Gefrorene Seelen (Taschenbuch) / Giles Blunt Testbericht
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Erfahrungsbericht von vampire-lady
eisgekühlter Bommerlunder
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Buch ereilte mich auf etwas merkwürdige Weise. Ich hatte seinerzeit mal ein Barbara Wood Buch gewonnen und dieses kursierte auf dem Verleihweg eine Weile munter durch buchticket.de, bevor ich es dort loswurde. Dabei wurde mir dringend ein Buch (Stichwort „eklig“) von Giles Blunt namens „Gefrorene Seelen“ ans Herz gelegt, zudem sich schon eine ellenlange Tauschkette gebildet hatte. Nun letzte Woche war es dann bei mir und bevor ich es weiterschicke, habt ihr den Salat.
„Gefrorene Seelen“ als erster Teil der John-Cardinal-Serie ist als Knaur-Taschenbuch (428 Seiten) in 2004 erschienen und kostet € 8,90. Freunde von Originalausgaben sollten nach „Forty Words for Sorrow“ gucken.
Ich wusste also im Grunde nichts über das Buch – lediglich, daß es ein Thriller ist und daß es eine Ekelszene hat und ganz gut sein sollte. Warum werden mir eigentlich ständig Bücher mit Ekelszenen vorgeschlagen? Ich meine, ich habe da ja nichts gegen, aber ich habe auch kein Schild aufgestellt, daß ich darauf warte.
Die ersten 100 Seiten zogen sich für meinen Geschmack dann doch in die Länge und eklig war zunächst auch nicht viel. Denn es herrscht eine der bevorzugten Krimiwetterlagen (es ist doch fast immer Winter, oder es giesst oder es herrscht brüllende Hitze oder Sturm, nie einfach nur ein lauer Frühlingstag), diesmal ist es tiefster Winter, hoch oben in Canada und die erste Leiche, ein Indianerteenie ist einigermassen tiefgefroren – und ok, ziemlich zerfetzt ist sie schon. Trotz dieses eher unglücklich anmutenden Zustandes hat Ermittler John Cardinal seinem Chef gegenüber wieder Oberwasser, war die Kleine doch lange vermisst gemeldet, ohne daß der Chef Cardinal glauben wollte, daß ein Killer am Werke ist. Denn in dem kanadischen Kleinkaff fehlt nicht nur das eine Kind. Daß Cardinal und sein Boss sich nicht wirklich grün sind, merkt man an einem weiteren Umstand. Cardinal bekommt Lise Delorme als Assistentin. Selbige hat quasi bisher als Ermittlerin für interne Angelegenheiten gearbeitet. Und hat den Nebenjob gegen Cardinal zu ermitteln – man vermutet, er ist der Informant eines Drogenbosses. Im Verlauf des Buches wird dieser Aspekt als Nebenhandlungstrang weiter verfolgt.
Genau dieser Teil des Buches wird es auch in die 4-Sterne-Abteilung schießen. Da hatte ich überhaupt keinen Bock drauf. War mir völlig egal, wollte ich einfach nicht wissen. Lediglich die Ironie in der Ausarbeitung dieses Buchteils hat mir dann am Ende doch zugesagt. Denn Cardinal ahnt natürlich, daß Delorme gegen ihn ermittelt. Und der gute Katholik in ihm sucht tatsächlich Absolution für eine bösen kleinen Fehlgriff. Ob das nun den blöden Namen rechtfertigt, den Blunt für seinen Ermittler gewählt hat, weiß ich nicht. Zumindest bin ich bei „Cardinal“ immer unangenehm hängen geblieben. Da ich aber bereits herausgefunden hatte, daß es einen zweiten und dritten Fall mit diesem Ermittler gibt, war klar, daß in Delorme bestimmt keine Figur finden wird, die ihm die Absolution erteilt – im Gegentum.
Wenigstens wird hierbei aber den Charakter Cardinals tiefer. Im Grunde genommen ein einsamer und überfordeter Typ, der sich in seiner Arbeit vergräbt. Das Töchterchen geht einem teurem Yalestudium nach, für das Papa die Kohle ranschaffen muß, während seine Frau Catherine immer wieder mit Depressionen in die Geschlossene eingewiesen werden muß. In seiner Einsamkeit steht er zwar zu seiner Frau, kann aber nicht verleugnen, daß Delorme eine gewisse Ausstrahlung hat, näher wird dies aber nicht ausgeführt.
Zurück zum Killer.
Nachdem Cardinal die zweite Leiche findet, knallt Blunt so ab Seite 150 endlich die nächsten Gänge rein. Auch dies ist einmal mehr ein Thriller indem der Leser nicht miträtseln darf. Er wird nämlich jetzt erfahren, wie ein weiteres Opfer eingelullt, ausgeknockt und gefangen gehalten wird. Ein Buchteil der ein wenig an Stephen Kings „Sie“ erinnert. Wärend die Polizei ins Nichts ermittelt, aber ein Tonband vom Mord am Indianermädchen findet, erfährt der Leser genaueres über die literarischen Vorlieben des Killers, die man unter dem Oberbegriff „Folter“ zusammenfassen kann. Bestätigt werden diese Ambitionen als das akute Opfer ein Video findet, auf dem der Mord an einem jungen Mann festgehalten wurde, denn selbstverständlich bleibt dieser Film dem Leser nicht vorenthalten, übrigens die angekündigte Ekelszene, die nicht die blutigste der Literatur ist. Vielmehr schockt die unglaubliche Brutalität. Irgendwo um diesen Zeitpunkt herum, musste ich feststellen, daß ich eher nicht wollte, daß der Gefangene auch noch getötet wird. Die Figur tat mir einfach leid. Ich habe darüber nachgedacht, ob das damit zusammenhängt, wie die vorherigen Opfer während der Recherche Cardinals beschrieben und mit Leben erfüllt wurden - und das trifft sichlich auch zu. Allerdings finde ich die Stelle die beschreibt wie der Gefangene zunächst in die Stadt kommt so lebendig dargestellt, daß wohl hier der Knackpunkt liegt. Hinzu kommt, daß der Junge wirklich kämpft und kein Opferlamm darstellt – was meistens Sympathien weckt (und mich wie erwähnt an „Sie“ erinnert).
Während man also Seite und Seite liest und sich der Killer dem nächsten Gewaltexzess nähert und nähert, man buchstäblich will, daß Cardinal endlich aus dem Quark kommt, greift unser Ermittler in die eine oder andere Kloschüssel, nimmt hier einen Umweg und verzettelt sich da in eine Verfolgungsjagd, bis es endlich und natürlich in letzter Minute zum Showdown kommt. Das geschieht dann allerdings ziemlich urplötzlich, und dann war es das.
Na nicht alles – mehr sage ich nicht.........
Aber:
Kennt ihr den Killer, der immer wieder aufsteht?
Nun ja, passiert in dem Buch nicht so ganz....
Aber:
So ähnlich – war für meinen Geschmack dann etwas zu dick aufgetragen und hätte nicht sein müssen.
Alles in allem werde ich die John-Cardinal-Reihe in Zukunft wohl weiter verfolgen.
„Gefrorene Seelen“ als erster Teil der John-Cardinal-Serie ist als Knaur-Taschenbuch (428 Seiten) in 2004 erschienen und kostet € 8,90. Freunde von Originalausgaben sollten nach „Forty Words for Sorrow“ gucken.
Ich wusste also im Grunde nichts über das Buch – lediglich, daß es ein Thriller ist und daß es eine Ekelszene hat und ganz gut sein sollte. Warum werden mir eigentlich ständig Bücher mit Ekelszenen vorgeschlagen? Ich meine, ich habe da ja nichts gegen, aber ich habe auch kein Schild aufgestellt, daß ich darauf warte.
Die ersten 100 Seiten zogen sich für meinen Geschmack dann doch in die Länge und eklig war zunächst auch nicht viel. Denn es herrscht eine der bevorzugten Krimiwetterlagen (es ist doch fast immer Winter, oder es giesst oder es herrscht brüllende Hitze oder Sturm, nie einfach nur ein lauer Frühlingstag), diesmal ist es tiefster Winter, hoch oben in Canada und die erste Leiche, ein Indianerteenie ist einigermassen tiefgefroren – und ok, ziemlich zerfetzt ist sie schon. Trotz dieses eher unglücklich anmutenden Zustandes hat Ermittler John Cardinal seinem Chef gegenüber wieder Oberwasser, war die Kleine doch lange vermisst gemeldet, ohne daß der Chef Cardinal glauben wollte, daß ein Killer am Werke ist. Denn in dem kanadischen Kleinkaff fehlt nicht nur das eine Kind. Daß Cardinal und sein Boss sich nicht wirklich grün sind, merkt man an einem weiteren Umstand. Cardinal bekommt Lise Delorme als Assistentin. Selbige hat quasi bisher als Ermittlerin für interne Angelegenheiten gearbeitet. Und hat den Nebenjob gegen Cardinal zu ermitteln – man vermutet, er ist der Informant eines Drogenbosses. Im Verlauf des Buches wird dieser Aspekt als Nebenhandlungstrang weiter verfolgt.
Genau dieser Teil des Buches wird es auch in die 4-Sterne-Abteilung schießen. Da hatte ich überhaupt keinen Bock drauf. War mir völlig egal, wollte ich einfach nicht wissen. Lediglich die Ironie in der Ausarbeitung dieses Buchteils hat mir dann am Ende doch zugesagt. Denn Cardinal ahnt natürlich, daß Delorme gegen ihn ermittelt. Und der gute Katholik in ihm sucht tatsächlich Absolution für eine bösen kleinen Fehlgriff. Ob das nun den blöden Namen rechtfertigt, den Blunt für seinen Ermittler gewählt hat, weiß ich nicht. Zumindest bin ich bei „Cardinal“ immer unangenehm hängen geblieben. Da ich aber bereits herausgefunden hatte, daß es einen zweiten und dritten Fall mit diesem Ermittler gibt, war klar, daß in Delorme bestimmt keine Figur finden wird, die ihm die Absolution erteilt – im Gegentum.
Wenigstens wird hierbei aber den Charakter Cardinals tiefer. Im Grunde genommen ein einsamer und überfordeter Typ, der sich in seiner Arbeit vergräbt. Das Töchterchen geht einem teurem Yalestudium nach, für das Papa die Kohle ranschaffen muß, während seine Frau Catherine immer wieder mit Depressionen in die Geschlossene eingewiesen werden muß. In seiner Einsamkeit steht er zwar zu seiner Frau, kann aber nicht verleugnen, daß Delorme eine gewisse Ausstrahlung hat, näher wird dies aber nicht ausgeführt.
Zurück zum Killer.
Nachdem Cardinal die zweite Leiche findet, knallt Blunt so ab Seite 150 endlich die nächsten Gänge rein. Auch dies ist einmal mehr ein Thriller indem der Leser nicht miträtseln darf. Er wird nämlich jetzt erfahren, wie ein weiteres Opfer eingelullt, ausgeknockt und gefangen gehalten wird. Ein Buchteil der ein wenig an Stephen Kings „Sie“ erinnert. Wärend die Polizei ins Nichts ermittelt, aber ein Tonband vom Mord am Indianermädchen findet, erfährt der Leser genaueres über die literarischen Vorlieben des Killers, die man unter dem Oberbegriff „Folter“ zusammenfassen kann. Bestätigt werden diese Ambitionen als das akute Opfer ein Video findet, auf dem der Mord an einem jungen Mann festgehalten wurde, denn selbstverständlich bleibt dieser Film dem Leser nicht vorenthalten, übrigens die angekündigte Ekelszene, die nicht die blutigste der Literatur ist. Vielmehr schockt die unglaubliche Brutalität. Irgendwo um diesen Zeitpunkt herum, musste ich feststellen, daß ich eher nicht wollte, daß der Gefangene auch noch getötet wird. Die Figur tat mir einfach leid. Ich habe darüber nachgedacht, ob das damit zusammenhängt, wie die vorherigen Opfer während der Recherche Cardinals beschrieben und mit Leben erfüllt wurden - und das trifft sichlich auch zu. Allerdings finde ich die Stelle die beschreibt wie der Gefangene zunächst in die Stadt kommt so lebendig dargestellt, daß wohl hier der Knackpunkt liegt. Hinzu kommt, daß der Junge wirklich kämpft und kein Opferlamm darstellt – was meistens Sympathien weckt (und mich wie erwähnt an „Sie“ erinnert).
Während man also Seite und Seite liest und sich der Killer dem nächsten Gewaltexzess nähert und nähert, man buchstäblich will, daß Cardinal endlich aus dem Quark kommt, greift unser Ermittler in die eine oder andere Kloschüssel, nimmt hier einen Umweg und verzettelt sich da in eine Verfolgungsjagd, bis es endlich und natürlich in letzter Minute zum Showdown kommt. Das geschieht dann allerdings ziemlich urplötzlich, und dann war es das.
Na nicht alles – mehr sage ich nicht.........
Aber:
Kennt ihr den Killer, der immer wieder aufsteht?
Nun ja, passiert in dem Buch nicht so ganz....
Aber:
So ähnlich – war für meinen Geschmack dann etwas zu dick aufgetragen und hätte nicht sein müssen.
Alles in allem werde ich die John-Cardinal-Reihe in Zukunft wohl weiter verfolgen.
51 Bewertungen, 2 Kommentare
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18.03.2007, 13:34 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsh+LG Clarinetta
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02.04.2005, 23:43 Uhr von retilein
Bewertung: sehr hilfreichkennst das lied ? sh zum we
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