Meteor (Taschenbuch) / Dan Brown Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von pegafli
Spannender, klischeebehafteter Wissenschaftsthriller mit kleinen Schwachstellen
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Hallo zusammen!
Heute habt ihr die Ehre einen Buchbericht von mir zu lesen, und dann noch über einen Thriller, die zu lesen ich normalerweise meide.
Ich lasse mich selten von Euphorien anstecken. Dann stolperte mir hier bei Ciao und in allen Buchhandlungen ein Autor namens Dan Brown vor die Nase. Noch etwas skeptisch machte ich mich dann also mal kundig, was denn außer ‚Diabolus’ noch seinen Fingern entsprungen ist und welche Vita er hat. Schwer war dieses Unterfangen nun wirklich nicht, da Browns ältere Bücher zeitgleich mit dem Erfolg von ‚Diabolus’ in Neuauflage erschienen sind.
Ich fand neben ‚Diabolus’ noch drei interessante Bücher, ‚Meteor’, ‚Illuminati’ und ‚Sakrileg’.
Und wie ich es immer bewerkstellige, werde ich mir diese geschriebenen Werke in ungefährer chronologischer Reihenfolge und Zusammenhang zu Gemüte führen.
Also nahm ich mir skeptisch ‚Meteor’ zur Hand, obwohl es eigentlich das 2. Buch von Brown ist, das mich von Anfang an bis fast zum Ende fesselte.
► DER AUTOR
Dan Brown ist Sohn eines mehrfach ausgezeichneten Mathematikers und einer Kirchenmusikerin. In diesem Umfeld lernte er Wissenschaft und Religion miteinander zu vereinen. Diese Thematik verfolgt er in seinen Büchern, deren weltweiter Erfolg davon geprägt wird. Er studierte zwei Jahre Kunstgeschichte in Sevilla, bevor er einen Hochschulabschluss am am Amherst College und an der Phillips Exeter Academy. Vor seiner Karriere als Schriftsteller war Dan Brown als Lehrer im Fach Englisch tätig und unterrichtete ‚Kreatives Schreiben’.
Heute lebt Dan Brown mit seiner Frau (Kunsthistorikerin) in Neuengland.
Von seinen Romanen wurden in Deutschland bis jetzt vier Stück veröffentlicht:
* Illuminati (2003)
* Meteor (2003)
* Sakrileg (2004)
* Diabolus (2005)
Derzeit arbeitet Dan Brown an dem Buch ‚The Solomon Key’, welches 2005 oder 2006 veröffentlicht wird.
► INHALT
Die USA befinden sich im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl und es tobt ein ’Krieg’ zwischen NASA und der privaten Raumfahrtindustrie.
Die NASA entdeckt in diesem Zeitraum mithilfe mordernster Satellitentechnik (PODS) in der Arktis einen riesigen Meteoriten. Bei der Untersuchung dieses Meteoriten entdeckt sie zudem Einschlüsse einer außerirdischen Lebensform. Um ihren Fund zu bestätigen, lässt die NASA ein unabhängiges Forscherteam an den Fundort einfliegen. Unter anderem auch Rachel Sexton, eine Geheimdienstmitarbeiterin. Alles scheint perfekt, fast zu perfekt um wahr zu sein. Und im Hintergrund der ganzen Entdeckung operiert eine geheimnisvolle dritte Macht, die diesen Fund für ihre eigenen Zwecke nutzen möchte und dafür vor Mord nicht zurückschreckt…
WAHRHEIT oder nur ein SCHWINDEL?
► HAUPTFIGUREN
+ Rachel Sexton: Protagonistin, um die sich die Story aufbaut. Sie ist Datenanalystin beim NRO (National Reconnaissance Office) und die Tochter von Senator Sexton.
+ Senator Sedgewick Sexton: Vater von Rachel und skrupelloser, machtbesessener Politiker, der für seine Karriere Frau und Kind im Stich gelassen hat. Er ist erklärter Gegner der NASA und setzt alles daran diese und den noch amtierenden Präsidenten Zach Herney in Misskredit zu stürzen, um sein größtes Ziel zu erreichen… ‚SSS President of the United States’
+ Zach Herney: Präsident der Vereinigten Staaten und Sympathisant der NASA. Nach Beschreibung ein eher unscheinbarer Mensch, der trotz seines Amtes auf dem Boden geblieben ist.
+ William Pickering: Direktor der NRO und Rachels Vorgesetzter, eher unauffällig, verlor seine Tochter bei der Marine, aufgrund überholter NASA-Technologie. Ihn verbindet eine Hassliebe mit der NASA
+ Gabrielle Ashe: Rechte Hand bzw. Wahlkampfhelferin von Senator Sexton. Ein junge, hochintelligente Afroamerikanerin, die die Karriere von Sexton durch einen unbekannten Informanten zugespielte Informationen über die NASA vorangetrieben hat.
+ Marjorie Tench: Die gute, alte ‚Dörrpflaume’ Marjorie ist Chefberaterin des Präsidenten. Sie lebt sehr gesund und ernährt sich nur von inhaliertem Nikotin. Sie ist eine Frau, der man so schnell kein X für ein U vormachen kann, und die Regierung unauffällig aus dem Hintergrund mit dem kleinen Finger steuert und manipuliert.
+ Michael Tolland: Ozeanologe, der eine eigene wöchentliche Wissenschaftssendung moderiert und die Dokumentationen dafür dreht. Er ist u.a. einer der Wissenschaftler, die zu dem Meteoritenfund hinzugezogen werden.
► MEIN PERSÖNLICHER EINDRUCK
Gleich im Prolog werden wir eiskalt verwirrt (zumindest ich). Der Geologe Charles Brophy ist in der Tundra unterwegs, als er von einem Helikopter abgefangen und gezwungen wird einen mysteriösen Funkspruch auf sehr niedriger Frequenz zu senden. Kurze Zeit später durfte er ohne Fallschirm aus dem Helikopter springen. Ich muss zugeben, dass ich von dem Prolog erst einmal irritiert war. Was sollte diese drei Seiten mit der weiteren Handlung verbinden? Denn schon im 1. Kapitel sitzen wir auf einmal in einem Restaurant und werden mit Rachel Sexton bekannt gemacht. Zwischen Prolog und erstem Kapitel liegt ergo ein großer Quantensprung in Ort, Handlung und Zusammenhang. Dieser hat sich glücklicherweise im weiteren Verlauf der Handlung Stück für Stück hergestellt, nachdem man sich durch eine eher langatmige und mit starken Klischees behaftete Einführung so ziemlich aller Hauptcharaktere gelesen hat. Da wäre zum Beispiel die verfeindete Vater-Tochter-Beziehung; eine Wahlkampfhelferin (Gabrielle Ashe), die sich mit ihrem Arbeitgeber einlässt; ein dufter Präsident, der jeden für sich einvernehmen kann; und ein skrupelloser Gegenkandidat in der Präsidentschaftswahl mit aussichtsreichen Chancen, die nächste Amtsperiode zu gewinnen. Bis Kapitel 33 wäre das Buch nicht sonderlich spannend, wenn Brown zwischen den einzelnen Kapiteln und Handlungsorten nicht gekonnt am höchsten Punkt des Interesses wechselt. Durch diesen literarischen Kniff ist man gezwungen doch weiter zu lesen. Auch tauchen immer wieder kurze Kapitel über ‚mysteriöse’ Agenten auf, die die Geschehnisse rund um den Meteoriten beobachten. Zu wem gehören die denn schon wieder, stellt sich mir die Frage. Und so las ich weiter, um dem ganzen auf die Spur zu kommen.
Wäre dem nicht so gewesen, muss ich ehrlich gestehen, hätte ich das Buch schon wegen seiner Langatmigkeit und Actionlosigkeit in die Ecke gepfeffert.
Irgendwo muss doch langsam ein Hauch von Thriller auftauchen. Schön und gut, dass Brown uns die Personen und U.S.-Institutionen mit Hingebung so akribisch und bis ins Detail beschreibt, aber wo bleibt endlich meine Action???
Und endlich leuchtete mir mit Kapitel 33 ein schwacher Lichtschimmer entgegen und ließ mich wieder hoffen, nicht umsonst.
Denn ab jetzt geht es Schlag auf Schlag weiter, indem eine kleine Unstimmigkeit im Bergungsschacht des Meteoriten festgestellt wird. Mehr verrate ich nicht! Ich gebe euch keinen Spoiler! Schön selber lesen heißt die Devise!!!
Die Spannung reißt nicht ab, im flüssigen Erzählstil wird gemordet und eine Hetzjagd von der Arktis bis nach Washington D.C. beginnt. Langsam aber sicher entwirrt sich das Ränkespiel.
Zu schade ist, dass ich das Ende ab dem letzten Viertel doch schon irgendwie vorhersehen konnte, obwohl sehr viele Wendungen im Buch auftreten. Dies schmälerte ein wenig die Lesefreude. Auch musste ich gähnen, als Brown zum Schluss doch tatsächlich noch die zarten Bande zwischen Rachel und Michael in die Länge zog. Irgendwie passte das nicht so recht. Aber einige Leser erwarten sicherlich solch ein Happy End zweier einsamer Seelen.
Zum Schluss möchte ich noch zwei kleine Pluspunkte aufführen.
Ich fand es wunderbar, wie Dan Brown wissenschaftliche Aspekte der Ozeanologie und der Geologie, sowie Weltraumforschung in eine doch eher nichts sagende Grundhandlung einbindet, und diese dadurch aufwertet und weiter verstrickt.
Zweitens konnte ich mich durch die detaillierten und ausführlich recherchierten Schilderungen Browns sehr gut in die Szenerie der unterschiedlichen Handlungsorte hineinversetzen. Ich glaube, dass dies auch jemand mit sehr wenig Phantasie könnte. ;)
► NOCH EIN PAAR FAKTEN
Ich erwarb mein Exemplar von Dan Brown’s ‚Meteor’ für 8,95 Euro im Taschenbuchformat. Wie es beim Taschenbuch nun mal so ist, lässt sich nicht vermeiden, dass der Einband beim Lesen doch den einen oder anderen Knick abbekommt. Aber solange das Buch nicht gleich auseinander fällt, wenn es aufgeblättert wird, so ist das Geld in die knapp 640 Seiten Spannung gut investiert.
Weitere Informationen:
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Peter A. Schmidt
Originaltitel: DECEPTION POINT (2001)
Verlag: Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
Ein großes Lob von mir geht an das optisch ansprechende Cover (siehe Produktbild), auch wenn Huskies im Buch nur bedingt vorkamen, und einen schmerzlich kurzen Auftritt hatten.
► MEINE LETZTEN WORTE
Wie schon erwähnt, mag ich Thriller nicht sonderlich. Deshalb gehet und lest dieses Buch, wenn es mich schon umpolen konnte. Ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Langeweile kommt bedingt durch die Einführung nur am Anfang auf, wird aber doppelt wettgemacht durch die darauf folgende Hetzjagd und Intrigen.
Lasst euch einfach mitreisen in den Strudel von Politik, Korruption und Wissenschaft. Wer zudem wissenschaftlich interessiert ist, der findet sehr gute und einfach verständliche Erklärungen auf Gebieten der Meteoritenkunde, Ozeanologie und Geologie.
Ich danke Euch fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten. Und mögen die Freunde des schnellen Scrollens und Klickens in ein ozeanisches schwarzes Loch gesogen werden! ☻
Dieser Bericht ist nur bei Ciao und Yopi zu lesen!
LG von Pegafli
Heute habt ihr die Ehre einen Buchbericht von mir zu lesen, und dann noch über einen Thriller, die zu lesen ich normalerweise meide.
Ich lasse mich selten von Euphorien anstecken. Dann stolperte mir hier bei Ciao und in allen Buchhandlungen ein Autor namens Dan Brown vor die Nase. Noch etwas skeptisch machte ich mich dann also mal kundig, was denn außer ‚Diabolus’ noch seinen Fingern entsprungen ist und welche Vita er hat. Schwer war dieses Unterfangen nun wirklich nicht, da Browns ältere Bücher zeitgleich mit dem Erfolg von ‚Diabolus’ in Neuauflage erschienen sind.
Ich fand neben ‚Diabolus’ noch drei interessante Bücher, ‚Meteor’, ‚Illuminati’ und ‚Sakrileg’.
Und wie ich es immer bewerkstellige, werde ich mir diese geschriebenen Werke in ungefährer chronologischer Reihenfolge und Zusammenhang zu Gemüte führen.
Also nahm ich mir skeptisch ‚Meteor’ zur Hand, obwohl es eigentlich das 2. Buch von Brown ist, das mich von Anfang an bis fast zum Ende fesselte.
► DER AUTOR
Dan Brown ist Sohn eines mehrfach ausgezeichneten Mathematikers und einer Kirchenmusikerin. In diesem Umfeld lernte er Wissenschaft und Religion miteinander zu vereinen. Diese Thematik verfolgt er in seinen Büchern, deren weltweiter Erfolg davon geprägt wird. Er studierte zwei Jahre Kunstgeschichte in Sevilla, bevor er einen Hochschulabschluss am am Amherst College und an der Phillips Exeter Academy. Vor seiner Karriere als Schriftsteller war Dan Brown als Lehrer im Fach Englisch tätig und unterrichtete ‚Kreatives Schreiben’.
Heute lebt Dan Brown mit seiner Frau (Kunsthistorikerin) in Neuengland.
Von seinen Romanen wurden in Deutschland bis jetzt vier Stück veröffentlicht:
* Illuminati (2003)
* Meteor (2003)
* Sakrileg (2004)
* Diabolus (2005)
Derzeit arbeitet Dan Brown an dem Buch ‚The Solomon Key’, welches 2005 oder 2006 veröffentlicht wird.
► INHALT
Die USA befinden sich im Wahlkampf zur Präsidentschaftswahl und es tobt ein ’Krieg’ zwischen NASA und der privaten Raumfahrtindustrie.
Die NASA entdeckt in diesem Zeitraum mithilfe mordernster Satellitentechnik (PODS) in der Arktis einen riesigen Meteoriten. Bei der Untersuchung dieses Meteoriten entdeckt sie zudem Einschlüsse einer außerirdischen Lebensform. Um ihren Fund zu bestätigen, lässt die NASA ein unabhängiges Forscherteam an den Fundort einfliegen. Unter anderem auch Rachel Sexton, eine Geheimdienstmitarbeiterin. Alles scheint perfekt, fast zu perfekt um wahr zu sein. Und im Hintergrund der ganzen Entdeckung operiert eine geheimnisvolle dritte Macht, die diesen Fund für ihre eigenen Zwecke nutzen möchte und dafür vor Mord nicht zurückschreckt…
WAHRHEIT oder nur ein SCHWINDEL?
► HAUPTFIGUREN
+ Rachel Sexton: Protagonistin, um die sich die Story aufbaut. Sie ist Datenanalystin beim NRO (National Reconnaissance Office) und die Tochter von Senator Sexton.
+ Senator Sedgewick Sexton: Vater von Rachel und skrupelloser, machtbesessener Politiker, der für seine Karriere Frau und Kind im Stich gelassen hat. Er ist erklärter Gegner der NASA und setzt alles daran diese und den noch amtierenden Präsidenten Zach Herney in Misskredit zu stürzen, um sein größtes Ziel zu erreichen… ‚SSS President of the United States’
+ Zach Herney: Präsident der Vereinigten Staaten und Sympathisant der NASA. Nach Beschreibung ein eher unscheinbarer Mensch, der trotz seines Amtes auf dem Boden geblieben ist.
+ William Pickering: Direktor der NRO und Rachels Vorgesetzter, eher unauffällig, verlor seine Tochter bei der Marine, aufgrund überholter NASA-Technologie. Ihn verbindet eine Hassliebe mit der NASA
+ Gabrielle Ashe: Rechte Hand bzw. Wahlkampfhelferin von Senator Sexton. Ein junge, hochintelligente Afroamerikanerin, die die Karriere von Sexton durch einen unbekannten Informanten zugespielte Informationen über die NASA vorangetrieben hat.
+ Marjorie Tench: Die gute, alte ‚Dörrpflaume’ Marjorie ist Chefberaterin des Präsidenten. Sie lebt sehr gesund und ernährt sich nur von inhaliertem Nikotin. Sie ist eine Frau, der man so schnell kein X für ein U vormachen kann, und die Regierung unauffällig aus dem Hintergrund mit dem kleinen Finger steuert und manipuliert.
+ Michael Tolland: Ozeanologe, der eine eigene wöchentliche Wissenschaftssendung moderiert und die Dokumentationen dafür dreht. Er ist u.a. einer der Wissenschaftler, die zu dem Meteoritenfund hinzugezogen werden.
► MEIN PERSÖNLICHER EINDRUCK
Gleich im Prolog werden wir eiskalt verwirrt (zumindest ich). Der Geologe Charles Brophy ist in der Tundra unterwegs, als er von einem Helikopter abgefangen und gezwungen wird einen mysteriösen Funkspruch auf sehr niedriger Frequenz zu senden. Kurze Zeit später durfte er ohne Fallschirm aus dem Helikopter springen. Ich muss zugeben, dass ich von dem Prolog erst einmal irritiert war. Was sollte diese drei Seiten mit der weiteren Handlung verbinden? Denn schon im 1. Kapitel sitzen wir auf einmal in einem Restaurant und werden mit Rachel Sexton bekannt gemacht. Zwischen Prolog und erstem Kapitel liegt ergo ein großer Quantensprung in Ort, Handlung und Zusammenhang. Dieser hat sich glücklicherweise im weiteren Verlauf der Handlung Stück für Stück hergestellt, nachdem man sich durch eine eher langatmige und mit starken Klischees behaftete Einführung so ziemlich aller Hauptcharaktere gelesen hat. Da wäre zum Beispiel die verfeindete Vater-Tochter-Beziehung; eine Wahlkampfhelferin (Gabrielle Ashe), die sich mit ihrem Arbeitgeber einlässt; ein dufter Präsident, der jeden für sich einvernehmen kann; und ein skrupelloser Gegenkandidat in der Präsidentschaftswahl mit aussichtsreichen Chancen, die nächste Amtsperiode zu gewinnen. Bis Kapitel 33 wäre das Buch nicht sonderlich spannend, wenn Brown zwischen den einzelnen Kapiteln und Handlungsorten nicht gekonnt am höchsten Punkt des Interesses wechselt. Durch diesen literarischen Kniff ist man gezwungen doch weiter zu lesen. Auch tauchen immer wieder kurze Kapitel über ‚mysteriöse’ Agenten auf, die die Geschehnisse rund um den Meteoriten beobachten. Zu wem gehören die denn schon wieder, stellt sich mir die Frage. Und so las ich weiter, um dem ganzen auf die Spur zu kommen.
Wäre dem nicht so gewesen, muss ich ehrlich gestehen, hätte ich das Buch schon wegen seiner Langatmigkeit und Actionlosigkeit in die Ecke gepfeffert.
Irgendwo muss doch langsam ein Hauch von Thriller auftauchen. Schön und gut, dass Brown uns die Personen und U.S.-Institutionen mit Hingebung so akribisch und bis ins Detail beschreibt, aber wo bleibt endlich meine Action???
Und endlich leuchtete mir mit Kapitel 33 ein schwacher Lichtschimmer entgegen und ließ mich wieder hoffen, nicht umsonst.
Denn ab jetzt geht es Schlag auf Schlag weiter, indem eine kleine Unstimmigkeit im Bergungsschacht des Meteoriten festgestellt wird. Mehr verrate ich nicht! Ich gebe euch keinen Spoiler! Schön selber lesen heißt die Devise!!!
Die Spannung reißt nicht ab, im flüssigen Erzählstil wird gemordet und eine Hetzjagd von der Arktis bis nach Washington D.C. beginnt. Langsam aber sicher entwirrt sich das Ränkespiel.
Zu schade ist, dass ich das Ende ab dem letzten Viertel doch schon irgendwie vorhersehen konnte, obwohl sehr viele Wendungen im Buch auftreten. Dies schmälerte ein wenig die Lesefreude. Auch musste ich gähnen, als Brown zum Schluss doch tatsächlich noch die zarten Bande zwischen Rachel und Michael in die Länge zog. Irgendwie passte das nicht so recht. Aber einige Leser erwarten sicherlich solch ein Happy End zweier einsamer Seelen.
Zum Schluss möchte ich noch zwei kleine Pluspunkte aufführen.
Ich fand es wunderbar, wie Dan Brown wissenschaftliche Aspekte der Ozeanologie und der Geologie, sowie Weltraumforschung in eine doch eher nichts sagende Grundhandlung einbindet, und diese dadurch aufwertet und weiter verstrickt.
Zweitens konnte ich mich durch die detaillierten und ausführlich recherchierten Schilderungen Browns sehr gut in die Szenerie der unterschiedlichen Handlungsorte hineinversetzen. Ich glaube, dass dies auch jemand mit sehr wenig Phantasie könnte. ;)
► NOCH EIN PAAR FAKTEN
Ich erwarb mein Exemplar von Dan Brown’s ‚Meteor’ für 8,95 Euro im Taschenbuchformat. Wie es beim Taschenbuch nun mal so ist, lässt sich nicht vermeiden, dass der Einband beim Lesen doch den einen oder anderen Knick abbekommt. Aber solange das Buch nicht gleich auseinander fällt, wenn es aufgeblättert wird, so ist das Geld in die knapp 640 Seiten Spannung gut investiert.
Weitere Informationen:
Aus dem Amerikanischen übersetzt von Peter A. Schmidt
Originaltitel: DECEPTION POINT (2001)
Verlag: Bastei Lübbe Verlag, Bergisch Gladbach
Ein großes Lob von mir geht an das optisch ansprechende Cover (siehe Produktbild), auch wenn Huskies im Buch nur bedingt vorkamen, und einen schmerzlich kurzen Auftritt hatten.
► MEINE LETZTEN WORTE
Wie schon erwähnt, mag ich Thriller nicht sonderlich. Deshalb gehet und lest dieses Buch, wenn es mich schon umpolen konnte. Ich habe es innerhalb kürzester Zeit verschlungen. Langeweile kommt bedingt durch die Einführung nur am Anfang auf, wird aber doppelt wettgemacht durch die darauf folgende Hetzjagd und Intrigen.
Lasst euch einfach mitreisen in den Strudel von Politik, Korruption und Wissenschaft. Wer zudem wissenschaftlich interessiert ist, der findet sehr gute und einfach verständliche Erklärungen auf Gebieten der Meteoritenkunde, Ozeanologie und Geologie.
Ich danke Euch fürs Lesen, Kommentieren und Bewerten. Und mögen die Freunde des schnellen Scrollens und Klickens in ein ozeanisches schwarzes Loch gesogen werden! ☻
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LG von Pegafli
21 Bewertungen, 1 Kommentar
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23.03.2006, 18:02 Uhr von Mr_JJ_Deluxe
Bewertung: sehr hilfreichDanke! <br/>Freue mich über Gegenbewertung. <br/>MFG
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