Blueberry und der Fluch der Dämonen (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 02/2010
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Erfahrungsbericht von t_durden
Psychotrip im Wilden Westen
Pro:
optisch bombastisch, Vincent Cassel, mal was anderes
Kontra:
nicht ganz perfekt, eben ein europäischer Western
Empfehlung:
Ja
Auf einen Psychtrip der besonderen Art schickt uns Dobermann Regisseur Jan Kounen mit Blueberry und hätte fast schon das Westengenre neu erfunden.
Mich wundert es, dass noch niemand etwas zu dem Film Blueberry geschrieben hat. Immerhin ist er bei unseren Nachbarn schon seit Anfang des Jahres (genauer seit Anfang Februar) in den Kinos…
Inhalt
--------------
Story
Kritik
Datenblatt
:: Story ::
Blueberry entstand nach der Vorlage der in Frankreich sehr populären und erfolgreichen gleichnamigen Comicbuch Reihe. Blueberry. So heißt auch der Hauptcharakter, ein Ex-Kavallerie Offizier der jetzt als US Marshall in dem kleinen Kaff Palomito seinen Dienst verrichtet. Seinen Lebenswillen und den Glauben an die Liebe hat er schon vor Jahren aufgegeben und eigentlich fühlt er sich auch unter „Weißen“ überhaupt nicht wohl. Ihn zieht es mehr zu den Indianern.
Eines Tages kommt Wally Blount in die Stadt – der Mann der Blueberrys Leben ruiniert und zu dem gemacht hat was es heute ist. Blount tötete Blueberrys Freundin und zieht nun eine Blutspur durch das Land auf der Suche nach einer legendären Goldmiene im heiligen Indianergebiet. Allerdings ist er damit nicht alleine denn noch mehr sind auf der Suche nach dem großen Schatz. Grund genug für Blueberry Blount zu folgen, das schlimmste zu verhindern und ein für alle mal Rache zu üben…
:: Kritik ::
Blueberry ist ein extrem zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es ein typisch französischer Film und diese sind zumindest hierzulande eher ungeliebt. Das liegt an der Art wie die Franzosen an Filme rangehen, andererseits aber bietet Blueberry eine Optik die ihresgleichen sucht und wenn die Story nicht einige Mankos hätte, sogar das Westerngenre hätte neu aufleben lassen können.
Wie schon gesagt basiert der Film recht lose auf den Blueberyy Comics die einst von Chalier und Giraud geschaffen wurden. Universelles Hauptthema des Films ist aber die Suche nach dem Schatz und ganz simpel Rache. Blueberry versucht dabei immer wieder zu betonen, dass es sich um einen echten Western handelt und so dürfen die typischen Klischees wie das Städtchen mit nur einer Straße oder das berühmte Pistolenduell genauso wenig fehlen wie berittene Kämpfe zwischen Indianern und Cowboys. Regisseur Jan Kounen war dabei sicherlich bewusst, dass er als Franzose in Europa keinen wirklich Western drehen kann und das seine Mittel limitiert sind und so übertreibt er es schon mit der Eröffnungssequenz. Keine Frage die großartigen Landschaftsaufnahmen sind sehenswert, aber zum wiederholten male verlieren auch sie an Kraft und Wirkung und beginnen den Zuschauer zu langweilen. Zumal Blueberry kein wirklicher Western ist – dazu fehlt es schon dem Hauptcharakter, gespielt vom französischen Superstar Vincent Cassel an der klassischen Westerneinstellung. Blueberry ist mehr Rothaut als Weißer und so beginnt der Film zwar klassisch mit den typischen Westernelementen, wechselt aber schnell sein Gesicht und wird zu einem spirituellen Trip in die Gedanken- und Geisterwelt der Indianer. Im Grunde ist Blueberry also „Pro“ Indianer, aber im Gegensatz zu den Hollywoodstreifen wird auf die Postkartenidylle zu Gunsten einer ernsten, wenn auch übertriebenen Story, verzichtet. Ich möchte nicht so weit gehen und sagen das die Westernklischees nur dazu dienten die spirituelle Reise Blueberrys vorzubereiten, aber dennoch wird hier ein Gegensatz deutlich und es ist interessant zu sehen wie Kounen den Wechsel zur anderen Seite vollzogen hat ohne den Zuschauer vor den Kopf zu stoßen.
Zumal Jan Kounen sehr schön diese Klischees am Ende wieder aufgreift und ganz klar sagt das es eben nicht so gewesen ist das zum Beispiel sich einfach zwei Männer in eine Straße gestellt haben und aufeinander schossen. Vielmehr begann der Kampf schon viel früher in den Köpfen der beiden auf einer spirituellen Ebene und so wie es uns schon die Japaner vor tausenden von Jahren lehrten wird ein Großteil des Kampfes eben nicht auf dem Schlachtfeld, sondern viel früher im Geiste ausgetragen.
Trotzdem will Blueberry nicht ganz überzeugen, was sicherlich nicht an der Vielzahl großer Hollywood Stars liegt die Jan Kounen vor die Kamera gezogen hat (der übrigens für den kontroversen Film Dobermann verantwortlich ist). So sind in Nebenrollen unter anderem Juliette Lewis (bekannt aus zum Beispiel Kalifornia oder Oliver Stones kontroversem Film Natural Born Killers) und Dennis Hopper. Beide machen ihre Sache gut und gerade Lewis kommt am Ende noch zu etwas kontroversen Ruhm. Dazu möchte ich aber jetzt nichts sagen, das soll schon jeder selbst sehen ;).
Hauptdarsteller ist aber mit Sicherheit Vincent Cassel alias Blueberry, der zwar keine Chance bekommt sein Können auch nur im Entferntesten zu zeigen, da der Film einfach zu wenig Spielraum bietet, aber dennoch überzeugen kann. Das mag an seiner unglaublichen Ausstrahlung liegen die einen einfach fesseln kann. Bewiesen hat er das schon zur genüge in zum Beispiel „Brotherhood of the Wolves“ oder eben „Dobermann“.
Das mag auch einer der Knackpunkte von Blueberry sein. Regisseur Kounen hat es in meinen Augen nicht wirklich geschafft die Charaktere zu entwickeln, sie bleiben flach und eine Identifikation fällt schwer.
Cinematografisch dagegen ist der Film ein wahrer Leckerbissen. Zwar übertreibt es Kounen wie ich schon einmal geschrieben habe an bestimmten Stellen etwas, dennoch wirkt der ganze Film eine von A bis Z durchgestylt und sieht verdammt gut aus. An jeder Ecke wird der Zuschauer mit aufwendigen Kamerafahrten und CGI Effekten bombardiert und es fällt einem schwer sich nicht irgendwann gehen zu lassen und einfach mit dem spirituellen Unterton des Films mitzugleiten. Zwar mag der eine oder andere am Ende des Films mit dem Gefühl aus dem Kino gehen „was habe ich da jetzt geschaut“, denn im Gegensatz zu dem üblichen Western fehlt der große Showdown. Stattdessen tritt man in die Gedanken Blueberrys ein und erlebt was er auf einer anderen Ebene, nicht mehr im hier und jetzt, erlebt, aber das stört nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil, ich persönlich fand es sogar ganz interessant mal einen etwas anderen Western zu sehen, denn bisher war ich nicht gerade ein Fan der Spagetti-Western oder von den klassischen Hollywoodstreifen. Das ganze hat sich aber etwas geändert, denn dank der modernen Technik wirken selbst die simpelsten Pistolenfights so etwas von gut und gar nicht anfangen möchte ich von der absolut genialen Kampfsequenz zu Pferd zwischen Indianern und Cowboys – denn dann höre ich überhaupt nicht mehr auf zu schwärmen. Auf einen Punkt gebracht hat mir Blueberry optisch extrem gut gefallen, auch wenn die CGI Effekte nicht so ganz in den Film zu passen scheinen.
Ich finde Blueberry gelungen, er macht Spaß, unterhält und ist mal etwas anderes. Wer sich also auf einen optisch bombastischen Film mit einer ungewöhnlichen Story einlassen möchte und keine Angst vor einem Psychotrip hat, dem sei der Film ans Herz gelegt!
:: Datenblatt ::
Titel: Blueberry und der Fluch der Dämonen
Originaltitel: Blueberry
Studio: Tobis (Verleih Deutschland)
Start: 11.02.2004 (Frankreich), 01.07.2004 (Deutschland)
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 120min
Darsteller: Vincent Cassel, Juliette Lewis, Dennis Hopper, ua.
Regie: Jan Kounen
Copyright t_durden @ ciao / yopi 2004
Mich wundert es, dass noch niemand etwas zu dem Film Blueberry geschrieben hat. Immerhin ist er bei unseren Nachbarn schon seit Anfang des Jahres (genauer seit Anfang Februar) in den Kinos…
Inhalt
--------------
Story
Kritik
Datenblatt
:: Story ::
Blueberry entstand nach der Vorlage der in Frankreich sehr populären und erfolgreichen gleichnamigen Comicbuch Reihe. Blueberry. So heißt auch der Hauptcharakter, ein Ex-Kavallerie Offizier der jetzt als US Marshall in dem kleinen Kaff Palomito seinen Dienst verrichtet. Seinen Lebenswillen und den Glauben an die Liebe hat er schon vor Jahren aufgegeben und eigentlich fühlt er sich auch unter „Weißen“ überhaupt nicht wohl. Ihn zieht es mehr zu den Indianern.
Eines Tages kommt Wally Blount in die Stadt – der Mann der Blueberrys Leben ruiniert und zu dem gemacht hat was es heute ist. Blount tötete Blueberrys Freundin und zieht nun eine Blutspur durch das Land auf der Suche nach einer legendären Goldmiene im heiligen Indianergebiet. Allerdings ist er damit nicht alleine denn noch mehr sind auf der Suche nach dem großen Schatz. Grund genug für Blueberry Blount zu folgen, das schlimmste zu verhindern und ein für alle mal Rache zu üben…
:: Kritik ::
Blueberry ist ein extrem zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite ist es ein typisch französischer Film und diese sind zumindest hierzulande eher ungeliebt. Das liegt an der Art wie die Franzosen an Filme rangehen, andererseits aber bietet Blueberry eine Optik die ihresgleichen sucht und wenn die Story nicht einige Mankos hätte, sogar das Westerngenre hätte neu aufleben lassen können.
Wie schon gesagt basiert der Film recht lose auf den Blueberyy Comics die einst von Chalier und Giraud geschaffen wurden. Universelles Hauptthema des Films ist aber die Suche nach dem Schatz und ganz simpel Rache. Blueberry versucht dabei immer wieder zu betonen, dass es sich um einen echten Western handelt und so dürfen die typischen Klischees wie das Städtchen mit nur einer Straße oder das berühmte Pistolenduell genauso wenig fehlen wie berittene Kämpfe zwischen Indianern und Cowboys. Regisseur Jan Kounen war dabei sicherlich bewusst, dass er als Franzose in Europa keinen wirklich Western drehen kann und das seine Mittel limitiert sind und so übertreibt er es schon mit der Eröffnungssequenz. Keine Frage die großartigen Landschaftsaufnahmen sind sehenswert, aber zum wiederholten male verlieren auch sie an Kraft und Wirkung und beginnen den Zuschauer zu langweilen. Zumal Blueberry kein wirklicher Western ist – dazu fehlt es schon dem Hauptcharakter, gespielt vom französischen Superstar Vincent Cassel an der klassischen Westerneinstellung. Blueberry ist mehr Rothaut als Weißer und so beginnt der Film zwar klassisch mit den typischen Westernelementen, wechselt aber schnell sein Gesicht und wird zu einem spirituellen Trip in die Gedanken- und Geisterwelt der Indianer. Im Grunde ist Blueberry also „Pro“ Indianer, aber im Gegensatz zu den Hollywoodstreifen wird auf die Postkartenidylle zu Gunsten einer ernsten, wenn auch übertriebenen Story, verzichtet. Ich möchte nicht so weit gehen und sagen das die Westernklischees nur dazu dienten die spirituelle Reise Blueberrys vorzubereiten, aber dennoch wird hier ein Gegensatz deutlich und es ist interessant zu sehen wie Kounen den Wechsel zur anderen Seite vollzogen hat ohne den Zuschauer vor den Kopf zu stoßen.
Zumal Jan Kounen sehr schön diese Klischees am Ende wieder aufgreift und ganz klar sagt das es eben nicht so gewesen ist das zum Beispiel sich einfach zwei Männer in eine Straße gestellt haben und aufeinander schossen. Vielmehr begann der Kampf schon viel früher in den Köpfen der beiden auf einer spirituellen Ebene und so wie es uns schon die Japaner vor tausenden von Jahren lehrten wird ein Großteil des Kampfes eben nicht auf dem Schlachtfeld, sondern viel früher im Geiste ausgetragen.
Trotzdem will Blueberry nicht ganz überzeugen, was sicherlich nicht an der Vielzahl großer Hollywood Stars liegt die Jan Kounen vor die Kamera gezogen hat (der übrigens für den kontroversen Film Dobermann verantwortlich ist). So sind in Nebenrollen unter anderem Juliette Lewis (bekannt aus zum Beispiel Kalifornia oder Oliver Stones kontroversem Film Natural Born Killers) und Dennis Hopper. Beide machen ihre Sache gut und gerade Lewis kommt am Ende noch zu etwas kontroversen Ruhm. Dazu möchte ich aber jetzt nichts sagen, das soll schon jeder selbst sehen ;).
Hauptdarsteller ist aber mit Sicherheit Vincent Cassel alias Blueberry, der zwar keine Chance bekommt sein Können auch nur im Entferntesten zu zeigen, da der Film einfach zu wenig Spielraum bietet, aber dennoch überzeugen kann. Das mag an seiner unglaublichen Ausstrahlung liegen die einen einfach fesseln kann. Bewiesen hat er das schon zur genüge in zum Beispiel „Brotherhood of the Wolves“ oder eben „Dobermann“.
Das mag auch einer der Knackpunkte von Blueberry sein. Regisseur Kounen hat es in meinen Augen nicht wirklich geschafft die Charaktere zu entwickeln, sie bleiben flach und eine Identifikation fällt schwer.
Cinematografisch dagegen ist der Film ein wahrer Leckerbissen. Zwar übertreibt es Kounen wie ich schon einmal geschrieben habe an bestimmten Stellen etwas, dennoch wirkt der ganze Film eine von A bis Z durchgestylt und sieht verdammt gut aus. An jeder Ecke wird der Zuschauer mit aufwendigen Kamerafahrten und CGI Effekten bombardiert und es fällt einem schwer sich nicht irgendwann gehen zu lassen und einfach mit dem spirituellen Unterton des Films mitzugleiten. Zwar mag der eine oder andere am Ende des Films mit dem Gefühl aus dem Kino gehen „was habe ich da jetzt geschaut“, denn im Gegensatz zu dem üblichen Western fehlt der große Showdown. Stattdessen tritt man in die Gedanken Blueberrys ein und erlebt was er auf einer anderen Ebene, nicht mehr im hier und jetzt, erlebt, aber das stört nicht im Geringsten. Ganz im Gegenteil, ich persönlich fand es sogar ganz interessant mal einen etwas anderen Western zu sehen, denn bisher war ich nicht gerade ein Fan der Spagetti-Western oder von den klassischen Hollywoodstreifen. Das ganze hat sich aber etwas geändert, denn dank der modernen Technik wirken selbst die simpelsten Pistolenfights so etwas von gut und gar nicht anfangen möchte ich von der absolut genialen Kampfsequenz zu Pferd zwischen Indianern und Cowboys – denn dann höre ich überhaupt nicht mehr auf zu schwärmen. Auf einen Punkt gebracht hat mir Blueberry optisch extrem gut gefallen, auch wenn die CGI Effekte nicht so ganz in den Film zu passen scheinen.
Ich finde Blueberry gelungen, er macht Spaß, unterhält und ist mal etwas anderes. Wer sich also auf einen optisch bombastischen Film mit einer ungewöhnlichen Story einlassen möchte und keine Angst vor einem Psychotrip hat, dem sei der Film ans Herz gelegt!
:: Datenblatt ::
Titel: Blueberry und der Fluch der Dämonen
Originaltitel: Blueberry
Studio: Tobis (Verleih Deutschland)
Start: 11.02.2004 (Frankreich), 01.07.2004 (Deutschland)
FSK: ab 12 Jahren
Laufzeit: ca. 120min
Darsteller: Vincent Cassel, Juliette Lewis, Dennis Hopper, ua.
Regie: Jan Kounen
Copyright t_durden @ ciao / yopi 2004
18 Bewertungen, 1 Kommentar
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10.09.2004, 22:54 Uhr von Tuvok
Bewertung: sehr hilfreichfader film der nur matt ist
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