Meteor (Taschenbuch) / Dan Brown Testbericht




Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von Volker111
Risiken unkontrollierter Macht
Pro:
Spannung, Ideenreichtum
Kontra:
Etwas dick aufgetragen
Empfehlung:
Ja
■ ■ ■ Der Weg zum Buch ■ ■ ■
Nachdem so viel über Dan Browns Illuminati in meinem Bekanntenkreis kontrovers diskutiert worden war, wurde auch ich auf dieses Buch neugierig. Spannend und abwechslungsreich war es, zwar keine Nobelpreis verdächtige Literatur, auch wirkte auf mich die Schlussgestaltung zwar etwas überraschend aber gleichzeitig auch konstruiert. Egal, hier geht es ja um das andere Werk, nämlich Der Meteor. Auf jeden Fall hatte mich der erstgelesene Roman so gefesselt, dass ich mich nach weiteren Büchern dieses Modeschriftsteller umsah und eben auf den Science-Fiction-Polit-Krimi Der Meteor stieß.
■ ■ ■ Inhaltsanriss ■ ■ ■
Die Geschichte beginnt mit einem Mord staatlicher Stellen an einem Wissenschaftler in der Arktis, der das Pech hatte, auf etwas in der Kälte zu stoßen , für das er als Entdecker einfach nicht vorgesehen war. Zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort angetroffen, seine Mörder zwingen ihn auch noch auf einer besondere Funkfrequenz einen falschen Hilferuf abzusetzen, mussten er und seine bedauernswerten Schlittenhunde einen Hubschrauberausstieg aus zu großer Höhe ohne die üblichen Sicherheitsvorkehrungen ausüben.
Ein Szenenwechsel bringt uns mitten in einen amerikanischen Wahlkampf, in dem wie in Wirklichkeit Milliarden von US-Dollar verschiedener Profiteure um den Markt- und Machtanteil der nächsten 4 oder 8 Jahre kämpfen.
Zwar wird der amtierende Präsident (ein fiktiver, nicht der etwa der jetzige, reale ohne Endauszählung der OHIO Stimmen gewählte) etwas sympathischer als sein Herausforderer dargestellt, doch letztlich erscheint mir auch dieser als mehr oder weniger inkompetent und unfähig, den skrupellosen Machtapparat halbwegs zur Verhinderung staatlicher Morde zu kontrollieren.
Der Herausforderer Senator Sedgewick Sexton attackiert besonders die verschwenderischen und uneffektiven Geldausgaben der NASA, deren häufige Pleiten und scheint mit diesem Wahlkampf kurz vor dem Ziel zu sein, den Umfragewerten vertrauend.
Doch sein Wahlkampf ist durch Kapitalgeber finanziert, die gerne selbst in das lukrative Weltraumgeschäft eintreten möchten. Die NASA soll sozusagen privatisiert werden.
Reizvoll wird dieses Duell dadurch, dass des Senators Tochter Rachel Sexton für den Aufklärungsdienst der USA arbeitet, also etwas verkürzt betrachtet für seinen Gegner.
Ihr Vater versucht vergeblich, sie abzuwerben. Doch da seine Tochter ihm indirekt den zu frühen Tod ihrer Mutter anlastet, seine scheinheilige Haltung und doppelte Moral nur zu gut kennt, lehnt sie sein Ansinnen ab. Doch auch der Präsident versucht, sie öffentlichkeitswirksam gegen seinen Kandidaten einzusetzen. Ehe Rachel Sexton es überhaupt begreift, steckt sie in einem unerbittlichen Machtkampf nicht nur der Präsidenten sondern auch verschiedener Machtgruppierungen, die vor diversen Morden mit High-Tech Mitteln des Staates nicht zurück schrecken.
Zunächst scheint noch alles halbwegs für sie, der eigentlichen Heldin des Romans, kontrollierbar und ihren eigenen moralischen, rechtlichen Ansprüchen entsprechend zu laufen. Doch sehr rasch muss sie erkennen, dass der sensationelle Fund eines Meteoriten mit Spuren eines biologischen außerirdischen Organismus nicht in Frage gestellt werden darf, auch nicht von ihrem Idol, dem Ozeanographen Michael Tolland. Als die ersten Zweifel auftauchen und ihre (un)heimlichen Beobachter merken, dass der Meteorfund platzen könnte, beginnt ein dramatischer Überlebenskampf der beteiligten Wissenschaftler.
Ich glaube ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage, dass eine Reihe von Opfern noch zu verzeichnen sind, mit zum Teil recht besonderen Todesursachen, bis zum Schluss doch das Gute siegt und der Michael Tolland unsere Heldin im Weißen Haus beglücken darf.
Mehr sei an dieser Stelle noch nicht verraten, andere wesentliche Figuren des Romans werde ich in der Wertung noch nachtragen.
■ ■ ■ Wertung ■ ■ ■
Das Buch liest sich recht schnell, einerseits wegen der durchgehenden Spannung, andererseits wegen der eher kürzeren Sätze, die zwar durchaus anschaulich, mit vielen Eigenschaften versehen sind, jedoch nie verschachtelt oder gar komplex aufgebaut sind.
Über die seelische Tiefe bzw. der Darstellung der unterschiedlichen Persönlichkeiten könnte man streiten. Mir erscheint sie ausreichend, nicht mehr und nicht weniger. Keine Zweidimensionalität wie in manchen Comic-Stories, aber sicher nicht vergleichbar mit Werken ausgezeichneter Literatur.
Der Schwerpunkt liegt eindeutig auf Handlung, die zuweilen Hohlbein ähnlich etwas zu viel wundersame Rettungen in aller, allerletzter Sekunde der noch benötigten Personen zulässt.
Trotzdem sind die Motive und Reaktionen der unterschiedlichen Hauptpersonen, hier insbesondere die Beraterin des amtierenden Präsidenten Marjorie Tench und die Beraterin seines Herausforderers Gabriele Ashe recht schlüssig und psychologisch glaubwürdig dargestellt.
An Einfallsreichtum mangelt es Dan Brown gewiss auch nicht, obwohl ich trotz seiner Hinweise zu Beginn des Romans auf die real existierenden im Buch beschriebenen Technologien weniger setzen würde als auf die Existenz einiger Schauplätze. Recherchiert hat Dan Brown sicherlich sehr ausführlich, doch wo die Wahrheit aufhört und die fiktive Dichtung beginnt, kann man nicht so besonders gut erkennen. Hier hoffe ich sogar, dass einige der beschriebenen Technologien ebenso fiktiv sind und bleiben wie beschriebene Machtinstrumente des Weißen Hauses.
Die Mischung, die Dan Brown dem Leser bietet, kann sich sehen lassen. Da haben wir diverse Aktualitätsbezüge, wissenschaftliche Ideen oder Utopien, Action mit dramatischen Abläufen, grausame Schicksalsschläge, zarte Liebesbande und eine nicht zu große Portion Sexgeschichten.
Die Auflösung des großen Bösewichts, der einer großen Idee zu liebe Menschen skrupellos opfert, erscheint mir allerdings doch nicht so stimmig und glaubhaft, sondern wirkt auf mich ähnlich wie die Auflösung im Roman Illuminati etwas konstruiert.
Trotz dieser Einschränkung erhält der Roman von mir vier Sterne mit Tendenz zum fünften.
Der Roman (635 Seiten) mit einem recht schön gestalteten Cover kann als Taschenbuch für 8,90 Euro neu, gebraucht schon ab 4,50 Euro über amazon.de versandkostenfrei geordert werden.
Nicht von ungefähr steht bei amazon.de das Buch an 18. Stelle der Verkaufsstatistik, wobei sich die durchschnittliche Kundenbewertung der amazon.de Käufer mit meiner durchaus deckt, auch hier 4 Sterne.
Wer spannende, ideenreiche Unterhaltung sucht, die leicht zu lesen und doch nicht trivial ist, dem kann ich nur nochmals diesen Roman wärmstens empfehlen. Viel Spaß beim Lesen.
73 Bewertungen, 16 Kommentare
-
06.11.2010, 11:00 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichund ein wunderschönes wochenende
-
05.02.2009, 12:17 Uhr von giselamaria
Bewertung: sehr hilfreichaaah das ist der andere Brown ;-) LG Gisela
-
04.02.2009, 09:02 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin klasse Bericht. LG
-
06.08.2008, 14:56 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichSoNnIgE mItTwOcHsGrUeSsE..aNjA
-
07.07.2008, 14:37 Uhr von try_or_die87
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße aus Regensburg
-
21.03.2008, 16:07 Uhr von mrwong
Bewertung: sehr hilfreichSh & LG Felix ;-)
-
26.10.2007, 01:49 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSH LG pet
-
13.05.2007, 16:52 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG Damaris
-
12.05.2007, 18:33 Uhr von hjid55
Bewertung: sehr hilfreichSh & lg Sarah
-
14.04.2007, 11:26 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
-
28.02.2007, 00:49 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan ;>))))
-
23.02.2007, 11:18 Uhr von campimo
Bewertung: sehr hilfreich╔╩╦╝ SH & LG ╔╩╦╝
-
25.10.2006, 23:27 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichHab ich auch gelesen und .. ähm.. von mir erhält der Roman 5 Sternchen und eine dicke, fette Empfehlung!!! *grins* .. Lieben Gruß, Marianne
-
21.03.2006, 01:19 Uhr von kakaue
Bewertung: sehr hilfreichsh lg chris
-
14.12.2004, 15:55 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichmein alter und nen kumpel ham das buch gelesen.....vatern fands doof...kumpel fands gut....ich glaub, ich lieg dazwischen....guter, schöner bericht! gruß hauke.......ich geh freitag aufs toten hosen konzert in braunschweig! und moin hab ich gebu
-
07.12.2004, 00:42 Uhr von PublicEnemy
Bewertung: sehr hilfreichDen Schluss von Illuminati fand ich nicht überraschend und konstruiert, sondern einfach nur lächerlich und unglaubwürdig! ;) Die Verfilmung ist ja geplant! Bin mal gespannt wie die das hinbiegen wollen! Meteor zieh ich mir dennoch mal rein!
Bewerten / Kommentar schreiben