Gefrorene Seelen (gebundene Ausgabe) / Giles Blunt Testbericht

ab 9,25
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Erfahrungsbericht von GAWOnline1983

+++ Spitzenliteratur aus Kanada +++

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

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Allgemeines
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Zufallskäufe können auch Reinfälle sein – das hat „Eiskalt“ von Chandler McGrew bewiesen. Das Gegenteil kann aber auch eintreten, ist sogar meist der Fall. Zumindest trifft dies auf „Gefrorene Seelen“ von Giles Blunt zu. Ich unternahm diese Woche mit meinem Vater unseren alljährlichen Weihnachtseinkauf. Natürlich könnt ihr euch denken, dass er mich nicht lange von einer Buchhandlung fernhalten konnte. Ich hatte fest vor, mir noch vor Weihnachten (und trotz der an die Verwandtschaft ausgegebenen obligatorischen Buchwunschliste) noch mehr Bücher zuzulegen. Als erstes zog es mich natürlich in die Krimi- und Thrillerabteilung, wo ich schon kurzer Zeit fündig wurde. Angezogen wurde mein Blick von „Gefrorene Seelen“ von Giles Blunt. Irgendwie erinnerte mich die Covergestaltung von Thema her an das oben genannte Buch von Chandler McGrew. Da ich mit diesem ja wirklich schlechte Erfahrungen gemacht habe, überlegte ich erst einmal einen Moment. Nachdem ich aber die Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches gelesen hatte, wusste ich, dass ich nicht mehr widerstehen konnte! Nachdem ich noch fünf weitere Taschenbücher gefunden habe, ging es dann ab Richtung Kasse. Gleich am Mittwoch habe ich mit dem Roman angefangen und gestern Abend die letzten Seiten gelesen…

Ob ich mit diesem Zufallskauf diesmal Glück hatte, erfahrt ihr dann unten. Erst gibt es eine Kurzübersicht über den Inhalt des Buches, bevor ihr euch in dem darauf folgenden Punkt etwas näher über die Handlung und die einzelnen Charaktere informieren könnt. Ich hoffe jedenfalls, dass euch mein Bericht gefällt und freue mich über eure Bewertungen und Kommentare. Und natürlich finde ich es immer wieder interessant zu hören, wie euch eventuell dieses Buch gefallen hat. Scheut euch also nicht vor Rückmeldungen.



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Kurzinhalt
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In einem Minenschacht wird die Leiche eines jungen Indianermädchens gefunden. Es ist Katie Pine, die seit längerer Zeit vermisst wird. Detective John Cardinal stellt eine Verbindung zu anderen Fällen her. Auf einmal verschwindet der 18-jährige Keith und ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt!



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Inhalt
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Das Indianermädchen Katie Pine ist bereits seit längerer Zeit verschwunden. Es machte sich zwar niemand wirklich Hoffnung, dass sie bloß von zu Hause weggelaufen und noch am Leben sein könnte, doch als ihre Leiche gefunden wird, ist es für alle Beteiligten ein großer Schock. Festgefroren in einem Eisblock kann man schon die grausigen Verletzungen erkennen, die ihr Mörder ihr zufügte. In der Provinzstadt Algonquin Bay in Kanada sind aber noch zwei weitere Jugendliche verschwunden: Billy LaBelle bleibt spurlos verschwunden, während das andere Mädchen nur ausgerissen war und ein Kind zur Welt brachte. Soviel zu der Verbindung von Detective John Cardinal zu dem Fall Katie Pine. Doch irgendetwas lässt ihn nicht los und er ist überzeugt, dass das Morden noch nicht zu Ende ist.

Doch das sind nicht die einzigen Sorgen, die ihn belasten. In seinen eigenen Reihen wird von seiner Partnerin Lise Delorme gegen ihn ermittelt. Dies ist aber in gewisser Weise das kleinere Übel, denn seine Frau Catherine befindet sich einmal mehr in psychiatrischer Behandlung, da sie wieder von schweren Depressionen erfasst wurde. Angestachelt von den privaten Problemen will Cardinal nur eins und zwar diesen Fall lösen!

Eines Tages kommt Karen Steen zu ihm. Deren Freund Keith wollte vor Beginn seines Studiums für ein Jahr durch das Land reisen. Ausgemacht war, dass er sich mindestens einmal die Woche meldet. Nun hat sie aber seit längerem kein Lebenszeichen gekriegt und von den verschwundenen Jugendlichen gehört. Als sie eine innere Unruhe befällt, beschließt sie, sich an Cardinal zu wenden. Dieser nimmt zum Glück ihre Sorgen ernst und es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, Keith noch lebend zu finden, denn die Situation spitzt sich dramatisch zu!



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Meine Meinung
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Schon nach den ersten Seiten konnte ich nicht mehr von dem Buch lassen – zeitweise musste ich allerdings aufgrund anderweitiger Verpflichtungen, was mir sehr schwer fiel. Deswegen brauchte ich auch in etwa zwei Tage für den Roman. Hätte ich ihn an einem Stück gelesen, so glaube ich, dass ich nicht einmal einen ganzen Tagen, vielleicht ein paar Stunden dafür gebraucht hätte. Giles Blunt schafft es nämlich den Leser mit seinem Erstling extrem zu fesseln. Kurz nach Beginn des Romans wird die Leiche von Katie Pine gefunden und die Handlung kommt ins Rollen.

Kurze Zeit später dachte ich erst einmal, dass der Roman schwächer werden würde, denn es folgte ein Blick in die Vergangenheit, als Lise Delorme mit dubiosen Ermittlungen beauftragt wurde. Da sich aber schließlich der Kreis schließt und man erfährt für was diese einführende Szene gedacht war, ist sie dennoch positiv zu sehen. Sicherlich ist sie eine kurze Unterbrechung von der eigentlichen Handlung – dem Mord an Katie Pine und den anderen verschwundenen Jugendlichen, aber man erfährt durch sie zumindest von dem einen der beiden Hauptcharaktere (Delorme) etwas mehr. Von Detective John Cardinal werden solche Szenen auch immer wieder eingeschoben – z. B. mit seiner Tochter Kelly oder dem Krankenhausaufenthalt seiner Frau Catherine oder dem Geheimnis in seiner Vergangenheit. Dies stellt aber keinen Verlust für den Roman dar, vielmehr gewinnen die Figuren mehr an Tiefe. Würde man die Beschreibungen lediglich auf die Ermittlungsarbeit beziehen, so wären die Charakterisierungen doch äußerst flach geblieben und die Figuren hätte wie Marionetten gewirkt und keineswegs wie Menschen aus Fleisch und Blut.

Die Spannung braucht Giles Blunt übrigens kontinuierlich auf und dem Leser – zumindest mir – stockte schon mal der Atem. Mehrere Male denkt man, es sei nun endlich vorbei – gut in Anbetracht der noch vor einem liegenden Seiten etwas unrealistisch – aber Blunt baut diese vermeintlichen Rettungsszenen so dramatisch und spannend auf, dass man einfach nicht anders kann, als unbedingt weiter lesen zu wollen. Unterbrechungen des Leseflusses sind dementsprechend total unerwünscht! Die Handlung wird dabei sehr logisch vorangetrieben – doch auf einmal stutzte ich. Ich dachte eigentlich, dass der Täter bis zum Ende verborgen bleiben würde und der Autor sich auf die fieberhafte Suche der Polizisten nach ihm konzentrieren würde. Doch dem ist nicht so, da auf einmal einzelne Kapitel auftauchen, in denen wir mit dem Täter in Berührung kommen. Meine anfängliche Skepsis veränderte sich schließlich in Begeisterung, da man von der Spannung nun noch mehr mitgerissen wird. Man bekommt die ganze Dramatik im Hinblick auf das Entführungsopfer Keith so noch besser beigebracht.

Durch den Stil des Autors – der sich im Übrigen vortrefflich liest – kann man sich wunderbar in die Gefühle und Ängste von Keith hineinversetzen. Zeitgleich wird der Mörder durch die sehr gelungenen Beschreibungen auch von der anderen Seite gezeigt und es wirkt nicht einfach die eine hölzerne Beschreibung oder wie es in manchen Bücher ist, dass der Mörder am Ende einfach präsentiert wird und das war es dann!

Den etwas Zartbesaiteten würde ich aber ehrlich gesagt von diesem Buch abraten. Selbst bei mir verursachten die Beschreibungen Blunts zum Teil leichte Übelkeit. Dies liegt aber gerade an seinem hervorragenden Schreibstil, durch den es gelingt, sich einzelne Bilder im Kopf vorzustellen. Nur manchmal will man diese Bilder gerade nicht sehen, da sie viel zu schrecklich wären. Ich spiele dabei auf die Morde und die verschiedenen Sachen, die mit Keith geplant sind, an. Wer sich aber davon nicht abschrecken lässt, hat mit „Gefrorene Seelen“ einen wunderbaren Krimi gefunden, bei dem diesmal nicht umfasst der Aufkleber „Krimi des Monats“ angebracht wurde. In Kürze soll ja der zweite Roman des Autors mit John Cardinal in der Hauptrolle in Deutschland erscheinen – zwar als Hardcover, doch ich werde es mir auf keinen Fall nehmen lassen, das neue Buch meiner immer größer werdenden Sammlung hinzuzufügen.

Ich kann euch das Buch jedenfalls nur empfehlen und verleihe dem Erstling von Giles Blunt fünf Sterne!



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Das Buch
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„Gefrorene Seelen“ erschien in der Taschenbuchversion in Deutschland erstmals im November 2004 bei Knaur. Der Roman umfasst 429 Seiten und ist unter der ISBN 3-426-62791-4 für 8,90 Euro im Handel erhältlich. Unter dem Originaltitel „Forty Words for Sorrow“ erschien das Buch im Jahr 2000 bei Random House Canada. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Reinhard Tiffert.



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Der Autor
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Giles Blunt wurde 1952 geboren und wuchs North Bay auf (Ontario, Kanada). Später studierte er Englische Literatur in Toronto. Bevor es ihn als freien Schriftsteller und Drehbuchautor wieder nach Toronto zog, hielt er sich in New York mit verschiedenen Jobs über Wasser.
(Quelle: Autoreninfo in „Gefrorene Seelen“)



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Weitere Bücher von Giles Blunt
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1. Gefrorene Seelen
2. Blutiges Eis (angekündigt für Januar 2005)




(copyright by Laura Thoma, Dezember 2004)

29 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    27.03.2005, 17:13 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    selbst gerade...mal schauen wann ich es schaffe damit fertig zu werden..lg