Bowfingers große Nummer (VHS) Testbericht

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ab 2,28
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Erfahrungsbericht von winterspiegel

Wie bekomme ich jeden Filmstar

Pro:

Lustiger Einblick ins Filmmilieu

Kontra:

Gegen Ende etwas nachlassend

Empfehlung:

Ja

Ich hab da diesen Albtraum und der geht folgendermaßen:
Es gibt nur noch ein einziges Filmgenre - nämlich Komödie. Alle anderen wurden verboten, gingen verloren, oder weiß der Geier warum es sie nicht mehr gibt. Erstens tut es nichts zur Sache und zweitens ist es schließlich mein Traum.
Ich denke dabei nicht etwa an diverse Teenie-Komödien, die wie Giftpilze in der vergangenen Zeit aus der Filmlandschaft geschossen sind und mit ihren, der Schamesröte ins Gesicht treibenden Anzüglichkeiten über Genitalien oder Körberflüssigkeiten nerven.
Nein – ganz so schlimm ist es auch wieder nicht.

Ich denke da viel eher an Komödien, wie sie Steve Martin in den letzten, wer weiß wie vielen Jahren mit schöner Regelmäßigkeit uns aufzudrängen versucht.Aber anstatt zum Schmunzeln oder gar zum Lachen anzuregen, provozieren diese Meisterwerke des Nonsens eher Trübsinn und Depressionen - jedenfalls bei mir.
Doch bekanntlich hat jede Regel ihre Ausnahme, in diesem Falle heißt die wohl „Bowfingers große Nummer“. Diese Hollywood-Komödie übers Filmemachen scheint tatsächlich eine klare Ausnahme, in den all zu trüben Gewässern von Martins Humor zu bilden.



Filmhandlung


Der Filmemacher und Hochstapler Eddy Bowfinger wartet schon ewig lange auf seine ganz große Chance sein wahres Potenzial zu zeigen, und der Filmwelt zu demonstrieren, wie ein Streifen mit seinen Visionen auszusehen hat.Eines Tages bietet sich ihm tatsächlich die Gelegenheit, als er von einem Freund ein Sci-Fi Drehbuch in die Finger bekommt.
Alle anderen halten das Manuskript zwar für absoluten Schrott, doch Bowfinger lässt sich keinesfalls beirren und sucht sich ob seiner Mittellosigkeit, eine vor allen Dingen kostengünstige Mannschaft zusammen. Auch Kameras und sonstige Filmutensilien werden schon mal kurzerhand von den großen Studios \"ausgeliehen\".
Doch eines fehlt natürlich - ein richtiger Superstar muss her, ohne den ein erfolgreicher Film nicht denkbar erscheint.

Da der dafür ausgesuchte Kit Ramsey (Eddy Murphy) für eine derartige Schundproduktion natürlich nicht zu gewinnen ist, wird einfach die Kamera in seiner Nähe versteckt und in Position gebracht. Anschließend wird der ahnungslose Filmstar immer wieder in Situationen verstrickt, die zwar Bowfingers Film eine Handlung geben soll, aber Ramsey langsam aber sicher an seinem Verstand zweifeln lassen...



Kritik


Die Initialzündung dieses Streifens ist ganz eindeutig die verrückte Idee, einen Film mit einem berühmten Filmstar, ohne dessen Zustimmung und Wissen zu realisieren. Daraus ergeben sich natürlich fast automatisch, die groteskesten und lustigsten Situationen, die den Film zu großen Teilen richtig witzig erscheinen lassen.
So sind die Sequenzen auch die Gelungensten, in denen das Kamerateam versucht die Filmszenen mit dem ahnungslosen Opfer einzufangen, oder mit Hilfe der Leihendarsteller ihn zu den, für den Film wichtigen Reaktionen zu bewegen.

Eddy Murphy, der mal wieder mehr als nur einen Charakter spielt, mimt den Hollywood-Superstar so richtig arrogant und wundervoll hochnäsig, - eben als ein richtiges Arschloch.
Seine andere Rolle - den trotteligen Zwillingsbruder, der wegen seiner Ähnlichkeit mit dem Star eine Rolle bekommt - spielt er gewohnt routiniert, kommt aber vielleicht nicht ganz so gut dabei weg.

Steve Martin kann zwar nicht ganz aus seiner Haut und gibt teilweise wieder den durchgeknallten Zappel-Phillip, doch seine Rolle als Regisseur und Filmemacher verlangt von ihm Gott sei Dank zumindest ansatzweise einen gewissen Grat an Würde, die er dann auch zu vermitteln versucht.Zum Schluss zieht sich die Story ein wenig zu sehr in die Länge, doch das liegt wohl in ihrer jeweiligen Sparte begründet. Ich zumindest kenne kaum eine Komödie die in dieses Loch nicht fällt, bevor ihre Geschichte zu einem Abschluss kommt.

Anstatt wie schon gelegentlich gesehen gegen Ende zum Beispiel die verpatzten Szenen des Films laufen zu lassen, gibt es ganz zum Schluss ein besonderes ausgefallenes Schmankerl.
Hier wird einer der zukünftigen Filme unserer nun erfolgreichen Protagonisten in der Art eines rasanten Trailers gezeigt.
In einer virtuosen James Bond und Kung-Fu Veralberung von wirklich sehr komischen Bildern klingt der Film effektvoll aus und lässt einen schließlich relativ gut gelaunt zurück.



Fazit


Sicher ist die aus der Feder von Steve Martin beschriebene Handlung nicht gerade dazu angetan, richtig deftige Kritik an der Filmmaschinerie Hollywoods zu üben, dazu ist sie viel zu seicht und oberflächlich. Für einen unterhaltsamen DVD-Abend reicht sie aber allemal, und stünden da nicht die jeweiligen Anwälte der richtigen Filmstars sofort Gewehr bei Fuß, hätte diese Idee wohl sogar schon längst Schule gemacht.
Denn einen Mel Gibson und Co. für umsonst vor die Kamera zu bekommen, welcher kleine Filmemacher träumte nicht schon des öfteren davon.



DVD


Bild und Ton sind hervorragend auf diesem Silberling festgehalten. Das Bild gibt die Kalifornische Sonne geradezu authentisch wieder, unter der es entstanden ist.Die wenigen Nachtaufnahmen sind leider etwas zu dunkel geraten und es fehlt etwas am nötigen Kontrast.
Der Ton ist sehr zurückhaltend und auch die Musik greift dem Film meist nur zaghaft unter die Arme.Insgesamt macht - gerade wenn man ihr Alter berücksichtigt - diese DVD einen guten Eindruck. In der letzten Zeit wurden sie vielfach bei einem Preis von gut unter 15 Euro von verschiedenen Märkten angeboten.
Deshalb kann ich diese Scheibe durchaus und mit gutem Gewissen weiterempfehlen.

Für die Zeit in der ein reichhaltiges Bonusprogramm bei Leibe nicht selbstverständlich war, bietet diese fast drei Jahre alte Scheibe überdurchschnittliche Extras. Dazu ein überaus witzig animiertes Menü.



Extras


Filmkommentar des Regisseurs Frank Oz

Spotlight on Location:
Eine 32 Minuten lange Reportage im Stil eines Making Of´s, mit Interviews der Macher und Schauspieler. Dazu gibt es noch mal diverse Filmausschnitte, alles sehr informativ und ausführlich. Vor allem erfährt man was Martin und Oz mit diesem Film auszudrücken beabsichtigten.

Einige wenige rausgenommene Szenen, die wegen ihrer vielen Dialoge wohl gekippt wurden.

Außerdem noch ein paar verpatzte Sequenzen. Diese Abschnitte bei denen so einiges schief ging und die Spontaneität der Akteure zeigt, sind einigermaßen lustig anzuschauen.

US – Filmtrailer

DVD - Rom Teil

Ausführliche Produktionsnotizen und Filmografien der Schauspieler in englischer Sprache sind vorhanden.

Deutsche Untertitel gibt es bei allen Extras, leider mit Ausnahme des Audiokommentars.


Filmdaten

Laufzeit: 93 Minuten

Bildformat: 1:1.85

Audiokanäle: Englisch / Deutsch Dolby Digital 5.1

Untertitel: Englisch / Deutsch / Nederlands / Polski / Norsk und noch viele weitere.


(c) winterspiegel für Ciao & Yopi

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