Erfahrungsbericht von tweety3
Single aus Überzeugung?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
„Jane Austens Strories sind sehr gut und sind sozusagen über die Jahrhunderte immer am Publikum getestet worden, und da habe ich mich einfach entschlossen, eine davon zu klauen. Ich dache, sie hätte sicher nichts dagegen und außerdem ist sie ja sowieso tot.“
So Helen Fielding darüber wie sie zu der Story ihres Bestsellers kam, der spätestens seit dem letzen Jahr nicht nur Frauen ein Begriff sein sollte.
„Stolz und Vorurteil“ ist es also nicht ganz unschuldig an der Tatsache, dass Helen Fielding mit ihrem Roman über Bridget Jones in mehr als 30 Ländern dieser Welt einen Erfolg gelandet hat, mit dem sie selbst wohl am allerwenigsten gerechnet hat.
Ermutigt durch die hervorragenden Verkaufszahlen des Tagebuchs der Bridget Jones war der Schritt auf die Leinwand und damit in die Kinosäle dieser Welt naheliegend.
Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Freund von Literaturverfilmungen, denn meist geht doch ein nicht unerheblicher Teil der ureigenen Atmosphäre eines Buches durch die Komprimierung auf eine, für Kinobesucher erträgliche Länge, verloren.
Gerade in letzter Zeit bin ich aber nicht selten eines Besseren belehrt worden. Filme wie der Herr der Ringe oder auch Harry Potter begeisterten das Kinopublikum und auch ich war und bin verzaubert von den wirklich grandiosen Leistungen, durch die es den Regisseuren gelungen ist, die Geschichte eines Buches auf die Leinwand zu bannen ohne zu viel seiner eigenen Atmosphäre zu zerstören.
Die Umsetzung des Bestsellers von Helen Fielding bürgt noch eine zusätzliche Schwierigkeit, denn es handelt sich bei „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ nicht nur um einen gewöhnlichen Roman, dessen Inhalt es darzustellen gilt. Vielmehr wagte sich hier ein Filmteam daran ein Tagebuch über die große Leinwand flimmern zu lassen.
Wie mir das Ergebnis dieses doch recht schwierig erscheinenden Unterfangens gefallen hat, ist im Folgenden nachzulesen.
Die Story
****************
Bridget Jones (Renée Zellweger) ist Anfang 30, sie ist Single und hat einen fürchterlichen Kater, dessen Ausmaße sich dem Zuschauer bereits bei ihrem ersten Anblick nur allzu deutlich zeigen.
Als wäre das alles noch nicht genug, ist Bridget - wie jedes Jahr - zu ihrer Mutter und deren Neujahrs-Truthahncurry-Party eingeladen. Auch wie jedes Jahr muss Bridget die nicht enden wollenden Versuche ihrer Mutter sie endlich unter die Haube zu bringen über sich ergehen lassen. Dieses Jahr ist der Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) der Auserwählte.
Über eine zwanghafte Konversation kommen die beiden allerdings nicht hinaus und als Bridget dann auch noch mit anhören muss, wie Mark sich abfällig über sie äußert, ist er wieder da, dieser Moment in ihrem Leben, den sie so verflucht...
Verletzt und einsam zieht sich Bridget zurück in ihre Londoner Wohnung und beschließt ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen. Ein Tagebuch muss herhalten um ihre guten Vorsätze für das kommende Jahr oder besser deren mehr oder weniger gelungene Einhaltung zu dokumentieren.
Das Rauchen aufzugeben, weniger Wodka in sich hineinzuschütten, sich einen „netten einfühlsamen Freund“ zu suchen und sich endlich den Büromacho Daniel Cleaver (Hugh Grant) aus dem Kopf zu schlagen, all diese Unterfangen werden Bridgets Leben im Verlaufe des einen Jahres füllen, durch das sie der Zuschauer begleitet.
Warum aber sollte es Bridget wohl anders ergehen als so vielen Menschen auf dieser Welt? Kaum, dass sie wieder im Büro arbeitet, fängt sie auch gleich an mit eben jenem Macho, von dem sie sich doch vorgenommen hatte, ihn aus ihrem Kopf zu streichen, einen mehr als eindeutigen Mail-Austausch zu betreiben, der schlussendlich dazu führt, dass Bridget von ihrem Chef zum Abendessen eingeladen wird.
Als das Gespräch auf Mark kommt unterbreitet Daniel ihr, dass Mark und er einst die besten Freunde gewesen seinen bis Mark eine Affäre mit Daniel Verlobter eingegangen wäre. Diese Tatsache erklärt natürlich auch Daniels Abneigung Mark gegenüber und lässt Bridget nicht weiter darüber nachdenken.
Dieser Abend endet genau da, wo Bridget ihren eigenen Vorsätzen zu Folge nicht landen wollte, in Daniel Cleavers Bett.
Alles scheint in bester Ordnung zu sein, wäre da nicht noch Bridgets Mutter (Gemma Jones). Diese hat es nämlich vorgezogen ihren Vater (Jim Broadbent) zu verlassen und ihre Chance beim Fernsehen zu suchen, nachdem ihr vom Moderator eines Home Shopping Kanals „Potenzial“ attestiert wurde.
Bridget macht sich trotz alle dem mit Daniel auf den Weg zu einem Kurztrip auf dem sie einmal mehr Mark und seiner Freundin Natasha (Embeth Davidtz) über den Weg laufen. Kurz vor dem gemeinsam geplanten Besuch auf einem Kostümfest muss Daniel aus dringenden geschäftlichen Gründen abreisen und Bridget allein zurücklassen.
Diese hat nach dem völlig verpatzen Kostümfest, das eigentlich gar keines war, nichts anderes im Kopf als geradewegs in Daniels Wohnung zu fahren nur um ihn dort inflagranti mit einer Kollegin aus New York zu erwischen.
Als Bridget dann auch noch erfährt, dass Daniel und Natasha verlobt sind, nimmt sie ihr Leben wirklich in die Hand und sucht sich einen neuen Job beim Fernsehen.
Ihre erste Chance versiebt Bridget fast wie vorherzusehen und auch bei ihrer zweiten Sendung scheint alles schief gegangen zu sein, bis da ein gewisser Mark Darcy auftaucht, der Bridget aus der Patsche hilft...
Mehr sei zur Story nicht verraten.
Nur so viel noch: Wer sich jetzt schon ein Bild von Bridget machen konnte, wird ahnen, dass längst nicht alles so einfach verläuft wie es nun zu sein scheint.
Hintergrund
****************
Die Vorlage für den Film liefert Helen Fieldings Roman „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“, der sich weltweit mehr als vier Millionen mal verkaufte.
Breits 1997, zu einem Zeitpunkt als das Buch noch bei weiten nicht der Bestseller war, der es noch werden sollte, erwarb Working Title Films die Rechte an der Verfilmung.
Als Regisseurin konnten die Filmemacher Sharon Maguire gewinnen, die selbst als eine der Vorlagen für Bridgets Freundinnen diente.
Die Besetzung der Hauptrolle war dann schon ein weitaus schwierigeres Unterfangen. Die Entscheidung für Renée Zellweger fiel erst nach zweijährigen Suche.
Die Dreharbeiten zu „Schokolade zum Frühstück“ begannen schlussendlich am 16. Mai 200 und endeten schon knapp drei Monate später.
Die Darsteller
****************
Wie bereits mehrfach erwähnt kann der Zuschauer Renée Zellweger in der Rolle der Bridget Jones erleben und genießen. Sie füllt diese Rolle in meinen Augen perfekt aus und haucht dem Charakter, den viele Millionen von Lesern aus Fieldings Buch kennen und lieben gelernt haben gekonnt und glaubhaft Leben ein.
Die nicht unwesentliche Arbeit, die Zellweger in dieses Filmprojekt gesteckt hat, macht sich mehr als bezahlt. Ein Film wie „Schokolade zum Frühstück“ steht und fällt mit der Hauptdarstellerin. Nicht umsonst haben sich die Produzenten die Suche nicht leicht gemacht.
Um die Rolle der Bridget Jones, die kein Fettnäpfchen auszulassen scheint, perfekt ausfüllen zu können musste Renée Zellweger mehr als sechs Kilo zulegen und einen Sprackurs über sich ergehen lassen um den englischen Akzent auch sicher beherrschen zu lernen.
Man nimmt Zellweger die Bridget ohne zu zögern ab. Schnell ist eine gewisse Sympathie mit dieser Frau aufgebaut, die sich stets bemüht ihr Leben in den Griff zu bekommen und der eben dieses doch nie so recht zu gelingen scheint.
Nicht wenige Frauen werden sich in Renée Zellweger als Bridget Jones wiedererkennen können.
Einen der beiden Männer an Bridgets Seite stellt Hugh Grant dar. Zunächst wirkt die Rolle, die er verkörpert recht ungewohnt, irgendwie unpassend. Kennt man ihn doch sonst nur aus Rollen, die allem Anschein nach nichts mit dem bösen Buben zu tun haben.
Recht schnell allerdings gelingt es Grant den Büromacho Daniel sehr überzeugend darzustellen.
Der Zuschauer merkt schnell, dass Cleaver genau zu der Sorte Mann gehört, von der Bridget sich lieber fern halten soll.
Grant spielt den gutaussehenden charmanten Macho, dem man eigentlich gar nicht so recht böse sein kann. Auch wenn ich Grant bisher als Darsteller des liebenswerten und durchaus romantischen Typen von nebenan in Erinnerung habe, hat er mich doch in seiner Rolle mehr als überzeugt.
Colin Firth ist der andere Mann an Bridgets Seite. Er verkörpert Mark Darcy zu dem Bridget nun von Anfang an ein nicht gerade gutes Verhältnis zu haben scheint. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege aber nie kommen sie wirklich ins Gespräch.
Firth ist perfekt für die Rolle des Mark Darcy. Ihm gelingt es durchaus zu zeigen, dass er ein Interesse an Bridget hat ohne das explizieren zu müssen. Seine Mimik und seine Gestik sprechen in diesem Fall für sich. Er verkörpert den zurückhaltenden sympathischen Anwalt, der einem fast schon leid tun kann, weil er doch ganz eindeutig Schwierigkeiten damit hat, seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen. Zu sehr ist er von seiner Freundin abhängig, die ihn zum Teil wie ihr Eigentum behandelt.
Gerade zum Ende des Filmes hin, zeigt sich die schauspielerische Leistung Firths. Er bringt den Wandel vom verschüchtert wirkenden Anwalt zu dem Mann, der für seine Liebe alles aufgibt sehr gut rüber.
Noch zu erwähnen wären Bridgets Freunde, die immer an ihrer Seite stehen und ihr zu helfen versuchen, selbst wenn diese Versuche nicht selten kläglich scheitern.
Die Darsteller für diese Freunde sind treffend gewählt und wirken allesamt sympathisch.
Jeder Zuschauer kann sich den Charakter aussuchen, mit dem er sich am ehesten zu identifizieren vermag.
Meine Meinung
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„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ ist auf jeden Fall eine Literaturverfilmung der man ohne zu zögern das Prädikat gelungen aufdrücken kann.
An die Buchvorlage kommt der Film meiner Meinung nach dann aber doch nicht so ganz heran. Dazu stehen wohl auch sie Vorzeichen eher schlecht. Die Produzenten haben es mit dem Vorhaben den Bestseller von Helen Fielding zu verfilmen gewagt einen großen Schritt zu machen.
Gescheitert sind sie damit nicht, aber sie haben es für meine Begriffe auch nicht zur Gänze geschafft das Flair der Romanvorlage in den Film zu transportieren.
Ein Grund mag sein, dass gerade in einem Tagebuch sehr viele Gedanken, die Bridget durch den Kopf schießen, wiederzufinden sind. Diese wiederum lassen sich aber nur sehr schwer in einem Film umsetzen.
Die Lösung, die gefunden wurde, sprich die Gedanken einfach ab und an als Schriftzug einzublenden, vermag es leider nicht ganz die wirren Gedankengänge, die in der Romanvorlage zu finden sind, zu ersetzen.
Nichtsdestotrotz vermitteln sie einen Eindruck von dem, was in Bridgets Kopf vorgeht und nicht selten liegt einem als Zuschauer genau jener Ausspruch auf den Lippen, der nur einen Bruchteil später auch vor den eigenen Augen prangt.
„Schokolade zum Frühstück“ ist leichte Kost. Dieser Film erweckt keinen Anspruch an den Zuschauer. Er will einfach nur unterhalten und uns ein Jahr lang am Leben der Bridget Jones mit all seinen Höhen und Tiefen teil haben lassen.
Keine Frage, diese Aufgabe erfüllt der Film sehr gut, denn langweilig wird der Film nicht.
Einzuordnen ist er in das Genre der Komödien und somit hegt der Zuschauer wohl auch den Anspruch an der ein oder anderen Stelle ein herzhaftes Lachen von sich geben zu können.
Auch diesem Anspruch wird „Schokolade zum Frühstück“ gerecht. Zwar kann ich nicht behaupten besonders viel gelacht zu haben, aber allein durch die Darstellung der Bridget kann man sich ein dauerhaftes Lächeln kaum verkneifen.
Situationskomik vermag die Handlung nicht selten aufzuheitern und den Zuschauer einfach mitzureißen. Albern oder besonders übertrieben wirkte der Film für mich nicht.
Alle Szenen könnten durchaus aus dem wahren Leben gegriffen sein, auch wenn ich zugeben muss, dass Bridget kaum ein Fettnäpfchen auslässt und das in solch geballter Form wohl im wahren Leben kaum einem Menschen passiert.
Den Filmemachern ist es gelungen eine wirklich gelungene Geschichte aus dem Leben von Bridget zu formen, das viele bisher nur aus ihrem Tagebuch kannten.
Die Schauspieler haben auf mich alle sehr überzeugend gewirkt und selten konnte ich in einem Film ähnlich gut mit der Hauptperson mitfühlen. Selbst Zuschauern, die nicht in Bridgets Alter sind sollte es nicht schwer fallen sich in ihre Lage zu versetzen, sich mit ihr zu freuen, zu fluchen oder zu weinen.
Viele mögen der Meinung sein, dieser Film ist nur für Frauen gemacht. Dem kann ich widersprechen. Auch ein Mann sollte sich nicht scheuen diesen Film mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Viele Frauen erkennen sich vielleicht in Bridget oder in einer ihrer Freundinnen wieder und den Männern gelingt es vielleicht auf diese Weise einen kleinen Einblick in die Gedankengänge einer Frau zu gewinnen.
Einen Versuch sollte es allemal wert sein!
Fazit
****************
„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ ist ein unterhaltsamer Film ohne großen Tiefgang, der es vermag gut zu unterhalten.
Oftmals witzig nimmt er den Zuschauer mit in die Welt der Bridget, die ihren inneren Kampf zwischen dem Wunsch endlich verliebt zu sein, den Mann fürs Leben zu finden auf der einen Seite und dem Wunsch emanzipiert und selbständig zu bleiben auf der anderen, ausficht.
Die schauspielerischen Leistungen sind sehr gut und die Atmosphäre des Filmes durchaus angenehm.
Für einen unterhaltsamen Abend also allemal geeignet.
In diesem Sinne grüße Euch
tweety3 alias Antje
© tweety3
14. Februar 2002
So Helen Fielding darüber wie sie zu der Story ihres Bestsellers kam, der spätestens seit dem letzen Jahr nicht nur Frauen ein Begriff sein sollte.
„Stolz und Vorurteil“ ist es also nicht ganz unschuldig an der Tatsache, dass Helen Fielding mit ihrem Roman über Bridget Jones in mehr als 30 Ländern dieser Welt einen Erfolg gelandet hat, mit dem sie selbst wohl am allerwenigsten gerechnet hat.
Ermutigt durch die hervorragenden Verkaufszahlen des Tagebuchs der Bridget Jones war der Schritt auf die Leinwand und damit in die Kinosäle dieser Welt naheliegend.
Zugegebenermaßen bin ich nicht gerade ein Freund von Literaturverfilmungen, denn meist geht doch ein nicht unerheblicher Teil der ureigenen Atmosphäre eines Buches durch die Komprimierung auf eine, für Kinobesucher erträgliche Länge, verloren.
Gerade in letzter Zeit bin ich aber nicht selten eines Besseren belehrt worden. Filme wie der Herr der Ringe oder auch Harry Potter begeisterten das Kinopublikum und auch ich war und bin verzaubert von den wirklich grandiosen Leistungen, durch die es den Regisseuren gelungen ist, die Geschichte eines Buches auf die Leinwand zu bannen ohne zu viel seiner eigenen Atmosphäre zu zerstören.
Die Umsetzung des Bestsellers von Helen Fielding bürgt noch eine zusätzliche Schwierigkeit, denn es handelt sich bei „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ nicht nur um einen gewöhnlichen Roman, dessen Inhalt es darzustellen gilt. Vielmehr wagte sich hier ein Filmteam daran ein Tagebuch über die große Leinwand flimmern zu lassen.
Wie mir das Ergebnis dieses doch recht schwierig erscheinenden Unterfangens gefallen hat, ist im Folgenden nachzulesen.
Die Story
****************
Bridget Jones (Renée Zellweger) ist Anfang 30, sie ist Single und hat einen fürchterlichen Kater, dessen Ausmaße sich dem Zuschauer bereits bei ihrem ersten Anblick nur allzu deutlich zeigen.
Als wäre das alles noch nicht genug, ist Bridget - wie jedes Jahr - zu ihrer Mutter und deren Neujahrs-Truthahncurry-Party eingeladen. Auch wie jedes Jahr muss Bridget die nicht enden wollenden Versuche ihrer Mutter sie endlich unter die Haube zu bringen über sich ergehen lassen. Dieses Jahr ist der Anwalt Mark Darcy (Colin Firth) der Auserwählte.
Über eine zwanghafte Konversation kommen die beiden allerdings nicht hinaus und als Bridget dann auch noch mit anhören muss, wie Mark sich abfällig über sie äußert, ist er wieder da, dieser Moment in ihrem Leben, den sie so verflucht...
Verletzt und einsam zieht sich Bridget zurück in ihre Londoner Wohnung und beschließt ihr Leben endlich in den Griff zu bekommen. Ein Tagebuch muss herhalten um ihre guten Vorsätze für das kommende Jahr oder besser deren mehr oder weniger gelungene Einhaltung zu dokumentieren.
Das Rauchen aufzugeben, weniger Wodka in sich hineinzuschütten, sich einen „netten einfühlsamen Freund“ zu suchen und sich endlich den Büromacho Daniel Cleaver (Hugh Grant) aus dem Kopf zu schlagen, all diese Unterfangen werden Bridgets Leben im Verlaufe des einen Jahres füllen, durch das sie der Zuschauer begleitet.
Warum aber sollte es Bridget wohl anders ergehen als so vielen Menschen auf dieser Welt? Kaum, dass sie wieder im Büro arbeitet, fängt sie auch gleich an mit eben jenem Macho, von dem sie sich doch vorgenommen hatte, ihn aus ihrem Kopf zu streichen, einen mehr als eindeutigen Mail-Austausch zu betreiben, der schlussendlich dazu führt, dass Bridget von ihrem Chef zum Abendessen eingeladen wird.
Als das Gespräch auf Mark kommt unterbreitet Daniel ihr, dass Mark und er einst die besten Freunde gewesen seinen bis Mark eine Affäre mit Daniel Verlobter eingegangen wäre. Diese Tatsache erklärt natürlich auch Daniels Abneigung Mark gegenüber und lässt Bridget nicht weiter darüber nachdenken.
Dieser Abend endet genau da, wo Bridget ihren eigenen Vorsätzen zu Folge nicht landen wollte, in Daniel Cleavers Bett.
Alles scheint in bester Ordnung zu sein, wäre da nicht noch Bridgets Mutter (Gemma Jones). Diese hat es nämlich vorgezogen ihren Vater (Jim Broadbent) zu verlassen und ihre Chance beim Fernsehen zu suchen, nachdem ihr vom Moderator eines Home Shopping Kanals „Potenzial“ attestiert wurde.
Bridget macht sich trotz alle dem mit Daniel auf den Weg zu einem Kurztrip auf dem sie einmal mehr Mark und seiner Freundin Natasha (Embeth Davidtz) über den Weg laufen. Kurz vor dem gemeinsam geplanten Besuch auf einem Kostümfest muss Daniel aus dringenden geschäftlichen Gründen abreisen und Bridget allein zurücklassen.
Diese hat nach dem völlig verpatzen Kostümfest, das eigentlich gar keines war, nichts anderes im Kopf als geradewegs in Daniels Wohnung zu fahren nur um ihn dort inflagranti mit einer Kollegin aus New York zu erwischen.
Als Bridget dann auch noch erfährt, dass Daniel und Natasha verlobt sind, nimmt sie ihr Leben wirklich in die Hand und sucht sich einen neuen Job beim Fernsehen.
Ihre erste Chance versiebt Bridget fast wie vorherzusehen und auch bei ihrer zweiten Sendung scheint alles schief gegangen zu sein, bis da ein gewisser Mark Darcy auftaucht, der Bridget aus der Patsche hilft...
Mehr sei zur Story nicht verraten.
Nur so viel noch: Wer sich jetzt schon ein Bild von Bridget machen konnte, wird ahnen, dass längst nicht alles so einfach verläuft wie es nun zu sein scheint.
Hintergrund
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Die Vorlage für den Film liefert Helen Fieldings Roman „Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“, der sich weltweit mehr als vier Millionen mal verkaufte.
Breits 1997, zu einem Zeitpunkt als das Buch noch bei weiten nicht der Bestseller war, der es noch werden sollte, erwarb Working Title Films die Rechte an der Verfilmung.
Als Regisseurin konnten die Filmemacher Sharon Maguire gewinnen, die selbst als eine der Vorlagen für Bridgets Freundinnen diente.
Die Besetzung der Hauptrolle war dann schon ein weitaus schwierigeres Unterfangen. Die Entscheidung für Renée Zellweger fiel erst nach zweijährigen Suche.
Die Dreharbeiten zu „Schokolade zum Frühstück“ begannen schlussendlich am 16. Mai 200 und endeten schon knapp drei Monate später.
Die Darsteller
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Wie bereits mehrfach erwähnt kann der Zuschauer Renée Zellweger in der Rolle der Bridget Jones erleben und genießen. Sie füllt diese Rolle in meinen Augen perfekt aus und haucht dem Charakter, den viele Millionen von Lesern aus Fieldings Buch kennen und lieben gelernt haben gekonnt und glaubhaft Leben ein.
Die nicht unwesentliche Arbeit, die Zellweger in dieses Filmprojekt gesteckt hat, macht sich mehr als bezahlt. Ein Film wie „Schokolade zum Frühstück“ steht und fällt mit der Hauptdarstellerin. Nicht umsonst haben sich die Produzenten die Suche nicht leicht gemacht.
Um die Rolle der Bridget Jones, die kein Fettnäpfchen auszulassen scheint, perfekt ausfüllen zu können musste Renée Zellweger mehr als sechs Kilo zulegen und einen Sprackurs über sich ergehen lassen um den englischen Akzent auch sicher beherrschen zu lernen.
Man nimmt Zellweger die Bridget ohne zu zögern ab. Schnell ist eine gewisse Sympathie mit dieser Frau aufgebaut, die sich stets bemüht ihr Leben in den Griff zu bekommen und der eben dieses doch nie so recht zu gelingen scheint.
Nicht wenige Frauen werden sich in Renée Zellweger als Bridget Jones wiedererkennen können.
Einen der beiden Männer an Bridgets Seite stellt Hugh Grant dar. Zunächst wirkt die Rolle, die er verkörpert recht ungewohnt, irgendwie unpassend. Kennt man ihn doch sonst nur aus Rollen, die allem Anschein nach nichts mit dem bösen Buben zu tun haben.
Recht schnell allerdings gelingt es Grant den Büromacho Daniel sehr überzeugend darzustellen.
Der Zuschauer merkt schnell, dass Cleaver genau zu der Sorte Mann gehört, von der Bridget sich lieber fern halten soll.
Grant spielt den gutaussehenden charmanten Macho, dem man eigentlich gar nicht so recht böse sein kann. Auch wenn ich Grant bisher als Darsteller des liebenswerten und durchaus romantischen Typen von nebenan in Erinnerung habe, hat er mich doch in seiner Rolle mehr als überzeugt.
Colin Firth ist der andere Mann an Bridgets Seite. Er verkörpert Mark Darcy zu dem Bridget nun von Anfang an ein nicht gerade gutes Verhältnis zu haben scheint. Immer wieder kreuzen sich ihre Wege aber nie kommen sie wirklich ins Gespräch.
Firth ist perfekt für die Rolle des Mark Darcy. Ihm gelingt es durchaus zu zeigen, dass er ein Interesse an Bridget hat ohne das explizieren zu müssen. Seine Mimik und seine Gestik sprechen in diesem Fall für sich. Er verkörpert den zurückhaltenden sympathischen Anwalt, der einem fast schon leid tun kann, weil er doch ganz eindeutig Schwierigkeiten damit hat, seine eigene Meinung zum Ausdruck zu bringen. Zu sehr ist er von seiner Freundin abhängig, die ihn zum Teil wie ihr Eigentum behandelt.
Gerade zum Ende des Filmes hin, zeigt sich die schauspielerische Leistung Firths. Er bringt den Wandel vom verschüchtert wirkenden Anwalt zu dem Mann, der für seine Liebe alles aufgibt sehr gut rüber.
Noch zu erwähnen wären Bridgets Freunde, die immer an ihrer Seite stehen und ihr zu helfen versuchen, selbst wenn diese Versuche nicht selten kläglich scheitern.
Die Darsteller für diese Freunde sind treffend gewählt und wirken allesamt sympathisch.
Jeder Zuschauer kann sich den Charakter aussuchen, mit dem er sich am ehesten zu identifizieren vermag.
Meine Meinung
****************
„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ ist auf jeden Fall eine Literaturverfilmung der man ohne zu zögern das Prädikat gelungen aufdrücken kann.
An die Buchvorlage kommt der Film meiner Meinung nach dann aber doch nicht so ganz heran. Dazu stehen wohl auch sie Vorzeichen eher schlecht. Die Produzenten haben es mit dem Vorhaben den Bestseller von Helen Fielding zu verfilmen gewagt einen großen Schritt zu machen.
Gescheitert sind sie damit nicht, aber sie haben es für meine Begriffe auch nicht zur Gänze geschafft das Flair der Romanvorlage in den Film zu transportieren.
Ein Grund mag sein, dass gerade in einem Tagebuch sehr viele Gedanken, die Bridget durch den Kopf schießen, wiederzufinden sind. Diese wiederum lassen sich aber nur sehr schwer in einem Film umsetzen.
Die Lösung, die gefunden wurde, sprich die Gedanken einfach ab und an als Schriftzug einzublenden, vermag es leider nicht ganz die wirren Gedankengänge, die in der Romanvorlage zu finden sind, zu ersetzen.
Nichtsdestotrotz vermitteln sie einen Eindruck von dem, was in Bridgets Kopf vorgeht und nicht selten liegt einem als Zuschauer genau jener Ausspruch auf den Lippen, der nur einen Bruchteil später auch vor den eigenen Augen prangt.
„Schokolade zum Frühstück“ ist leichte Kost. Dieser Film erweckt keinen Anspruch an den Zuschauer. Er will einfach nur unterhalten und uns ein Jahr lang am Leben der Bridget Jones mit all seinen Höhen und Tiefen teil haben lassen.
Keine Frage, diese Aufgabe erfüllt der Film sehr gut, denn langweilig wird der Film nicht.
Einzuordnen ist er in das Genre der Komödien und somit hegt der Zuschauer wohl auch den Anspruch an der ein oder anderen Stelle ein herzhaftes Lachen von sich geben zu können.
Auch diesem Anspruch wird „Schokolade zum Frühstück“ gerecht. Zwar kann ich nicht behaupten besonders viel gelacht zu haben, aber allein durch die Darstellung der Bridget kann man sich ein dauerhaftes Lächeln kaum verkneifen.
Situationskomik vermag die Handlung nicht selten aufzuheitern und den Zuschauer einfach mitzureißen. Albern oder besonders übertrieben wirkte der Film für mich nicht.
Alle Szenen könnten durchaus aus dem wahren Leben gegriffen sein, auch wenn ich zugeben muss, dass Bridget kaum ein Fettnäpfchen auslässt und das in solch geballter Form wohl im wahren Leben kaum einem Menschen passiert.
Den Filmemachern ist es gelungen eine wirklich gelungene Geschichte aus dem Leben von Bridget zu formen, das viele bisher nur aus ihrem Tagebuch kannten.
Die Schauspieler haben auf mich alle sehr überzeugend gewirkt und selten konnte ich in einem Film ähnlich gut mit der Hauptperson mitfühlen. Selbst Zuschauern, die nicht in Bridgets Alter sind sollte es nicht schwer fallen sich in ihre Lage zu versetzen, sich mit ihr zu freuen, zu fluchen oder zu weinen.
Viele mögen der Meinung sein, dieser Film ist nur für Frauen gemacht. Dem kann ich widersprechen. Auch ein Mann sollte sich nicht scheuen diesen Film mal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Viele Frauen erkennen sich vielleicht in Bridget oder in einer ihrer Freundinnen wieder und den Männern gelingt es vielleicht auf diese Weise einen kleinen Einblick in die Gedankengänge einer Frau zu gewinnen.
Einen Versuch sollte es allemal wert sein!
Fazit
****************
„Bridget Jones – Schokolade zum Frühstück“ ist ein unterhaltsamer Film ohne großen Tiefgang, der es vermag gut zu unterhalten.
Oftmals witzig nimmt er den Zuschauer mit in die Welt der Bridget, die ihren inneren Kampf zwischen dem Wunsch endlich verliebt zu sein, den Mann fürs Leben zu finden auf der einen Seite und dem Wunsch emanzipiert und selbständig zu bleiben auf der anderen, ausficht.
Die schauspielerischen Leistungen sind sehr gut und die Atmosphäre des Filmes durchaus angenehm.
Für einen unterhaltsamen Abend also allemal geeignet.
In diesem Sinne grüße Euch
tweety3 alias Antje
© tweety3
14. Februar 2002
47 Bewertungen, 4 Kommentare
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27.05.2002, 12:10 Uhr von Papaschlumpf_16
Bewertung: sehr hilfreich- kenn ich nicht
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09.03.2002, 13:52 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht, vielleicht liest man sich ja mal 8-)
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28.02.2002, 17:30 Uhr von Anubis71
Bewertung: sehr hilfreichAlso ich fand den Film Spitze, aber du hast recht, ein richtiger Kracher ist es dann auch wieder nicht.
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21.02.2002, 23:55 Uhr von paelzer
Bewertung: sehr hilfreichsehr interessanter und ausführlicher Bericht
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