Bologna Testbericht

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Erfahrungsbericht von schweig

Bologna, die Gelehrte, die Üppige

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

... ja, ja richtig gelesen, denn so wird die Stadt angespriesen. Bologna, Mortadella- und Pastahochburg der Region Emilia, die auch schon Dante "la grassa", "die Fette" nannte.

Bologna ist Stadt der Restaurants und der Arkarden, Stadt der unerschöpflichen Lebensfreude. Bologna, Heimat von Künstlern wie Morandi, von Wissenschaftlern wie Galvani und Marconi. Bologna, die "piazza Grande" eines Lucio Dalla.

Die viel gerühmte Stadt liegt am Fuß des emilianischen Apennin und mit rund 400.000 Einwohnern ist Bologna die siebtgrößte Stadt Italiens. Und auch was das kulturelle Angebot betrifft, hat die Stadt einiges zu bieten.
Allein schon ein Spaziergang durch die Altstadt ist ein echtes Erlebnis. Denn im Gegensatz zu den meisten großen italienischenStädten gibt es nur wenige imposante Denkmäler und gewaltige Prunkbauten, dafür aber zahlreiche kleinere Paläste und Säulengänge, die zusammen mit den engen Straßen ein nahezu ungebrochenes Bild der mittelalterlichen Stadt vermitteln.
Die Säulengänge sind so etwas wie ein Wahrzeichen Bolognas, schließlich ist der San Luca Säulengang mit 3,5 Kilometern der längste der Welt ist.


Meine persönliche Empfehlung für eine
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Stadtbesichtigung
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Um die Stadt zu erkunden, nimmt man am besten am Bahnhof den Bus und beginnt den Spaziergang mit den "sette chiesi", sieben Kirchen, die verbunden sind mit der Basilica Sto. Stefano, dem ältesten Gotteshaus der Stadt. Hier steht auch der Sarkophag des Stadtheiligen San Petrino.

Von den "sette Chiesi" bis hin zum Zentrum läßt sich unter den charateristischen, luftigen Arkaden wandeln. Sie sind meist in warmen Sandsteingelb oder in pompejanischen Rot angemalt. Dahinter verbergen sich Dutzende nobelster, freskengeschmückter Palazzi mit grünen Innenhöfen und reichlich Geschäfte.

Der berühmte Neptun-Bronzebrunnen von Gianbologna steht auf der Piazza Nettuno zwischen dem Rathaus und dem Palast des Königs Enzo. Gianbologna schuf den Brunnen 1566 nach einem Entwurf von Laureti. Er sollte dem neuen Platz, der an der Stelle eines abgerissenen Häuserblocks entstanden war, ein eigenes Gesicht verleihen.
Die Skulptur, im Volksmund "Der Gigant" genannt, zeigt Neptun mit seinem Dreizack, mit dem er das Meer besänftigt. Unterhalb von Neptun sitzen vier Putten mit Delfinen und vier Sirenen.

Das Wahrzeichen Bolognas sind jedoch die "Torri Garisenda und Asinelli". Die beiden schiefen Türme befinden sich am Ende der Via Rizzoli, der Hauptachse der Stadt.
Der höhere, der Torre Asinelli, ragt 97,6 m empor und ist nach der Familie benannt, die ihn Anfang des 12 Jahrhunderts erbauen ließ. Wer genug Kondition hat, sollte die 498 Stufen nach oben wagen, denn er wird für seinen Aufstieg mit einem herrlichen Blick auf die Stadt belohnt.
Der Torre Garisenda stammt vermutlich aus derselben Epoche, misst aber heute nur noch 48 m. Die Hälfte seiner ursprünglichen Höhe wurde im 14. Jahrhundert abgetragen, da sich der Turm, der auf nachgebendem Grund steht, bedrohlich zur Seite neigte - und zwar um ganze 3 m. Kommt doch irgendwie bekannt vor?!

Nach so vielen Sehenswürdigkeiten, muß man unbedingt eine Pause machen.

In den Arkaden hat man genügend Auswahl und schon in der Trattoria "Papagallo" ließe sich gut einkehren. Hier wird die beste grüne Lasagne (für ungefähr 16 DM) angeboten.

Beim Bummel durch die nahe Via Pesceria Vecchia, die alte Fischerreistraße, in der sich in kleinen Läden romagnolischer Käse, Parmaschinken, Obst und Gemüse auftürmen, stößt man direkt auf die feinen "Tamborini-Delikatessen". Hier kaufen betuchte Hausfrauen ein, von der Mortadella-Wurst bis zur Amaretto-Reistorte und zig Sorten feinster Pasta, selbstverständlich alles handgemacht.

Krönung sind die "Belezze di Bologna", die Tortellini gefüllt mit Schweinefleisch, Mortadella, Schinken und Parmesan, gewürzt mit Muskat, die man in der Suppe ißt. Der Preis für diese Köstlichkeit ist auch lecker - 40 DM der Kilopreis.

Die Köstlichkeiten in der angeschlossenen Rosticcheria mit Selbstbedienung lohnen es, sich mit den Bolognesern in die Warteschlange zu stellen.

Vis a´vis bei Gilberto tut vorher vielleicht ein Glas vom trockenen Frizzantino als Aperitif gut.


Fazit
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Noch kommen mehr Geschäftsleute und Studenten als Touristen in die lebhafte Universitätsstadt mit der ersten Uni in Europa. Das hat sich natürlich geändert:

Bologna war eine der neun Kulturhauptstädte Europas im Jahr 2000. Ein Riesenprogramm wurde durchgeführt. So wurde das luxuriöse Gefängnis, in dem König Enzo samt Offizieren eingekerkert war, der Palazzo Re. Enzo gegenüber vom Neptun-Brunnen, für 10 Mrd. Lire toal renoviert und letztes Jahr für Ausstellungen genutzt.
Auch das Wahrzeichen der Stadt - der Asinelli-Turm - war zur Reperatur eingerüstet.

Also, ich kann diese Stadt nur wärmsten weiterempfehlen.


Copyright liegt bei mir - auch bei dooyoo gepostet

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hpmaier

    27.03.2002, 08:57 Uhr von hpmaier
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hast ja tolle Italienberichte ! gruesse hpmaier