Diabolus (gebundene Ausgabe) / Dan Brown Testbericht

Luebbe-verlagsgruppe-diabolus-gebundene-ausgabe
ab 15,90
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 02/2005

Erfahrungsbericht von Gering

Und wieder ein Spitzelthriller

Pro:

s.o

Kontra:

s,o

Empfehlung:

Ja

Dan Brown hat mit seinen bisherigen Büchern in kurzer Zeit eine große Fangemeinde zusammengeschrieben. Sein aktuelles Buch, Diabolus, ist ebenfalls in recht kurzer Zeit ganz nach oben in die deutschen Verkaufslisten gestürmt.
Allerdings, ein wenig geschummelt wird in den Werbungen für dieses Buch schon, den herausgekommen ist es schon 1998. Eben nur auf den deutschen Markt wurde es 2005 eingeführt. Der Name des Autos ist mittlerweile eben bares Geld wert.


Zum Inhalt
Dass das Rückgrat des Internets und damit auch des WWW und des E-Mail – Verkehrs in den USA liegt, ist den meisten bekannt und hat auch Ursachen in der Geschichte der Entwicklung des Internets.
Dass die USA den Datenverkehr des Internets gezielt auf für das Land interessante Informationen durchkämmt, grundsätzlich den E-Mail – Verkehr „knacken“ kann, über das Netz Privat – PCs anzapfen kann usw., ist längst schon kein Gerücht mehr.

Susan Fletcher ist nicht nur eine brillante Agentin der NSA mit dem Schwerpunkt der Verschlüsselungstechnik, sondern – wenn wundert´s- auch eine bildhübsche Frau. Liiert mit dem Universitätsprofessor David Becker.
Zusammen mit ihrem Chef, Commander Strathmore, arbeitet sie in der sog. Crypto. Dabei handelt es sich um eine ansehnliche Kuppel, abgetrennt von den anderen Gebäuden des NSA – Hauptquartiers, in dem der sog. TRANSLTR seinen Dienst tut. Dabei handelt es sich um einen Superrechner mit 3 Millionen Prozessoren, der mehrere Stockwerke hoch ist – und alle Verschlüsselungstechniken in minutenschnelle knacken kann.
Gerade an dem tag, an dem Susan und David ein romantisches Wochenende verbringen wollen, meldet sich der Commander bei Susan. Es ist Samstag, und damit der tag, an dem kein Mitarbeiter der Crypto arbeiten darf. Strathmore spricht von einem Notfall und als Susan in der Crypto ankommt, sieht sie auch, dass ihr Chef nicht untertrieben hat.
Der TRANSLTR rechnet seit mittlerweile 15 Stunden an einer Datei, die er entschlüsseln soll – und ein Ende ist nicht in Sicht. Und das bei dem Rechner, der alle bekannten Codes mühelos zu knacken vermag.
Die Datei, an dem sich der TRANSLTR die Zähen ausbeißt, stammt von Ensei Tankado, eine virtuosen Programmierer, der auch bei der NSA gearbeitet hat, sich aber wegen der regelmäßigen Verstöße gegen Recht und Gesetz gegen eine Weiterarbeit in der Behörde entscheiden hat. Ensei Tankado behauptet, einen Verschlüsselungscode entwickelt zu haben, der von außen nicht zu knacken ist, da er sich fortlaufend verändert. Nur durch einen passenden Codeschlüssel kann er geöffnet werden. Für die NSA und dem TRANSLTR wäre ein solcher Code das Todesurteil, könnte doch schon bald keinerlei verschlüsselten Nachrichten mehr geknackt werden.
Strathmore entscheidet sich, auf zwei Wegen dem Problem her zu werden. Zum einen muss er versuchen, den Verschlüsselungsalgorithmus auf herkömmlichen Weg zu knacken, zum anderen schickt er seine Häscher aus, um den Code vom Entwickler zu – sagen wir – borgen.
Dabei spielt Strathmore ein doppeltes Spiel, und lässt er nicht nur Susan über wichtige Dinge im Unklaren. Auch schickt er deren Verlobten nach Spanien, wo sich der Entwickler aufhält und wo dieser überraschend an einem Herzinfarkt gestorben sein soll – mit noch keinen 35 Jahren. Becker soll dessen Sachen in die Staaten holen in der Hoffnung, dass sich dort der Schlüssel finden lässt.
Dass der Tod des Ensei Tankado nicht ganz koscher erscheint – dem Leser klingen hier schon die Alarmsirenen.
Allerdings spitzen sich die Ereignisse natürlich zu, den der Commander ist nicht der einzige, der mit Fallen und Ösen arbeitet, und in denen er sich am Ende des Buches auch verfangen wird.


MEINUNG

Vorab gesagt: DIABOLUS ist jeden Cent des Kaufpreises wert. Dan Brown hat es mal wieder geschafft, eine ungemein spannende Handlung und ein ungemein spannendes Thema zusammen zu bringen. Dass er dabei wieder auf bewährte Rezepte zurückgreift – mich stört das nicht.
Was ist bewährt an diesem Buch?
Die Hauptpersonen, Susan und David, sind alles das, was sich eigentlich jeder von sich wünscht: Susan ist hochintelligent, hat einen gut bezahlten Job, einen schönen verloben, ist selbst aber noch schöner. Das gleiche gilt für David. Nicht nur klug, nur ein wenig unterbezahlt, ebenso schlau wie charmant, ein Frauentyp, der erstaunlicherweise davon keine Ahnung hat, und der trotz seines Berufes kein Problem mit dem Gewicht hat (rrrrggggg!).
Klar, das ist unglaubwürdig, aber wer kauft schon Unterhaltungsbücher, die einem das vorspielen, was man doch vielleicht auch kurzzeitig nicht haben möchte??!!??
Ebenso altbekannt ist der Aufbau des Buches: Doppelte Spiele als Handlungsmotor und Garant für überraschende Wechsel der Handlung; ein lieber Chef, der sich aber dann als gar nicht so lieb herausstellt (äh, ist das jetzt glaubwürdig oder unglaubwürdig?), will er doch etwas, was Chefs eigentlich nicht bei weiblichen Angestellten haben wollen sollen; harmlose Aufträge, die mit einem Haufen Toten enden und nicht den Erfolg einbringen, der erwartet wird; bezahlte Mörder, die für wieder andere an anderen Stricken ziehen; ein großer Mit -Konkurrent, der etwas haben möchte, was ein anderer schon hat…….

Viel neues bringt das Buch für die Weiterentwicklung der Literatur also definitiv nicht.
ABER: Anders als bei Autos legen auch Männer bei Büchern nicht unbedingt Wert auf den neuestens Schnickschnack. Routiniert kombiniert Brown schreiberisches Handwerkszeug mit genialen Ideen, perfiden Täuschungsmanövern und Mitdenkirrtümern und konstruiert so wiederum aus ganz gewöhnlichen Mitteln ein Buch, das einen fesselt bis zur letzten Seite.

Witzig auch die mit dem Buch verbunden Kritik am eigenen Land: Nicht nur die Tatsache, dass im Grunde die Verbindungen via Internet alle Nutzer zu gläsernen Nutzern macht, sondern auch die Tatsache, dass die Möglichkeit des Einblicks in die Privatsphäre nicht nur moralisch sondern auch nicht gesetzlich reglementiert wird, steht in der Kritik. Zwar werden Werte und Moral noch durch die Hauptprotagonisten in quasi blütenweißer Rittermanier gerettet. Die Tatsache aber, dass eine nationale Superbehörde der USA, die ohnehin außerhalb des Rechts steht, dieses auch noch mit digitalen Füßen treten kann, wird durch Handlung und Darstellung klar schreiberisch abgewatscht.

Insgesamt ein wieder mal absolut geniales Buch, mit knapp über 500 Seiten nur ausreichend lang, aber ungemein spannend.

Michael (yopi,dooyoo,ciao(Gering))

DAN BROWN
DIABOLUS
Gustav Lübbe Verlag
Hardcover
524 Seiten

31 Bewertungen, 8 Kommentare

  • Baby1

    25.09.2008, 11:19 Uhr von Baby1
    Bewertung: sehr hilfreich

    .•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.

  • Striker1981

    10.07.2008, 13:06 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • anonym

    10.10.2007, 15:19 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hört sich, Verzeihung, liest sich verdammt interessant.

  • Mondlicht1957

    02.09.2007, 22:22 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Pet

  • Mr_JJ_Deluxe

    23.03.2006, 18:01 Uhr von Mr_JJ_Deluxe
    Bewertung: sehr hilfreich

    Danke! <br/>Freue mich über Gegenbewertung. <br/>MFG

  • novit

    06.05.2005, 01:25 Uhr von novit
    Bewertung: sehr hilfreich

    sher schöner testbericht hat mir gefallen.

  • hoink123

    06.05.2005, 01:20 Uhr von hoink123
    Bewertung: sehr hilfreich

    habe ich noch nicht gelesen, will es mir aber mal ausleihen. ich habe illuminati gelesen. aber in english. das war nicht ganz so schwer wie ich dachte! man sieht sich! hoink123

  • PaintaB

    06.05.2005, 01:16 Uhr von PaintaB
    Bewertung: sehr hilfreich

    Werde mir die "Dan Brown-Reihe" wohl mal anschaffen müssen. Klingt wahnsinnig interessant. Toller Bericht. LG PaintaB