Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von eyesinfog

Mit Bridget zusammen in jedes Fettnäpfchen

Pro:

Humor, die Identifikation beinah jeder Frau zur Hauptfigur

Kontra:

für mich zu kurz

Empfehlung:

Ja

Wieder einmal ist Neujahr, wieder einmal wird sich zum alljährlichen Truthahn-Curry bei den Alconburys getroffen.

Bridget Jones ist Anfang Dreissig, lebt als Single in London und ist fest entschlossen dieses Jahr ihre Vorsätze zu erfüllen. Der allerwichtigste ist, den Mann fürs Leben zu finden. Aber bitte ja keinen glatzköpfigen emotionalen Flachwichser! Mit dem Rauchen aufhören ist beinah ihr täglicher Vorsatz, und die Pfunde, die sie zuviel auf den Rippen hat, müssen auch abtrainiert werden. (Dies bedeutet allerdings radikale Einschränkung ihrer täglichen Alkoholeinheiten, weshalb der Vorsatz meiner Meinung nach eh unmöglich zu erfüllen ist).

Spricht dagegen:
Bridget stellt sich ihr Single-Leben in London anders vor: Laster, Leidenschaft, tolle Kerle und heiße Nächte. Stattdessen gibt es: Zu viele Zigaretten, zu viele Kilos auf der Waage und definitiv viel zu wenig Liebhaber! Was bleibt? Noch mehr Zigaretten und nächtelange, weinselige Diskussionsrunden mit den besten Freundinnen Jude und Shazzer.

Im Großen und Ganzen ist sie einfach das Abbild unserer Selbst.


Der Film basiert auf dem Buch von Helen Fieldings Roman \"Schokolade zum Frühstück. Das Tagebuch der Bridget Jones\" erschien 1996 in Großbritannien und wurde schon bald zum Kultbuch eines großen Teils der weiblichen westlichen Welt. Seitdem legte die Autorin einen zweiten Erfolgsroman nach: \"Bridget Jones. Am Rande des Wahnsinns\".

Die Story:

Zurück zu Bridget, dem Truthahn-Curry und dem Beginn des Neuen Jahres:

Als Bridget eintrifft, ist die Festivität schon in vollem Gange. Zudem ist unter den Gästen der heiratsfähige Anwalt für Menschenrechte Mark Darcy dem Bridget etwas skeptisch gegenüber steht, aber dennoch auf den ersten Blick beeindruckt. Als der sich aber in ihrem Beisein abfällig über sie äussert hat sich die Sache für die erledigt und Bridget fügt sich in ihr Schicksal, als überzeugter Single zu enden.

Zurück in London ist sie fest entschlossen ihr Leben anzupacken und es in den Griff zu kriegen. Sie nimmt sich vor Tagebuch zu führen und endlich damit aufhören den charismatischen und unerreichbaren Daniel Cleaver anzuhimmeln. Unerreichbar weil Chef im Verlagshaus, in dem sie arbeitet.

Komischerweise steigt der Flirt-Faktor zwischen Bridget und Daniel in den nächsten Tagen. Die Beiden kommen sich im Büro näher, er lädt sie zum Essen ein. Bei der Gelegenheit erfährt sie, dass Mark Darcy (der Anwalt für Menschenrechte) einmal Cleavers Freund war. Nach dem Essen endet der Abend natürlich genau dort, wo sie nicht hinwollte: in seinem Bett! Aber eigentlich gelandet sollte glücklichen Tagen, endlich nicht mehr als Single, nichts im Wege stehen…

Bei einem Wochenendausflug in einem schicken Hotel am See (Mark Darcy und Kollegin Natasha sind zufällig auch zugegen) entdeckt Bridget bereits einige Seiten an Daniel die ihr komisch vorkommen.

Das sollte sich bestätigen denn einige Tage später erwischt sie ihn in flagranti mit einer Kollegin. Niedergeschlagen geht sie nach Hause, einmal mehr entschlossen, die Kontrolle zu übernehmen. Und sich einen neuen Job zu suchen!

Bald findet sie einen Job in einer TV-Produktion und verlässt das Verlags und den ihr verhassten Chef Daniel Cleaver.

Ihre Aufgaben bei „Sit up Britain“ enden zunehmend in großen Desastern.

Wenn das nicht genug wäre, kündigt sich auch noch Bridgets Geburtstag an und sie fühlt sich völlig überfordert mit den Vorbereitungen. Sie hatte sich ja vorgenommen ihr Leben in die Hand zu nehmen und völlig umzukrempeln, nun schafft sie es nicht einmal, ein leckeres Geburtstagsessen für sich und ihre Freunde zu zaubern.

Urplötzlich steht Mark Darcy vor der Tür und hilft ihr das Chaos in der Küche zu bewältigen. Die beiden fühlen sich in Anwesenheit der jeweils anderen Personen zunehmend wohler und scheinen sich näher zu kommen. Der gemütlich angelaufene Abend schlägt aber um, als Daniel plötzlich vor Bridgets Tür steht um sich für den „Ausrutscher“ mit seiner Kollegin zu entschuldigen. Sehr zum Entsetzen von Bridget und Freunden geben sich Mark und Daniel darauf hin einiges auf die Nase, bis ein gezielter Schlag von Mark den Widersacher endgültig verstummen lässt.

Bridget gibt sich aufgrund dieser Erfahrung wieder einmal ihrem Single-Status hin….

Ich möchte hier nicht vorweg greifen und euch das Ende erzählen, also bitte nehmt euch die Zeit und schaut selbst, ob sie zurück zu Daniel findet oder aber sich auf eine Beziehung mit Mark einlässt.


Fakten:

Original Film -Titel: Bridget Jones\'s Diary
Großbritannien / USA - 2001
Länge: ca. 97 Minuten
Regie: Sharon Maguire

Schon lange gab es nicht mehr solchen Rummel um eine Casting-Entscheidung wie den um Renée Zellweger anläßlich des Films \"Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück\". Sharon Maguire verfilmte den urbritischen, wundervoll komischen Bestseller \"Das Tagebuch der Bridget Jones\" von Helen Fielding, und ausgerechnet eine Amerikanerin spielt die Titelrolle! Das gab ordentlich Trubel in England – doch das Ergebnis lässt keine Wünsche offen, und ganz England hat Renée Zellweger mittlerweile \"adoptiert\".


Darsteller

Bridget Jones – Renée Zellweger:

Ihren ersten Schauspielunterricht nahm sie nur, um an der Universität von Texas ihren Abschluss in Literatur machen zu können. Nachdem sie in Fernsehproduktionen wie dem USA Network Film \"A Taste For Killing\" und der Showtime Serie \"Glory Days\" gespielt hatte, gab sie ihr Spielfilmdebüt in Richard Linklaters \"Dazed And Confused\".

Daniel Cleaver – Hugh Grant:

Sein Filmdebüt gab Grant 1982 - noch als Student an der Universität von Oxford - in \"Geliebte Maske\". Aber im Jahr 1987 war es die Merchant-Ivory-Produktion des E. M. Foster Romanes \"Maurice\", über die Geschichte eines jungen Mannes, der sich zur Zeit der Jahrhundertwende seiner Homosexualität stellt, mit der er zum ersten Mal international für Aufsehen sorgte, und für die er beim Filmfestival von Venedig als Bester Darsteller ausgezeichnet wurde.

Mark Darcy – Colin Firth:

Dem Fernsehpublikum in aller Welt wurde Colin Firth in der Rolle des Mr. Darcy in der Verfilmung des Jane Austen Romans \"Stolz und Vorurteil\" aus dem Jahr 1995 zum Begriff. Für seine Leistung in dieser hochgelobten BBC-Produktion erhielt er eine BAFTA-Nominierung als Bester Darsteller.

Nebendarsteller

Shazzer – Sally Phillips
Jude – Shirley Henderson
Tom – James Callis


Meine Meinung zum Film:

Jedem wird dieser Film wohl etwas anderes “bringen”. Ich zum Beispiel schaue ihn mir gern an wenn ich mal einen weniger guten Tag erwischt habe, denn er muntert mich auf. Ich kann mit und über Bridget lachen, mitfühlen wenn mal wieder etwas in ihrem Leben anders läuft als geplant. Ich sehe im Film also einen teilweise hohen Widererkennungswert zu meinem eigenen Leben.
Wenn Bridget sich z. B. vorstellt, wie sie ihren Gesprächspartnern die Meinung sagt, es dann aber doch nicht tut. Wie sie immer wieder in peinliche Situationen gerät und dann am liebsten im Erdboden versinken würde. Und vor allem, wie sie immer Pech mit Beziehungen hat und gerade, wenn sie glücklich ist, wieder was dazwischen kommt – damit kann ich mich als Frau sehr gut identifizieren.
Ausserdem entdecke ich in Film immer mal wieder Szenen, die ich davor so nicht wahrgenommen habe, es ist also nicht so, dass ich den Film nach einem mal sehen runterbeten kann.
Fasziniert bin ich von der Hauptdarstellerin Renée Zellweger. Ich kannte sie vorher nicht und allein durch das, was ich in „Schokolade zum Frühstück“ und „Am Rande des Wahnsinns“ (der zweite Teil) von ihr gesehen habe lässt mich denken, dass sie eine grandiose Schauspielerin ist.
Einzig bedenklich, für mich, ist das Menschenbild das im Film dargestellt wird. Ein Mensch der Single ist wird von „Freunden“ teilweise als Mensch zweiter Klasse angesehen. Ausserdem noch der Schlankheitswahn, vor allem dann wenn ihn nicht wirklich Dicke betreiben. Aber das gehört dann wohl eher ins wahre Leben, anstatt zur Meinung über den Film.

Fazit:

Helen Fielding´s \"Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück\" ist eine herrlich romantische Komödie. Die bezaubernde Renée Zellweger spielt die Bridget Jones voller Überzeugung, so dass sich (fast) jede Frau irgendwie in Bridget Jones wiederfinden kann. Auch die Männer dürften Bridget Jones (trotz Ihrer überflüssigen Kilos!) ins Herz schließen. Diese Komödie bietet die gesamte Länge über vollste Unterhaltung. Es ist endlich einmal ein Film, in dem es nicht nur um die alt bekannte Geschichte \"Abnehmen und schon wird Dein Leben perfekt\" geht, im Gegenteil dieser Film zeigt eine Frau, die trotz typischer Frauenprobleme ein glückliches Leben führt und ihr Leben mehr oder weniger im Griff hat. Man lacht mit und über Bridgets Unternehmungen und Aktionen und gleichzeitig hofft man, dass Sie endlich den richtigen findet und nicht wieder alles vermasselt.
Was Nick Hornbys \"High Fidelity\" und der dazugehörige Film für die orientierungslosen, frauenverwirrten Männer war, ist \"Bridget Jones\" für die Damenwelt: Ein scharfsinniger und spöttischer Führer durch die verstörenden Untiefen des anderen Geschlechts.

Ich liebe den Film und vergebe deshalb glatte 5 Sterne!

9 Bewertungen