Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von T-Shirt

Sympathischer Trampel sprengt klassisches Schema

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was soll man von einem Film erwarten, für den das gleiche Produzententeam verantwortlich ist, das bereits „Notting Hill“ und „Vier Hochzeiten und ein Todesfall“ gedreht hat? Derartige Produktionen aus der Kategorie „romantische Komödie“ funktionieren alle nach einem ähnlichen Muster und sind meist sehr vorhersehbar. Da bildet auch „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ keine Ausnahme.

Bridget Jones (Renée Zellweger) ist ein frustierter Single über 30, und auf der Suche nach der großen Liebe hat sie einfach kein Glück. Das scheint sich zu ändern, als sie und ihr Chef (Hugh Grant) sich näher kommen. Doch der erweist sich auch nicht als der große Hauptgewinn. Und zu allem Überfluss versucht Bridgets Mutter, das Töchterchen mit dem langweiligen Staranwalt Darcy (Colin Firth) zu verkuppeln. Der beschwert sich allerdings, Bridget sei „verbal inkontinent“, trinke wie ein Loch und rauche wie ein Schlot ...

Das alles verläuft nach einem bekannten Schema. Zu diesem Schema gehört beispielsweise, dass Mann und Frau, die sich beim ersten Aufeinandertreffen nicht ausstehen können, mit großer Wahrscheinlichkeit am Ende ein Paar werden. Auf dem Weg dorthin gibt es zahllose Irrungen und Wirrungen, die das Happy End immer unwahrscheinlicher werden lassen, es aber letztlich doch nicht verhindern können. Wenn man zudem - wie bei „Bridget Jones“ geschehen - nur eine Klingel hört und sofort weiß, wer vor der Tür steht, spricht das nicht wirklich für eine übergroße Originalität.

Was den Streifen aber doch über den Durchschnitt hebt, ist vor allem die Figur der Bridget Jones, die so gar nicht in das Schema einer klassischen Hauptfigur passen will. Sie ist übergewichtig, sie raucht zu viel, sie trinkt zu viel, und sie hat ein untrügliches Gespür für peinliche Situationen – egal, ob sie in furchtbaren „Liebestötern“ zum ersten Rendevous erscheint, im sexy Häschen-Kostüm bei einer Familienfeier auftaucht oder sich auf einer Weihnachtsfeier beim Karaoke-Singen ähnlich blamiert wie bei einem Vorstellungsgespräch, in dem sie den Wirbelsturm El Nino für einen Latino-Star hält.

Aber gerade die zahllosen Fehler und Macken sorgen dafür, dass Bridget so enorm sympathisch erscheint. Zudem bietet diese Figur, die so gar nichts Perfektes an sich hat, dem ähnlich durchschnittlichen Kinogänger eine viel größere Projektionsfläche als irgendwelche durchgestylten Juppies. Ein Glücksgriff ist dabei auch Hauptdarstellerin Renée Zellweger, die in der Rolle der etwas trampligen, aber äußerst liebenswerten Titelfigur brilliert.

Auch sonst hält der Film, der auf den Romanen der britischen Autorin Helen Fielding basiert, einige hübsche Ideen bereit. Seien es Bridgets Tagebuch-Eintragungen, die regelmäßig mit der Zahl der gerauchten Zigaretten, der Menge des konsumierten Alkohols und dem aktuellen Gewicht beginnen, sei es ihre Mutter, die auf ihre alten Tage eine Karriere als Assistentin in einer TV-Verkaufsshow startet.

Verquickt mit einer gehörigen Prise Dialog-Witz sind damit 97 Minuten kurzweilige Unterhaltung gesichert. Und wenn die Kino-Beleuchtung wieder angeht, kann man noch über den Sinn des Film-Titels nachdenken: „Bridget Jones“ ist klar – aber was soll die Unterzeile „Schokolade zum Frühstück“, die sich der deutsche Verleih ausgedacht hat? Bridget stopft zwar so einiges in sich hinein, aber das schokoladenhaltige Frühstück bleibt im Verborgenen. Doch bei aller Sympathie: Auch die Suche nach einer Lösung für diese existenzielle Frage dürfte kaum verhindern, dass man diesen Film recht schnell wieder vergisst.

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