Erfahrungsbericht von suppengirl
Sind wir nicht alle ein bisschen Bridget?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Der Titel:
********
*** Ups: Da ist mir aber mal wieder der Gaul durchgegangen! Soooo lange sollte der nächste Absatz gar nicht werden... Hmmm, wenn ihr euch meine Hirngespinste nicht antun wollt, dann überspringt diesen Absatz und fahrt mit dem Punkt "Story" fort! ***
Heute mal ein für mich ungewöhnlicher erster Punkt in einer Filmbesprechung. Wieder einmal haben es die Verantwortlichen geschafft in ihrer grenzenlosen Originalität einen besonders gelungenen (Ironie!!!) deutschen Titel zu kreieren. Diesmal verdient dieser Schwachsinn einen Extra-Absatz, denn ich kann euch erklären, wie es zu dem Titel kam (zumindest vermute ich das).
Die Romanvorlage hieß im Original "Bridget Jones´s Diary", genau so wurde auch der Film genannt. Nun war anscheinend dem deutschen Verlag dieser Titel nicht lustig genug (Vielleicht fürchteten sie, dass die Leser beim Titel "Das Tagebuch der Bridget Jones" so etwas wie "Das Tagebuch der Anne Frank" erwarten würden. Klar, ein potenzieller Buchleser ist ja auch in der Regel doof wie Weißbrot und kann nicht von hier bis dort denken... aber ich schweife schon wieder ab!). Weshalb auch immer, das Buch wurde in Deutschland unter dem Titel "Schokolade zum Frühstück" veröffentlicht. Da ich derzeit den Roman lese (aber im Original!), kann ich wenigstens bestätigen, dass die Protagonistin tatsächlich einmal erwähnt, zum Frühstück einen Mars-Riegel verzehrt zu haben. Naja, akzeptabel also.
Im Film jedoch - und da müsste ich mich schon sehr täuschen - isst nie auch nur einer ein noch so klitzekleines Stückchen Schokolade zum Frühstück. Trotzdem wird der Streifen bei uns unter dem Titel "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" laufen...
Jaja, ich weiß schon, ich bin heute wieder sehr pedantisch. Aber ich finde, das zeigt mal wieder mit welch einem Brett vorm Kopf die sogenannten Kreativen durch die Gegend laufen. Da wird anscheinend ein Film noch nicht einmal gesehen, bevor man ihm den so wichtigen Titel verpasst. Wozu denn auch: Es gibt ja schon das Buch, da können wir doch einfach übernehmen und müssen nicht extra das Hirn einschalten. Ich frage mich nur, weshalb man dann nicht gleich auf den Original-Titel zurück greift!?
Story:
*****
Bridget Jones ist eine Frau Anfang dreißig. Sie lebt und arbeitet in London und sie hat vor allem ein Problem: Sie ist Single und - trotz diverser Versuche das positiv zu sehen - alles andere als glücklich über diese Tatsache. Als sie wieder einmal Weihnachten alleine in einem Einzelbett bei ihren typisch britischen Eltern verbringt, beschließt sie (wieder einmal) ihr Leben zu ändern (abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, usw.), mit dem einzigen Ziel den Mann ihrer Träume zu finden. Und sie beginnt ein Tagebuch zu führen.
Insgesamt ein Jahr dürfen wir Bridget verfolgen, wie sie zuerst ohne Mann, dann mit Mann, dann wieder ohne Mann, dann plötzlich zwischen zwei Männern und schließlich... NEIN, das wird nicht verraten J... ihr Leben mit Höhen und Tiefen meistert - oder auch nicht.
Mehr braucht man zur Story eigentlich gar nicht zu sagen, denn es gibt zwar eine Menge Nebenhandlungen - betreffend ihre Eltern, ihre Jobs, ihre Freunde usw. - aber im Grunde dienen diese nur, um Bridget näher kennen zu lernen. Und wir lernen sie in den knapp 100 Minuten Filmdauer wirklich gut kennen.
Die Hauptdarstellerin:
******************
Renée Zellweger - bekannt geworden u.a. in ihrer Rolle im Jim Carrey-Klamauk "Me, myself and Irene" und dadurch, dass sie ihrem damaligen Partner auch privat nicht abgeneigt war (Anmerkung der Autorin: IIIIIIIIEEEEEEK!) - ist für ihre Titelrolle unter die Method Actor gegangen. Zum einen verbrachte die gebürtige Texanerin mehrer Wochen in London, um sich den typischen London-Akzent anzutrainieren. Zum anderen nahm sie diverse Kilo zu, denn die Bridget musste einfach ein wenig runder sein, um glaubwürdig zu wirken. (Mittlerweile sind die Pfunde übrigens wieder weg - leider, denn nun sieht Frau Zellweger wieder genauso langweilig und typisch Hollywood-dünn aus wie vorher...).
Dies ist der erste Film mit Renée Zellweger, den ich gesehen habe. Und ich bin von ihr begeistert. Natürlich steht und fällt "Bridget Jones" mit der Hauptdarstellerin, denn sie steht im Mittelpunkt, es gibt keine Szene ohne sie. Gratulation an die Verantwortlichen, die über die Besetzung entschieden haben. Ich mag ja keine Expertin sein und gebürtige Londoner sehen das vielleicht anders, aber dass die Dame keine Engländerin ist, sondern aus dem Kaugummisprachen-Staat Texas kommt, konnte ich kaum glauben. Zudem verfügt sie über ein einzigartiges komisches Talent und lässt jede Szene auf verbale oder visuelle Weise zum Ereignis werden. Sogar die Szenen, die eigentlich eher tragisch sind.
Die Männer in Bridget´s Leben:
*************************
Zum einen ist da Daniel Cleaver, Bridget´s Boss, der von Hugh Grant dargestellt wird. Endlich, ja endlich darf Herr Grant - der mich in letzter Zeit nur noch nervte! - nicht den schüchternen und vom Pech verfolgten stotternden Anti-Helden spielen. Ohne zu viel über die Story zu verraten: Diesmal gibt er den selbstbewussten Womanizer, ein kleiner Chauvi, charmant und witzig. Und: Überraschung! Obwohl man Hugh Grant seit "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" immer wieder nur in der gleichen Rolle gesehen hat (s.o.), überzeugt er durchwegs als glattes Gegenteil dieses Stereotyps.
Und dann ist da Mark Darcy, der Mann, mit dem Bridgets Mutter und diverse Nachbarn sie gerne verkuppeln würden. Er ist ein erfolgreicher Anwalt, sein Leben verläuft stets in geordneten Bahnen, er ist auf den ersten Blick als echter Spießer auszumachen. Für Bridget ist vom ersten, nein, vom zweiten Moment an klar, dass sie ihn nicht ausstehen kann. Er wird dargestellt von Colin Firth, vielen sicher noch bekannt als Geoffrey Clifton in "Der englische Patient" (und euer Suppilein ärgert sich noch heute, dass sie da nicht von selbst drauf gekommen ist, sondern erst bei IMDB nachsehen musste). Auch mit ihm hatten die Caster ein besonders gutes Händchen und er bildet den idealen Gegenpart zum Charakter des Daniel.
Nebenrollen:
**********
Liebevoll besetzt sind auch alle Nebenrollen, vor allem Bridget´s Eltern dargestellt von Jim Broadbent und Gemma Jones und ihre drei besten Freunde Sharon "Shazzer", Jude und der schwule Tom (Sally Phillips, Shirley Henderson und James Callis) erobern die Herzen der Zuschauer, wohingegen Embeth Davidzt (ja, die aus "Schindler´s Liste"!) als stocksteife und unterkühlte Natasha, die Dauerbegleitung von Mark Darcy, von Anfang an der größte Antipathie-Träger des Films ist.
Der Besetzungsclou:
*****************
Ich habe mittlerweile auch die Roman-Vorlage von Helen Fielding gelesen (dazu später noch mehr), und das muss man auch, um den besonderen Witz der Besetzung zu verstehen (leider werden im Film die entsprechenden Szenen ausgespart, schade eigentlich!). Denn: Sowohl Hugh Grant als auch Colin Firth werden im Buch erwähnt.
Bei Grant geht es um seinen erhaltenen "Blow Job" und Bridget´s neuer Boss (bei einem Fernsehsender) möchte gerne einen Bericht darüber machen, wie es sein kann, dass eine Frau wie Elizabet Hurley (für alle Unwissenden: die damalige Freundin von Mr Grant!) ihm das einfach verzeihen konnte. (Ob Hugh Grant das Buch wohl gelesen hat, bevor er die Rolle annahm?)
Der wahre Clou ist aber die Besetzung von Colin Firth als Mark Darcy. Bridget liebt das Buch "Pride and Prejudice" von Jane Austen. Dieses wurde vor wenigen Jahren von der BBC zu einem Fünf-Studen-Fernsehepos gemacht. In der männlichen Hauptrolle als Mr Darcy (!) spielte damals kein anderer als Colin Firth.
Ich seh schon, das findet wieder keiner lustig außer mir... Schuldigung.
Wie auch immer: Ich finde es unverständlich, dass wenn den Machern schon dieser Besetzungs-Clou gelingt, dieser nicht irgendwie in den Film eingebaute wird.
Oder - äh, naja, könnte schon sein - ich habs einfach überhört. Zugegebenermaßen konnte ich nicht allen Dialogen Wort für Wort folgen. Mein Englisch scheint doch etwas eingerostet zu sein!
Regie und Umsetzung:
******************
Regisseurin Sharon Maguire hat für ihr Erstlingswerk (kaum zu glauben!) ideale Bedingungen vorgefunden. Eine ungemein witzige und zudem erfolgreiche Romanvorlage, die übrigens von der Autorin Helen Fielding selbst zusammen mit Andrew Davies und Richard Curtis zum Drehbuch umgearbeitet wurde, und eine namhafte und talentierte Schauspielertruppe. Da war der Erfolg scheinbar vorprogrammiert, aber sicher auch der Druck, einen Erfolg landen zu müssen. Um es vorweg zu nehmen: "Bridget Jones´s Diary" ist in England zum Kassenschlager schlechthin avanciert und es besteht kaum ein Zweifel, dass der Streifen auch auf dem Rest des Globus jede Menge Publikum finden wird.
Ungemein kurzweilig und ohne viel tragende Handlung lernen wir Bridget immer näher kennen. Leider - aber wohl unvermeidlich - geht der Tagebuch-Charakter der Vorlage im Film etwas verloren. Aber durch Bridgets Kommentare aus dem Off und die Gespräche mit ihren Freunden, erhalten wir dennoch Einblick in ihr Seelenleben. Und durch eine ungemeine Liebe zum Detail, die an Komik aber auch alltäglicher Tragik kaum zu überbieten sind.
Vieles aus dem Buch wurde leider vollkommen weg gelassen, manches total verfälscht. Zum Teil verständlich (es wäre einfach zu viel geworden, wenn z.B. alle Charektere um Bridget herum die gleiche Berücksichtigung gefunden hätten), zum Teil für den Laien nicht ganz nachvollziehbar. Was bleibt ist aber zu 100% sehenswert.
Fazit:
****
Viele Männer werden wieder behaupten, dass es sich bei "Bridget Jones" um einen Frauenfilm handelt. Na klar, schließlich geht es ja hauptsächlich um eine Frau, und es ist einem Mann doch kaum zuzumuten, beinahe 100 Minuten lang am Seelenleben einer Frau teilzuhaben. Dazu sage ich nur: Wenn ihr euch deshalb den Film nicht anseht, dann habt ihr eben Pech gehabt. Ihr wollt die Frauen doch immer verstehen!? Dann schaut euch nicht "Was Frauen wollen" an, sondern lernt von Bridget Jones.
Kennt ihr das: Ihr habt eine heimliche Gewohntheit, seltsame Gedanken, über die ihr mit niemandem redet, weil es euch peinlich ist und ihr denkt, dass das nicht normal ist? Zumindest so lange, bis ihr zufällig lest oder hört, dass es anderen auch so geht? Und fühlt ihr euch danach nicht plötzlich besser? Dieses Gefühl hatte ich bei "Bridget Jones" nicht nur einmal. Ein bisschen Bridget steckt sicher in jedem von uns - und zwar nicht nur in den Frauen!
Also: Nichts wie rein in den Film und genießen! Ich werde ihn mir mit absoluter Sicherheit auch noch einmal ansehen, denn zugegebenermaßen habe ich nicht jedes Wort im Original verstanden. Einmal gar war ich die Einzige, die im Kino laut lachte. Ich weiß nicht, ob die Anderen den Witz nicht verstanden haben, oder ob ich einen Witz hörte, wo keiner war... Aber ich will nicht schon wieder abschweifen, sondern statt dessen endlich schließen...
Sorry, dass es schon wieder so lange geworden ist, aber wenn ich mich für etwas begeistere, dann muss das auch raus! J
Euer Quatschkopf
Suppi
PS: Lasst euch auch das Buch nicht entgehen... aber dazu ein andermal!
********
*** Ups: Da ist mir aber mal wieder der Gaul durchgegangen! Soooo lange sollte der nächste Absatz gar nicht werden... Hmmm, wenn ihr euch meine Hirngespinste nicht antun wollt, dann überspringt diesen Absatz und fahrt mit dem Punkt "Story" fort! ***
Heute mal ein für mich ungewöhnlicher erster Punkt in einer Filmbesprechung. Wieder einmal haben es die Verantwortlichen geschafft in ihrer grenzenlosen Originalität einen besonders gelungenen (Ironie!!!) deutschen Titel zu kreieren. Diesmal verdient dieser Schwachsinn einen Extra-Absatz, denn ich kann euch erklären, wie es zu dem Titel kam (zumindest vermute ich das).
Die Romanvorlage hieß im Original "Bridget Jones´s Diary", genau so wurde auch der Film genannt. Nun war anscheinend dem deutschen Verlag dieser Titel nicht lustig genug (Vielleicht fürchteten sie, dass die Leser beim Titel "Das Tagebuch der Bridget Jones" so etwas wie "Das Tagebuch der Anne Frank" erwarten würden. Klar, ein potenzieller Buchleser ist ja auch in der Regel doof wie Weißbrot und kann nicht von hier bis dort denken... aber ich schweife schon wieder ab!). Weshalb auch immer, das Buch wurde in Deutschland unter dem Titel "Schokolade zum Frühstück" veröffentlicht. Da ich derzeit den Roman lese (aber im Original!), kann ich wenigstens bestätigen, dass die Protagonistin tatsächlich einmal erwähnt, zum Frühstück einen Mars-Riegel verzehrt zu haben. Naja, akzeptabel also.
Im Film jedoch - und da müsste ich mich schon sehr täuschen - isst nie auch nur einer ein noch so klitzekleines Stückchen Schokolade zum Frühstück. Trotzdem wird der Streifen bei uns unter dem Titel "Bridget Jones - Schokolade zum Frühstück" laufen...
Jaja, ich weiß schon, ich bin heute wieder sehr pedantisch. Aber ich finde, das zeigt mal wieder mit welch einem Brett vorm Kopf die sogenannten Kreativen durch die Gegend laufen. Da wird anscheinend ein Film noch nicht einmal gesehen, bevor man ihm den so wichtigen Titel verpasst. Wozu denn auch: Es gibt ja schon das Buch, da können wir doch einfach übernehmen und müssen nicht extra das Hirn einschalten. Ich frage mich nur, weshalb man dann nicht gleich auf den Original-Titel zurück greift!?
Story:
*****
Bridget Jones ist eine Frau Anfang dreißig. Sie lebt und arbeitet in London und sie hat vor allem ein Problem: Sie ist Single und - trotz diverser Versuche das positiv zu sehen - alles andere als glücklich über diese Tatsache. Als sie wieder einmal Weihnachten alleine in einem Einzelbett bei ihren typisch britischen Eltern verbringt, beschließt sie (wieder einmal) ihr Leben zu ändern (abnehmen, mit dem Rauchen aufhören, usw.), mit dem einzigen Ziel den Mann ihrer Träume zu finden. Und sie beginnt ein Tagebuch zu führen.
Insgesamt ein Jahr dürfen wir Bridget verfolgen, wie sie zuerst ohne Mann, dann mit Mann, dann wieder ohne Mann, dann plötzlich zwischen zwei Männern und schließlich... NEIN, das wird nicht verraten J... ihr Leben mit Höhen und Tiefen meistert - oder auch nicht.
Mehr braucht man zur Story eigentlich gar nicht zu sagen, denn es gibt zwar eine Menge Nebenhandlungen - betreffend ihre Eltern, ihre Jobs, ihre Freunde usw. - aber im Grunde dienen diese nur, um Bridget näher kennen zu lernen. Und wir lernen sie in den knapp 100 Minuten Filmdauer wirklich gut kennen.
Die Hauptdarstellerin:
******************
Renée Zellweger - bekannt geworden u.a. in ihrer Rolle im Jim Carrey-Klamauk "Me, myself and Irene" und dadurch, dass sie ihrem damaligen Partner auch privat nicht abgeneigt war (Anmerkung der Autorin: IIIIIIIIEEEEEEK!) - ist für ihre Titelrolle unter die Method Actor gegangen. Zum einen verbrachte die gebürtige Texanerin mehrer Wochen in London, um sich den typischen London-Akzent anzutrainieren. Zum anderen nahm sie diverse Kilo zu, denn die Bridget musste einfach ein wenig runder sein, um glaubwürdig zu wirken. (Mittlerweile sind die Pfunde übrigens wieder weg - leider, denn nun sieht Frau Zellweger wieder genauso langweilig und typisch Hollywood-dünn aus wie vorher...).
Dies ist der erste Film mit Renée Zellweger, den ich gesehen habe. Und ich bin von ihr begeistert. Natürlich steht und fällt "Bridget Jones" mit der Hauptdarstellerin, denn sie steht im Mittelpunkt, es gibt keine Szene ohne sie. Gratulation an die Verantwortlichen, die über die Besetzung entschieden haben. Ich mag ja keine Expertin sein und gebürtige Londoner sehen das vielleicht anders, aber dass die Dame keine Engländerin ist, sondern aus dem Kaugummisprachen-Staat Texas kommt, konnte ich kaum glauben. Zudem verfügt sie über ein einzigartiges komisches Talent und lässt jede Szene auf verbale oder visuelle Weise zum Ereignis werden. Sogar die Szenen, die eigentlich eher tragisch sind.
Die Männer in Bridget´s Leben:
*************************
Zum einen ist da Daniel Cleaver, Bridget´s Boss, der von Hugh Grant dargestellt wird. Endlich, ja endlich darf Herr Grant - der mich in letzter Zeit nur noch nervte! - nicht den schüchternen und vom Pech verfolgten stotternden Anti-Helden spielen. Ohne zu viel über die Story zu verraten: Diesmal gibt er den selbstbewussten Womanizer, ein kleiner Chauvi, charmant und witzig. Und: Überraschung! Obwohl man Hugh Grant seit "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" immer wieder nur in der gleichen Rolle gesehen hat (s.o.), überzeugt er durchwegs als glattes Gegenteil dieses Stereotyps.
Und dann ist da Mark Darcy, der Mann, mit dem Bridgets Mutter und diverse Nachbarn sie gerne verkuppeln würden. Er ist ein erfolgreicher Anwalt, sein Leben verläuft stets in geordneten Bahnen, er ist auf den ersten Blick als echter Spießer auszumachen. Für Bridget ist vom ersten, nein, vom zweiten Moment an klar, dass sie ihn nicht ausstehen kann. Er wird dargestellt von Colin Firth, vielen sicher noch bekannt als Geoffrey Clifton in "Der englische Patient" (und euer Suppilein ärgert sich noch heute, dass sie da nicht von selbst drauf gekommen ist, sondern erst bei IMDB nachsehen musste). Auch mit ihm hatten die Caster ein besonders gutes Händchen und er bildet den idealen Gegenpart zum Charakter des Daniel.
Nebenrollen:
**********
Liebevoll besetzt sind auch alle Nebenrollen, vor allem Bridget´s Eltern dargestellt von Jim Broadbent und Gemma Jones und ihre drei besten Freunde Sharon "Shazzer", Jude und der schwule Tom (Sally Phillips, Shirley Henderson und James Callis) erobern die Herzen der Zuschauer, wohingegen Embeth Davidzt (ja, die aus "Schindler´s Liste"!) als stocksteife und unterkühlte Natasha, die Dauerbegleitung von Mark Darcy, von Anfang an der größte Antipathie-Träger des Films ist.
Der Besetzungsclou:
*****************
Ich habe mittlerweile auch die Roman-Vorlage von Helen Fielding gelesen (dazu später noch mehr), und das muss man auch, um den besonderen Witz der Besetzung zu verstehen (leider werden im Film die entsprechenden Szenen ausgespart, schade eigentlich!). Denn: Sowohl Hugh Grant als auch Colin Firth werden im Buch erwähnt.
Bei Grant geht es um seinen erhaltenen "Blow Job" und Bridget´s neuer Boss (bei einem Fernsehsender) möchte gerne einen Bericht darüber machen, wie es sein kann, dass eine Frau wie Elizabet Hurley (für alle Unwissenden: die damalige Freundin von Mr Grant!) ihm das einfach verzeihen konnte. (Ob Hugh Grant das Buch wohl gelesen hat, bevor er die Rolle annahm?)
Der wahre Clou ist aber die Besetzung von Colin Firth als Mark Darcy. Bridget liebt das Buch "Pride and Prejudice" von Jane Austen. Dieses wurde vor wenigen Jahren von der BBC zu einem Fünf-Studen-Fernsehepos gemacht. In der männlichen Hauptrolle als Mr Darcy (!) spielte damals kein anderer als Colin Firth.
Ich seh schon, das findet wieder keiner lustig außer mir... Schuldigung.
Wie auch immer: Ich finde es unverständlich, dass wenn den Machern schon dieser Besetzungs-Clou gelingt, dieser nicht irgendwie in den Film eingebaute wird.
Oder - äh, naja, könnte schon sein - ich habs einfach überhört. Zugegebenermaßen konnte ich nicht allen Dialogen Wort für Wort folgen. Mein Englisch scheint doch etwas eingerostet zu sein!
Regie und Umsetzung:
******************
Regisseurin Sharon Maguire hat für ihr Erstlingswerk (kaum zu glauben!) ideale Bedingungen vorgefunden. Eine ungemein witzige und zudem erfolgreiche Romanvorlage, die übrigens von der Autorin Helen Fielding selbst zusammen mit Andrew Davies und Richard Curtis zum Drehbuch umgearbeitet wurde, und eine namhafte und talentierte Schauspielertruppe. Da war der Erfolg scheinbar vorprogrammiert, aber sicher auch der Druck, einen Erfolg landen zu müssen. Um es vorweg zu nehmen: "Bridget Jones´s Diary" ist in England zum Kassenschlager schlechthin avanciert und es besteht kaum ein Zweifel, dass der Streifen auch auf dem Rest des Globus jede Menge Publikum finden wird.
Ungemein kurzweilig und ohne viel tragende Handlung lernen wir Bridget immer näher kennen. Leider - aber wohl unvermeidlich - geht der Tagebuch-Charakter der Vorlage im Film etwas verloren. Aber durch Bridgets Kommentare aus dem Off und die Gespräche mit ihren Freunden, erhalten wir dennoch Einblick in ihr Seelenleben. Und durch eine ungemeine Liebe zum Detail, die an Komik aber auch alltäglicher Tragik kaum zu überbieten sind.
Vieles aus dem Buch wurde leider vollkommen weg gelassen, manches total verfälscht. Zum Teil verständlich (es wäre einfach zu viel geworden, wenn z.B. alle Charektere um Bridget herum die gleiche Berücksichtigung gefunden hätten), zum Teil für den Laien nicht ganz nachvollziehbar. Was bleibt ist aber zu 100% sehenswert.
Fazit:
****
Viele Männer werden wieder behaupten, dass es sich bei "Bridget Jones" um einen Frauenfilm handelt. Na klar, schließlich geht es ja hauptsächlich um eine Frau, und es ist einem Mann doch kaum zuzumuten, beinahe 100 Minuten lang am Seelenleben einer Frau teilzuhaben. Dazu sage ich nur: Wenn ihr euch deshalb den Film nicht anseht, dann habt ihr eben Pech gehabt. Ihr wollt die Frauen doch immer verstehen!? Dann schaut euch nicht "Was Frauen wollen" an, sondern lernt von Bridget Jones.
Kennt ihr das: Ihr habt eine heimliche Gewohntheit, seltsame Gedanken, über die ihr mit niemandem redet, weil es euch peinlich ist und ihr denkt, dass das nicht normal ist? Zumindest so lange, bis ihr zufällig lest oder hört, dass es anderen auch so geht? Und fühlt ihr euch danach nicht plötzlich besser? Dieses Gefühl hatte ich bei "Bridget Jones" nicht nur einmal. Ein bisschen Bridget steckt sicher in jedem von uns - und zwar nicht nur in den Frauen!
Also: Nichts wie rein in den Film und genießen! Ich werde ihn mir mit absoluter Sicherheit auch noch einmal ansehen, denn zugegebenermaßen habe ich nicht jedes Wort im Original verstanden. Einmal gar war ich die Einzige, die im Kino laut lachte. Ich weiß nicht, ob die Anderen den Witz nicht verstanden haben, oder ob ich einen Witz hörte, wo keiner war... Aber ich will nicht schon wieder abschweifen, sondern statt dessen endlich schließen...
Sorry, dass es schon wieder so lange geworden ist, aber wenn ich mich für etwas begeistere, dann muss das auch raus! J
Euer Quatschkopf
Suppi
PS: Lasst euch auch das Buch nicht entgehen... aber dazu ein andermal!
31 Bewertungen, 5 Kommentare
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09.05.2002, 16:32 Uhr von heisswiekalt
Bewertung: sehr hilfreichfand den Film allerdings nicht so toll, man wußte häufig, was als nächstes passiert
-
06.05.2002, 19:18 Uhr von Tizziano
Bewertung: sehr hilfreichsehr gut
-
01.05.2002, 01:42 Uhr von Urquhart
Bewertung: sehr hilfreichHab das Buch leider noch nicht gelesen; den Film fand ich nur klasse!
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17.04.2002, 23:21 Uhr von deeperspace
Bewertung: sehr hilfreichDen Film hab ich mir auch im Orginal angesehen, als ich in den USA war. Das Buch hat mir aber besser gefallen. Gruß Deep
-
17.04.2002, 23:11 Uhr von Sunshine2002
Bewertung: sehr hilfreichklasse bericht
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