Bretagne Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 10/2008
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Erfahrungsbericht von P_Horch
Klein Britannien ........
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich fahre jetzt seit zehn Jahren regelmäßig nach Frankreich in den Urlaub, aber in den letzten 5 Jahren kristallisierte sich ein Fleckchen, das einen besonderen Eindruck auf mich hinterlassen hat (und immer noch hinterläßt, wenn ich dort bin) : Die Bretagne.
Der Name stmmt übrigens wirklich wie bereits im Titel angedeutet, von "Klein-Britannien" ab.
Was das Wetter angeht, kann ich das auch sehr gut nachvollziehen : Auf die zwei Wochen Urlaub kommen im Schnitt 5-6 Tage, an denen das Wetter nicht strandtauglich ist.
Apropos Strand, in der gesamten Bretagne findet man idyllische kleine Badebuchten, in denen man fast alleine ist. Am besten findet man diese Buchten an der Nordküste der Bretagne, an der sogenannten "Côte de granit rosé" oder in den westlichen Buchten (südlich von Brest).
Aber auch wenn das Wetter zum Baden mal nicht geeignet ist, hat man in der Bretagne immer genug zu tun : Schon allein aufgrund der eigenständigen, unabhängigen Geschichte der Bretagne gibt es unzählige historiche Orte, deren Besuch und Besichtigung sich wirklich lohnt.
Sehenswürdigkeiten
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Der Mont-St.-Michel ander Nord-Ost-Küste der Bretagne ist eine eigenständige Klosterinsel mitten im Meer. Die Besichtigung lohnt sich immer, allerdings ist sie nur in den Sommermonaten (1.4.-31.10.) geöffnet. Ich kann allerdings die Empfehlung geben, für die Besichtigung mindestens zwei Tage einzuplanen, ein Tag ist definitiv zu wenig, wenn man sich alles in Ruhe anschauen will.
Desweiteren sei an dieser Stelle einmal auf die zahlreichen Menhir-Plätze hingewiesen, im Volksmund (und vor allem bei allen Asterix-Lesern) auch Hinkelsteine genannte *g* Über die ganze Bretagne verteilt finden sich Ansammlungen dieser Steine, die eindrucksvollste Ecke jedoch sind die berühmten Steinreihen von Carnac, die sich über eine Länge von fast sieben Kilometern erstrecken. Der eigentliche Sinn dieser Reihen ist nicht mehr bzw. noch nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, das diese für rituelle Handlungen benötigt wurden. Interessanterweise finden sich diese Steinreihen nicht nur in Europa, sondern sid auch in ganz Asien zu finden, und, was ich noch viel spannender finde, alle sind auf den gleichen Punkt ausgerichtet .... Sehr empfehlenswert ist übrigens die Vorführung im sog. Cinedrom, dort wird in einem ca. dreiviertelstündigen Film der Ursprung und die Geschichte zu den Steinreihen erklärt. Leider gibt es nur eine deutsche Vorführung am Tag, wir hatten aber damals das Glück, das dort außer uns keine Kundschaft in Sicht war, so das extra für uns eine deutsche Vorführung gestartet wurde ... exklusiv sozusagen ;o)
Ein weiteres "Muss" sind die vielen kleinen "umfriedeten Pfarrbezirke", das sind Dorf-/ bzw. Stadtkirchen mit einem umfriedeten (eingegrenzten) Bereich darum. Auf diesen Bereichen befindet sich, neben den Friedhöfen (auch über den lohnt sich der Gang, die Grabsteine sind teilweise wirklich phantastisch) der sogenannte "Calvaire", der Kalvarienberg. Dieser besteht in fast allen Fällen aus Stein (ich habe aber auch von welchen aus Holz gelesen, aber noch keinen gesehen) und hat den Lebensweg Jesus eingemeißelt. Da diese Kalvarienberge meist von reichen Familien aus Dank "gesponsort" worden, sind die Verzierungen und Meißelarbeiten bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und wirklich ein "Hingucker".
Landschaft und Natur
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Neben den historischen Gegebenheiten sollte man allerdings die Landschaft auf keinen Fall unerwähnt lassen. Es gibt in der ganzen Bretagne keinen Platz, der so schön ist wie der "Point du Raz" bei Windstärke 12. Der Point du Raz ist der westlichste Landzipfel Frankreichs auf der südlichen Bretagnehalbinsel. Es ist einfach toll sich dort ca 25-30 m über Meeresoberfläche die Gischt ins Gesicht wehen zu lassen und etwas weiter entfernt im Nebel die vorgelagerte Insel Ile de Sein liegen zu sehen. Bei gutem Wetter ist der Point du Raz allerdings auch sehr schön, wenn auch längst nicht so beeindruckend.
Ein Traumhafter Blick bietet sich (allerdings nur bei gutem Wetter) vom sogenannten Menez Hom, der höchsten Erhebung der Bretagne direkt an der Küste. Er befindet sich etwas westlich der mittleren Halbinsel von Crozon. Mit ein bisschen Glück sieht man von dort aus sogar das fast 200 km entfernte Rennes, die Hauptstadt der Bretagne.
Als drittes sei hier noch die "Presqu'ile de Quiberon" (=Halbinsel von Quiberon) genannt, die durch Ihre extreme Zweiteilung auffällt. Die dem Atlantik zugewandte Westküste ("Cote sauvage" = Wilde Küste) ist mit steilen Klippen und kleinen Buchten für Wanderungen sehr schön, allerdings ist es dort immer sehr windig und man hat immer einen heftigen Wellengang. Auf der anderen Seite der Halbinsel (ca. 2km) bietet sich ein völlig anderes Bild : Es ist fast kein Wind, es gibt lange weiße Sandstrände mit fast keinen Wellen, hier ist das Baden mit kleinen Kindern besonders zu empfehlen. Leider sind diese Strände im Sommer immer komplett überlaufen, daß man beim Umdrehen schon auf den Nachbarn aufpassen muß.
Land, Leute und das Essen
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Was mich aber immer wieder begeistert ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bretonen. Als wir vor zwei Jahren auf der Fahrt nach Quimper eine Autopanne hatten, wollte der Bauer, bei dem wir in unserer Not geklingelt hatten, keine Ruhe geben, bis er uns in seinem Gästezimmer untergebracht hatte. Am nächsten Morgen sind wir mit einem Frühstück empfangen worden, wie es mir bisher unbekannt war (und ich frühstücke gern und viel ...), der Automechaniker war informiert und als wir fertig mit Frühstücken waren stand das Auto fahrbereit im Hof. So was habe ich in Deutschland bisher noch nicht erlebt oder von anderen gehört. Da muß man sich Sorgen machen, dass man den Rottweiler nicht auf den Hals gehetzt bekommt.
Was das Essen angeht kann ich an dieser Stelle nur empfehlen, möglichst kleine, überfüllte Restaurants zu besuchen, aus denen man nur frnzösisch hört. Erstens ist dort das Essen mit Sicherheit besser als in den überlaufenen Touri-Restaurants, zweitens kann man sich dort meistens den richtigen bretonischen Spezialitäten widmen (Fisch, Muscheln, Krabben, Scampis ,.... oh je ich bekomme schon beim Schreiben Hunger).
Normalerweise kann man in allen Restaurants entweder á la carte essen oder sich ein mehrgängiges Menü auswählen. Mit dem Menü (ab ca. 70 FF) steht man sich aber immer besser, da man mehrere Sachen probieren kann, auch wenn die Portionen dann etwas kleiner sind. Eine hausgemachte "soupe de poisson à la maison" ist immer zu empfehlen.
Übrigens : Wer Wörterbücher im französischen Restaurant benutzt, ist feige ! Einfach probieren oder nachfragen ist viel witziger und sorgt bei allen für eine Bombenstimmung !! ;)
Wer sich einen Reiseführer kaufen will, dem kann ich den "Bretagne"-Michelin-Führer empfehlen. Der ist richtig ausführlich, mit tollen Routenempfehlungen (u.a. eine wunderschöne zu den erwähnten umfriedeten Pfarrbezirken) und einer sehr guten Beschreibung der regionalen Gegebenheiten (Geschichte, Spezialitäten, etc. pp.)
Auf der Heimreise sollte man an einer Landstraße auf jeden Fall nach einer Cidrerie Ausschau halten. Dann kann man sich noch mit Leckerchen eindecken. Dort gibt es Cidre (obergäriger Apfelwein), mit viel Glück gibts auch "Lambig", einen aus Cidre gebrannten Schnaps, der, wenn er hausgebrannt ist, auf Eis oder pur ein Hochgenuß ist. Leider bekommt man Lambig sehr selten, da nur noch Einwohnern über 60 (?) Jahren gestattet ist, für den Eigenbedarf zu brennen.
So, schönen Urlaub
wünscht Patrick
Für gute Tips aus der Bretagne bin ich übrigens immer dankbar.
Letzte Aktualisierung : Oktober 2005
Der Name stmmt übrigens wirklich wie bereits im Titel angedeutet, von "Klein-Britannien" ab.
Was das Wetter angeht, kann ich das auch sehr gut nachvollziehen : Auf die zwei Wochen Urlaub kommen im Schnitt 5-6 Tage, an denen das Wetter nicht strandtauglich ist.
Apropos Strand, in der gesamten Bretagne findet man idyllische kleine Badebuchten, in denen man fast alleine ist. Am besten findet man diese Buchten an der Nordküste der Bretagne, an der sogenannten "Côte de granit rosé" oder in den westlichen Buchten (südlich von Brest).
Aber auch wenn das Wetter zum Baden mal nicht geeignet ist, hat man in der Bretagne immer genug zu tun : Schon allein aufgrund der eigenständigen, unabhängigen Geschichte der Bretagne gibt es unzählige historiche Orte, deren Besuch und Besichtigung sich wirklich lohnt.
Sehenswürdigkeiten
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Der Mont-St.-Michel ander Nord-Ost-Küste der Bretagne ist eine eigenständige Klosterinsel mitten im Meer. Die Besichtigung lohnt sich immer, allerdings ist sie nur in den Sommermonaten (1.4.-31.10.) geöffnet. Ich kann allerdings die Empfehlung geben, für die Besichtigung mindestens zwei Tage einzuplanen, ein Tag ist definitiv zu wenig, wenn man sich alles in Ruhe anschauen will.
Desweiteren sei an dieser Stelle einmal auf die zahlreichen Menhir-Plätze hingewiesen, im Volksmund (und vor allem bei allen Asterix-Lesern) auch Hinkelsteine genannte *g* Über die ganze Bretagne verteilt finden sich Ansammlungen dieser Steine, die eindrucksvollste Ecke jedoch sind die berühmten Steinreihen von Carnac, die sich über eine Länge von fast sieben Kilometern erstrecken. Der eigentliche Sinn dieser Reihen ist nicht mehr bzw. noch nicht bekannt, es wird jedoch vermutet, das diese für rituelle Handlungen benötigt wurden. Interessanterweise finden sich diese Steinreihen nicht nur in Europa, sondern sid auch in ganz Asien zu finden, und, was ich noch viel spannender finde, alle sind auf den gleichen Punkt ausgerichtet .... Sehr empfehlenswert ist übrigens die Vorführung im sog. Cinedrom, dort wird in einem ca. dreiviertelstündigen Film der Ursprung und die Geschichte zu den Steinreihen erklärt. Leider gibt es nur eine deutsche Vorführung am Tag, wir hatten aber damals das Glück, das dort außer uns keine Kundschaft in Sicht war, so das extra für uns eine deutsche Vorführung gestartet wurde ... exklusiv sozusagen ;o)
Ein weiteres "Muss" sind die vielen kleinen "umfriedeten Pfarrbezirke", das sind Dorf-/ bzw. Stadtkirchen mit einem umfriedeten (eingegrenzten) Bereich darum. Auf diesen Bereichen befindet sich, neben den Friedhöfen (auch über den lohnt sich der Gang, die Grabsteine sind teilweise wirklich phantastisch) der sogenannte "Calvaire", der Kalvarienberg. Dieser besteht in fast allen Fällen aus Stein (ich habe aber auch von welchen aus Holz gelesen, aber noch keinen gesehen) und hat den Lebensweg Jesus eingemeißelt. Da diese Kalvarienberge meist von reichen Familien aus Dank "gesponsort" worden, sind die Verzierungen und Meißelarbeiten bis ins kleinste Detail ausgearbeitet und wirklich ein "Hingucker".
Landschaft und Natur
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Neben den historischen Gegebenheiten sollte man allerdings die Landschaft auf keinen Fall unerwähnt lassen. Es gibt in der ganzen Bretagne keinen Platz, der so schön ist wie der "Point du Raz" bei Windstärke 12. Der Point du Raz ist der westlichste Landzipfel Frankreichs auf der südlichen Bretagnehalbinsel. Es ist einfach toll sich dort ca 25-30 m über Meeresoberfläche die Gischt ins Gesicht wehen zu lassen und etwas weiter entfernt im Nebel die vorgelagerte Insel Ile de Sein liegen zu sehen. Bei gutem Wetter ist der Point du Raz allerdings auch sehr schön, wenn auch längst nicht so beeindruckend.
Ein Traumhafter Blick bietet sich (allerdings nur bei gutem Wetter) vom sogenannten Menez Hom, der höchsten Erhebung der Bretagne direkt an der Küste. Er befindet sich etwas westlich der mittleren Halbinsel von Crozon. Mit ein bisschen Glück sieht man von dort aus sogar das fast 200 km entfernte Rennes, die Hauptstadt der Bretagne.
Als drittes sei hier noch die "Presqu'ile de Quiberon" (=Halbinsel von Quiberon) genannt, die durch Ihre extreme Zweiteilung auffällt. Die dem Atlantik zugewandte Westküste ("Cote sauvage" = Wilde Küste) ist mit steilen Klippen und kleinen Buchten für Wanderungen sehr schön, allerdings ist es dort immer sehr windig und man hat immer einen heftigen Wellengang. Auf der anderen Seite der Halbinsel (ca. 2km) bietet sich ein völlig anderes Bild : Es ist fast kein Wind, es gibt lange weiße Sandstrände mit fast keinen Wellen, hier ist das Baden mit kleinen Kindern besonders zu empfehlen. Leider sind diese Strände im Sommer immer komplett überlaufen, daß man beim Umdrehen schon auf den Nachbarn aufpassen muß.
Land, Leute und das Essen
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Was mich aber immer wieder begeistert ist die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Bretonen. Als wir vor zwei Jahren auf der Fahrt nach Quimper eine Autopanne hatten, wollte der Bauer, bei dem wir in unserer Not geklingelt hatten, keine Ruhe geben, bis er uns in seinem Gästezimmer untergebracht hatte. Am nächsten Morgen sind wir mit einem Frühstück empfangen worden, wie es mir bisher unbekannt war (und ich frühstücke gern und viel ...), der Automechaniker war informiert und als wir fertig mit Frühstücken waren stand das Auto fahrbereit im Hof. So was habe ich in Deutschland bisher noch nicht erlebt oder von anderen gehört. Da muß man sich Sorgen machen, dass man den Rottweiler nicht auf den Hals gehetzt bekommt.
Was das Essen angeht kann ich an dieser Stelle nur empfehlen, möglichst kleine, überfüllte Restaurants zu besuchen, aus denen man nur frnzösisch hört. Erstens ist dort das Essen mit Sicherheit besser als in den überlaufenen Touri-Restaurants, zweitens kann man sich dort meistens den richtigen bretonischen Spezialitäten widmen (Fisch, Muscheln, Krabben, Scampis ,.... oh je ich bekomme schon beim Schreiben Hunger).
Normalerweise kann man in allen Restaurants entweder á la carte essen oder sich ein mehrgängiges Menü auswählen. Mit dem Menü (ab ca. 70 FF) steht man sich aber immer besser, da man mehrere Sachen probieren kann, auch wenn die Portionen dann etwas kleiner sind. Eine hausgemachte "soupe de poisson à la maison" ist immer zu empfehlen.
Übrigens : Wer Wörterbücher im französischen Restaurant benutzt, ist feige ! Einfach probieren oder nachfragen ist viel witziger und sorgt bei allen für eine Bombenstimmung !! ;)
Wer sich einen Reiseführer kaufen will, dem kann ich den "Bretagne"-Michelin-Führer empfehlen. Der ist richtig ausführlich, mit tollen Routenempfehlungen (u.a. eine wunderschöne zu den erwähnten umfriedeten Pfarrbezirken) und einer sehr guten Beschreibung der regionalen Gegebenheiten (Geschichte, Spezialitäten, etc. pp.)
Auf der Heimreise sollte man an einer Landstraße auf jeden Fall nach einer Cidrerie Ausschau halten. Dann kann man sich noch mit Leckerchen eindecken. Dort gibt es Cidre (obergäriger Apfelwein), mit viel Glück gibts auch "Lambig", einen aus Cidre gebrannten Schnaps, der, wenn er hausgebrannt ist, auf Eis oder pur ein Hochgenuß ist. Leider bekommt man Lambig sehr selten, da nur noch Einwohnern über 60 (?) Jahren gestattet ist, für den Eigenbedarf zu brennen.
So, schönen Urlaub
wünscht Patrick
Für gute Tips aus der Bretagne bin ich übrigens immer dankbar.
Letzte Aktualisierung : Oktober 2005
54 Bewertungen, 1 Kommentar
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01.02.2006, 23:29 Uhr von Liroy
Bewertung: sehr hilfreichSehr Hilfreich
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