Illuminati (Taschenbuch) / Dan Brown Testbericht

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ab 3,76
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  sehr anspruchsvoll
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von Drafi

Lass dich von Engeln führ’n auf luft’ger Quest

Pro:

hoch komprimiert, sehr spannend

Kontra:

/

Empfehlung:

Ja

Hallo, einmal mehr!

Mein Gott Walter! Wer erstellt denn solche Kategorien? Ein Name, zwei Fehler. Der Mann heißt DAN BROWN! Egal.

Wieder einmal möchte ich ein Buch vorstellen, welches mich in der letzten Zeit fasziniert hat. Es handelt sich auch dieses mal wieder um reine Unterhaltungsliteratur. Es geht um den Thriller „Illuminati“ von Dan Brown.

Gekauft habe ich das Buch für mich eher untypisch in einer hiesigen Buchhandlung. Als erstes stach mir natürlich das in schwarz, rot und weiß gehaltene Cover ins Auge. Auf schwarzem Hintergrund ist jemand in einer roten Kutte abgebildet dessen Gesicht nicht zu erkennen ist und der ein recht großes Kreuz um den Hals trägt. Der Titel ist ebenfalls in rot und geprägt, also erfühlbar.
Letztendlich hat mich die mystische Geschichte um die Illuminati und deren Kampf gegen die Kirche zum Kauf verleitet.


Die Story
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Wer sich nicht zuviel Spannung nehmen lassen will, sollte hier vielleicht nicht bis zum Schluss lesen, aber keine Angst, ich werde schon nicht alles verraten.

Kurz vorweg ein paar Worte zu den Illuminati. Diese sind angeblich eine Geheimgesellschaft welche von Galileo Galilei gegründet wurde. Es ist eine Vereinigung von Wissenschaftlern, welche sich gegen die Kirche und deren Auslegung von Wissenschaft stellt. Der Legende nach ist sie weltweit in vielen hochrangigen Positionen vertreten und kontrolliert somit einen großen Teil unserer Gesellschaft. Ebenso wie die Freimaurer, welche sie selbst infiltrierten werden sie immer wieder mit Satanismus in Verbindung gebracht.

Bei CERN, einem schweizerischen Forschungszentrum, wird einer der Wissenschaftler tot aufgefunden. Er wurde ermordet und gebrandmarkt. Die Brandwunde ist das Ambigramm einer längst tot geglaubten Geheimgesellschaft, eben jener Illuminati. Der Dirktor von CERN bittet einen amerikanischen Professor für Symbolologie um Hilfe. Robert Langdon - einer der Protagonisten des Romans - ist Fachmann im Bereich der wissenschaftlich, geschichtlichen Erforschung der Illuminati und hat somit das Wissen, was für die Aufklärung dieses Mordes benötigt wird. Dieser begibt sich trotz seiner Überzeugung, dass die Illuminati nicht mehr existieren, aber dennoch von dem Auftauchen des Ambigramms fasziniert in die Schweiz und trifft dort auf die Tochter des ermordeten Wissenschaftlers – Vittoria Vetra, die zweite Protagonistin. Diese ist nun gezwungen die bisher geheimgehaltene Forschungsarbeit ihres Vaters zu erläutern.

Ihr war es zusammen mit ihrem Vater gelungen Antimaterie herzustellen und sogar größere Mengen davon zu lagern. Da Antimaterie aber nun das genaue Gegenteil von Materie ist, löschen sich bei Berührung beide gegenseitig aus, ähnlich dem Prinzip von Wellentälern und Wellenbergen. Im Laufe ihrer Erläuterungen stellt sich heraus, dass ein Behälter, welche die größte Probe der Antimaterie enthielt, gestohlen wurde. Dieser verschwundene Behälter kann die Antimaterie ohne Stromversorgung jedoch nur 24 Stunden sicher aufbewahren. Danach ist eine Annihilation, also die Gegenseitige Auslöschung von Materie und Antimaterie nicht mehr zu verhindern.

Kurze Zeit später erhalten die 3 einen Hinweis, dass sich im Vatikan ein unbekanntes Objekt befindet, in welchem ein kleiner Tropfen Flüssigkeit schwebt und welcher einen Countdown anzeigt. Da das Objekt aber nur auf dem Videobild einer drahtlosen Kamera zu sehen ist, weiß niemand, wo sich das Objekt befindet. Vetra und Langdon machen sich also auf den Weg in den Vatikan.

Da der alte Papst vor kurzem verstorben ist, soll genau an diesem Abend das Konklave zur Wahl eines neuen Oberhauptes der katholischen Kirche stattfinden. Sollte der Behälter nicht gefunden werden, würde dies bedeuten, dass die gesamte Führungsebene der katholischen Kirche inklusive der Vatikanstadt durch die Antimaterie vernichtet würde.
Die für die Sicherheit zuständige Schweizer Garde hat durch das Konklave allein schon keine Zeit sich mit den beiden Wissenschaftlern zu befassen. Darüber hinaus glaubt ihnen keiner und sie laufen kurzzeitig unter Arrest gestellt um die Abläufe nicht zu stören. Erst der Camerlengo, derjenige Geistliche, welcher bis zur Wahl eines neuen Papstes die Amtsgeschäfte übernimmt, gibt den beiden Wissenschaftlern die Möglichkeit ihre Untersuchungen fortzusetzen.
Zu allem Überfluss sind die 4 preferiti (die 4 Kardinäle, welche am ehesten für eine Wahl in Frage kommen) auf unerklärliche Weise verschwunden und auch kurz vor Beginn des Konklaves noch nicht wieder aufgetaucht.

Per Telefon meldet sich der Handlanger der Illuminati. Ein Assasin der auch schon den Mord an Vittoria Vetras Vater begangen und den Antimateriebehälter entwendet hat. Er behauptet die 4 preferiti entführt zu haben und droht diese nacheinander umzubringen und zu brandmarken. Dies soll jeweils zu jeder vollen Stunde und entlang des sogenannten „Pfades der Erleuchtung“ geschehen. Dies ist ein mit zumeist in Kirchen versteckten Hinweisen gespickter Weg quer durch Rom, welcher zu dem geheimen Versteck der Illuminati aus Galileos Zeiten führt. Jeder der vier Punkte auf dem Weg ist einem Element gewidmet.
Erde – Luft – Feuer – Wasser
Während die Schweizer Garde damit beginnt den Antimateriebehälter zu suchen, versuchen Vetra und Langdon das Rätsel des Weges zu lösen und beginnen damit alte Aufzeichnungen von Galileo durchzusehen und tatsächlich bekommen sie den Hinweis auf den ersten Punkt der Schnitzeljagd quer durch Rom. Sie finden folgendes Gedicht versteckt in einem von Galileos Werken.

Von Santis irdnem Grab in Dämons Loch,
Durch Rom die myst’schen Urstoffe sich ziehn.
Der Lichtpfad ist gelegt, der heilge Test,
Lass dich von Engeln führ’n auf luft’ger Quest’.

So an dieser Stelle höre ich auf. Ob die 4 preferiti überleben und der Vatikan jetzt noch steht, will ich nun nicht mehr preisgeben. Nur soviel noch zur Story. Der gesamte Thriller spielt sich in etwa jenen 24 Stunden ab, die der oben beschriebene Behälter ohne Stromversorgung aktiv ist.


Das Buch
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Dan Brown
„Illuminati“
Taschenbuch von Bastei Lübbe (14866)
Deutsche Erstveröffentlichung
ISBN: 3-404-14866-5
Preis: 8,90 Euro


Fazit
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Fantastisch! Die Geschichte wird mit solch einem Tempo erzählt, dass es schwer fällt den Roman wieder aus der Hand zu legen. Ständig erwartet man die nächste Katastrophe bzw. Hiobsbotschaft für die Protagonisten, welche dann auch prompt kommt. Die 24 Stunden, in welchen die Handlung spielt, werden jedoch so detailgetreu erzählt, dass die rund 700 voll sind mit spannenden Kleinigkeiten, jedoch ohne den Handlungsstrang je ernsthaft in Vergessenheit geraten zu lassen.
Zudem ist die Geschichte recht gut recherchiert. Dan Brown war selbst in der Vatikanstadt und hat sogar eine Audienz beim Pabst erhalten. Alle erwähnten Bau- und Kunstwerke entsprechen also der Realität. Ebenso ist CERN und die Erschaffung der Antimaterie kein Hirngespinst des Autors.
Zugegebener Maßen ist der Autor hier und da etwas zu unvorsichtig mit seinen Andeutungen gewesen, so dass man bereits ein paar Seiten vorher den Handlungsfortgang erahnen konnte. Um der ganzen Erzählung noch einen drauf zu setzen und ein fulminantes Ende zustande zu bringen, beginnt Dan Brown auf den letzten 50 Seiten zu zaubern und biegt die Story m.E. extrem in eine recht wunderliche Richtung, bekommt aber in der endgültigen Auflösung noch rechtzeitig die Kurve, so dass der Gesamteindruck dadurch keinen Schaden nimmt.

Alles in allem ist dieses Buch nicht nur für Antitheisten und Verschwörungstheoretiker zu empfehlen. Auch losgelöst vom tödlich Zwist der mysteriösen, wissenschaftlichen Geheimgesellschaft und der konservativen katholischen Kirche ist dieser Thriller für Fans spannender Literatur ein Muss im Bücherschrank.


Habt Dank für’s Lesen, Bewerten und Kommentieren.

© Drafi

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