Illuminati (Taschenbuch) / Dan Brown Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  sehr anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von aragorn2000

Zwischen Fiktion und Wirklichkeit

Pro:

sehr spannend, gut zu lesen

Kontra:

schwaches Ende

Empfehlung:

Ja

Mit dem Titel „Angels & Demons“ dürften wohl die Wenigsten etwas anfangen können. Wesentlich bekannter wird vermutlich bei vielen schon der Autor des Werkes, nämlich kein geringerer, als Dan Brown sein. Wenn ich jetzt noch die deutsche Übersetzung nenne dürfte es bei den Meisten klingeln, denn die stand im Jahr 2003 auch in Deutschland in sämtlichen Bestsellerlisten und lautet „Illuminati“!

The Plot:

Im Kernforschungszentrum CERN in der Schweiz wird einer der führenden Atomphysiker, Leonardo Vetra tot aufgefunden. Auf seiner Brust hat er den Schriftzug „Illuminati“ eingebrannt. Dabei handelt es sich aber nicht nur um ein einfaches Wort, sondern eher um ein Symbol, denn es wurde so konzipiert, dass es auch auf den Kopf gestellt lesbar ist. Daher ruft der Leiter des Instituts den Harvard Professor Robert Langdon zu Hilfe. Dieser gilt als Koryphäe, nicht nur auf dem Gebiet der Symbolik, sondern auch für die Illumiati, über die er bereits Zeitungsartikel verfasst hatte.

In der Schweizangekommen erfährt er, dass sich Leonardo Vedra mit Antimaterie beschäftigt hat. Zusammen mit dessen Tochter Vittoria ist ihm dabei auch der Durchbruch gelungen, das Problem mit der Lagerung und der Herstellung größerer Mengen zu lösen. So bekommt er in einem Versuchslabor auch eine eindrucksvolle Demonstration vorgeführt. Erst dann stellt er zusammen mit Max Kohler und Vittoria fest, dass in das Labor eingebrochen wurde. Aus einem Lager wurde die Antimaterie gestohlen, doch ohne permanente Stromversorgung reicht der Akku des Behälters nur noch für 24 Stunden aus, danach würde die Antimaterie unweigerlich entweichen und eine Explosion mit apokalyptischem Ausmaß auslösen.

Der Behälter wird dann auch sehr schnell gefunden, im Vatikan sieht man ihn auf einer der Überwachungskameras. Einziges Problem dabei, man weiß nicht, wo sich die Kamera befindet, da es sich um eine drahtlose Funkkamera handelt, deren Reichweite auch noch recht groß ist. Zu allem übel steht im Vatikan auch gerade die Ernennung des neuen Papstes an und sämtlich Kardinäle haben sich dort versammelt. Die vier als Nachfolger des Papsts in Frage kommenden Kardinäle wurden entführt und sollen jetzt bis zur Detonation hingerichtet werden. Auf die Weise, wie sie die Kirche im Mittelalter gegen ihre Erzfeinde, die Illumiati praktiziert hat.

Rezension

Dan Brown gelingt es sehr gut, gleich zu Anfang des Buches eine gewisse Spannung aufzubauen. Er hält sich nicht lange mit Belanglosem auf, sondern beschränkt sich auf das Notwendigste. Dadurch schafft er es auch diese Spannung über das komplette Buch aufrecht zu erhalten. Es fiel mir wirklich schwer, es für einen längeren Zeitraum aus der Hand zu legen, zu sehr hat es mich gefesselt.

Ob die historischen Hintergründe alle wahrheitsgemäß sind kann ich natürlich nicht überprüfen und möchte dies auch gar nicht. Es handelt sich hier um eine Novelle und nicht um ein Geschichtsbuch oder eine Studie über den Vatikan und die Illuminati. Jedenfalls war ich ganz angetan, von den historischen Schauplätzen und dem alten Kampf zwischen Kirche und Wissenschaft.

Was mich an dem Buch richtig begeistert hat, wie Dan Brown zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft balanciert, zwischen Fiktion und Wirklichkeit. Natürlich entspricht nicht alles der Realität, aber mal von dem Aussetzer am Ende abgesehen halte ich das Ganze gar nicht mal für so unrealistisch. Das es Antimaterie gibt gilt inzwischen als sicher und es ist ja auch schon gelungen, Anti-Wasserstoff für den Bruchteil einer Sekunde herzustellen. Möglicherweise wird der Öffentlichkeit hier auch viel verschwiegen, denn das Potential, das dahinter steckt ist gewaltig. Die Nutzung der Antimaterie als Energiequelle steht die kriegerische Nutzung als Waffe gegenüber. Für Energiekonzerne und Ölmultis stünde die Existenz auf dem Spiel. Durch Geld, Macht und skrupellose Fanatiker könnte wie bei allen modernen Techniken diese auch missbraucht werde, was er wie ich finde sehr gut rüber bringt.

Lediglich auf den letzten Seiten gerät mir das dann doch etwas zu sehr außer Kontrolle. Da geht es meiner Meinung nach doch etwas zu sehr mit ihm durch und verkommt zu einer James-Bond-0815-Nummer. Eigentlich Schade, denn so kommt etwas das Gefühl auf, als hätte er sich in eine Lage manövriert, aus der er sich nicht anders befreien konnte. In anderen Rezensionen konnte ich lesen, dass sie an dieser Stelle das Buch am liebsten ins Eck geworfen hätten. Nun, ganz so schlimm war es bei mir nicht, aber ich kam mir da auch etwas verarscht vor, weil die Story damit richtig schön versiebt wurde.

Dan Brown

Obwohl Dan Brown in seiner Heimat, den USA schon lange kein Unbekannter mehr ist hatte man von ihm in Deutschland bisher noch nichts gehört. Seinen ersten Bestseller veröffentlichte Dan Brown bereits 1996 mit „Digital Fortess“, der aber meines Wissens nach noch nicht auf Deutsch übersetzt wurde. Illuminati war die erste Übersetzung, die ja auch hier bei uns sehr gut ankam. Gefolgt von dem inzwischen auch erhältlichen „Meteor“. Auf sein neustes Werk „The da Vinvi Code“ wird man sich wohl noch etwas gedulden müssen, bisher ist es nur als gebundene Ausgabe im Original zu bekommen. Die deutsche Übersetzung wird jedenfalls „Sakrileg“ heißen und kann bereits bei Amazon vorbestellt werden.

Fazit

Das Buch ist recht einfach zu lesen und obwohl es wissenschaftlich angehaucht ist verlangt es einem auch nicht viel an Hintergrundwissen ab. Dan Brown hält sich auch nicht mit seitenlangen Erklärversuchen auf, sondern konzentriert sich auf das Wesentliche und treibt die Geschichte voran. Auch den Wortschatz der englischen Originalausgabe erachte ich nicht als sonderlich anspruchsvoll, so dass man es bereits mit einigermaßen Englischkenntnissen lesen kann. Überzeugen kann letztendlich die Spannung, die einen bereits auf den ersten Seiten in den Bann zieht. Sieht man mal von der kleinen Schwäche am Ende großzügig ab ist es wirklich ein Buch, was die Bezeichnung „Bestseller“ verdient hat. Das Taschenbuch von Angels & Demons gibt es bei Amazon für rund 7€, also etwas günstiger, als die deutsche Übersetzung.

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