Blade II (DVD) Testbericht

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ab 82,82
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  durchschnittlich
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von twicyah

Vampire im MTV Zeitalter

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es gibt bestimmte Filme und Serien, die schnell Kult werden. Oft ist dafür allerdings weniger der Inhalt des entsprechenden Mediums, als vor allem der hohe Gewaltgehalt verantwortlich.
Der Quentin Tarantino Film "From Dusk Til Dawn";, die berühmt berüchtigte „Gesichter des Todes“ Dokumentationsreihe oder die Webseite rotten.com sind nur einige Beispiele bei denen einem zuerst die nicht vorhandene Blutarmut auffällt.

Auch Blade war so ein Film. Sowohl in der Videoversion als auch im Fernsehen war der Film brutal zusammengeschnitten, damit man keine Zens... äh Indizierung durch die BJPS zu fürchten hatte. Wer die Original Version gesehen hat, weiß warum. Dennoch war Blade mehr als ein stupides Blutgemetzel. Die außergewöhnliche moderne Vampirgeschichte, die hervorragenden Darsteller und vor allem die Unkonventionalität im Aufbau machten den Film zu einem großen Erfolg. Kein Wunder also, dass es einen Nachfolger geben würde.

Der Mythos des Vampirs oder Wiedergängers hat die Menschen schon immer fasziniert. In Blade finden wir eine Übertragung der klassischen Ideologie in die Moderne. Neben der Welt der Menschen existiert für uns im Verborgenen auch eine ganz andere Vampirwelt. Die beiden Rassen könnten eigentlich im Einverständnis leben, wenn da nicht eines wäre: Die Gier der Vampire auf das Blut der Menschen. Natürlich ist das für die Menschen alles andere als positiv, aber immerhin haben sie einen Helfer in der Not: Blade

Dieser ist zur Hälfte Vampir und zur anderen Hälfte menschlich. Er besitzt die Stärke, die Heilkräfte und noch einige andere nette Vorteile eines Vampirs ist jedoch gegenüber dem für Vampire tödlichen Sonnenlicht immun. Von seinen Feinden wird er deshalb respektvoll „Daywalker“ (warum hat man das nicht ins Deutsche übersetzt ?) genannt. Seit ihn der Tüftler Whistler aufgelesen hat und er dank eines speziellen Serums nicht mehr auf Blutzufuhr angewiesen ist, führt er einen erbitterten Krieg gegen die Vampire. Mittlerweile ist Blade zu der größten Bedrohung geworden der die Vampirwelt gegenübersteht. Bis jetzt zumindest.....

Denn am Anfang des Filmes ändert sich das. Wir befinden uns in Prag in einer sogenannten „Blutbank“, die den Vampiren zur legalen Blutbeschaffung gilt. Wir sehen wie ein anscheinend Obdachloser getötet werden soll, da er eine bisher unbekannte Blutgruppe besitzt. Als nächstes erleben wir dann allerdings wie der vermeintlich schwache Obdachlose eine Gruppe von Vampiren gnadenlos niedermetzelt. Spätestens hier sollte einem klar sein, warum dieser Film eine Altersempfehlung von 18 Jahren erhalten hat. Mit einer Nahaufnahme des blutverschmierten Gesichts des Mörders endet die Szene.....

Blade indessen ist derweil auf der Suche nach seinem alten Freund Whistler, der im ersten Teil in einen Vampir verwandelt wurde. Nach diversen Schießerein und dem Einsatz seines langen Schwertes gelingt ihm dies dann auch. Er schafft Whistler heim und verabreicht auch ihm das Serum. Wenig später bekommen er, Whistler und sein weiterer Kampfgefährte Scud dann unerwarteten Besuch.

Eine Gruppe Vampire- das sogenannte Bloodpack- bittet ihn um Hilfe, da nun eine größere Gefahr für die Vampire als Blade aufgetaucht ist. Die bösartigen „Reaper“ gefährden beide Rassen sowohl Menschen als auch Vampire in ihrem Bestehen. Widerwillig gibt es ein Bündnis zwischen Blade und dem Bloodpack, dass nur noch brisanter wird, da das Bloodpack eigentlich dafür aufgestellt war Blade zu töten.

Ab hier geht die Geschichte dann bis zum Ende noch sehr überraschend weiter. Es erwartet einem u.a. noch: Ein Verräter im Umfeld von Blade, ein falsches Spiel des Vampirprinzen und ungefähr um die 300 Vampire, die noch ihr Leben verlieren werden.......

Die eigentliche Grundidee von Blade 2 verhindert, dass der Film die Klasse seines Vorgängers erreicht, denn der Film ist aus meiner Sicht etwas zu bombastisch und etwas zu überdreht geraten. Versteht mich nicht falsch, ich fand den Film insgesamt hervorragend, nur fehlte irgendwie dieser zündende Funke des ersten Teils. Der Hauptbösewicht ist diesmal bei weitem nicht so schillernd wie im ersten Teil und die Kiefer der Reaper sehen aus wie die eines Aliens und die Geräusche der Reaper erinnern ebenfalls sehr stark an sie. Dadurch rutscht Blade teilweise bereits arg tief in das Horror Genre hinein und verliert etwas den Realitätsanspruch, der im ersten Teil oft den Reiz ausmachte, da dort oft ein Zwiespalt auf realer und irrealer Welt eingesetzt wurde.

Die Schauspieler haben alle eine mehr als ordentliche Arbeit abgeliefert. Allen voran natürlich Wesley Snipes, der die Rolle des Blade nahezu verinnerlicht hat. Die Hälfte seiner Arbeit besteht aus den hervorragenden Kampfszenen im Film bei denen er nicht wie ein Fremdkörper wirkt, sondern anscheinend wirklich einiges an Martial Arts Verständnis besitzt. Natürlich ist sein Charakter die unangefochtene Hauptfigur. Um Blade zentralisiert sich die ganze Geschichte. Diesmal wurden seinem Charakter auch mehr Emotionen und Gefühle gegönnt, die der Geschichte merklich gut tun. Dennoch ist Blade natürlich nach wie vor zuerst der gefühlskalte Held, aber sein ganzes Auftreten wirkt diesmal besser begründet. Ebenfalls gut gefallen hat mir die Darstellung Leonor Varela als Nyssa der Tochter des Obervampirs. Ihr Charakter tritt auch oft als Gegenpart zu Blade auf. Weniger begeisternd hingegen war ich vom Charakter Skip(Norman Reeman). Die Autoren haben den Charakter aus meiner Sicht zu wenig Freiraum gegeben und lassen ihn vielfach nur als Stichwortgeber auftauchen. Und auch das oben erwähnte Bloodpack – mit Ausnahme von Nyssa- dient eher der Fütterung der Reapers.

Am Besten im ganzen Film haben mir natürlich die Kampfszenen gefallen. Wenn Blade mit einer harten Technomusik im Hintergrund gegen seine Gegner antritt ist das Stichwort „Action“ eine Untertreibung. Vielfach fühlt man sich an Matrix erinnert nur das dort nicht soviel Blut floss. Manche sehen wahrscheinlich einen Kritikpunkt darin, dass hier Blut und Gewalt bewusst als Mittel zur Unterhaltung eingesetzt werden. Ich habe damit keine Skrupel und ich fand es sehr gut inszeniert und passend und nicht übertrieben. Die Stimmung im gesamten Film ist reichlich düster, dennoch könnte ich mir zwischendrin ein Lachen nicht verkneifen. Die Szene wo der Obervampir in sein Blutbad steigt oder die Autopsie des Reapers sind einfach nur göttlich. Hier wird die Grenze zum Kitsch bewusst kurz überschritten. Aber es gibt auch durchaus Momente im Film ,wie in der Vampirdisko, welche den Zuschauer eher abstoßen und ängstigen. Das Ende des Filmes schafft es tatsächlich noch einmal zu überraschen und wirkt auch sehr logisch, was man nicht von vielen Endsequenzen im Horror Genre behaupten kann. Insgesamt also eine gute Mischung und auch ein sehr guter Film.

Das haben die Zuschauer anscheinend bisher ähnlich gesehen. Blade 3 wird garantiert kommen.

© Christoph Metzler