Illuminati (Taschenbuch) / Dan Brown Testbericht

Luebbe-verlagsgruppe-illuminati-taschenbuch
ab 3,76
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
5 Sterne
(32)
4 Sterne
(14)
3 Sterne
(4)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  sehr anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa

Freut euch auf den Nachfolger...

Pro:

...Spannung steigt dann doch noch...

Kontra:

...bis zur Hälfte des Buches keine Spannung...

Empfehlung:

Ja

Es sprach eigentlich alles dagegen. Ein Kollege, der absolut keinen Geschmack hat, was seine Auswahl an Büchern angeht, empfahl mir das Buch *Illuminati* von Dan Brown. Als er mir dann auch kurz vom Inhalt berichtete, stand für mich eigentlich schon fest, es nicht zu lesen. Weder interessiere ich mich für Kirchengeschichte und geheime Bruderschaften noch lese ich Science-Fiction-Bücher. Warum ich es mir trotzdem von besagtem Kollegen auslieh, kann ich euch nicht sagen. Vielleicht, um mitreden zu können?


Fakten
++++++
Seiten: 701
Verlag: Lübbe
ISBN: 3404148665
Preis: 8,90 EUR


Aussehen/Aufbau
++++++++++++++

Vielleicht war der ansprechende Bucheinband der Auslöser, warum ich das Buch dann doch las. Tiefschwarz glänzt die Vorderseite, auf der in dicken, roten Lettern *Illuminati* steht. Auffallend ist dabei, dass die Buchstaben dieses Wortes einem entgegen zu springen scheinen. Sie sind nämlich auf das Papier draufgeprägt und stehen dadurch etwas von der Oberfläche ab. Außerdem ist der Einband sehr glatt und fühlt sich toll zwischen den Fingern an.

Die Schrift ist angenehm groß, die Absätze gut gegliedert und es gibt ein paar erklärende Abbildungen, die sehr übersichtlich sind. Der Leser kann sich gut zurecht finden, d.h. dass die Kapitel klar und deutlich heraus stechen. Man findet - wenn man das Buch einmal länger beiseite legt - schnell wieder ins Geschehen zurück. Dazu trägt natürlich auch der recht eifnache Schreibstil bei, den ich später noch näher beschreiben möchte.


Inhalt
+++++

Der amerikanische Harvardprofessor Robert Langdon ist auf einer Reise, um vor Studenten Vorlesungen zu halten. Mitten in der Nacht wird er durch einen Anruf geweckt. Maximilian Kohler, Chef der Forschunganstalt CERN, fordert ihn auf, unverzüglich nach Genf zu kommen. Um die Dringlichkeit seines Anrufs zu unterstreichen, faxt Kohler ihm das Bild eines Toten mit einem seltsamen Brandmal auf der Brust. Der Schriftzug *Illuminati* (eine geheime Bruderschaft) ist deutlich zu erkennen! Darauf hin macht sich Langdon unverzüglich auf den Weg in die Schweiz.

Mit ihm trifft auch Vittoria Vetra in Genf ein. Sie ist die Adoptivtochter des Toten, die zusammen mit ihrem Vater ein einer geheimen Erfindung gearbeitet hat. Es handelt sich dabei um Antimaterie, die, sollte sie mit gewöhnlicher Materie in Berührung kommen, eine riesige Explosion auslöst. Ein einziger Tropfen davon reicht, um eine ganze Stadt zu vernichten. Würde diese Antimaterie in die falschen Hände geraten, wären die Folgen unvorstellbar.

Ausgerechnet der Mörder von Vittoria Vetras Vater hat diese Erfindung - ein Tropfen Antimaterie - im Auftrag der Illuminati gestohlen und im Vatikan in Rom versteckt. Langdon und Vittoria machen sich nun auf den Weg, um den Mörder und die Antimaterie zu finden. Doch in Rom treffen sie auf neue Probleme. Erstens ist der Papst vor kurzer Zeit verstorben und die Konklave tagt, um einen Nachfolger zu bestimmen. Und zweitens läuft ihnen die Zeit davon. Die Illuminati haben nämlich die vier aussichtsreichsten Kandidaten für die Papstwahl entführt und drohen damit, alle zwei Stunden einen von ihnen hinzurichten.

Mehr will ich euch nicht verraten, denn die Spannung will ich euch natürlich nicht nehmen.


Meinung: Schreibstil/Thema
++++++++++++++++++++++

Der Schreibstil Dan Browns ist sehr ausladend. Er schreibt extrem langgezogen, was mir ziemlich auf die Nerven ging. So beschreibt er zum Beispiel, wie Vittoria Vetra aus einen Hubschrauber steigt und dafür braucht er immerhin eine ganze (!!!) Seite. Als ich das las, konnte ich mich nicht entscheiden, ob ich einschlafen oder den Kopf schütteln soll.

Ein weiteres Beispiel möchte ich euch nennen, dass mich daran zweifeln ließ, ob ich das Buch wirklich bis zu Ende lesen sollte. Bei folgender Passage brach ich in schallendes Gelächter aus: >> “Padre”, sagte Langdon in seinem besten Italienisch und verneigte sich tief, während er dem Cemerlengo die Hand entgegenstreckte.<<
Prust!!!!!!! Also, Leute, ich spreche ja auch ein bisschen Italienisch und auch wenn man nur ein paar Sätze sprechen kann, wird einem das Wort *Padre* wohl ein Begriff sein. Ich denke mal, dass man, um dieses Wort aussprechen zu können, kein *bestes Italienisch* beherrschen muss, oder? Es ist wirklich das Paradebeispiel schlechthin. Solche Passagen kamen noch öfter in diesem Roman vor und sorgten dafür, dass er unheimlich langatmig wirkte.

Hinzu kam, dass in den ersten 350 Seiten fast gar nichts erwähnenswertes geschah. Natürlich braucht man eine gewissen Einleitungszeit, in der Begriffe und Zusammenhänge erklärt und Personen beschrieben werden. Doch bis fast zur Hälfte des Buches kommt keinerlei Spannung auf. Die Story plätschert so seicht dahin, als würde der Autor noch nach einem Argument suchen, das Buch endlich zu beginnen.

Ein weiterer Grund, warum mich das Buch langweilte, war natürlich das Thema. Auch wenn mein Kollege und ein paar Ciaoner (keine Yopianer!) mir versicherten, es gäbe Antimaterie wirklich, ich fand dazu einfach keinen Zugang. Wie gesagt, ich mag keine Science-Fiction-Bücher und als ich das Wort *Antimaterie* hörte, sträubte ich mich von Anfang an gegen den Roman. Doch dann redete ich mir einfach ein, dass es hier nicht um die Antimaterie geht, sondern es sich hier auch um *greifbarere* Dinge handeln könnte. Eine einfache Handgranate oder eine Atombombe, irgendetwas, was den Vatikanstaat und die ganze Welt bedroht - es musste ja nur verdeutlicht werden, dass ein Mörder mit einer Zerstörung droht.

Das Thema der *geheimen Bruderschaft* weckte dann im Laufe des Buches mein Interesse. Zwar stehe ich auch nicht auf diese Geschichten, aber ausnahmsweise ließ ich mich davon fesseln. Vielleicht lag es daran, dass der Autor nach etwa der Hälfte des Buches, eine gehörige Portion Spannung ins Spiel brachte und sein Schreibstil merklich anzog. Auf jeden Fall wurde ich nach etwa 400 Seiten endlich an das Buch gefesselt.

Ich habe mir überlegt, was ein Science-Fiction-Roman haben muss, um auch eine Frau fesseln zu können? Neiiiin, er muss keine Liebesgeschichte enthalten!!! Es muss greifbar und erklärbar sein. Frauen wollen für alles eine verständliche Erklärung - Logik sozusagen!! Und das war genau der Punkt, den Brown nur schwer zustande brachte.
Stattdessen versuchte er es wirklich mit der besagten Liebesgeschichte, die so an den Haaren herbei gezogen und so dümmlich-langweilig war, dass selbst die softeste Frau damit nichts anfangen konnte. Kein Held, keine Liebesbeziehung, nur angedeutete Was-wäre-wenn-wir-zusammen-kämen-Spielchen. Das war ein kläglicher Versuch, eine romantische Beziehung in einen SF-Roman einzubauen. Hätte der Autor das lieber gelassen!


Fazit
++++++

Bis zur Hälfte des Romans ist *Illuminati* schrecklich langatmig und langweilig. Dann besinnt sich Dan Brown langsam auf Spannung und anregende Unterhaltung. Kann ich eine Kaufempfehlung aussprechen? Puh, ich weiß es nicht!! Ich klicke mal *ja* an, weil ich inzwischen den Nachfolger (*Sakreleg*) lese und denke, man sollte den ersten Teil auch gelesen haben. Doch sollte man nicht zu viel erwarten und sehr viel Durchhaltevermögen mitbringen.

Kurz und gut - mein Tipp:
*Illuminati* lesen und sich auf den Nachfolger *Sakreleg* (der im April 2004 erscheint) freuen!


In diesem Sinne... alles bleibt anders... eure Dotti!

37 Bewertungen