Borreliose Testbericht

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Erfahrungsbericht von Sunnymaus

Borreliose-die Modekrankheit des 21. Jahrhunderts

Pro:

nichts

Kontra:

eine heimtückische und zermürbende Krankheit

Empfehlung:

Nein

Von der heimtückischen Infektionskrankheit Borreliose sagt man,dass es die Modekrankheit des 21. Jahrhunderts oder sogar die Pest des 21. Jahrhunderts wäre. Trotzdem wissen die meisten Menschen nichts oder relativ wenig über Borreliose. Von den deutschen Ärzten wird Borreliose leider immer noch verharmlost, verschwiegen oder gar nicht erkannt. Ich habe hier meine Krankheitsgeschichte aufgeschrieben um darauf aufmerksam zu machen was Borreliose für einen Betroffenen bedeuten kann. Ich werde meinen Bericht von Zeit zu Zeit aktualisieren, da ich leider immer noch nicht gesund bin.

Am 13. Februar 2003 begann alles. Ich weiß den Tag noch so genau, weil es ein Tag vor Valentinstag war. Der 13.Februar war ein Donnerstag. Ein Donnerstag mit schrecklichen Folgen... Doch das stellte sich erst später heraus.

An dem besagten Donnerstag wachte ich morgens mit einem piepsenden Ohrgeräusch auf. Da ich so etwas noch nie hatte, fragte ich meine Mum um Rat. Sie meinte, dass ich Rotlicht machen soll und wenn es nicht besser wird nachmittags zum Arzt gehen soll. An diesem Tag war die Schule die Hölle. Ich konnte mich nicht konzentrieren, weil ich immer dieses nervende Piepsen im Ohr hatte. Ich war total froh, als die Schule endlich vorbei war. Nachmittags ging ich zum Arzt. Der Allgemeinarzt meinte, dass ich Nasenspray nehmen soll.  Für den Notfall gab er mir eine Überweisung für den HNO mit. Die Ohrgeräusche blieben.

Am nächsten Tag ging ich mit Verdacht auf einen Gehörsturz zum HNO. Der HNO stellte ziemlich schnell fest, dass ich keinen Gehörsturz hatte. Er meinte, dass die Ohrgeräusche wahrscheinlich von einer Nervenentzündung kommen. Gegen die Ohrgeräusche bekam ich hinter das Ohr Spritzen. Nach 2 weiteren HNO Besuchen und weiteren Spritzen waren die Ohrgeräusche verschwunden.

Doch von da an ging es nur noch bergab. Auf einmal bekam ich tierische Schmerzen im Hinterkopf und im Nacken. Ich hatte das Gefühl, als ob mein Kopf auf einmal so schwer ist, dass ich ihn nicht mehr tragen kann. Der HNO meinte, dass sich die Nervenentzündung im ganzen Körper ausbreitet und, dass daher die Schmerzen kommen. Kurze Zeit später war es so schlimm, dass ich meinen Kopf nur noch 2 mm drehen und neigen konnte. Damals dachte ich, dass es gar nicht mehr schlimmer kommen kann, doch ich hatte mich getäuscht. Der HNO konnte mir nicht mehr helfen, da ich keine Probleme mehr mit den Ohren hatte. Damit war seine Arbeit erledigt und ich mit meinen Schmerzen allein.

Mein eigentlicher Orthopäde hatte in dieser Zeit Urlaub. Folglich konnte er mir nicht helfen. Also ging ich zu einem anderen Orthopäden. Er machte ein Röntgenbild von meiner Halswirbelsäule und sagte, dass ich einen eingeklemmten Nerv habe (Auf Röntgenbildern sieht man zwar keine Nerven aber egal...) Seine Diagnose lautete: HWS-Syndrom.

Er verschrieb mir Krankengymnastik. Die Beweglichkeit der Halswirbelsäule stellte meine geniale Krankengymnastin nach einigen Behandlungen wieder her. Die Beweglichkeit kam, doch die Schmerzen blieben. Von da an war ich monatelang in der Krankengymnastik.

Die Schmerzen wurden immer schlimmer und breiteten sich auch in den Armen aus (damals noch mehr rechts) Nach und nach bekam ich tierische Schmerzen in den Handgelenken, Fingern und auch im linken Arm. Woher die Schmerzen kamen wusste immer noch niemand. Irgendwann wurde ein Kernspinttomograph von meiner Halswirbelsäule und meinem Kopf gemacht. Doch mehr als meine Skoliose konnte man auch auf diesem Wege nicht feststellen.

Als ich eines Tages in der Schule einen tauben Arm bekam und nicht mehr richtig schreiben konnte, überwies mich mein Arzt zum Neurologen. Der Neurologe befasste sich allerdings weniger mit meinen Schmerzen. Er wollte mir eine Verhaltenstherapie andrehen, da ich laut ihm Magersucht habe. Auch bei weiteren Terminen war er immer noch auf Magersucht fixiert, obwohl meine Mum und ich ihm versichert hatten, dass ich keine Kalorien zähle und schon immer sehr schlank war. Erst als mein Dad mit mir bei ihm war, glaubte er uns. Für meine Schmerzen machte er einen Virus verantwortlich. Er meinte, dass ich immer noch Viren von einem Infekt in meinem Körper habe und daher die Schmerzen kommen. Als sich nach Wochen immer noch keine Besserung zeigte, überwies er mich mit Verdacht auf Neuroborreliose in die Kinderklinik in Heilbronn.Das war im April.

Im Krankenhaus wurde eine Nervenwasseruntersuchung gemacht. Laut den Ärzten im Krankenhaus war der Verdacht auf Neuroborreliose Quatsch, doch um alles auszuschließen machten sie den Eingriff schließlich doch. Bei diesem Eingriff wird unterhalb des Rückenmarks Gehirn-Rückenmarkflüßigkeit entzogen. Meine Nervenwasseruntersuchung war negativ! Keine Borreliose bzw. Neuroborreliose! In der Zeit, als ich im Krankenhaus war, bekam ich auch noch Schmerzen in den Fußgelenken, Füßen und Beinen. Schmerzmittel halfen so gut wie gar nicht. Am 4. Krankenhaus Tag wurde ich entlassen. Na ja ich wurde eher aus dem Krankenhaus rausgeschmissen, da sie Betten brauchten...  Diagnose: Borreliose negativ; Unbekanntes Schmerzsyndrom, psychosomatisch bedingt. Ich regte mich tierisch auf. Als ich ins Krankenhaus ging, war ich voller Hoffnung und wieder wurde ich enttäuscht. Unbekanntes Schmerzsyndrom! Diese Ungewissheit machte mich total fertig.

Am nächsten Morgen musste ich nochmals ambulant ins Krankenhaus- zur Kinderpsychologin. Psychologisch gesehen bekam ich von der Kinderpsychologin mein OK. Sie wollte mich allerdings auf die psychosomatische Station legen lassen. (Damit man mich rund um die Uhr beobachten kann.) Doch damit waren meine Mum und ich nicht einverstanden. Ich wollte nicht in irgendeine Schule in Heilbronn, sondern bei meinen Freunden und Klassenkameraden bleiben . Mein Arzt ärgerte sich auch tierisch über die Ärzte im Krankenhaus.
Auch er war enttäuscht. Es vergingen wieder einmal Wochen. Wie es weiter gehen sollte wusste niemand so recht. Als es immer schlimmer wurde, gab mir mein Arzt eine Überweisung für die Schmerztherapeutin mit.

Irgendwann im Mai war ich das erste Mal bei der Schmerztherapeutin. Ich weiß noch genau wie optimistisch ich nach dem ersten Arztbesuch war. Ich hatte ein gutes Gefühl. Sie erklärte mir, dass ich Muskelverspannungen habe und daher die Schmerzen kommen. Sie gab mir Antidepressiva und Tabletten gegen Muskelverspannungen mit. Außerdem machte ich Entspannungsübungen nach Jacobsen. Von den Tabletten spürte ich gar keine Wirkung. Ganz am Anfang erklärte mir die Schmerztherapeutin wie sie vorgehen will: Tabletten, Jacobsen, Elektrotherapie und ganz zum Schluss Ergotherapie. Dieses Programm zog sie nach und nach durch. Inzwischen ernährte ich mich schon regelrecht von den Tabletten, obwohl sie nicht wirklich was brachten. Ich bekam ein TENS- Gerät. Es vergingen wieder Monate. Die Elektrotherapie war sicher nicht schlecht: sie regte meine Durchblutung an usw. , aber meine Schmerzen linderte das TENS- Gerät nicht.

Als wir im August im Urlaub waren, nahm ich weder meine Tabletten noch das TENS- Gerät. Meine Schmerzen wurden im Urlaub weder besser noch schlechter. Folglich brachte meine bisherige Therapie rein gar nichts. Dass meine Schmerzen nicht von Stress oder Anstrengung kommen können, war spätestens nach dem Urlaub klar. Der Urlaub war wunderschön- doch die Schmerzen waren auch beim Tauchen, Schwimmen, sonnen und relaxen mein ständiger Begleiter.

Irgendwann im September ging ich wieder zur Schmerztherapeutin. Ich erklärte ihr, dass sich rein gar nichts gebessert hat. Mir ging es nach wie vor schlecht. Die Therapeutin gab mir eine Überweisung für die Ergotherapie mit. Meine Mum ärgerte sich schrecklich. Die Schmerztherapeutin zog nur ihren Plan durch und das obwohl nichts anschlug. Ab diesem Zeitpunkt ging ich nicht mehr zur Schmerztherapeutin. Wieder einmal wurde ich enttäuscht und war mit meinen Schmerzen allein.

Mir ging es in dieser Zeit sehr schlecht. Ich weinte viel und es gab oft Momente in denen ich nicht mehr konnte und einfach nicht mehr leben wollte. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, wenn man nicht mehr weiß wie es sich ohne Schmerzen lebt. Die ganze Ungewissheit schlug natürlich auch auf meine Psyche. Wer bekommt keine psychischen Probleme, wenn man Monate Schmerzen hat und immer als Simulant, psychisch Kranke usw. abgestempelt wird? Irgendwann gab mich auch mein Arzt auf, der eigentlich immer zu mir gehalten hatte. Er rief meiner Mum an und meinte, dass sie sich langsam damit abfinden muss, dass ich psychisch krank bin und es vielleicht von der Pubertät kommt. Er meinte zu ihr, dass ich doch auf die psychosomatische Station gehen soll. Wenn ich so etwas höre, werde ich irgendwie wütend. Als Mensch merkt man ja ob es einem psychisch schlecht geht oder ob man sich gut fühlt. Klar, ich machte mir trotz allem Gedanken, ob die Ärzte vielleicht doch Recht hatten. Doch es ging mir gut. Ich war eine ganz normale zu diesem Zeitpunkt 16Jährige. Ich habe Freunde, keine Probleme und bin ein Mensch, der Spaß am Leben hat. Die Ärzte konnten mir nicht helfen, doch es musste etwas geschehen.

Ich ging zur Heilpraktikerin. Die Heilpraktikerin wollte gar nichts von meiner Leidensgeschichte wissen, damit ich nicht sagen kann, dass ich ihr das gerade alles erzählt habe. Sie stellte fest, dass ich eine Entzündung in meinem Körper habe. Außerdem stellte sie fest, dass ich Probleme mit meiner Hüfte und meinem Rücken habe. Auch sie bemerkte, dass ich starke psychische Probleme habe. Aber sie meinte, dass ich die psychischen Probleme von der Krankheit bekommen habe und nicht die psychischen Probleme die Schmerzen ausgelöst haben. Sie gab mir ein Medikament gegen Entzündungen mit und machte Vitalogie.Bei weiteren Heilpraktikerbesuchen sah auch sie, dass sich nichts besserte. Eines Tages reagierte ich plötzlich auf ein Enzym, das auf Rheuma hindeutet. Diagnose: Verdacht auf Rheuma.

Mein Arzt hatte mein Blut zwar schon einmal auf Rheuma untersucht und der Test war negativ, aber man weiß ja nie. Ich bekam ein Medikament gegen Rheuma und nahm das Medikament gegen die Entzündung weiterhin. Meine Schmerzen wurden immer schlimmer. Es kamen Schmerzen in den Schultern und Hüften dazu. Die Vitalogie machten wir nicht mehr weiter, da mein eigentlicher Orthopäde, der mich schon seid meiner Geburt kennt ,sein OK gab und meinte, dass meine Hüften oder meine Skoliose nicht die Gründe für diese Schmerzen sein können.

Meine Heilpraktikerin war ratlos und untersuchte mich noch einmal. Sie stellte fest, dass meine Entzündungen im Rückenmark und im Gehirn sind. Sie gab mir speziell für diese Entzündungen im ZNS ein Medikament mit. Die anderen Medikamente nahm ich weiterhin. Mir ging es immer schlechter. Ich hatte tierische Schmerzen beim Schreiben und ich fühlte mich so schwach wie noch nie. Ich fühlte mich wie eine lebende Leiche. Ich hatte bei den einfachsten Dingen wie Haare waschen, Schreiben, Treppen steigen usw. Schmerzen. Ich musste meine Kräfte einteilen, vor allem in der Schule. Lange Heftaufschriebe hasste ich, weil das viel Schreiben für mich eine Qual war. Mein Arm schmerzte und wurde schon nach kürzester Zeit schwer.

Da man keine Verbesserung sah, nahm mir die Heilpraktikerin Blut ab. Langsam hatte sie den Verdacht auf Borreliose. Sie schickte mein Blut in ein spezielles Labor. Es begann die Zeit des Wartens. Ich hatte Angst vor dem Ergebnis: Einerseits hatte ich Angst, dass nichts heraus kommt und andererseits, dass was schlimmes rauskommt. Nach 10 Tagen bangenden Wartens bekam ich am 12.12.2003 das Ergebnis: NEUROBORRELIOSE! Ich hatte allein in meinem Kopf und den Lymphen 24 Borrelien Erreger. Ich hatte Borreliose und das sogar sehr stark, obwohl ich laut den Ärzten gesund bin. Nach fast genau auf den Tag 10 Monaten später hatte ich endlich Gewissheit: Ich bin kein Simulant ect. sondern bin krank.

Für meine Psyche war dieser Tag sicher sehr wichtig. Körperlich ging es mir allerdings nicht besser. Die Schmerzen waren inzwischen schon ein Teil von mir. Noch am 12.12.03 fing die Heilpraktikerin mit meiner Therapie an. Ich bekam 2 Nosoden und Eigenblut gespritzt. Meine Medikamente gegen die Entzündungen im ZNS nahm ich weiterhin. Am 7.1.2004 bekam ich weitere Spritzen. Dieses Mal bekam ich 3 Nosoden und Eigenblut gespritzt. Das Medikament gegen die Entzündungen im Allgemeinen musste ich nicht mehr nehmen. Das Enzym gegen die ZNS- Entzündungen, das Rheumamedikament( da ich immer noch darauf reagierte) und die Globolis(="Kügelchen": Borrelienerreger in abgeschwächter Form auf Zuckerbasis; gibt es auch als Tropfen oder Tabletten) nahm ich weiterhin. Ich fiel auch seid der Diagnose öfters in ein tiefes Loch. Ich wollte nicht einsehen, dass die Schmerzen mein Leben bestimmen. Meistens bekam ich plötzlich Schmerzen, wenn ich mit Freunden einfach meinen Spaß haben wollte. Die Schmerzen beeinflussten mein ganzes Leben.

Zu meinen Schmerzen kamen auch noch brennende Schmerzen im Gehirn und Rückenmark hinzu. Ich wünsche diese Schmerzen wirklich niemandem. Meine Familie und Freunde wissen, dass es mir schlecht geht, aber wie schlecht es mir geht weiß niemand bzw. kann sich niemand wirklich vorstellen. Im Endeffekt bin ich mit meinen Schmerzen allein. Am 19.1. hatte ich einen weiteren Heilpraktiker Termin. Ich bekam 4 Nosoden und Eigenblutinjektionen gespritzt. Ich erzählte meiner Heilpraktikerin von meinen brennenden Schmerzen im Rückenmark und im Gehirn. Sie meinte, dass ich von meinem Medikament gegen die Nervensystementzündungen nur noch 3 x 8 Tropfen nehmen soll. Vorher nahm ich das Medikament 4 mal täglich.

Die brennenden Schmerzen im Rückenmark und Gehirn wurden allerdings nicht besser. Es ist irgendwie ein total ekeliges Gefühl, wenn man brennende Schmerzen im Gehirn und Rückenmark hat. Mir ging es nach wie vor schlecht und ich merkte keine Verbesserung durch die Therapie. Meine Füße und Hände schliefen laufend ein, mein Rückenmark und Gehirn brennte, ich hatte tierische Schmerzen und fühlte mich sehr schwach. Außerdem hatte ich starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und war laufend müde. Ich schlief nachmittags und ging abends früh ins Bett. Am 31.1 war ich wieder bei meiner Heilpraktikerin. Sie meinte, dass die Müdigkeit und die Kopfschmerzen auf alle Fälle von der Therapie kommen. Woher die Sehstörungen kamen sollte lieber mein Optiker klären. Ich habe zwar schon immer schlechte Augen und trage Kontaktlinsen, aber die Borreliose könnte auch die Ursache für die Sehstörungen sein.

Dieses Mal bekam ich wieder nur 3 Nosoden( da ich von den 4 so starke Nebenwirkungen bekommen habe) und Eigenblutinjektionen. Der Optiker stellte fest, dass sich meine Augen sehr verschlechtert haben. Ob die Krankheit die Ursache war oder ob es einfach daran liegt, dass sich die Augen in meinem Alter häufig verschlechtern, konnte man nicht sagen. Anfang Februar ging es mir wieder richtig schlecht. Ich hatte starke Kopfschmerzen und mein Gehirn schmerzte und brannte wie Feuer. Am 9.2 hatte ich wieder einen Termin bei der Heilpraktikerin. Dieses Mal bekam ich 4 Nosoden und Eigenblut gespritzt. Da sich das Brennen im Nervensystem noch immer nicht gebessert hatte, sollte ich für 2-3 Tage die Globolis absetzen um zu schauen, ob die Globolis die Ursache für das Brennen sind.

Nach 3 Tagen war klar, dass die Globolis nicht die Ursache für die brennenden Schmerzen sind. Ich nahm die Globolis weiter, damit die Therapie schneller geht. Das Medikament gegen Rheuma sollte ich weiter nehmen, bis ich darauf nicht mehr reagiere. Ich glaube ich habe noch nie so viel geschlafen, wie während der Therapie. Außerdem fühlte ich mich eher wie eine Oma und nicht wie ein 17- jähriges Mädchen. Ich hatte Probleme beim Treppensteigen und Gelenkschmerzen. Der 13. Februar 2004 war für mich ein schlimmer Tag. Mein größtes Ziel war es, dass ich die Jahresmarke nicht überschreite und ich hatte es nicht geschafft.

Ein ganzes Jahr krank- wie ich das Jahr überstanden habe, weiß ich nicht. In der Schule habe ich in Bio ein Referat über Borreliose gemacht. Das Referat war ein voller Erfolg. Ich bekam viel Lob und Genesungswünsche. Immerhin ein kleiner Vorteil von meiner Krankheit. Am 18.2 bekam ich wieder 4 Nosoden und Eigenblut gespritzt. Die Heilpraktikerin meinte, dass ich jetzt noch eine Spritze bekommen würde. Die letzte Spritze kann man aber erst spritzen, wenn die Trinkkur gemacht wurde. Bevor der letzten Spritze muss ich Ampullen trinken. Da ich so viele Borrelien- und Zeckenfiebererreger habe, reichen die Spritzen nicht aus. Durch die Therapie werden die Borrelien und das Zeckenfieber ausgeschwemmt und rausgespritzt.

Am 18.2 fühlte ich mich besonders schlecht. Ich war sehr erschöpft, mir war schlecht und ich hatte starke Schmerzen. Dass ich mit 17 Probleme beim Treppen steigen haben würde, hätte ich mir nie erträumt. Der 20.2 war die Hölle. Ich bekam in der Schule auf einmal sehr starke Schmerzen, starkes Herzklopfen, Schweißausbrüche und zitterte wie Espenlaub. Ich glaube, dass ich noch nie so stark gezittert habe. Laut meinen Mitschülern sah ich aus wie eine Leiche und es hätte nicht mehr viel gefehlt, dass ich umkippe. Für mein Referat bekam ich übrigens eine glatte 1. :) Kommentar von meiner Lehrerin: " Du hast das Referat sehr souverän gehalten, konntest alle Fragen beantworten und es war auch für mich sehr interessant." Meine Aufklärungsmission war also geglückt. Ich habe das Referat vor allem gemacht um meine Mitschüler aufzuklären, weil viele die Krankheit nicht kannten und mich daher nicht verstehen konnten.

Am 27.2 begann ich mit der Trinkkur. Ich musste 2 Nosoden mit 1/4 Flüssigkeit über den Tag verteilt trinken. Ich musste mit den Nosoden gegen die Borrelien anfangen. Als mir meine Heilpraktikerin erklärte wie die Trinkkur abläuft, wurde mir klar, dass die Therapie sich bis in den Sommer hinzieht. Das wären dann 1 1/2 Jahre. Nachdem ich mit der Trinkkur begonnen hatte, ging es mir wieder besonders schlecht. Meine Schmerzen waren wieder die Hölle. Die Erstverschlimmerungen während Therapien waren ja schon normal. Aber es ist schon sehr deprimierend, wenn es einem auf einmal wieder so schlecht geht und man wieder starke Probleme beim Schreiben hat.

Am 9.3 musste ich zwei weitere Borrelien Nosoden trinken. Am 13.3 und am 15.3 ging es mir besonders schlecht. Am 13.3 war es so schlimm, dass mir mein Bruder die Haare fönen und kämmen musste, da ich dazu zu schwach war. Ich fühlte mich mal wieder wie eine lebende Leiche. Am 15. hatte ich auch wieder sehr starke Schmerzen, vor allem in den Armen, in beiden Knien und meine Sehnen taten mir weh. An diesem Tag hatte ich auch sehr starkes Kopfweh und war tierisch müde. Nach der Nachmittagschule schlief ich erst einmal knapp 1 1/2 Stunden.

Da es mir wieder so schlecht ging, war ich wieder sehr deprimiert und machte mir wieder häufiger Gedanken über mein jetziges Leben usw Der 16.3 war auch ein merkwürdiger Tag. An diesem Tag hatte ich sehr starke Schmerzen und fühlte mich gar nicht gut. Nach der Mittagsschule legte ich mich hin und schlief bis 17.45 Uhr. Danach aß ich etwas und schaute ein bisschen Tv. Da ich mich so schlecht fühlte, legte ich mich hin und schlief wieder ein. Ich schlief etwa bis 19 Uhr. Meine Mum meinte dann, dass ich doch ins Bett gehen soll, weil es so ja keinen Wert hatte. Also ging ich mit meinen 17 Jahren und halb acht ins Bett. Ich schlief wirklich von halb acht bis kurz vor 6 durch. Dass ich einmal so viel schlafen würde, hätte ich nie gedacht. Ich verschlief "sex and the city" und bekam wirklich gar nichts mit.

Am 18.3 musste ich wieder Borrelien Nosoden trinken. Dieses Mal musste ich allerdings nur eine Nosode über den ganzen Tag verteilt trinken. An dem Tag darauf floss aus meiner Nase auf einmal eine hellgelbe Flüssigkeit. Ich war verunsichert, da die Flüssigkeit viel zu dünn für ein Schnupfen oder so war. Ich rief meiner Heilpraktikerin an und fragte sie wovon die gelbe Flüssigkeit kommen könnte. Sie meinte, dass die Entgiftungsvorgänge auch über die Schleimhäute ablaufen können und dass wahrscheinlich davon die Flüssigkeit kommt. Normalerweise müsste es nach 2-3 Tagen wieder in Ordnung sein. Außerdem ist mir aufgefallen, dass ich in letzter Zeit sehr häufig aufs Klo muss. Auch das hängt mit der Entgiftung zusammen. Bei mir läuft die Entgiftung über die Nieren und über die Schleimhäute ab. Nach 2 Tagen war die gelbe Flüssigkeit verschwunden.

Am 24.3 war ich wieder sehr müde. Ich schlief nach der Schule fast 2,5 Stunden. An diesem Tag hatte ich starke Schmerzen im Knie, in den Fingern und krampfartige Schmerzen in den Handgelenken. Ich wünsche mir von Tag zu Tag mehr, dass ich wieder ein unbeschwertes, schmerzfreies und glückliches Leben führen kann. Am 28.3 musste ich wieder eine Borreliennosode trinken. Meine Müdigkeit nahm dadurch wieder zu. Am 28.3 bekam ich außerdem starke Rippenschmerzen. Mir war schlecht, meine Rippen schmerzten und ich bekam schlecht Luft. Klar, Schmerzen sind nichts neues mehr für mich. Ich wache mit Schmerzen auf und schlafe mit Schmerzen ein. Aber wenn dann noch andere Schmerzen hinzukommen, ist es schon lästig. Auch am 29.3 nahmen die Rippenschmerzen nicht ab. Ich hasse es, dass mein Leben nur noch aus Schmerzen besteht. Wann hört diese Hölle endlich auf?

In letzter Zeit habe ich wieder Probleme mit meinen Augen. Ich habe jetzt zwar neue Kontaktlinsen und sehe wieder scharf, aber ab und zu ist da immer noch dieser "Schleier". Auf einmal kommt ein Schleier und ich sehe nur noch verschwommen. Jetzt haben wir Anfang April und die Rippenschmerzen sind immer noch da. Ich denke langsam, dass sie von der Borre kommen. Meine Schmerzen sind wieder die Hölle. Ich fühle mich schwach und weiß einfach nicht wie lang ich das noch aushalten muss. Von meiner Therapie merke ich bis jetzt rein gar nichts. Im Internet habe ich ein Borreliose-Forum gefunden. Durch das Forum merke ich, dass ich mit meiner Krankheit nicht alleine bin. Ich hätte nie gedacht, dass so viele Betroffen sind.

Am 7.4 musste ich eine weitere Borreliennosode trinken. Ich muss in den nächsten Wochen noch 2 Borreliennosoden trinken und dann bekomme ich die letzte Borreliennnosode gespritzt. Danach kommen die Zeckenbissfiebernosoden dran. Ich bin mal gespannt wann ich endlich eine Verbesserung merke. Ich hasse Zecken! Am Karfreitag(9.4) ging es mir wieder ziemlich schlecht. Ich hatte starke Probleme beim Laufen. Mein Fußgelenk und das Schienbein schmerzten tierisch. Ab und zu meldeten sich dann noch die Handgelenke mit schrecklichen Schmerzen zu Wort. In der Nacht vom 9.4 auf den 10.4 konnte ich vor Schmerzen nicht schlafen. Ich habe nachts dann Schulsachen gemacht (und das in den Ferien*g*)und gelesen. So um halb fünf bin ich dann endlich eingeschlafen. Samstags ging es mir auch nicht wirklich besser. Die Schmerzen beim Laufen waren immer noch da. Wegen den Sehstörungen muss ich nach den Feiertagen unbedingt zu meiner Heilpraktikerin. In letzter Zeit ist mir aufgefallen, dass ich ab und zu unbegründete Halsschmerzen habe und sich mein Hals "eng" anfüllt. Außerdem habe ich seid längerem sehr starke Schweißausbrüche. Meine Handflächen sind sehr schnell total verschwitzt.

Der "Schleier" auf den Augen kommt laut meiner Heilpraktikerin auch von der Borreliose. Ich kenne keine andere Krankheit, die so viele unterschiedliche Symptome hat wie die Borreliose. An dieser Stelle mal ein kleiner Witz: Was ist der Unterschied zwischen einem Hypochonder und einem Borreliosekranken? Antwort: Der Borreliosekranke hat alle Krankheiten die ein Hypochonder gerne hätte! Es gibt eine kleine Änderung bei meiner Therapie: Mein Medikament gegen die Entzündungen im Nervensystem muss ich eine Woche lang 2 mal 8 Tropfen und 3 mal 8 Tropfen im täglichen Wechsel nehmen und danach nur noch 2 mal 8 Tropfen. Ich zähle jetzt noch mal meine schlimmsten Symptome auf, denn bei so vielen Symptomen verliert man ja leicht den Überblick. Meine Symptome sind: starke Gelenk- und Muskelschmerzen, starke Müdigkeit, Schwächegefühl, Ameisenkribbeln und ständiges Einschlafen von Händen und Füßen, Probleme beim Treppensteigen und Laufen, Sehstörungen, Schweißausbrüche, Probleme beim Schreiben, ab und zu Herzklopfen obwohl kein Grund zur Aufregung oder so besteht. Sport kann ich in meinem jetzigen Zustand fast gar nicht mehr machen.

Jetzt ist April und die Zeckenzeit hat wieder angefangen. Irgendwie habe ich vor einer Reinfektion Angst. Bei Borreliose ist es leider nicht so, dass man die Krankheit nur einmal bekommen kann. Reinfektionen sind keine Seltenheit. Ich glaube nicht, dass ich in nächster Zeit unbeschwert durch Wiesen oder Wälder laufen kann. Die Angst vor einer neuen Zecken ist da. Ich glaube, dass ich noch nie ein Tier so gehasst habe, wie diese kleinen unscheinbaren Tiere. Dass so ein kleines Tier einem so viel Leid zu fügen kann, hätte ich nie gedacht. Und Borreliose ist ja nicht die einzige Krankheit, die Zecken übertragen. Da wären noch die FSME und viele andere nicht so bekannte Krankheiten.

Meine Sehstörungen sind seid kurzem viel schlimmer geworden. Das Schleiersehen ist total nervig. Meinem Körper kann ich nicht mehr vertrauen und jetzt auch noch meinen Augen nicht mehr. Wie gern wäre ich wieder gesund. Meine Nervenschmerzen sind seid dem 15.4 wieder schlimmer. Mein Rückenmark und Gehirn brennt mal wieder wie Feuer. Ich hab mich in dem Borrelioseforum mal wegen meinen Sehstörungen umgehört. Es ist leider so, dass sehr viele Borreliosekranke Schleier sehen. Morgen beginnt wieder die Schule:( Ab Morgen heißt es dann wieder viel schreiben und Kräfte einteilen.

Die Sehstörungen und die Nervenschmerzen haben sich noch nicht gebessert. Meine Gelenk- und Muskelschmerzen wurden durch die Belastung in der Schule wieder schlimmer. Am 20.4 hatte ich starkes Kopfweh und Nervenschmerzen (vorallem im Gehirn).

Seid dem 19.4 ist mir aufgefallen, dass meine Augen ab und zu brennen und tränen. Am 21.4 musste ich eine weitere Borreliennosode trinken. Am 22.4 hatte ich wieder starke Nervenschmerzen im Gehirn und Rückenmark. Meine psychischen Probleme nehmen in letzter Zeit auch wieder zu. Am 23.4 war ich auf einmal total schlecht drauf und deprimiert und ich weiß nicht warum. Ich war mit Freunden weg und war einfach nicht mehr in der Lage zu lachen und fröhlich zu sein. Mir war irgendwie zum weinen zu Mute. Letztens hatte ich das schon mal. Am 24.3 hatte auch sehr starke Schmerzen und die Nervenschmerzen wurden auch nicht besser.

Ich hab mal wieder einen weiteren Tag X an dem ich gern wieder gesund wäre oder zumindest fiter: An meinem 18. Geburtstag am 21.10. Ob ich es schaffe, weiß ich nicht. Ich hab schon meinen 17. Geburtstag mit Schmerzen gefeiert und am 18. soll das nicht unbedingt sein..

Meine Sehstörungen machen mich zur Zeit ziemlich fertig. Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nicht mit meinen Augen Probleme habe. Entweder brennen und tränen meine Augen oder ich sehe nur noch Schleier. Am 28.3 hatte ich außerdem starke Rückenmark- und Gehirnschmerzen. Wenn zB. das Gehirn brennt hat man das Gefühl, dass man sich am Kopf kratzen muss, obwohl das natürlich nichts bringt. Ab und zu habe ich zu meinen anderen Schmerzen noch Kieferschmerzen. Mein Kiefer schmerzt, obwohl es keinen ersichtlichen Grund gibt. Außerdem habe ich seid längerem starke Ohrenschmerzen und Halsschmerzen. Ich habe aber keine Erkältung. Diese Krankheit ist irgendwie schon sehr merkwürdig.

Am 30.4 musste ich meine letzte Borreliennosode trinken. Am 30.4 hatte ich starke Schmerzen in meinem rechten Fußgelenk und in den Armen. Außerdem brannte mein Gehirn schrecklich. Bei mir wächst in letzter Zeit immer mehr der Wusch die anderen Deutschen über Borreliose aufzuklären. Am 1. Mai hatte ich vor allem in einzelnen Fingern und in den Knien starke Schmerzen. Am 2.Mai kamen zu den Schmerzen in den Fingern noch starke Schmerzen im rechten Arm und in den Ellenbogen dazu. Die Schmerzen waren krampfartig. Seit dem 5.5 habe ich wieder starke Probleme beim Laufen und mit meinem rechten Arm. Mein Arm ist wieder relativ schnell schwer und schwach. Am 6.5 kamen außerdem starke Kopfschmerzen, Brennen im Gehirn und Rückenmark , starke Halsschmerzen und Jucken des linken Ellenbogens hinzu.

Am 10.5 war ich wieder bei meiner Heilpraktikerin. Dass sich an diesem Tag mal wieder so einiges ändert, hätte ich nicht gedacht. Meine Heilpraktikerin prüfte meine Werte und meinte, dass alle Werte viel besser sind und nicht mehr entzündlich sind. Sie meinte, dass es mir sicher wieder einiges besser gehen würde. Ich musste sie leider enttäuschen. Meine Symptome sind nach wie vor vorhanden und ich hab keine Verbesserung gemerkt. Wir waren beide erstaunt, dass es mir nicht besser geht, die Werte aber wieder in Ordnung sind. Frau Lang war mit ihrem Latein am Ende. Ich machte meinem Namen als Sorgenkind mal wieder alle Ehre. Da meine Heilpraktikerin nun keinen Anhaltspunkt mehr für ihre weitere Therapie hat, schickte sie mich zu einem Allgemeinarzt.

Am 11.5 trank ich die ersten beiden Zeckenbissfiebernosoden. Am 13.5 war ich dann bei Doktor Karch. Ich war zum ersten Mal von einem Arzt total begeistert. Der Arzt hörte mir zu, nahm mich ernst und wusste wenigstens einmal was Borreliose ist. Er meinte, dass meine bisherigen Ärzte den größten Fehler gemacht haben, den sie machen konnten. Sie haben mir kein Antibiotikum gegeben. Wegen jeden Sch... bekommt man Antibiotikum, aber wenn es einmal notwenig ist, bekommt man nichts.

Am 14.5 war ich wieder beim Arzt. Mir wurde Blut genommen. Mein Blut wird jetzt auf Borreliose, Coerreger und noch andere Krankheiten untersucht. Am 18.5 war ich wieder bei Doktor Karch. Meine Blutergebnisse waren alle in Ordnung und auch der Borreliosetiter war negativ. In meinem Blut konnte man keine Antikörper gegen Borrelien feststelllen. Der Karch meinte allerdings, dass das nichts zu heißen hat. Er erzählte mir von einem Jungen, der sogar Gesichtslähmungen hatte und der Borreliosetiter trotzdem negativ war. Die Serologie bei Borreliose ist meistens nicht eindeutig und das ist das Problem.

Dr. Karch meinte, dass meine Schmerzen auch von Fibromyalgie kommen können. Entweder habe ich Borreliose oder Fibromyalgie- eins von beiden muss es auf jeden Fall sein. Der Allgemeinarzt tastete mich ab und stellte fest, dass ich vorallem an den Sehnen Schmerzen habe. Das wäre typisch für Fibromyalgie. Er überwies mich zu einem Spezialisten für Fibromyalgie nach Ludwigsburg.

Bei dem Spezi in Ludwigsburg hätte ich erst im September einen Termin bekommen, da das zu spät ist, hat mir Doktor Karch die Adresse von einem Rheumatologen in Öhringen gegeben. Da habe ich jetzt am 1.6 einen Termin.

Ich habe von meiner Heilpraktikerin übrigens noch Tabletten gegen die Nervenentzündungen bekommen. Ich muss eine Tablette immer vor dem Einschlafen nehmen. Von meinem anderen Medikament gegen die Nervenentzündungen muss ich wieder 3 mal 12 Tropfen nehmen. Am 23.5 musste ich wieder 2 Zeckenbissfiebernosoden trinken.

Zur Zeit ist es bei mir so, dass ich hoffe, dass ich "nur" Borreliose habe und keine Fibromyalgie. Der 1.6 wird Gewissheit bringen... Bis dahin hab ich mal wieder Ungewissheit, aber das ist ja nichts neues für mich.

Am 1.6 war ich wie gesagt bei dem Rheumatologen im Krankenhaus in Öhringen. Der Rheumatologe stellte meine Heilpraktikerin ziemlich dumm hin und meinte, dass wenn die Borreliosetests negativ sind, ich sicher keine Borreliose habe. Die Tests wären total zu verlässlich.

Und genau das ist Quatsch. Ein negativer Test muss noch lange nicht heißen, dass man keine Borreliose hat. Auch die Liquorpunktion bringt nur in 20% der Fällen ein positives Ergebniss. Ich frag mich heute noch, warum die Ärzte im Kh dann überhaupt an mein Nervenwassser wollten und nicht schon damals ausführliche Borreliosetests gemacht haben.

Wieder zurück zum Rheumatologen: Auch er tastete mich an den Tenderpoints ab und nahm mir Blut ab, da ihm die anderen Blutergebnisse nicht ausreichen. Er hatte nicht wirklich den Verdacht auf Fibromyalgie, schloss es allerdings auch nicht aus. Fakt ist, dass ich weichteilrheumatische Schmerzen habe und das in meinem Alter nicht normal ist. Borreliose habe ich laut ihm auf keinen Fall.

Jetzt muss ich mal wieder abwarten bis die Blutergebnisse und der Bericht bei Dr. Karch ist. Ich bin mal gespannt was er dazu sagt.
Von dem Rheumatologen habe ich übrigens noch Schmerzmittel gegen rheumatische Schmerzen bekommen. Von der Heilpraktikerin Tropfen gegen die Entzündungen usw.

Mein Zustand ist nach wie vor nicht besser. Ich habe wieder enorme Probleme beim Schreiben. Am 6.5 war ich ein bisschen Joggen, weil ich meine Muskulatur wieder ein bisschen aufbauen wollte und seither habe ich wieder Probleme mit meinen Beinen vor allem beim Laufen. Die Probleme haben sich wieder einigermaßen gelegt.

Am 9.6 hatte ich mal wieder schlimme Beschwerden. Ich hatte von morgens bis nachts fast ununterbrochen irgendwelche Schmerzen. Ich hatte Schmerzen in den Armen, Handgelenken, Sehnen und Krämpfe in den Beinen.

Hmm ich hab glaub, vergessen, dass ich wegen meinen Augen beim Augenarzt war. Mein Augenarzt meinte, dass man Schleier vor den Augen entweder von Probleme mit den Kontaktlinsen, Kreislaufprobleme oder Altersabnutzungen bekommt. Die Borreliose könnte laut ihm auch der Auslöser sein. Bei mir sind es entweder Kreislaufprobleme( die ich ohne Frage schon fast immer hatte) oder die Borreliose.

Auch am 10.6 ging es mir nicht besser. Vor allem gegen Abend wurden meine Schmerzen schrecklich. Handgelenke, Arme, die Sehnen und auch die Beine machten mir mal wieder zu schaffen. Psychisch gesehen war ich an diesem Tag auch ziemlich schlecht drauf. Ich war es einfach Leid die Krankheit zu ertragen und fragte mich warum gerade ich diesen Sch... durchmachen muss.

Morgen muss ich bei Dr. Karch anrufen und fragen ob er den Bericht und die Blutergebnisse von dem Rheumatologen schon bekommen hat. Naja ich bin mir sowieso ziemlich sicher, dass bei dem Blut nichts raus kommt und mach mir keine große Hoffnungen. Gespannt bin ich auf den Bericht und wie es weitergehen soll. Irgendwas muss man ja machen...

Der Bericht vom Rheumatologen ist endlich da. Ich habe bei Dr Karch am 25.6 einen Termin.

Da ich 10 Tage lang eine Austauschschülerin da hatte, habe ich schon länger nicht mehr über meinen aktuellen Stand berichtet. Das will ich jetzt nachholen.

Am 13.6 ging es mir nachts total schlecht. Ich hatte tierische Schmerzen in Sehnen, Knien, Fußgelenke und den Beinen( vor allem rechts). Am nächsten Morgen war es auch nicht besser.
Während dem Schüleraustausch sind wir relativ viel gewandert. Nach den Wanderungen fühlte ich mich immer besonderes schlecht und meine Beine waren wie Wackelpudding.

Am 22.6 hatte ich wieder ein starkes Brennen im Kopf. Mein Kopf brannte tierisch und ich dachte schon, dass es gar nicht mehr aufhört. Meine Sehstörungen sind auch kein bisschen besser. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das nur vom Kreislauf kommt...

Von dem 25.6 hatte ich mir auch was anderes erwartet. Der Rheumatologe hatte ja schon im Krankenhaus total meine Heilpraktikerin beschimpft und behauptet, dass sie keine Ahnung hat und der Befund Borreliose Quatsch ist. Auch in seinem Bericht äußerte er sich negativ und meinte, dass kein Verdacht auf Borreliose besteht. Seine Diagnose: Weichteilrheumatisches Syndrom. In seinem Bericht stand auch noch, dass man sich über einen psychosomatischen Hintergrund Gedanken machen soll. Meine Rheumawerte waren unauffällig, aber jetzt hab ich laut dem Rheumatologen Fibromyalgie.

Ich soll wieder Sport machen, Entspannungsübungen und wieder zur Schmerztherapeutin gehen. Zur Schmerztherapeutin geh ich sicher nie mehr.(ich hab schon am Anfang meiner Krankheit mit ihr schlechte Erfahrungen gemacht.) Sie hat mich vor allem mit Antidepressiva voll gestopft und nur ihr Programm durchgezogen, obwohl nichts half und es mir immer schlechter ging.

Ich glaube noch nicht wirklich, dass ich Fibromyalgie habe. Es lief alles nur nach dem Ausschlussprinzip hab. Hat sie das nicht, hat sie halt das... Ich bin jetzt wieder genauso schlau wie am Anfang und bin auch psychisch fertig. Nach dem Arztbesuch habe ich nur geheult, weil ich wieder gesund werden will und den ganzen Sch*** nicht für immer haben will. Man wird damit zwar 100 Jahre alt, aber was ist das für ein Trost? Ich bin erst 17...

Von Dr. Karch habe ich immer hin eine Sportbefreiung bis zum Ende des Schuljahres bekommen, damit meine Lehrerin nicht mehr so dumme Sprüche bringen kann.

Im Moment fühlte ich mich wieder total hilflos und weiß nicht mehr weiter. Ich bin wieder genauso schlau, wie im Anfang. Ich war im Dezember damals so froh, als meine Krankheit endlich einen Namen hatte. Der Tag war psychisch gesehen so wichtig für mich.

Und jetzt?Jetzt wird mir das alles kaputt gemacht. Meine ganze Hoffnung und mein Glaube daran, dass ich wieder gesund werde, macht dieser doofe Rheumatologe kaputt.

Wie es mir jetzt geht interessiert die Ärzte gar nicht... Ich weiß, dass ich stark bin und in mir eine kleine Kämpferin steckt, aber seid gestern weiß ich gar nicht mehr ob es sich überhaupt noch lohnt zu kämpfen. Für was? Es nimmt mich doch eh kein Arzt ernst. Und alles auf die Psyche zu schieben, ist ja immer das leichteste.

Dass ich dadurch auch Probleme in der Schule habe, weil ich zum Beispiel keinen Schulsport machen kann, Probleme beim Schreiben habe usw, das interessiert niemand.

Ich wünschte, dass es den Tag X im Februar 2003 nie in meinem Leben gegeben hätte. Ich wär wieder so gern wie früher. Gesund und fröhlich...


An dieser Stelle möchte ich sagen, dass es mir bei diesem Bericht nicht ums Geld verdienen geht. Es ist nur eine schöne Nebensache;)

Ich möchte mit diesem Bericht aufklären und anderen Hoffnung geben.

Mein Bericht soll etwas bewirken und zum Nachdenken anregen. Denn soweit wie wir immer gedacht haben, sind wir in der Medizin noch gar nicht. Wenn man eine unbekannte Krankheit hat, hat man es auch noch im 21 jhd schwer.

Ich wünsche euch allen Gesundheit und, dass ihr nie solche schlechten Erfahrungen mit Ärzten machen müsst.

:::Update 14.10:::

Da der Rheumatologe in Öhringen so ein arrogantes *****loch war und ich an seiner Diagnose gezweifelt habe, war ich am 13.10 bei einer weiteren Rheumatologin in der Rheumaklinik Neckargemünd. Die Rheumatologin war mir sehr sympathisch und kam mir äußerst kompetent vor. Sie meinte schon nach der Amnese, dass sie die Diagnose eigentlich ohne Zweifel bestätigen kann. Nach der Untersuchung war auch für sie klar: Ich habe eine juvenille Fibromyalgie ( „kindliche bzw jugendliches“ Weichteilrheuma). Nach fast 2 Jahren hat meine Krankheit endlich einen Namen.

Die nächste Zeit wird wahrscheinlich sehr hart für mich. Ich muss akzeptieren, dass ich nie mehr gesund werde und muss versuchen mit der Krankheit zu leben. Rheumatische Erkrankungen treten bei Jugendlichen immer mehr auf und man weiß leider nicht warum.

Da die Therapiemöglichkeiten bei dieser Krankheit relativ schlecht sind, muss man jetzt erst einmal „ausprobieren“ wodurch es mir besser geht. Ich habe wie gesagt einen langen und harten Weg vor mir, aber nun habe ich Gewissheit.

Ich muss mir einen kompetenten und netten Rheumatologen in meiner Nähe suchen, der mich betreut und laut der Rheumatologin wäre psychologische Unterstützung auch sehr sinnvoll.

Wenn Dr Karch den Bericht von der Rheumatologin hat, muss ich zu ihm gehen und mit ihm einen guten Rheumatologen suchen.

Dass ich an meinem Geburtstag wieder gesund bin, schaffe ich nun logischer Weise nicht.

Dass ich nie mehr gesund werde, habe ich noch nicht wirklich realisiert. Im Moment bin ich nur froh, dass ich endlich Gewissheit habe. Wie ich mit der Krankheit umgehen und leben soll weiß ich noch nicht wirklich. Aber ich werde es schaffen, mein Leben trotz der Krankheit zu meistern. In den letzten Monaten haben mir so viele gesagt wie sehr sie mich bewundern und wie gut ich damit umgehe, so was motiviert natürlich schrecklich und ich weiß, dass in mir eine kleine Kämpferin steckt. Irgendwie werde ich alles schaffen und unterbringen lasse ich mich auf gar keinen Fall. Es gibt so viele schlimmere Krankheiten.

Euch allen danke ich für eure lieben Kommentare und GB- Eintrage, die mir immer gezeigt haben, dass es viele Menschen gibt, die an mich denken und mir Mut machen. Ohne solche Menschen würde auch der größte Kämpfer solche Situationen nicht durchstehen. DANKE!

Ich wünsche euch für Eure Zukunft alles, alles Gute und vor allem Gesundheit, denn selbstverständlich ist Gesundheit wirklich nicht.

Eine Fortsetzung wird es jetzt nicht mehr geben...











----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2004-04-25 15:27:40 mit dem Titel Die Volkskrankheit Borreliose-verharmlost,vertuscht und verschwiegen

Seid ich selbst an Neuroborreliose erkrankt bin, habe ich mich ausführlich mit dem Thema auseinander gesetzt. Da viele Menschen nichts oder nur ganz wenig über Borreliose und Neuroborreliose wissen habe ich hier einige wichtige Informationen gesammelt. Ich will noch ein bisschen mehr als Adelina ins Detail gehen und auch über die Diagnose,Therapie,Prognose usw berichten.

Was ist Borreliose ?
Borreliose ist eine Infektionskrankheit, die durch einen Zeckenbiss übertragen werden kann.
Laut Robert Koch-Institut erkranken in Deutschland 0,3–1,4 Prozent nach einem Zeckenbiss an einer Borreliose.Der Biss einer borrelienhaltigen Zecke führt bei 20–30 Prozent der Betroffenen zum Nachweis von Borrelienantikörpern im Blut. Etwa jede fünfte Zecke im europäischen Raum ist mit Borrelien infiziert.

Wie oft kommt Borreliose in Deutschland vor?
Da Borreliose laut dem Infektionsgesetz nicht meldepflichtig ist (nur bei Hirnhautentzündung),ist man sich nicht sicher wie viele Neuerkrankungen es pro Jahr gibt. Die Angaben variieren zwischen  40.000 und 200.000 Neuerkrankungen. Das Risiko ist besonders hoch in den Gebieten, die eine große Anzahl an mit. Borrelien infizierten Zecken aufweisen.
Süddeutschland ist zum Beispiel stark betroffen. Die Erkrankung ist aber auch in großen
Teilen Europas sowie in Nordamerika verbreitet.

Symptome
Es können Müdigkeit, Kopfschmerzen, Fieber, Nackensteifigkeit, Gelenkschmerzen,
Muskelschmerzen, geschwollene Lymphdrüsen, Rücken- Brust- oder auch Bauchschmerzen,
Durchfall, Gewichtsverlust, Halsbeschwerden, Husten, Augenprobleme, Übelkeit,
Erbrechen, Missempfindungen und Schmerzen an Armen/Beinen, Herzklopfen, Schweißausbrüche,
Schwindel und psychische Veränderungen auftreten. Man muss allerdings beachten, dass diese
Symptome auch bei anderen Krankheiten auftreten können. Diese Symptome müssen nicht
unbedingt auf Borreliose hindeuten. Denn die Symptome der Borreliose sind sehr unterschiedlich und können sich in vielen Organen äußern.

Stadien
Man unterscheidet zwischen 3 Stadien der Erkrankung:

Stadium 1
Wenige Tage und Wochen nach dem Biss durch eine infizierte Zecke kann im Falle
einer Infektion eine ringförmige, zunächst etwa handtellergroße Hauterscheinung, die
so genannte chronische Wanderröte auftreten, die sich allmählich um die Zeckenbissstelle
ausbreitet und schließlich wieder verschwindet. Diese Hauterscheinung ist so typisch,
dass man in solchen Fällen sicher von einer Infektion ausgehen kann und die betroffene Person unbedingt mit Antibiotika behandeln sollte. In etwa 30 Prozent der Fälle kommt es zu einer Infektion mit Borrelien, ohne dass sich eine Wanderröte entwickelt. Im ersten Stadium können außerdem Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Fieber und Lymphknotenschwellungen auftreten.

Stadium 2
Im zweiten Stadium der Erkrankung, die Wochen bis Monate nach dem Zeckenbiss auftritt,
kann es zu verschiedenen Organbeteiligungen kommen. Bei der Gelenkbeteiligung tritt
meist eine Entzündung eines oder einiger weniger Gelenke auf, wobei die Kniegelenke
besonders häufig betroffen sind. Die Beteiligung des Nervensystems verläuft in Form einer
Hirnhaut- und Nervenwurzelentzündung oder der Entzündung eines meist einzelnen Nervs am Körper, die z.B. zur Lähmung eines Gesichtsnervs mit Herabhängen der Mundwinkel auf einer Seite führen kann. Eine Beteiligung des Nervensystems bei Borreliose wird auch als Neuroborreliose (10 - 15%)bezeichnet. Die Neuroborreliose kann sich in Form schmerzhafter Nervenwurzelentzündungen oder einer Hirnhautentzündung äußern. Die Nervenwurzelentzündung ist gekennzeichnet durch nächtlich betonte, sehr starke Schmerzen, die im Bereich der Beine, der Arme, gürtelförmig am Rumpf oder auch im Bereich der Wirbelsäule auftreten können. Darüber hinaus kann, wenn auch selten, auch das Herz betroffen sein, so dass eine Herzmuskel-und Herzbeutelentzündung zu Herzrhythmusstörungen führen kann. Weitere Symptome des 2. Stadiums sind starke Kopfschmerzen, Sehstörungen und Schwindelattacken.

Stadium 3
Das letzte Stadium tritt erst Monate bis Jahre nach dem Zeckenbiss auf.
Neben Gelenkbeteiligung können hier Hauterscheinungen auftreten, welche durch Blauverfärbungen und die Verdünnung der Haut an den Händen und Füßen gekennzeichnet sind.

Diagnose
Zuerst erhebt der Arzt die Krankheitsgeschichte. Um die Diagnose mit Sicherheit zu stellen,
entnimmt der Arzt eine Blutprobe. Sie zeigt, ob man Antikörper (Antikörper bildet der Körper nach Kontakt mit körperfremden Stoffen, um sie abzuwehren) gegen Borrelia burgdorferi gebildet haben. Die Antikörper können normalerweise zwei bis vier Wochen nach dem Biss im Blut nachgewiesen werden. Manchmal vergehen aber auch bis zu zwei Monate. Das bedeutet, dass man mit Borrelien angesteckt sein kann, obwohl die Blutprobe negativ ist. Bei Verdacht auf Borreliose wird man in ein Krankenhaus eingewiesen. Dort wird eine Untersuchung der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) vorgenommen. Der Arzt kann sehen, ob die Bakterien ins Nervensystem vorgedrungen sind. Selbst wenn die Nervenwasseruntersuchung negativ ausfällt, muss es nicht sein, dass man nicht mit Borrelien angesteckt ist Fast alle Borreliosekranken durchlaufen bis zur richtigen Diagnose eine Odyssee durch Arztpraxen. Dadurch haben sie die Chance auf eine kurzfristige Heilung bereits verloren. Denn gerade bei dieser schweren und so heimtückischen Krankheit ist eine frühzeitige Erkenntnis sehr wichtig.

Therapie

Schulmedizin
Borreliose sollte mit Antibiotika, in der Regel über einen Zeitraum von mindestens
21 Tagen, behandelt werden. Dabei entscheidet die Art der Infektion darüber,
ob zunächst ein Therapieversuch mit als Tabletten eingenommenen Antibiotika
gemacht werden kann oder aber ob gleich Antibiotika über die Vene injiziert werden müssen.
Die Wirkung der Antibiotikatherapie tritt häufig erst sehr spät nach einigen Wochen oder
sogar Monaten ein, d.h. nach einer Antibiotikatherapie sollte zunächst der Verlauf abgewartet werden.

Heilpraktiker

Die Behandlung ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und hängt von Stärke und Dauer der Erkrankung ab. Häufig wird mit Eigenblutinjektionen, Nosoden und mit Medikamenten therapiert. Die beste Therapie wäre, wenn Schulmedizin und Heilpraktiker miteinander
arbeiten würden. Diese Zusammenarbeit würde vielen Patienten längere Qualen ersparen.

Prognose
Meist verläuft die Erkrankung relativ gutartig, aber leider häufen sich auch Hinweise
auf \"therapieschwierige\" bis nahezu therapieresistente Fälle, vor allem, wenn die Erkrankung
erst sehr spät erkannt wurde. Und das ist leider häufig der Fall. Nur jeder 3. Arzt in Deutschland weiß über Borreliose Bescheid. Chronische Verläufe sind auch möglich. Wie häufig diese sind, ist allerdings statistisch nicht befriedigend genug untersucht. Die größte Chance, sie zu verhindern, liegt in einer frühzeitigen Diagnostik. Im Frühstadium der ersten Tage oder Wochen erkannt, ist Borreliose bei ausreichender antibiotischer Behandlung zu 100 Prozent heilbar, im Spätstadium nach Monaten oder Jahren in etwa jedem fünften Fall nicht mehr. Manche Patienten sterben sogar an Borreliose (etwa an Herzversagen) bzw. leben wesentlich kürzer,andere gehen einen langen und beschwerlichen Leidensweg, einige landen im Rollstuhl oder in der Psychiatrie. Viele verlieren ihre Arbeitsstelle und sind zur Frühverrentung gezwungen. Soziale Beziehungen zerbrechen unter der Dauerbelastung oder schlicht aufgrund der schwindenden Aktivitäten des Kranken. Kurzum: Borreliose kann auf verschiedene Weise zu einem \"Abschied vom Leben\" werden.

Einige Fehlreaktionen des sozialen Umfelds
Durch ihre schwere Krankheit erleben Borreliosekranke auch in ihrem sozialen Umfeld
fast regelmäßig Schwierigkeiten und Enttäuschungen:
1.Die Unsichtbar und Unkenntnis der Krankheit erleichtert Missverständnisse
und Verdächtigungen. Man wird als Simulant verspottet. „Man sieht dir doch gar nichts an.“
2.Die lange Dauer der Krankheit belastet die familiären und sozialen Beziehungen.
„Du bist gar nicht mehr so wie früher.“
3.Phsychische Symptome wie Depressionen, Angstzustände usw. verstärken noch die Gefahr des Unverständnisses.
4.Bei mehrfachem Therapieversagen und Verstärkung oder Verbreitung der Symptomatik entsteht zwangsläufig die Angst vor dem Tod. Der Gedanke, dass man immer noch diese schlimmen Erreger in seinem Körper hat, macht einen verrückt.

Unverständnis der Umwelt
Sicher gibt es erschreckendere Namen und höhere Sterblichkeitsraten, als bei Borreliose,
doch der subjektive und objektive Leidendruck dürfte bei vielen Borreliosekranken einer Krebserkrankung ähnlich sein, schon weil sie zu allem Schaden auch noch permanent um die Anerkennung ihrer Krankheit und die Finanzierung kämpfen müssen. Kommentare wie „Man sieht dir aber nichts an“, „Stell dich nicht so an“, „Daran stirbt man schon nicht“ usw. gehört zum Alltag vieler Borreliosekranker. Wogegen das bloße Wort „Krebs“ die Umgebung mitfühlend erschaudern lässt. Das Unverständnis der Umgebung und ärztliche Inkompetenz führen bei den meisten Borrelioselkranken zu Depressionen und sogar Suizid- Gedanken. Durch diese Krankheit wird nicht nur der Körper, sondern auch die Seele krank. Borreliosepatienten erwarten höchste Sensibilität, Einfühlsvermögen und Liebe, während der schweren Krankheit. Man sollte sich zweimal überlegen was man zu einem Borreliosenkranken sagt, denn Borreliose ist sicher keine „Geisteskrankheit“ (FAZ), sondern eine heimtückische Infektionskrankheit mit schlimmen Folgen. Nur Menschen, die selbst schon einmal Borreliose hatten, wissen wie schlimm diese Krankheit ist. Eine ältere Patientin sagte: „Borreliose tötet nicht, sie nimmt das Leben“ - und ich kann dieser Frau nur zustimmen.

Hinweis
Die erkrankten Personen sind nicht ansteckend. Es besteht also kein Grund zur Sorge ;-)
Eine Meldepflicht besteht nach dem Infektionsschutzgesetz nicht.
In einigen Bundesländern Deutschlands wurde eine Meldepflicht für den Erkrankungs- und Sterbefall eingeführt. Am wichtigsten ist eine frühzeitige Erkenntnis, nur so kann das Schlimmste verhindert werden!!!Ein Impfschutz gegen Borreliose gibt es in Deutschland noch nicht! Es war ein Impfstoffauf dem deutschen Markt. Er wurde allerdings wieder vom Markt genommen, wegen zu starken Nebenwirkungen und weil in Deutschland zu viele verschiedene Borrelienerreger existieren. Süddeutschland ist für Borreliose  zwar ein Risiko Gebiet, doch die \"Volkskrankheit Borreliose\"ist in ganz Deutschland verbreitet! Dass Borreliose nur in Süddeutschland vorkommt ist ein schlimmer Irrtum. Dies gilt nur für FSME.

Quellen: www.rki.de, www.m-ww.de,www.medizininfo.de, www.borreliose.de und meine eigenen Erfahrungen. Wenn sie sich für Borreliose interessieren, können sie mal in dem deutschen Borreliose Forum vorbeischauen. (www.borreliose-forum.de

26 Bewertungen, 2 Kommentare

  • phelsuma21

    17.07.2009, 20:26 Uhr von phelsuma21
    Bewertung: besonders wertvoll

    Hallo sunnymaus, mich würde interessieren wie deine Borreliose weiter verlaufen ist. Leide selber seit ca. 5 Jahren daran und bin 26. Vielleicht können wir uns ja austauschen. Der Text spricht mit meinen Symptomen und dem Alltag den ich beschreite total überein.Würde mich freuen wenn du dich melden würdest! [email protected]

  • Fluetie

    20.11.2005, 23:11 Uhr von Fluetie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr ausführlicher und interessanter Bericht. <br/>sehr nützlich ( Sprache: Altyopi ) :-) lg Dirk