Illuminati (gebundene Ausgabe) / Dan Brown Testbericht
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- Niveau:
- Unterhaltungswert:
- Spannung:
- Humor:
- Stil:
Erfahrungsbericht von alteSchwedin
Bin ich jetzt erleuchtet?
Pro:
atemlose Spannung, die Iluminati, große Themenvielfalt, gut recherchierte Hintergründe, interessante Figuren, leicht zu lesender Stil
Kontra:
gegen Ende teilweise unrealistisch und etwas langatmig
Empfehlung:
Ja
Ich griff also bei „Illuminati“ von Dan Brown zu, von dem ich schon viel Gutes gehört und mit dem ich lange geliebäugelt hatte. Jetzt werde ich euch erzählen, um was es geht und wie mir mein erster Roman dieses Autors gefallen hat.
Robert Langdon ist Professor für religiöse Symbolologie in Harvard und wir eines nachts von einem mysteriösen Telefonanruf geweckt. Kurz darauf befindet er sich in einem Flugzeug mit Mach 15 auf dem Weg nach Genf. Im CERN, der dortigen Forschungseinrichtung für Teilchenphysik, wurde der Wissenschaftler Leonardo Vetra ermordet und mit dem Brandzeichen der Illuminati auf der Brust gebrandmarkt aufgefunden. Langdon gilt als Experte für dieses Thema und so soll der dem Direktor von CERN helfen, herauszufinden, wer Vetra ermordet und die Antimaterie entwendet hat, mit der er forschte. Und es muss schnell gehen, denn das Magnetfeld, welches die Antimaterie von Materie fern hält, wird nur 24 Stunden aufrecht erhalten, bevor es zur Annihilation kommt, der Freisetzung reiner Energie in solchem Maße, die zu einer Zerstörung im Umkreis von einigen Kilometern um die Annihilation der Antimaterie führt.
Die Suche führt Langdon und Vittoria Vetra, die Adoptivtochter des toten Wissenschaftlers, nach Rom und in den Vatikan. Die tot geglaubte Bruderschaft der Illuminati, ehedem bestehend aus führenden Wissenschaftlern wie Galilei, die von der Kirche verfolgt wurden, will nämlich ihren ewigen Feind, die katholische Kirche, vernichten.
Langdon und Vittoria folgen in Rom dem alten Pfad der Erleuchtung, dem einzigen Weg, das Versteck der Illuminati und damit den Mörder und Dieb zu finden. Dieser scheint immer einen Schritt voraus und mordet an jeder Station dieses Pfades einen Kardinal von den aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge des kürzlich verstorbenen Papstes. Außerdem sind da auch noch die Antimaterie und irgendein Verräter im Vatikan... und die Zeit wird knapp!
Ich leugne nicht, dass ich von „Illuminati“ außerordentlich gefesselt war. So las ich den Roman mit seinen gut 700 Seiten auch in gut vier Tagen durch und manchmal ließ es sich nicht vermeiden, in die Uni zu gehen. Zudem hätte es mich auch arg gewundert, hätte sich mir kein Lesevergnügen geboten, denn ich glaube nicht, dass die vielen Leser, die das Buch an die Spitze der Bestsellerlisten beförderten, sich so stark irren.
Die Story an sich ist schon dazu angetan, den Leser in fast atemlose Spannung zu versetzen. Es spielt sich alles innerhalb von 24 Stunden ab, was bei der Fülle der Ereignisse ein äußerst kurzer Zeitraum ist. Dan Brown setzte ein klares Zeitfenster, das die Handlung in gewisser Weise begrenzt und zu langes Abschweifen unmöglich macht. Während des Lesens fühlte ich mich stets gefesselt und konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Dies ist mir bei so einem spannungsbetonten Roman immer sehr wichtig, denn wenn ich erst einmal aus der Geschichte heraus bin, finde ich mich schwer wieder hinein. Und auch bei „Illuminati“ stützt sich der Autor ganz auf seine ungewöhnliche und reizvolle Story. Die Personen lernt man kaum näher kennen, was vor allem in der Rasanz der Geschichte begründet liegt. Diese ständige Bewegung, die immer neue Aspekte aufdeckt, die den Protagonisten immer näher an die Lösung des Rätsels heranbringt, ist wohl der größte Reiz an „Illuminati“. Nie konnte ich mich als Leser auf meinem Wissen ausruhen. Ständige Aufmerksamkeit war mir auferlegt, damit ich anhaltend innerhalb der Geschichte verblieb.
Ebenso reizvoll war für mich das überaus ungewöhnliche Thema des Romans. Hier verbindet Dan Brown nämlich gekonnt Aspekte von Wissenschaft, Religion und Kunst, wodurch die Geschichte für viele Menschen interessant wird. Ich selbst interessierte mich am meisten für das Thema der Antimaterie und obwohl es nicht wirklich viel Platz einnimmt, bemerkt man doch den gut recherchierten Hintergrund. Der Autor vermag es, in wenigen Worten zu erklären, was an Antimaterie so besonders ist, ohne dabei zu stark ins Detail zu gehen. Er bleibt recht vage, erweckt jedoch keineswegs den Anschein, über etwas zu schreiben, von dem er keine Ahnung hat.
Auch in religiöser und kunsthistorischer Hinsicht glänzt Dan Brown – so weit ich das beurteilen kann – mit Wissen, ohne dabei schulmeisterhaft zu wirken. Insgesamt wirkt alles sehr stimmig und auch die Illuminati und der Pfad der Erleuchtung sind glaubhaft dargestellt. Zu keiner Zeit fühlte ich mich uninformiert oder mit nicht genügend Hintergründen, ausgestattet und so fiel es mir leicht, der Handlung stets zu folgen. In lockerer Weise werden wichtige Fakten erläutert, so dass die Einheit und das Lesevergnügen gewahrt werden.
Eine große Faszination übten die geheimnisvollen Illuminati natürlich auch auf mich aus, wie sie es bei vielen anderen Menschen taten und sicherlich noch tun. Dan Brown spielt gekonnt mit Fakten, Ambigrammen, vermeintlichen oder tatsächlichen Zeichen und steigerte so meine Neugier fast bis ins Unermessliche, was einen nicht geringen Teil dazu beitrug, dass ich den Roman so schnell gelesen habe.
Darüber hinaus sind die Figuren vielfältig und interessant gestaltet. Leider waren jedoch keine Entwicklungen zu beobachten, obwohl ich auch verstehe, dass dies schwierig zu realisieren gewesen wäre, wo der Roman doch so spannungsbetont und auf einen sehr kurzen Zeitraum beschränkt ist. Weiterentwicklungen irgendwelcher Art sind nicht zu beobachten und auch die Hintergründe und Beweggründe der Personen bleiben oft nur Spekulation. Positiv ist jedoch zu bemerken, dass nie wirklich alles über die Charaktere weiß, dass der Schein manchmal trügt und es auch bis zum Ende Überraschungen in den Absichten der Figuren gibt.
So entpuppt sich am Ende der vermeintliche Bösewicht als einziger, der den Plan durchschaut hat und der scheinbare Gute als das genaue Gegenteil. Das Erstaunliche dabei ist, dass mir erst kurz vor dem Ende überhaupt Zweifel kamen. Dan Brown versteht es wirklich fabelhaft, die Spannung aufrecht zu erhalten, den Leser glauben zu lassen, er sei im Bilde, obwohl das absolut nicht der Fall ist.
Gegen Ende des Romans wurde mein Lesevergnügen dann auch das einzige Mal wirklich getrübt. Bis dahin war ich regelrecht begeistert von „Illuminati“, bevor einige Handlungsabschnitte mich ein wenig verstimmten. Vor allem die verdammt unrealistische Szene, als Robert Langdon mit einer Abdeckplane als Fallschirm aus einem Hubschrauber in mehr als 10 Kilometern Höhe in den Tiber fällt und sich nichts tut. Da konnte ich nur noch mit dem Kopf schütteln – er hätte sich wenigstens irgendwas brechen können!
Bei der ständigen Rasanz, die sich durch die gesamte Story zieht, erschien mir das Ende auch recht lang hingezogen. Da wird für wenige Informationen noch ewig palavert, was die Geschwindigkeit des Romans stark vermindert und das Lesevergnügen so ein wenig trübt, obwohl das Ende des Romans überaus überraschend ist.
Dan Browns Stil ist wirklich perfekt für einen spannungsgeladenen Roman wie „Illuminati“ geeignet. Er schweift nie ab, verliert sich nie in unwichtigen Details oder langweilt anderweitig. Benötigte Informationen, die beim Lesen sehr hilfreich sind, da es sich um recht spezielle Themen handelt, werden gekonnt eingestreut, ohne das Tempo des Romas zu verlangsamen. Erreichbar wird dies durch ausgewählte Details, die zur Weiterentwicklung der Story beitragen.
Auch versteht es der Autor, mich während des gesamten Romans zu fesseln und mich bei Laune zu halten. „Illuminati“ bietet Unterhaltung und gleichzeitig auch Entspannung, denn es werden einfache Worte und auch ein leicht zu lesender Satzbau verwendet. So konnte ich auch sehr viele Seiten am Stück lesen, obwohl man während der 137 Kapitel wirklich öfter mal aufhören kann, zu lesen. Dieser einfach Stil schafft es, den Leser zu fesseln, ohne ihn zu über- oder unterfordern. Wie auch mir dürfte es vielen Menschen gefallen, dieses lockere Lesevergnügen für zwischendurch, auch wenn ein 700 Seiten dicker Wälzer etwas ungeeignet für „zwischendurch“ scheint!
Abschließend möchte ich euch „Illuminati“ von Dan Brown fast uneingeschränkt empfehlen. Die Story ist wirklich atemberaubend spannend und fesselte mich ungemein. Die große Themenvielfalt und das Geheimnis, das die Illuminati umgibt, machen den Roman für viele Menschen interessant. Stets merkt man jedoch, wie gut recherchiert die Hintergründe sind und dass Dan Brown wusste, wovon er schrieb. Die Figuren sind vielfältig und man erfährt im Laufe des Romans immer wieder Neues über sie, so dass sie nie langweilig werden. Ebenso ist auch Dan Browns Stil dazu angetan, viele Menschen zu unterhalten. Nur leider wurde mir der Roman gegen Ende zumindest in einer Szene arg unrealistisch und am Schluss etwas lang hingezogen.
Doch in Anbetracht der Tatsachen, dass ich die 700 Seiten innerhalb von 4 Tagen durchgelesen habe und dass die kleinen Mängel mein Lesevergnügen nicht wirklich gemindert haben, vergebe ich volle fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!
„Illuminati“ von Dan Brown erschien erstmals 2003 im Lübbe Verlag. Meine Taschenbuchausgabe stammt aus dem Bastei Lübbe Verlag, trägt die ISBN 3-404-14866-5 und kostet 8,90 €.
Die Originalausgabe trägt den Titel „Angels & Demons“ und erschien erstmalig im Jahre 2000. Die Übersetzung machte – für meine Begriffe – sehr gut Axel Merz.
32 Bewertungen, 4 Kommentare
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26.04.2006, 15:20 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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06.04.2006, 13:28 Uhr von liiiiindaaaaa
Bewertung: sehr hilfreichdas ist ein hammergeiles buch;)
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02.08.2005, 18:02 Uhr von PublicEnemy
Bewertung: sehr hilfreichIch glaube ich war noch nie so hin- und hergerissen, wie bei diesem Buch. Auf der einen Seite ne coole Story und super spannend, auf der anderen Seite ein primitiver Hollywood-Schreibstil und ein absurdes Ende! Brown wollte krampfhaft überraschende We
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07.06.2005, 10:28 Uhr von kleinvolli
Bewertung: sehr hilfreichHab ich auch gelesen. Fands auch richtig gut. Schöner Bericht zu einem schönen Buch
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