Blaupunkt Woodstock DAB52 Testbericht

Blaupunkt-woodstock-dab52
ab 47,14
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Summe aller Bewertungen
  • Ausstattung:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut
  • Installation:  einfach

Erfahrungsbericht von anonym

Allround-Talent mit Macken

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Anfang August 2002 habe ich mir einen Wechsel des Autoradios überlegt. Da ich dienstlich sehr viel mit dem Auto fahre und mich der serienmäßige Dudelkasten mit Kassettenabspieler sowieso schon lange genervt hat, habe ich mich auf dem Autoradiomarkt umgeschaut und kam ziemlich schnell beim aktuellen 'Alles-drin'-Einsteiger-Radio von Blaupunkt an: dem 'Woodstock DAB 52'.

Denn wichtig war mir neben einem guten Radio die Möglichkeit, auch CD's abzuspielen. Somit kam mir das 'Woodstock' schon ganz recht, da es zudem auch noch MP3-Dateien (auf CD oder MMC-Speicherkarte), DAB (Digitales Radio) und einige externe AUX-Quellen (z.B. CD-Wechsler) wiedergeben kann. Ein Allround-Talent für wenig Geld also...nunja, mal schauen.

Das einzige, was mich schon bei der Suche nach einem Radio gestört hat, war das abnehmbare Display. Es mag ja eine tolle Sicherheit vor Diebstahl bieten, doch es nervt teilweise ganz schön, immer so einen Klotz mich sich herumtragen zu müssen. Nur bei teureren Modellen bietet Blaupunkt z.B. ein KeyCard-System an, was aber nicht in Frage kam für mich (eben aufgrund des Preises).

ERSTER EINDRUCK
Tja, schlichter geht's nun bald nicht mehr. Ein schnöder Karton, eine mittelmäßige Anleitung, ein Plastik-Etui für das Bedienteil (und ich meine wirklich Plastik) und ein wenig Zubehör (z.B. Rausziehbügel) - für mehr hat es nicht gereicht. Nunja, mehr Firlefanz kostet wohl auch wieder reichlich Aufpreis, wie z.B. die optionale Fernbedienung.

ZWEITER EINDRUCK
Das Hauptgerät an sich (also das, was man später in den Radioschacht schiebt) macht einen Eindruck wie jedes andere Radio auch: Blechkiste, robust, schwer, eckig...was soll es da auch anderes geben!? Auf der Rückseite findet man dann die nötige Verbindung zur Außenwelt - eine genormte Buchse für ISO-Stecker (glücklicherweise) und die beiden Antennenbuchsen für Radio und DAB.

KNÖPFE UND MEHR
Das Bedienteil scheint gut verarbeitet zu sein. Die Tasten sitzen fest in ihren Positionen und klappern nicht gleich los bei der ersten Bewegung, die silbernen Knöpfe und die dunkle Schrift bieten einen guten Kontrast und sind gut ablesbar. Zudem ist die Schrift leicht eingeprägt und wird sicherlich auch nicht nach längerem Herumtippen 'verbleichen' (da hat mal einer mitgedacht). Der Druckpunkt ist gut auszumachen - ein guter Kontrast zu den schwammigen Gummi-Gnubbeln anderer Radios.

IM BETRIEB
Der Einbau ist leicht, wenn das eigene Auto schon über einen ISO-Stecker (plus den passenden Antennenstecker) verfügt. Altes Radio raus, neues rein, fertig (so zumindest bei mir). Ansonsten muß man sein technisches Geschick antesten, die Anleitung nehmen und sich selber etwas zusammenbasteln. Ggf. mal im Zubehörladen nach Adaptern fragen.

BEDIENTEIL
Tja, und schon zeigen sich die ersten 'Macken'. Das dreifarbige Display (rot, blau, sowas-ähnliches-wie-weiß) zeigt zwar alle Funktionen in ausreichender Größe an und ist auch nicht zu überladen, doch mangels einer Möglichkeit den Kontrast einzustellen sind gerade am Tage die Elemente in rot kaum zu erkennen (sind zum Glück nur wenige). Wenn das Radio richtig angeschlossen wurde (und das Auto diese Möglichkeit anbietet), läßt sich die Helligkeit über den autoeigenen Regler der Armaturenbeleuchtung regulieren.

RADIOBETRIEB (NICHT DAB)
Auch wenn es im Radio (meiner Meinung nach) viel zu viel Schrott gibt, kommt man manchmal nicht drumherum, auch dafür seine Lauscher aufzusperren. Und gerade hier hat das 'Woodstock' Speicherplatz für 20 Sender (fünf direkte Tasten und dann halt mit umschalten zum nächsten Block) - das sollte ausreichen. Ansonsten sind alle Standardeigenschaften wie Funktionen für Verkehrsnachrichten, Empfängsstärke, etc. vorhanden. Nichts außergewöhnliches.

Auch ein Anscannen von Sendern ist möglich, wenn man auf der Suche nach Abwechslung ist und gerade nicht die Hände für eine ausgiebige Suche vom Lenkrad nehmen möchte. Leider kann man die Verkehrsnachrichten-Taste im Eifer des Gefechts für die sechste Sendertaste halten und in Verbindung mit dem dazugehörigen roten Symbol (siehe zwei Absätze vorher) muß man nun erstmal rausfinden, ob es an- oder ausgeschaltet ist.

Ein weiterer Wermutstropfen ist der RDS-Betrieb, wo immer der empfangsstärkste Sender ausgewählt wird. Bei vielen Sendern ist es bei mir so, daß während eines Stillstands (Ampel, Stau, etc.) alle paar Sekunden für einen Bruchteil einer Sekunde die Übertragung unterbrochen wird. Während der Fahrt (oder nach dem Ausschalten des RDS) ist es dann verschwunden. Vielleicht liegt es am Auto oder eben doch am Radio. Würde mich freuen, wenn sich vielleicht jemand in dieser Hinsicht bei mir melden könnte, wenn er/sie den gleichen Fehler entdeckt.

DAB-BETRIEB
Nun wollte ich auch mal DAB ausprobieren, doch aufgrund der mageren Senderausbeute (kaum welche im Norden Deutschlands, einige mehr im Süden), der entstehenden Zusatzkosten für eine weitere DAB-fähige Antenne (habe ich erst NACH dem Kauf des Radios erfahren) und dem daraus resultierenden Umbaukrams (das wollte ich meinem Dienstwagen nun doch nicht antun), habe ich darauf verzichtet. Funktionsmäßig soll es mit dem normalen Radiobetrieb vergleichbar sein. Vielleicht rüste ich es ja mal nach, doch im Moment gibt es keinen Grund dafür.

CD/MP3-Betrieb
Jetzt zum eigentlichen Schmankerl...gerade deswegen habe ich mir ja das Radio gekauft. :-) Hinter dem umgeklappten Bedienteil befindet sich der Aufnahmeschacht für eine normale Musik-CD bzw. die selbstgebrannte MP3-CD. Bedienteil runterklappen, CD einlegen, Bedienteil zurückklappen und schon liest das Radio das Scheibchen.

Zugegebenermaßen halte ich nicht viel von der MP3-Kopiererei im Internet, doch um seine heimischen CD's selbst zusammenzustellen und auf EINE CD zu bannen, ist MP3 im Moment der Stand aller Dinge. Und da das 'Woodstock' sogar ID3-Tags lesen kann (das sind diese Infos innerhalb der MP3-Dateien, wo dann der Songname und der Interpret stehen), werden mir diese in der Reihenfolge Ordner/Interpret/Titel dementsprechend angezeigt, sobald ein Song startet.

Innerhalb der Songs kann man navigieren wie auf dem Computer auch. Hat man z.B. für jeden Interpreten einen Ordner, kann man zwischen diesen hin- und herspringen und sich später IN diesem Ordner bewegen. Leider wird beim Anwählen der Ordner nur die logische Verzeichnisnummer angezeigt, also D01, D02, D03 usw. (D = Directory). Erst beim Anspielen des Titels erscheint auch der Ordnername.

Achja, probiert lieber keine CD's mit Überlange aus. Nach 74 Minuten Standardlänge ist hier nunmal Schluß, sonst wird das Laufwerk es euch mit Aussetzern und bösem 'Klack-Klack-Klack' heimzahlen.

MMC-Betrieb
Genauso wie man hinter dem Bedienteil die CD einlegen kann, befindet sich dort der Aufnahmeschacht für MMC-Speicherkarten (nur erreichbar nach dem kompletten Abnehmen des Bedienteils). Von der Bedienung her bleibt es so wie im CD/MP3-Betrieb, nur daß man nun nicht mehr CDs brennen (und später wegschmeißen) muß, sondern jederzeit den Inhalt der Speicherkarte am heimischen PC ändern kann. Zudem sollen sich DAB-Sendungen auf MMC-Speicherkarten direkt am Radio aufnehmen lassen.

Als Kaufentscheidung sollte dieser MMC-Slot jedoch nicht dienen. 128MB-Karten kosten im Moment 115 €, man hat dabei nur ein Fünftel des Speicherplatzes einer CD und der Schreibvorgang dauert ewig. Habe mir extra ein USB-Lese/Schreibgerät dafür gekauft, doch schon das Beschreiben einer 32MB-Karte benötigt viel Geduld und Zeit. Ein bis zwei Minuten sind da gar nix. Solange es keine Alternative gibt (512MB-Karten für 20€ oder sowas), würde ich das nur als Notlösung ansehen.

Es lohnt sich somit nur für diejenigen, die MMC-Karten schon intensiv nutzen und nicht auf etwas neues umsteigen wollen. Das Weiternutzen stellt somit kein Problem dar.

Unabhängig davon, ob nun eine normale Musik-CD, eine MP3-CD oder die MMC abgespielt wird, gibt es noch Funktionen für das Anscannen, Pausieren, Mixen und Wiederholen der Titel.

EQUALIZER/KLANGEINSTELLUNGEN
Als zusätzliches Extra hat Blaupunkt dem 'Woodstock' neben dem grafisch gestalteten Menü für normale Klangeinstellungen (Bass, Mitten, Höhen) noch einen vollkonfigurierbaren Equalizer verpaßt. Nun bin ich noch nie ein Freund von diesen Dingern gewesen - Bass, Mitten und Höhen sollten eigentlich ausreichen zum Nachkorrigieren. Doch wer möchte kann zwischen einigen voreingestellten Kategorien wählen (Jazz, Classic, Techno, Rock, Pop, Speech) oder selber an den Frequenzen herumspielen. Habe es ausprobiert und lasse ihn nun komplett aus - die Musik klingt dadurch nur verfälscht.

KLANG
Zu dem wohl wichtigsten Punkt traue ich mich nur vorsichtig ran, weil dieser letztendlich von den angeschlossenen Lautsprechern abhängt. Ich kann im Moment nur von den Serienlautsprechern in der A-Klasse von Mercedes sprechen, doch dort holt das Radio das Beste raus, was möglich ist. Ich denke mal, wer dem Radio gute Lautsprecher schenkt, wird klanglich gesehen seine reine Freude haben und keine Abstriche machen müssen.

WEITERE FUNKTIONEN
Viel aufsehenerregendes gibt es nicht mehr. Alle Einstellungen (und davon gibt es nicht allzuviele) sind bequem über ein Hoch/Runter/An/Aus-Menü wählbar, die Tasten prägen sich schnell ein und nach kurzer Zeit ist man Herr der Lage und kann das Radio im Schlaf bedienen. So bin ich es von Blaupunkt-Radios gewohnt.

KRITIK
Nunja, die materielle Verarbeitung ist gut, doch die Fehler stecken im Detail. Schon die etwas schlechteren Displayanzeigen am Tag sprechen für manche sicherlich gegen einen Kauf. Zudem ist das hochglanzpolierte Display sehr kratzanfällig und auch das Etui hätte man innen ruhig polstern können. Nicht zu vergessen, daß das ganze Gerät (gerade bei CD-Wiedergabe) extrem heiß wird. Da helfen auch nicht die hohe Ausgangsleistung (4x 45 Watt), die Pre-Amp-Out-Ausgänge oder die Möglichkeit des Anschlusses von externen CD-Wechslern und anderen Audioquellen (AUX), um das auszubügeln.

FAZIT
Blaupunkt ist mit dem 'Woodstock DAB 52' sicherlich kein Glückswurf gelungen. Klar, es erfüllt seinen Dienst und ich persönlich werde es auch weiternutzen, doch vollgepackt mit moderner Technik erstrahlt dieser Stern am Radiohimmel in ziemlichen Nebel. Wer auf günstige Weise viele Anschluß- und Wiedergabemöglichkeiten sucht (CD, MP3, MMC, DAB, AUX) und nicht viel Wert legt auf ausufernden Schnickschnack (abgesehen vom Equalizer), hat sicherlich seine Freude am 'Woodstock'. Die anderen müßten sich jedoch nach Alternativen umschauen.

BEWERTUNG
Aufgrund des schlechten Displays und der Aussetzer beim RDS gibt es nur ein 'gut'. Die vielen Anschluß- und Abspielmöglichkeiten bügeln ein 'mittelmäßig' aus.

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