Bowfingers große Nummer (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Gaeltacht

Eine echte Null-Nummer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Die auf der Videohülle abgedruckten Kritiken überschlagen sich förmlich: "Hemmungslos albern und ausgesprochen raffiniert zugleich - ein Komödienglücksfall!" jubelte die Bild-Zeitung und die KinoNews setzte noch einen drauf: "Bei diesem Film werden die Lachmuskeln aufs Äußerste strapaziert!" Ich muss ganz offen gestehen - am meisten haben diese Kritiken meine Lachmuskeln strapaziert! Die Damen oder Herren aus den betroffenen Redaktionen haben wohl einfach die von der Verleihfirma vorgefertigten PR-Texte verbraten - gesehen hat ihn sicher keiner.

Mir als altem Steve Martin-Fan tut es besonders weh, ein derart vernichtendes Urteil zu fällen, aber es ist Fakt. Wer ein nicht-chemisches Schlafmitel sucht, der ist mit "Bowfingers grosser Nummer" bestens beraten - keine Nebenwirkungen, dafür beruhigender, erholsamer Schlaf! Welcher Teufel mag die zwei Comedy-Experten geritten haben, auf diesen Schwachsinn einzusteigen??

Die Geschichte ist relativ schnell erzählt: Bobby Bowfinger (Steve Martin) ist in etwa das in der Fimindustrie, was Al Bundy unter den Schuhverkäufern ist - in höchstem Masse erfolglos und vor allem ständig pleite. Als ihm ein Buchhalter das Drehbuch zum Science-Fiction-Thriller "Chubby Rain" anbietet, ist er begeistert und versucht ein Team um sich zu scharen. Eine alte Hollywood-Diva, ein erfolgloser Beau, ein blondes Küken vom Lande und der Herr Autor selbst bilden den Grundstock - doch leider fehlt ein zugkräftiger Star, einer wie der psychisch labile Action-Star Kit Ramsey (Eddie Murphy), der zwar Kassenschlager am laufenden Band abliefert, aber ansonsten in den Fängen der zweifelhaften Psychosekte "Mindhead" ist. Bowfinger beschließt, den Film ohne Wissen des Stars zu drehen und folgt ihm mit seinem Team an die verschiedensten Locations in Hollywood. Die Folge ist, dass der scheue (und vor allem Aliens fürchtende) Kit Ramsey ständig von ihm unbekannten Personen auf Aliens angesprochen wird und mehr und mehr zum seelischen Wrack wird. Als die Psychosekte den Star für ein paar Tage aus dem Verkehr zieht, muss ein Double her, das in Person von Jiff, einem etwas unterbelichteten Boten, für Ramsey herhalten muss. Wie es der Teufel (in diesem Falle der Drehbuchautor) will, stellt sich Jiff als Bruder von Kit Ramsey heraus, der Film wir dein Erfolg und alle sind am Ende happy.

Die Story an sich ist schon in etwa so dünn wie eine gut geschnittene Scheibe italienische Mortadella - fast nicht vorhanden! Und selbst die sonst vor Spielwitz sprühenden Hauptdarstellern Murphy und Martin sind nur in diesem Streifen nur ein müder Abklatsch ihrer selbst. Man könnte fast meinen, dieser Film sei auf genau die Art entstanden, die in ihm gezeigt wird: schnell schnell, ohne Planung und Konzept, und vor allem mit einem Drehbuch aus der Feder eines unbegabten Buchhalters.

Lediglich die Parodie der in Hollywood allgegenwärtigen Scientologen ringt dem Zuschauer noch ein wenig Respekt ab, doch daraus entsteht noch kein qualitativ hochwertiger Film.

Alles in allem sollte man sich weder von den Kritiken auf der Videohülle blenden lassen, noch von dem auf anderen Videos veröffentlichten 30-Sekunden-Trailer, auf dem so ziemlich alle komischen Szenen zusammengeschnitten wurden! So ist nämlich Gaeltacht diesem Machwerk auf den Leim gegangen!
So jetzt ist aber Schluss - ich hab schon mehr geschrieben, als dieser Film eigentlich verdient!

9 Bewertungen, 1 Kommentar

  • denjuandemarco

    19.02.2002, 13:10 Uhr von denjuandemarco
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also ein echter Knaller, GRÖHL...