Erfahrungsbericht von GAWOnline1983
+++ Der ultimative Code? +++
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
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Allgemeines
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Jeder schwärmte von Dan Brown, nur ich blockte eine Zeitlang alle Tipps diesbezüglich ab. Aber irgendwann grassierte dieses Fieber auch in der Universität und ich konnte mich letztendlich doch nicht mehr wehren, da ich zu neugierig wurde. Da ein Freund von mir „Illuminati“ daheim hatte, beschloss ich, mit einem anderen Werk anzufangen. Dieses konnte ich mir ja immer noch ausleihen. Da mir damals „Sakrileg“ in der gebundenen Ausgabe noch zu teuer war und ich ausnahmsweise kein Risiko eingehen wollte, entschloss ich mich zu „Meteor“. Wer mich kennt, der weiß wahrscheinlich, dass es nicht allzu lange dauerte, bis die restlichen Bücher den Einzug in mein Bücherregal fanden. Mir war im Übrigen gar nicht bewusst, dass Dan Brown zuvor noch ein anderes Werk veröffentlichte. Bis vor kurzem war es aber nur in Englisch unter dem Titel „Digital Fortress“ erhältlich. Ich war jedoch zu unsicher, um mich an das Original heranzuwagen, da der Roman doch etwas technisch forciert ist und ich wollte ihn schließlich von vorne bis hinten einwandfrei verstehen. Ich suchte jetzt aber auch nicht krampfhaft das Internet ab, wann denn endlich die Veröffentlichung ansteht. Vielmehr fiel mir die Werbung Ende letzten Jahres während eines Stadtbummels auf. Es war nur schade, dass das Werk kurz nach meinem Geburtstag erschien, sonst wäre es natürlich auch prompt auf meine Liste gewandert. Ich hatte allerdings auch noch genügend Lesestoff, so dass ich nicht am ersten Tag im Laden stand. Vielmehr ergab es sich Ende Februar durch Zufall, dass ich wegen des schlechten Wetters mit dem Zug fahren musste und natürlich nicht an der Buchhandlung vorbei kam. Nachdem ich dann meinen Kurzurlaub dank meiner Tolpatschigkeit und einem wunderschönen mehrfachen Bänderriss abbrechen durfte, hatte ich bis zur Operation noch ein paar Tage Zeit genug Literatur zu verschlingen. Darunter war auch „Diabolus“ von Dan Brown…
Weiter unten werdet ihr dann erfahren, ob ich von dem eigentlichen Erstlingswerk des amerikanischen Autors genauso begeistert war wie von den übrigen Veröffentlichungen.
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Kurzinhalt
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Die NSA hat mit dem „Translr“ ein Programm entwickelt, das jeglichen Code knacken kann. So konnten sie schon viele Anschläge verhindern. Zumindest bisher, denn der Wind hat sich gedreht. Der ehemalige Angestellte Ensei Tankado hat das Programm „Diabolus“ veröffentlicht. Es sorgt dafür, dass alle Nachrichten, die damit verschlüsselt werden, nicht dechiffriert werden können. Die NSA versucht natürlich mit allen Mitteln, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
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Inhalt
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Susan Fletcher ist Chef-Kryptologin in der NSA (National Security Agency). Diese überwacht mittels des Computers “Transltr” verdächtige Daten im Internet und kann damit alles dechiffrieren. Zahlreiche Anschläge konnten so schon verhindert werden. Nun hat sich Susan aber auch ein gemütliches Wochenende mit ihrem Freund David Becker, seines Zeichens Professor an der Georgetown University, in den Smoky Mountains gefreut. Doch ein Anruf ihres Chefs, dem Commander Trevor Strathmore, macht alle Träume zunichte. Er beordert Susan sofort in die NSA; die an einem Samstag natürlich fast ausgestorben ist. Sie soll ihm bei einem Problem helfen. Der „Transltr“ arbeitet nun schon seit fünfzehn Stunden an einem Code und hat ihn immer noch nicht geknackt. Es handelt sich um „Diabolus“, welcher von Ensasi Tankado, einem ehemaligen Angestellten, programmiert wurde. Tankado will gegen die totale Überwachung vorgehen und versteigert nun den Code zu dem Programm meistbietend. Denn die NSA überwacht auch den privaten Emailverkehr, streitet diese Tatsache aber ab. Tankado will sie nun erpressen, indem er die Existenz des „Transltr“ öffentlich publik machen möchte. Die NSA will ihn natürlich stoppen, weiß aber noch nicht, dass er vor kurzem ums Leben kam. Doch einem Partner will er einen zweiten Schlüssel anvertraut haben, der im Falle seines Ablebens dafür sorgen soll, dass das Programm zum kostenlosen Download für jeden Internetbenutzer bereitstehen soll. Die Zeit läuft der NSA natürlich davon und der Partner von Tankado muss dringend gefunden werden. Zu diesem Zweck wurde David nach Spanien geschickt, um einen Ring zu suchen. Die NSA ist sich sicher, dass in diesem Ring der Code eingraviert ist. Kurz vor seinem Tod gab Tankado diesen Ring weg. Susan soll derweil auch alles in ihrer Macht stehende tun, um die Katastrophe zu verhindern…
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Meine Meinung
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Nach Lektüre der anderen Bücher knüpfte ich sehr hohe Erwartungen an „Diabolus“. Natürlich hatte ich schon sehr konträre Meinungen über die neue Veröffentlichung, die an sich ja gar nicht neu ist gehört. Man denkt sich schon seinen Teil, wenn nach dem großen Erfolg drei anderer Bücher auf einmal erst der eigentliche Erstling eines Autors übersetzt und veröffentlicht wird. Erst scheint das Buch nicht gut genug zu sein, um relativ zeitgleich mit der englischen Ausgabe zu erscheinen und nach den anderen bombastischen Erfolgen wird es nachgeschoben. Natürlich kann es auch anders sein, aber das wird meine Bewertung vielleicht zeigen.
Vom Grundthema her ist „Diabolus“ sehr spannend. Denn wer garantiert denn wirklich vollkommene Sicherheit im Nachrichtennetz des World Wide Web? Niemand kann sagen, ob nicht die versandten Botschaften von einer Organisation kontrolliert und auf ihre Gefährlichkeit hin untersucht werden. Unterstellt man, dass diese Situation der Wahrheit entspricht, dann läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Doch hinter die Kulissen kann niemand von uns schauen. Diesen Grundtenor sollte man also während des Lesens im Hinterkopf behalten. Zunächst also lässt sich einmal festhalten, dass Dan Brown einen interessanten Aufhänger für sein Erstlingswerk „Diabolus“ wählte. Die Frage, die sich allerdings im Anschluss stellt ist, was er letztendlich daraus machte.
Die Grundkonstellation des Buches erinnerte stark an „Illuminati“ und „Sakrileg“. Selbstverständlich spielt dort die Kirche und die dortigen Vorgänge eine große Rolle, doch ich beziehe mich mehr auf die Personen, die er erschaffen hat. Die Hauptrollen nehmen in „Diabolus“ die Kryptologin Susan Fletcher und David Becker ein. Wer nun die anderen Romane kennt, denkt selbstverständlich an Robert Langdon und seinen jeweiligen weiblichen Gegenpart, der sich mit ihm durch die Geschichte kämpft. Anders ist es hier auch nicht, nur sind Susan und David voneinander getrennt und ihre Schicksale spielen sich auf zwei verschiedenen Kontinenten ab, während in den beiden Kirchen-Thrillern die beiden Protagonisten die Abenteuer meist zusammen überstehen. Auch wenn die Personenbeschreibungen in den weiteren Werken ebenfalls sehr dürftig ausfallen und die Charaktere eher blutleer erscheinen, fiel mir dies hier negativer auf. In den anderen Werken – zudem auch in „Meteor“ – wurde der Leser von der Geschichte einfach mitgetragen. Aus diesem Grund wollte ich keine ausführlichen Personenbeschreibungen, die bis ins letzte Detail die Vergangenheit der jeweiligen Figur ans Tageslicht fördern. Doch bei „Diabolus“ hatte ich noch mehr das Gefühl, dass die Personen einfach nur aus ihrem Namen bestehen. Kein Quäntchen mehr war dabei zu erkennen, so dass sich eine gewisse Neutralität ihnen gegenüber einstellte. Auch die anderen Charaktere in seinen übrigen Büchern hatten natürlich Superheldcharakter, doch mit Fletcher musste einfach ein Überflieger präsentiert werden. Jung, sexy, erfolgreich und ein IQ von 170. Nicht unbedingt absolut realistisch. Mit Robert Langdon oder Rachel Sexton in „Meteor“ konnte man noch mitfiebern, doch hier berühre mich das Schicksal der Protagonisten nicht so sehr. Auch Greg Hale oder Trevor Strathmore, der Vizechef der NSA, berührten mich nicht sonderlich. Kennt man die weiteren Bücher von Brown ist das Ende auch etwas vorhersehbar. Schon relativ früh offenbart sich die Wahrheit, auch wenn man zunächst zweifelt, ob es nicht wieder eine Finte ist und der Autor nicht doch noch alles umdrehen wird. Weitere Informationen behalte ich mir allerdings vor. Jedenfalls war aber auch der Rest, der nicht ausdrücklich im Roman erwähnt wurde, vorhersehbar und überraschte mich während des Finales nicht besonders. Die Lösung des Problems war im Vergleich zu den übrigen Codes, die der Autor während des Romans präsentiert, übrigens sehr banal und warf mich nicht unbedingt vom Hocker.
Obwohl der Roman über 500 Seiten fast, fand ich die Geschichte an sich nicht besonders tiefschürfend. David ist in Spanien unterwegs und sucht den Ring. Er findet eine Person, die ihm Informationen liefern kann. Schwupps, kurz nachdem er sie verlassen hat, ist sie tot. Szenenwechsel und quasi wieder das gleiche von vorne. Die Geschehnisse in den Vereinigten Staaten gestalten sich als etwas abwechslungsreicher, reichen aber dennoch nicht an die anderen Romane heran. Im Grunde spielt das Buch ja auch nur an zwei Orten: In der Crypto-Abteilung der NSA (und kurze Zeit in darum liegenden Abteilungen) sowie in Spanien. Damit bietet Dan Brown eigentlich kaum Abwechslung. Die spannenden Abenteuer von Langdon oder Sexton spielten immer wieder an verschiedenen Orten. Zu Beginn ist das Buch zudem sehr von technischen Details überlagert und man hat das Gefühl ein Lexikon zur Hand zu haben und keinen Computer-Thriller. Zum Glück änderte sich dies einige Zeit später und Brown konzentrierte sich mehr auf die Handlung rund um „Diabolus“ und den „Transltr“.
Eine kleine Anmerkung am Rande, die allerdings zulasten des deutschen Verlages Bastei Lübbe geht. Mich störte es extrem, dass Worte wie „FBI“, „NSA“, „Transltr“ und ähnliche in Großbuchstaben bzw. in Kapitälchen (ich denke zumindest, dass ich damit die richtige Art der Gestaltung bezeichne). Sie waren eben nicht einfach groß geschrieben, sondern es wurden große Buchstaben benutzt, die im Vergleich zu der übrigen Schriftgröße kleiner gestellt wurden. Ich hoffe, dass ihr den Wirrwarr versteht, den ich da gerade produziere. Dadurch wurde mein Blick oft abgelenkt und ich musste den betreffenden Absatz noch einmal von vorne beginnen. Zudem häufte sich diese Art der Rechtschreibung, so dass der Lesefluss dadurch insgesamt etwas gebremst wurde. Diese Tatsache ist allerdings nicht dem Autor selbst anzukreiden, sondern wurde von Bastei Lübbe verschuldet, so dass sie nicht unbedingt zusätzlich negativ auf die Bewertung schlägt. Der Verlag gestaltete das Cover im Übrigen sehr ähnlich wie die übrigen. Ein Leser könnte also durchaus auf die Idee kommen, dass „Diabolus“ mit den übrigen Romanen zusammenhängt. Doch das tut er in keinem Fall. Vielmehr scheint der Verlag die Wartezeit bis zu dem nächsten Roman von Brown überbrücken zu wollen. Ich würde jedenfalls sehr viel lieber wieder etwas über Robert Langdon hören bzw. lesen.
Mein Bericht zieht zwar viele Vergleiche zu den vorherigen Veröffentlichungen von Brown, aber ich denke, dass dies einfach sein muss. Bei den Erfolgen, die er bisher feierte, knüpft man einfach hohe Erwartungen daran. Für mich war aber „Diabolus“ eher ein Feuerwerk von actiongeladenen Handlung, die sich permanent aneinanderreihen mussten. So zum Beispiel eben die Vorgehensweise in Spanien: David findet eine Person, die ihm weiterhilft – die betreffende Person wird von einem Unbekannten eliminiert. Auch in der NSA musste ein Ereignis das nächste jagen und Brown versuchte immer wieder sich noch zu toppen. An meinem geistigen Auge rasten also Bilder vorbei, ohne dass ich mich wirklich in der Geschichte verlieren konnte. Ich wollte zwar schon wissen, wie das Buch enden würde, aber es war nicht das gleiche Fieber, das mich während der Lektüre von „Meteor“, „Illuminati“ und „Sakrileg“ packte. „Diabolus“ war zwar ganz nett zu lesen, ging aber an keiner Stelle richtig in die Tiefe. Das Thema, das Brown anpackt ist zwar sehr interessant, doch man merkt, dass er mit diesem Buch seine ersten literarischen Gehversuche unternahm. Die weiteren Geschichten, die er danach schrieb, waren sehr viel ausgefeilter. Der Stil ist auch noch nicht wirklich ausgereift und wirkt sehr neutral. Dies ist vielleicht auch noch ein Grund dafür, warum man sich mit den Personen und dem Geschehen an sich nicht identifizieren kann, sondern die Geschichte einfach an sich vorbei gleiten lässt ohne richtig in sie hineinzutauchen. Schade eigentlich, denn das Thema der ständigen Überwachung ist in dem Technologiezeitalter, in dem wir leben, doch von äußerster Brisanz. Natürlich regt Brown zum Nachdenken an, doch am Ende bleiben schon einige Fragen offen.
Alles in allem reicht das Buch also keinesfalls an die übrigen Bücher heran. Es ist eine Lektüre, in die man sich nicht übermäßig vertiefen muss und die durchaus für ein verregnetes Wochenende geeignet is. Doch man sollte sich stets vor Augen führen, dass dies keine Neuveröffentlichung ist und man nicht das gleiche wie zuvor erwarten darf. Ich würde jedenfalls auf die Taschenbuchausgabe warten und Neulinge sollten auf jeden Fall zu einem der anderen Bücher greifen. Würde man „Diabolus“ als erstes lesen, könnte man sicherlich nicht den Hype verstehen, der um Dan Brown entstanden ist. „Diabolus“ ist eben einfach nur Mittelklasse und ohne den vorherigen Erfolg würde es wohl auch in der Masse untergehen. Man kann sich damit zwar die Zeit bis zu dem nächsten Abenteuer um Robert Langdon vertreiben, mehr aber auch nicht. Ein Bestseller wird das Buch allenfalls durch den Namen des Autors, nicht wegen der Geschichte an sich. Daher gibt es von mir auch nur eine durchschnittliche Bewertung in Form von drei Sternen.
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Das Buch
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„Diabolus“ erschien in Deutschland erstmals im Februar 2005 bei Bastei Lübbe. Der Roman umfasst 524 Seiten und ist unter der ISBN 3-785-72194-3 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Unter dem Originaltitel „Digital Fortress“ erschien das Buch bereits im Jahr 2000 bei St. Martin’s Press in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Peter A. Schmidt.
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Der Autor
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Vor seiner Tätigkeit als hauptberuflicher Schriftsteller unterrichtete Dan Brown Englisch. Der Autor ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, die Kunsthistorikerin ist, in Neuengland.
(Quelle: Autoreninfo in „Sakrileg“)
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Mehr von Dan Brown
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1. Diabolus
2. Meteor
3. Illuminati
4. Sakrileg
5. The Solomon Key (Veröffentlichungsdatum bisher unbekannt, laut Amazon würde zumindest das Hörbuch am 1. September 2005 erscheinen)
(copyright by Laura Thoma, März 2005)
Allgemeines
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Jeder schwärmte von Dan Brown, nur ich blockte eine Zeitlang alle Tipps diesbezüglich ab. Aber irgendwann grassierte dieses Fieber auch in der Universität und ich konnte mich letztendlich doch nicht mehr wehren, da ich zu neugierig wurde. Da ein Freund von mir „Illuminati“ daheim hatte, beschloss ich, mit einem anderen Werk anzufangen. Dieses konnte ich mir ja immer noch ausleihen. Da mir damals „Sakrileg“ in der gebundenen Ausgabe noch zu teuer war und ich ausnahmsweise kein Risiko eingehen wollte, entschloss ich mich zu „Meteor“. Wer mich kennt, der weiß wahrscheinlich, dass es nicht allzu lange dauerte, bis die restlichen Bücher den Einzug in mein Bücherregal fanden. Mir war im Übrigen gar nicht bewusst, dass Dan Brown zuvor noch ein anderes Werk veröffentlichte. Bis vor kurzem war es aber nur in Englisch unter dem Titel „Digital Fortress“ erhältlich. Ich war jedoch zu unsicher, um mich an das Original heranzuwagen, da der Roman doch etwas technisch forciert ist und ich wollte ihn schließlich von vorne bis hinten einwandfrei verstehen. Ich suchte jetzt aber auch nicht krampfhaft das Internet ab, wann denn endlich die Veröffentlichung ansteht. Vielmehr fiel mir die Werbung Ende letzten Jahres während eines Stadtbummels auf. Es war nur schade, dass das Werk kurz nach meinem Geburtstag erschien, sonst wäre es natürlich auch prompt auf meine Liste gewandert. Ich hatte allerdings auch noch genügend Lesestoff, so dass ich nicht am ersten Tag im Laden stand. Vielmehr ergab es sich Ende Februar durch Zufall, dass ich wegen des schlechten Wetters mit dem Zug fahren musste und natürlich nicht an der Buchhandlung vorbei kam. Nachdem ich dann meinen Kurzurlaub dank meiner Tolpatschigkeit und einem wunderschönen mehrfachen Bänderriss abbrechen durfte, hatte ich bis zur Operation noch ein paar Tage Zeit genug Literatur zu verschlingen. Darunter war auch „Diabolus“ von Dan Brown…
Weiter unten werdet ihr dann erfahren, ob ich von dem eigentlichen Erstlingswerk des amerikanischen Autors genauso begeistert war wie von den übrigen Veröffentlichungen.
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Kurzinhalt
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Die NSA hat mit dem „Translr“ ein Programm entwickelt, das jeglichen Code knacken kann. So konnten sie schon viele Anschläge verhindern. Zumindest bisher, denn der Wind hat sich gedreht. Der ehemalige Angestellte Ensei Tankado hat das Programm „Diabolus“ veröffentlicht. Es sorgt dafür, dass alle Nachrichten, die damit verschlüsselt werden, nicht dechiffriert werden können. Die NSA versucht natürlich mit allen Mitteln, die Situation unter Kontrolle zu bringen.
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Inhalt
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Susan Fletcher ist Chef-Kryptologin in der NSA (National Security Agency). Diese überwacht mittels des Computers “Transltr” verdächtige Daten im Internet und kann damit alles dechiffrieren. Zahlreiche Anschläge konnten so schon verhindert werden. Nun hat sich Susan aber auch ein gemütliches Wochenende mit ihrem Freund David Becker, seines Zeichens Professor an der Georgetown University, in den Smoky Mountains gefreut. Doch ein Anruf ihres Chefs, dem Commander Trevor Strathmore, macht alle Träume zunichte. Er beordert Susan sofort in die NSA; die an einem Samstag natürlich fast ausgestorben ist. Sie soll ihm bei einem Problem helfen. Der „Transltr“ arbeitet nun schon seit fünfzehn Stunden an einem Code und hat ihn immer noch nicht geknackt. Es handelt sich um „Diabolus“, welcher von Ensasi Tankado, einem ehemaligen Angestellten, programmiert wurde. Tankado will gegen die totale Überwachung vorgehen und versteigert nun den Code zu dem Programm meistbietend. Denn die NSA überwacht auch den privaten Emailverkehr, streitet diese Tatsache aber ab. Tankado will sie nun erpressen, indem er die Existenz des „Transltr“ öffentlich publik machen möchte. Die NSA will ihn natürlich stoppen, weiß aber noch nicht, dass er vor kurzem ums Leben kam. Doch einem Partner will er einen zweiten Schlüssel anvertraut haben, der im Falle seines Ablebens dafür sorgen soll, dass das Programm zum kostenlosen Download für jeden Internetbenutzer bereitstehen soll. Die Zeit läuft der NSA natürlich davon und der Partner von Tankado muss dringend gefunden werden. Zu diesem Zweck wurde David nach Spanien geschickt, um einen Ring zu suchen. Die NSA ist sich sicher, dass in diesem Ring der Code eingraviert ist. Kurz vor seinem Tod gab Tankado diesen Ring weg. Susan soll derweil auch alles in ihrer Macht stehende tun, um die Katastrophe zu verhindern…
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Meine Meinung
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Nach Lektüre der anderen Bücher knüpfte ich sehr hohe Erwartungen an „Diabolus“. Natürlich hatte ich schon sehr konträre Meinungen über die neue Veröffentlichung, die an sich ja gar nicht neu ist gehört. Man denkt sich schon seinen Teil, wenn nach dem großen Erfolg drei anderer Bücher auf einmal erst der eigentliche Erstling eines Autors übersetzt und veröffentlicht wird. Erst scheint das Buch nicht gut genug zu sein, um relativ zeitgleich mit der englischen Ausgabe zu erscheinen und nach den anderen bombastischen Erfolgen wird es nachgeschoben. Natürlich kann es auch anders sein, aber das wird meine Bewertung vielleicht zeigen.
Vom Grundthema her ist „Diabolus“ sehr spannend. Denn wer garantiert denn wirklich vollkommene Sicherheit im Nachrichtennetz des World Wide Web? Niemand kann sagen, ob nicht die versandten Botschaften von einer Organisation kontrolliert und auf ihre Gefährlichkeit hin untersucht werden. Unterstellt man, dass diese Situation der Wahrheit entspricht, dann läuft es mir eiskalt den Rücken hinunter. Doch hinter die Kulissen kann niemand von uns schauen. Diesen Grundtenor sollte man also während des Lesens im Hinterkopf behalten. Zunächst also lässt sich einmal festhalten, dass Dan Brown einen interessanten Aufhänger für sein Erstlingswerk „Diabolus“ wählte. Die Frage, die sich allerdings im Anschluss stellt ist, was er letztendlich daraus machte.
Die Grundkonstellation des Buches erinnerte stark an „Illuminati“ und „Sakrileg“. Selbstverständlich spielt dort die Kirche und die dortigen Vorgänge eine große Rolle, doch ich beziehe mich mehr auf die Personen, die er erschaffen hat. Die Hauptrollen nehmen in „Diabolus“ die Kryptologin Susan Fletcher und David Becker ein. Wer nun die anderen Romane kennt, denkt selbstverständlich an Robert Langdon und seinen jeweiligen weiblichen Gegenpart, der sich mit ihm durch die Geschichte kämpft. Anders ist es hier auch nicht, nur sind Susan und David voneinander getrennt und ihre Schicksale spielen sich auf zwei verschiedenen Kontinenten ab, während in den beiden Kirchen-Thrillern die beiden Protagonisten die Abenteuer meist zusammen überstehen. Auch wenn die Personenbeschreibungen in den weiteren Werken ebenfalls sehr dürftig ausfallen und die Charaktere eher blutleer erscheinen, fiel mir dies hier negativer auf. In den anderen Werken – zudem auch in „Meteor“ – wurde der Leser von der Geschichte einfach mitgetragen. Aus diesem Grund wollte ich keine ausführlichen Personenbeschreibungen, die bis ins letzte Detail die Vergangenheit der jeweiligen Figur ans Tageslicht fördern. Doch bei „Diabolus“ hatte ich noch mehr das Gefühl, dass die Personen einfach nur aus ihrem Namen bestehen. Kein Quäntchen mehr war dabei zu erkennen, so dass sich eine gewisse Neutralität ihnen gegenüber einstellte. Auch die anderen Charaktere in seinen übrigen Büchern hatten natürlich Superheldcharakter, doch mit Fletcher musste einfach ein Überflieger präsentiert werden. Jung, sexy, erfolgreich und ein IQ von 170. Nicht unbedingt absolut realistisch. Mit Robert Langdon oder Rachel Sexton in „Meteor“ konnte man noch mitfiebern, doch hier berühre mich das Schicksal der Protagonisten nicht so sehr. Auch Greg Hale oder Trevor Strathmore, der Vizechef der NSA, berührten mich nicht sonderlich. Kennt man die weiteren Bücher von Brown ist das Ende auch etwas vorhersehbar. Schon relativ früh offenbart sich die Wahrheit, auch wenn man zunächst zweifelt, ob es nicht wieder eine Finte ist und der Autor nicht doch noch alles umdrehen wird. Weitere Informationen behalte ich mir allerdings vor. Jedenfalls war aber auch der Rest, der nicht ausdrücklich im Roman erwähnt wurde, vorhersehbar und überraschte mich während des Finales nicht besonders. Die Lösung des Problems war im Vergleich zu den übrigen Codes, die der Autor während des Romans präsentiert, übrigens sehr banal und warf mich nicht unbedingt vom Hocker.
Obwohl der Roman über 500 Seiten fast, fand ich die Geschichte an sich nicht besonders tiefschürfend. David ist in Spanien unterwegs und sucht den Ring. Er findet eine Person, die ihm Informationen liefern kann. Schwupps, kurz nachdem er sie verlassen hat, ist sie tot. Szenenwechsel und quasi wieder das gleiche von vorne. Die Geschehnisse in den Vereinigten Staaten gestalten sich als etwas abwechslungsreicher, reichen aber dennoch nicht an die anderen Romane heran. Im Grunde spielt das Buch ja auch nur an zwei Orten: In der Crypto-Abteilung der NSA (und kurze Zeit in darum liegenden Abteilungen) sowie in Spanien. Damit bietet Dan Brown eigentlich kaum Abwechslung. Die spannenden Abenteuer von Langdon oder Sexton spielten immer wieder an verschiedenen Orten. Zu Beginn ist das Buch zudem sehr von technischen Details überlagert und man hat das Gefühl ein Lexikon zur Hand zu haben und keinen Computer-Thriller. Zum Glück änderte sich dies einige Zeit später und Brown konzentrierte sich mehr auf die Handlung rund um „Diabolus“ und den „Transltr“.
Eine kleine Anmerkung am Rande, die allerdings zulasten des deutschen Verlages Bastei Lübbe geht. Mich störte es extrem, dass Worte wie „FBI“, „NSA“, „Transltr“ und ähnliche in Großbuchstaben bzw. in Kapitälchen (ich denke zumindest, dass ich damit die richtige Art der Gestaltung bezeichne). Sie waren eben nicht einfach groß geschrieben, sondern es wurden große Buchstaben benutzt, die im Vergleich zu der übrigen Schriftgröße kleiner gestellt wurden. Ich hoffe, dass ihr den Wirrwarr versteht, den ich da gerade produziere. Dadurch wurde mein Blick oft abgelenkt und ich musste den betreffenden Absatz noch einmal von vorne beginnen. Zudem häufte sich diese Art der Rechtschreibung, so dass der Lesefluss dadurch insgesamt etwas gebremst wurde. Diese Tatsache ist allerdings nicht dem Autor selbst anzukreiden, sondern wurde von Bastei Lübbe verschuldet, so dass sie nicht unbedingt zusätzlich negativ auf die Bewertung schlägt. Der Verlag gestaltete das Cover im Übrigen sehr ähnlich wie die übrigen. Ein Leser könnte also durchaus auf die Idee kommen, dass „Diabolus“ mit den übrigen Romanen zusammenhängt. Doch das tut er in keinem Fall. Vielmehr scheint der Verlag die Wartezeit bis zu dem nächsten Roman von Brown überbrücken zu wollen. Ich würde jedenfalls sehr viel lieber wieder etwas über Robert Langdon hören bzw. lesen.
Mein Bericht zieht zwar viele Vergleiche zu den vorherigen Veröffentlichungen von Brown, aber ich denke, dass dies einfach sein muss. Bei den Erfolgen, die er bisher feierte, knüpft man einfach hohe Erwartungen daran. Für mich war aber „Diabolus“ eher ein Feuerwerk von actiongeladenen Handlung, die sich permanent aneinanderreihen mussten. So zum Beispiel eben die Vorgehensweise in Spanien: David findet eine Person, die ihm weiterhilft – die betreffende Person wird von einem Unbekannten eliminiert. Auch in der NSA musste ein Ereignis das nächste jagen und Brown versuchte immer wieder sich noch zu toppen. An meinem geistigen Auge rasten also Bilder vorbei, ohne dass ich mich wirklich in der Geschichte verlieren konnte. Ich wollte zwar schon wissen, wie das Buch enden würde, aber es war nicht das gleiche Fieber, das mich während der Lektüre von „Meteor“, „Illuminati“ und „Sakrileg“ packte. „Diabolus“ war zwar ganz nett zu lesen, ging aber an keiner Stelle richtig in die Tiefe. Das Thema, das Brown anpackt ist zwar sehr interessant, doch man merkt, dass er mit diesem Buch seine ersten literarischen Gehversuche unternahm. Die weiteren Geschichten, die er danach schrieb, waren sehr viel ausgefeilter. Der Stil ist auch noch nicht wirklich ausgereift und wirkt sehr neutral. Dies ist vielleicht auch noch ein Grund dafür, warum man sich mit den Personen und dem Geschehen an sich nicht identifizieren kann, sondern die Geschichte einfach an sich vorbei gleiten lässt ohne richtig in sie hineinzutauchen. Schade eigentlich, denn das Thema der ständigen Überwachung ist in dem Technologiezeitalter, in dem wir leben, doch von äußerster Brisanz. Natürlich regt Brown zum Nachdenken an, doch am Ende bleiben schon einige Fragen offen.
Alles in allem reicht das Buch also keinesfalls an die übrigen Bücher heran. Es ist eine Lektüre, in die man sich nicht übermäßig vertiefen muss und die durchaus für ein verregnetes Wochenende geeignet is. Doch man sollte sich stets vor Augen führen, dass dies keine Neuveröffentlichung ist und man nicht das gleiche wie zuvor erwarten darf. Ich würde jedenfalls auf die Taschenbuchausgabe warten und Neulinge sollten auf jeden Fall zu einem der anderen Bücher greifen. Würde man „Diabolus“ als erstes lesen, könnte man sicherlich nicht den Hype verstehen, der um Dan Brown entstanden ist. „Diabolus“ ist eben einfach nur Mittelklasse und ohne den vorherigen Erfolg würde es wohl auch in der Masse untergehen. Man kann sich damit zwar die Zeit bis zu dem nächsten Abenteuer um Robert Langdon vertreiben, mehr aber auch nicht. Ein Bestseller wird das Buch allenfalls durch den Namen des Autors, nicht wegen der Geschichte an sich. Daher gibt es von mir auch nur eine durchschnittliche Bewertung in Form von drei Sternen.
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Das Buch
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„Diabolus“ erschien in Deutschland erstmals im Februar 2005 bei Bastei Lübbe. Der Roman umfasst 524 Seiten und ist unter der ISBN 3-785-72194-3 für 19,90 Euro im Handel erhältlich. Unter dem Originaltitel „Digital Fortress“ erschien das Buch bereits im Jahr 2000 bei St. Martin’s Press in New York. Übersetzt ins Deutsche wurde das Werk von Peter A. Schmidt.
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Der Autor
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Vor seiner Tätigkeit als hauptberuflicher Schriftsteller unterrichtete Dan Brown Englisch. Der Autor ist verheiratet und lebt mit seiner Frau, die Kunsthistorikerin ist, in Neuengland.
(Quelle: Autoreninfo in „Sakrileg“)
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Mehr von Dan Brown
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1. Diabolus
2. Meteor
3. Illuminati
4. Sakrileg
5. The Solomon Key (Veröffentlichungsdatum bisher unbekannt, laut Amazon würde zumindest das Hörbuch am 1. September 2005 erscheinen)
(copyright by Laura Thoma, März 2005)
37 Bewertungen, 1 Kommentar
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19.03.2005, 12:19 Uhr von glowhand
Bewertung: sehr hilfreichgut lesbarer bericht, ist dir ganz gut gelungen :o) weiter so! Lieber Gruß, glowhand
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