickt, erfährt man, was zu tun ist. Dann sollte man sich auch unbedingt ranhalten, da bei vielen Quests die Zeit drängt, wenn zum Beispiel Menschen vorm Ertrinken zu retten sind.
***Gut oder böse?***
Das Interessanteste an der ganzen Sache aber ist, dass man dir als Gott keine Vorschriften machen kann. Man kann fast alle Quests auf gute und auf böse Weise lösen. Entsprechend fällt dann auch die meist sehr lukrative Belohnung aus, so erhält man als \"guter Gott\" einen Heilzauber, während man als \"böser Gott\" einen Blitzzauber erhält, der sich herrlich eignet, um für Schrecken zu sorgen.
Wie gesagt, ob man ein guter oder ein böser Gott wird, bleibt ganz einem selbst überlassen. Man hat zwei Berater mit Namen Yin und Yang, die sich ständig zanken und dir Ratschläge erteilen, wie der Quest oder irgendwas anderes auf gute und wie er auf schlechte Weise gelöst werden kann.
Natürlich entwickelt sich auch die Kreatur entsprechend dem Verhalten, das man an den Tag legt. Aber die Kreatur ist nicht das einzige Zeugnis deiner Boshaftigkeit oder Gnade, auch die Hand, mit der man alles steuert, entwickelt sich dementsprechend. Eine \"gute\" Hand ist glatt und hell, während die eines bösen Gotts zerfurcht und dunkelrot ist.
***Steuerung***
Mit dieser Hand, die als Mauszeiger fungiert, steuert man das ganze Spiel. So zieht man sich durch Drücken der Maustaste mit Hilfe der Hand über die Karte von einem Ort zum andern. Man kann außerdem mit fast allen Dingen interagieren, zum Beispiel mit Steinen oder Kühen. Als böser Gott eignet sich beides hervorragend, um es durch die Gegend zu schmeissen und somit für Verwüstung zu sorgen.
Wenn man also irgendeinen Gegenstand ergreifen will, klickt man mit der Maus auf ihn und hält ihn dann durch Gedrückthalten derselbigen fest. Nun kann man ihn friedlich irgendwo absetzen oder ihn durch die Gegend schmeissen. Dazu muss man mit der gesamten Maus einen Schwung in die gewünschte Richtung ausüben und im richtigen Moment die Maustatse loslassen. Dies erfordert etwas Übung, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran.
***Zauber***
Eine weitere Besonderheit von Black&White ist die Aktivierung der verschiedenen Zauber, die man als Gott so zur Verfügung hat. So hat jeder Zauberspruch sein eigenes Zeichen, welches der Spieler dann mit der Maus in die Landschaft zeichenen muss. Auch dies erfordert etwas Geschick und Übung, aber wenn man es dann einmal geschafft hat, wird die Freude durch das rote Aufleuchten des gemalten Zeichens noch größer. Der Zauberspruch \"klebt\" nach der Aktivierung quasi am Mauszeiger und kann per Tastendruck losgelassen werden.
***Glauben***
Diese Zauber sind ein sehr probates Mittel, den Glauben der Untertanen zu stärken. Denn dieser ist wichtig, damit ein Dorf dir überhaupt gehorcht. Man kann auch fremde Dörfer einnehmen, indem man den Glauben der Einwohner gewinnt. Fährt man mit der Maus über das Dorfzentrum des fremden Dorfes, so sieht man die Anzahl an Glaubenspunkten, die es noch braucht, bis das Dorf zu dir betet.
Wann immer man als Gott auf sich aufmerksam macht und Menschen dabei sind, erhält man eine bestimmte Anzahl an Glaubenspunkten, die direkt nach dem \"Wunder\" über den Köpfen der Beeindruckten aufsteigen. Man kann natürlich mindestens genauso gut als böser Gott Glauben gewinnen, beispielsweise indem man einen Menschen durch die gegend wirft oder ein Haus abfackelt.
Die Grafik:
Die Grafik von Black&White ist einzigartig! In keinem anderen Spiel habe ich es erlebt, dass man eine riesige Fläche aus großer Entfernung sehen kann und im nächsten Moment so nah ins Geschehen zoomen kann, dass man die Nasen der einzelnen Menschen erkennt. Die Kreatur, die Menschen und die Landschaften sind zwar eigenwillig, aber sehr zweckmäßig dargestellt.
Meine Meinung:
So, nachdem ich euch das Spiel jetzt ausführlich veranschaulicht habe, möchte ich euch nun noch rasch von meinen Eindrücken zu dem Spiel berichten.
Gerade am Anfang ist man von der wunderbaren und riesigen Spielewelt begeistert.
Man hat durch die Steuerung und durch die schwebende Kameraführung tatsächlich das Gefühl, nicht nur über den Dingen zu stehen, wie das in jedem Strategiespiel ist, sondern man gewinnt auch den Eindruck, man könne über die jeweilige Insel hinwegfliegen.
Wenn man die Steuerung halbwegs beherrscht, kann man sich mit eleganten Schwüngen über das Land bewegen, während man gleichzeitig nah heran und dann wieder wegzoomt.
Aber auch das Gameplay ist sicherlich einzigartig und zieht einen schon nach wenigen Minuten in seinen Bann. So etwas wie die Aufzucht der Kreatur gab es so noch nie in einem PC-Spiel, das längst ins Abseits geratene Tamagotchi kommt diesem Teil des Spiels noch am Nähesten.
Meine Erfahrungen:
Aber ich habe gemerkt, dass man, will man ein guter Gott sein, bei aller Liebe zu seinem Tier die Dörfer nicht vernachlässigen darf, da man sonst nicht ans Ziel kommen wird. Leider ist dieser Teil des Spiels meiner Meinung nach nicht so interessant und spannend wie die Aufzucht der Kreatur. Oft scheint es mir, als hätten es die Entwickler ein wenig übertrieben, da das Spiel phasenweise so komplex ist, dass man schnell den Überblick verliert.
Mir haben ehrlich gesagt nur die ersten beiden Inseln so richtig viel Freude gemacht. Die dritte Insel empfinde ich persönlich als einziges Ärgernis. Die Kreatur des Spielers wird vom gegnerischen Gott gefangengenommen, auf der Insel gefesselt und gequält. Man muss diesen ganzen Akt ohne die Kreatur durchstehen, und das ist wirklich zähe Arbeit. Man muss für jede Menge Glaubenspunkte sorgen, um den Machtbereich bis zum gegnerischen Gott ausweiten zu können. Ein sehr langwieriger und leider auch sehr langweiliger Prozess!
Dennoch ist das Spiel insgesamt recht rasch vorbei, aber ich war durchaus motiviert, noch ein neues Spiel mit einer anderen Kreatur zu beginnen.
Doch ich hätte einen etwas längeren Spielspaß erwartet, denn nach nicht allzu langer Zeit wird es irgendwie langweilig, da helfen auch keine immer neuen Kreaturen. Und als ich mich dann zum zweiten Male über die dritte Insel schleppen sollte, versagte mein Ehrgeiz und ich hörte mit dem Einzelspielermodus auf.
Multiplayermodus:
Ja, Black&White hat auch einen Multiplayermodus. Dieser läuft so ab, dass sich die Spieler auf zwei Seiten aufteilen und dann gemeinsam zu mehreren gegen die gegnerische Fraktion antreten. Man kann sich dann die Aufgaben wunderbar aufteilen. So kann einer die Erziehung der Kreatur in die Hand nehmen, ein anderer kümmert sich um das Dorf und das Wohlergehen der Einwohner und ein Dritter sorgt für die verschiedenen Zauber und für ausreichend Glaubenspunkte.
Allerdings finde ich nicht, dass das Spiel im Multiplayermodus allzu viel Spaß macht, denn all dies kann ich ja auch alleine im Einzelspielermodus machen, und da ist es dann sogar spaßiger, da ich mir nicht reinreden geschweige denn reinpfuschen lassen muss. Den Multiplayermodus hätte man also getrost weglassen können.
***Mein Fazit***
Keine Frage, Black&White ist ein geniales Spiel! Nachdem die Steuerung erlernt wurde, sollte es eigentlich jedem Spaß machen, egal welches Genre er favorisiert, denn Black&White verbindet viele Genres miteinander. Der Aufbaupart gehört natürlich ins Genre Strategie, die Lösung der Quests gleicht einem Adventure und die Aufzucht der Kreatur einem Rollenspiel.
Die Frage ist bloß: Will ich so ein komplexes Spiel? In Black&White stecken soviel Aufwand und soviele gute Ideen, dass es locker für zwei Spiele gereicht hätte. Aber es sollte eben das ganz große Spiel werden, was es ja auch zweifellos geworden ist, aber der Spielspaß lässt aufgrund der Komplexität streckenweise einfach zu wünschen übrig.
***Fazit***
Vor etwa einem halben Jahr ist das Add-On zu Black&White herausgekommen, aber ich habe nicht viel Gutes davon gehört. Die eigene Kreatur darf dort ein Küken aufziehen, auf das der Spieler keinen direkten Einfluss hat. Das klingt soweit ganz interessant, reicht aber natürlich nicht für ein Add-On. Daher haben die Entwickler noch allerlei Mini-Spiele in Form von Quests eingebaut, aber diese Mini-Spiele gibt es auch kostenlos. Aber immerhin sind sie nett zusammengestellt und in die Black&White-Welt eingebettet.
Komischerweise habe ich bis heute nichts von einer Ermäßigung des Spiels gehört, auch eine Version mit Vollversion plus Add-On ist noch nicht aufgetaucht. Sollte dies aber der Fall sein, ist Black&White für alle, die es noch nicht besitzen und interessiert sind, ein Pflichtkauf. Ich kann es euch wirklich nur empfehlen, da ihr hier wirklich viel für euer Geld bekommt.
Dennoch werde ich nur eine 2 geben, da hier Quantität über Spielspass geht.
Ich hoffe, euch hat der Bericht gefallen und ich habe keine Fragen offen gelassen. Sollte dies doch der Fall sein oder irgendetwas anderes nicht stimmen, so könnt ihr mir gerne einen Kommentar schreiben.
cu alired
***Allgemeines***
Ich lese seit langer Zeit schon regelmäßig die PC-Games, dadurch war ich auf dieses Highlight natürlich entsprechend vorbereitet und freute mich riesig darauf. Nachdem das Spiel dann von der PC-Games-Redaktion eine Wertung von 92% erhielt, gab es für mich kein Halten mehr.
Tja, und ich wurde dann auch wirklich nicht enttäuscht. Die Grafik hielt, was im Vorfeld über sie versprochen wurde und die Möglichkeiten des Spielers sind tatsächlich ungemein vielfältig. Ich will euch hier erst einmal das Wichtigste zum Spiel erklären:
***Was ist das für ein Spiel?***
Wie viele sicher schon wissen, spielt man in dem Spiel einen Gott, der auf verschiedenen Inseln dafür sorgt, dass die verschiedenen Dörfer zu ihm beten und zufrieden sind.
Das Errichten und Verwalten von Dörfern geht recht leicht von der Hand. Es ist deutlich simpler als in Spielen wie \"Die Siedler\" oder \"Anno 1602\". Aber das ist ja auch nicht der hauptsächliche Teil des Spiels.
***Die Kreatur***
Das Besondere und Zeitraubendste an Black&White ist das Züchten und Erziehen einer Kreatur. Zu Beginn des Spiels sucht man sich eine Kreatur aus; Tiger, Affe und Kuh stehen zur Auswahl. Im späteren Verlauf des Spiels gibt es mehrere Möglichkeiten, auf andere Kreaturen umzusteigen, die dann die Größe, die Erziehung und das Gelernte der alten Kreatur übernehmen.
Hat man erstmal eine Kreatur ausgewählt, muss man auch schon mit der Erziehung derselbigen anfangen. Man muss der Kreatur beibringen, was sie fressen soll und vor Allem, wie sie mit Menschen umgehen soll. Denn wenn nicht anders erzogen, ist die Kreatur gerne mal dabei, einen Menschen zu verspeisen. Ob man das als Spieler gut findet, bleibt einem selbst überlassen.
Damit die Kreatur auch merkt, was man von ihr will und was genau nicht, kann man zwei verschiedene Dinge tun. Zum einen kann man der Kreatur einfach ein gutes Vorbild sein und vor ihrer Nase die Dinge tun, die man auch von der Kreatur wünscht. Die härtere aber auch deutlich effektivere Methode ist es allerdings, die Kreatur nach dem Prinzip des Belohnens und Bestrafens zu erziehen.
Frisst die Kreatur also einen Menschen, kann man sie direkt danach entweder schlagen oder streicheln. Die \"Intensität\" und Länge dieser \"Handgreiflichkeiten\" bleibt dem Spieler selbst überlassen. Es ist aber auf jeden Fall sehr drollig anzuschauen, wenn man die Kreatur kitzelt oder sie durch Beinewegziehen auf den Boden krachen lässt. Nicht selten weint die Kreatur nach so einer Behandlung.
***Quests***
Einen weiteren großen Anteil am Spiel hat auch die Erfüllung von Quests. Diese werden durch silberne und goldene Schriftrollen dargestellt. Silberne Schriftrollen symbolisieren Quests, die nicht zur Vervollständigung des Aktes notwendig, aber dennoch oft lohnenswert sind. Eigentlich sollte man keine dieser Quests verpassen, auch wenn das Spiel das nicht vorschreibt.
Die goldenen Schriftrollen stehen für Quests, die unbedingt erfüllt werden müssen, da sonst an kein Weiterkommen zu denken ist. Diese Quests treiben auch die gesamte Story voran, während die silbernen Quests oft nur kleine Geschichten am Rande erzählen.
Ich schätze mal, auf jeder der 5 Inseln gibt es durchschnittlich so 15 Quests, manche sind richtig einfach, andere erfordern viel Geschick, Logik und manchmal auch mehrere Schritte zur Lösung.
Die Schriftrollen findet man immer über den entsprechenden Schauplätzen, wenn man die Rolle anklickt, erfährt man, was zu tun ist. Dann sollte man sich auch unbedingt ranhalten, da bei vielen Quests die Zeit drängt, wenn zum Beispiel Menschen vorm Ertrinken zu retten sind.
***Gut oder böse?***
Das Interessanteste an der ganzen Sache aber ist, dass man dir als Gott keine Vorschriften machen kann. Man kann fast alle Quests auf gute und auf böse Weise lösen. Entsprechend fällt dann auch die meist sehr lukrative Belohnung aus, so erhält man als \"guter Gott\" einen Heilzauber, während man als \"böser Gott\" einen Blitzzauber erhält, der sich herrlich eignet, um für Schrecken zu sorgen.
Wie gesagt, ob man ein guter oder ein böser Gott wird, bleibt ganz einem selbst überlassen. Man hat zwei Berater mit Namen Yin und Yang, die sich ständig zanken und dir Ratschläge erteilen, wie der Quest oder irgendwas anderes auf gute und wie er auf schlechte Weise gelöst werden kann.
Natürlich entwickelt sich auch die Kreatur entsprechend dem Verhalten, das man an den Tag legt. Aber die Kreatur ist nicht das einzige Zeugnis deiner Boshaftigkeit oder Gnade, auch die Hand, mit der man alles steuert, entwickelt sich dementsprechend. Eine \"gute\" Hand ist glatt und hell, während die eines bösen Gotts zerfurcht und dunkelrot ist.
***Steuerung***
Mit dieser Hand, die als Mauszeiger fungiert, steuert man das ganze Spiel. So zieht man sich durch Drücken der Maustaste mit Hilfe der Hand über die Karte von einem Ort zum andern. Man kann außerdem mit fast allen Dingen interagieren, zum Beispiel mit Steinen oder Kühen. Als böser Gott eignet sich beides hervorragend, um es durch die Gegend zu schmeissen und somit für Verwüstung zu sorgen.
Wenn man also irgendeinen Gegenstand ergreifen will, klickt man mit der Maus auf ihn und hält ihn dann durch Gedrückthalten derselbigen fest. Nun kann man ihn friedlich irgendwo absetzen oder ihn durch die Gegend schmeissen. Dazu muss man mit der gesamten Maus einen Schwung in die gewünschte Richtung ausüben und im richtigen Moment die Maustatse loslassen. Dies erfordert etwas Übung, aber nach einiger Zeit gewöhnt man sich daran.
***Zauber***
Eine weitere Besonderheit von Black&White ist die Aktivierung der verschiedenen Zauber, die man als Gott so zur Verfügung hat. So hat jeder Zauberspruch sein eigenes Zeichen, welches der Spieler dann mit der Maus in die Landschaft zeichenen muss. Auch dies erfordert etwas Geschick und Übung, aber wenn man es dann einmal geschafft hat, wird die Freude durch das rote Aufleuchten des gemalten Zeichens noch größer. Der Zauberspruch \"klebt\" nach der Aktivierung quasi am Mauszeiger und kann per Tastendruck losgelassen werden.
***Glauben***
Diese Zauber sind ein sehr probates Mittel, den Glauben der Untertanen zu stärken. Denn dieser ist wichtig, damit ein Dorf dir überhaupt gehorcht. Man kann auch fremde Dörfer einnehmen, indem man den Glauben der Einwohner gewinnt. Fährt man mit der Maus über das Dorfzentrum des fremden Dorfes, so sieht man die Anzahl an Glaubenspunkten, die es noch braucht, bis das Dorf zu dir betet.
Wann immer man als Gott auf sich aufmerksam macht und Menschen dabei sind, erhält man eine bestimmte Anzahl an Glaubenspunkten, die direkt nach dem \"Wunder\" über den Köpfen der Beeindruckten aufsteigen. Man kann natürlich mindestens genauso gut als böser Gott Glauben gewinnen, beispielsweise indem man einen Menschen durch die gegend wirft oder ein Haus abfackelt.
Die Grafik:
Die Grafik von Black&White ist einzigartig! In keinem anderen Spiel habe ich es erlebt, dass man eine riesige Fläche aus großer Entfernung sehen kann und im nächsten Moment so nah ins Geschehen zoomen kann, dass man die Nasen der einzelnen Menschen erkennt. Die Kreatur, die Menschen und die Landschaften sind zwar eigenwillig, aber sehr zweckmäßig dargestellt.
Meine Meinung:
So, nachdem ich euch das Spiel jetzt ausführlich veranschaulicht habe, möchte ich euch nun noch rasch von meinen Eindrücken zu dem Spiel berichten.
Gerade am Anfang ist man von der wunderbaren und riesigen Spielewelt begeistert.
Man hat durch die Steuerung und durch die schwebende Kameraführung tatsächlich das Gefühl, nicht nur über den Dingen zu stehen, wie das in jedem Strategiespiel ist, sondern man gewinnt auch den Eindruck, man könne über die jeweilige Insel hinwegfliegen.
Wenn man die Steuerung halbwegs beherrscht, kann man sich mit eleganten Schwüngen über das Land bewegen, während man gleichzeitig nah heran und dann wieder wegzoomt.
Aber auch das Gameplay ist sicherlich einzigartig und zieht einen schon nach wenigen Minuten in seinen Bann. So etwas wie die Aufzucht der Kreatur gab es so noch nie in einem PC-Spiel, das längst ins Abseits geratene Tamagotchi kommt diesem Teil des Spiels noch am Nähesten.
Meine Erfahrungen:
Aber ich habe gemerkt, dass man, will man ein guter Gott sein, bei aller Liebe zu seinem Tier die Dörfer nicht vernachlässigen darf, da man sonst nicht ans Ziel kommen wird. Leider ist dieser Teil des Spiels meiner Meinung nach nicht so interessant und spannend wie die Aufzucht der Kreatur. Oft scheint es mir, als hätten es die Entwickler ein wenig übertrieben, da das Spiel phasenweise so komplex ist, dass man schnell den Überblick verliert.
Mir haben ehrlich gesagt nur die ersten beiden Inseln so richtig viel Freude gemacht. Die dritte Insel empfinde ich persönlich als einziges Ärgernis. Die Kreatur des Spielers wird vom gegnerischen Gott gefangengenommen, auf der Insel gefesselt und gequält. Man muss diesen ganzen Akt ohne die Kreatur durchstehen, und das ist wirklich zähe Arbeit. Man muss für jede Menge Glaubenspunkte sorgen, um den Machtbereich bis zum gegnerischen Gott ausweiten zu können. Ein sehr langwieriger und leider auch sehr langweiliger Prozess!
Dennoch ist das Spiel insgesamt recht rasch vorbei, aber ich war durchaus motiviert, noch ein neues Spiel mit einer anderen Kreatur zu beginnen.
Doch ich hätte einen etwas längeren Spielspaß erwartet, denn nach nicht allzu langer Zeit wird es irgendwie langweilig, da helfen auch keine immer neuen Kreaturen. Und als ich mich dann zum zweiten Male über die dritte Insel schleppen sollte, versagte mein Ehrgeiz und ich hörte mit dem Einzelspielermodus auf.
Multiplayermodus:
Ja, Black&White hat auch einen Multiplayermodus. Dieser läuft so ab, dass sich die Spieler auf zwei Seiten aufteilen und dann gemeinsam zu mehreren gegen die gegnerische Fraktion antreten. Man kann sich dann die Aufgaben wunderbar aufteilen. So kann einer die Erziehung der Kreatur in die Hand nehmen, ein anderer kümmert sich um das Dorf und das Wohlergehen der Einwohner und ein Dritter sorgt für die verschiedenen Zauber und für ausreichend Glaubenspunkte.
Allerdings finde ich nicht, dass das Spiel im Multiplayermodus allzu viel Spaß macht, denn all dies kann ich ja auch alleine im Einzelspielermodus machen, und da ist es dann sogar spaßiger, da ich mir nicht reinreden geschweige denn reinpfuschen lassen muss. Den Multiplayermodus hätte man also getrost weglassen können.
***Mein Fazit***
Keine Frage, Black&White ist ein geniales Spiel! Nachdem die Steuerung erlernt wurde, sollte es eigentlich jedem Spaß machen, egal welches Genre er favorisiert, denn Black&White verbindet viele Genres miteinander. Der Aufbaupart gehört natürlich ins Genre Strategie, die Lösung der Quests gleicht einem Adventure und die Aufzucht der Kreatur einem Rollenspiel.
Die Frage ist bloß: Will ich so ein komplexes Spiel? In Black&White stecken soviel Aufwand und soviele gute Ideen, dass es locker für zwei Spiele gereicht hätte. Aber es sollte eben das ganz große Spiel werden, was es ja auch zweifellos geworden ist, aber der Spielspaß lässt aufgrund der Komplexität streckenweise einfach zu wünschen übrig.
***Fazit***
Vor etwa einem halben Jahr ist das Add-On zu Black&White herausgekommen, aber ich habe nicht viel Gutes davon gehört. Die eigene Kreatur darf dort ein Küken aufziehen, auf das der Spieler keinen direkten Einfluss hat. Das klingt soweit ganz interessant, reicht aber natürlich nicht für ein Add-On. Daher haben die Entwickler noch allerlei Mini-Spiele in Form von Quests eingebaut, aber diese Mini-Spiele gibt es auch kostenlos. Aber immerhin sind sie nett zusammengestellt und in die Black&White-Welt eingebettet.
Komischerweise habe ich bis heute nichts von einer Ermäßigung des Spiels gehört, auch eine Version mit Vollversion plus Add-On ist noch nicht aufgetaucht. Sollte dies aber der Fall sein, ist Black&White für alle, die es noch nicht besitzen und interessiert sind, ein Pflichtkauf. Ich kann es euch wirklich nur empfehlen, da ihr hier wirklich viel für euer Geld bekommt.
Dennoch werde ich nur eine 2 geben, da hier Quantität über Spielspass geht.
Ich hoffe, euch hat der Bericht gefallen und ich habe keine Fragen offen gelassen. Sollte dies doch der Fall sein oder irgendetwas anderes nicht stimmen, so könnt ihr mir gerne einen Kommentar schreiben.
cu alired
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