Sakrileg (gebundene Ausgabe) / Dan Brown Testbericht

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Erfahrungsbericht von rider-of-apocalypse

Leonardo Da Vinci & Maria Magdalena

Pro:

s. Text

Kontra:

s. Text

Empfehlung:

Ja

Bereits vor einiger Zeit las ich den Roman ILLUMINATI von DAN BROWN, der mir, abgesehen von Schwächen im Schlußdrittel, auch sehr gut gefallen hat. Es dauerte nicht lange und ich kaufte (und las) auch den Roman METEOR dieses Autoren, der mir sogar besser gefiel als ILLUMINATI. So folgte vor noch nicht ganz so langer Zeit auch der Roman DIABOLUS (diesen empfand ich als etwas schwächer), so dass mir nur noch der erfolgreichste Roman des Autoren, SAKRILEG, fehlte.
Mein einige Tage zurückliegender Geburtstags bescherte mir unter anderem auch diesen Roman, den ich in der Zwischenzeit gelesen habe, so dass ich ihn nun zum Thema meines heutigen Beitrags mache.




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ALLGEMEINES
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Nachdem DAN BROWN vor einigen Jahren mit ILLUMINATI in Deutschland ein überraschender Erfolg gelang, fand im vergangenen Jahr auch sein Roman SAKRILEG (unter dem Originaltitel THE DA VINCI CODE im Jahre 2003 veröffentlicht) den weg in die deutschen Buchhandlungen und SAKRILEG konnte den Erfolg von ILLUMINATI noch übertreffen; Seit Erscheinen findet sich der Roman auf einem der vordersten Plätze in den Bestsellerlisten.
Bis heute ist SAKRILEG nur als gebundene Ausgabe erhältlich, die für 19,90 € in nahezu jeder Buchhandlung vorrätig sein sollte (die Käuferin meiner Ausgabe erzählte mir übrigens, der Roman wäre in „ihrer“ Buchhandlung aus der Auslage entfernt worden (aus Anlass des Papsttodes in Verbindung mit der nicht allzu positiven Darstellung der katholischen Kirche ?)).
In der Zwischenzeit existiert auch eine illustrierte (ebenfalls gebundene) Ausgabe (natürlich zu einem etwas höheren Preis) des Romans und als Hörbuch ist SAKRILEG bereits seit längerer Zeit erhältlich.
Der Einband ist in schwarz gehalten und zeigt neben Schriftzügen für Autor und Titel die in rot gehaltene Abbildung einer eingestürzten Säule über der ein Kreuz an einer Kette liegt, in den Innenseiten finden sich jeweils Auszüge aus den Stadtplänen von Paris und London, aus denen die Orte der Handlung ersichtlich sind.
In der letzten Zeit habe ich vermehrt gelesen, dass wohl auch eine Verfilmung dieses Romans geplant ist (oder bereits begonnen hat), in der Tom Hanks eine Hauptrolle (also wohl die Rolle des Robert Langdon) spielen soll.
Im Internet ist der Autor übrigens unter www.dan-brown.de vertreten.

Titel: Sakrileg
Originaltitel: The Da Vinci Code
Autor: Dan Brown
Jahr: 2003
Jahr (deutsche Ausgabe): 2004
Verlag (deutsche Ausgabe): Gustav Lübbe Verlag
ISBN: 3-7857-2152-8
Seitenzahl: 605




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INHALT
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Im Louvre wird die Leiche des Museumsleiters Jaques Sauniere gefunden. Dabei liegt die Leiche in der Position der Verhältnismäßigkeitsstudie Leonardo Da Vincis auf dem Boden des Louvres und neben einigen rätselhaften Sätzen hat Sauniere vor seinem Tod auch den Satz „Robert Langdon finden“ auf seinen Körper geschrieben.
Robert Langdon, Historiker und Experte für religiöse Symbolik, hält sich zur Zeit in Paris auf und hatte auch ein Treffen mit Sauniere geplant, so dass die Pariser Polizei in Gestalt des Kommissars Fache in Robert Langdon schnell einen Hauptverdächtigen sieht.
Noch im Louvre trifft Robert Langdon auf die im Dienste der Polizei stehende Kryptologin Sophie Neveus, die sich als Enkelin des ermordeten Museumsdirektor entpuppt, und gemeinsam entdecken die beiden in Werken Leonardo Da Vincis weitere rätselhafte Hinweise. Auch entdecken die beiden einen Schlüssel in Form eines Kreuzes, den das Wappen des Prieuré de Sion, einem seit Jahrhunderten bestehenden Geheimbind, dem auch Leonardo Da Vinci, Issac Newton und andre angehörten und der als „Hüter des heiligen Grals“ gilt, ziert.
Jaques Sauniere war offensichtlich das Oberhaupt dieses Geheimbundes und auch die drei übrigen Toten gehörten zur Führungsriege des Prieuré de Sion. Da lediglich die Führungsriege des Prieuré de Sion das Versteck des heiligen Grals kennt, vermutet Robert Langdon, dass Jaques Sauniere seine Enkelin in dieses Geheimnis einweihen wollte um den Gral auch weiterhin zu schützen.
Bevor Fache, der dringend einen Fahndungserfolg benötigt, Langdon vorläufig festnehmen kann, gelingt Robert Langdon mit Hilfe von Sophie Neveus die Flucht und gemeinsam beginnen sie, die Herkunft des Schlüssels zu erkunden.
Dieser paßt, wie die beiden recht schnell erfahren, zu einem Bankschließfach, in dem sie eine Kryptex entdecken, die sich nur durch ein Kennwort öffnen läßt und die vermutlich Hinweise auf den so genannten Schlußstein, der das Versteck des heiligen Grals enthält, beinhaltet.
Schutz vor der Polizei erhoffen sich die beiden von Teabing, einem reichen Engländer, der in der Nähe von Paris lebt und sein Leben der Suche nach dem Gral gewidmet hat. Dort angekommen erfährt Sophie Neveus erstmals von der Theorie, dass es sich beim heiligen Gral nicht um einen Kelch handelt, sondern sowohl um den Leichnam Maria Magdalenas sowie Unterlagen, die beweisen, das Jesus und Maria Magdalena ein gemeinsames Kind gezeugt haben dessen letzte Nachkommen die Merowinger sind.
Zu dritt gelingt es weitere Rätsel um die Kryptex zu entschlüsseln und so folgen Langdon, Teabing und Neveus den Spuren, die sie nach London führen.
Allerdings sind nicht nur Teabing, Robert Langdon und Sophie Neveus auf der Suche nach dem heiligen Gral, der ultrakonservative katholische Orden Opus Die hat, natürlich aus anderen Motiven, ein ebensolches Interesse am heiligen Gral ...




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ANMERKUNGEN
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Wie bereits mit ILLUMINATI, so schuf DAN BROWN auch mit SAKRILEG wieder einen Thriller, in dem ein Wissenschaftler (in beiden Romanen Robert Langdon) zufällig in eine Geschichte um Religion und Geheimbünde gerät und innerhalb dieser zum (mehr oder weniger) unfreiwilligen Helden wird. Diese Geschichte erzählt DAN BROWN dabei in einer ebenso temporeichen wie spannenden Form, die den Leser (jedenfalls ging es mir so) von der ersten Seite an fesselt und diese Spannung auch schnell weiter ausbaut, so dass sich der Roman kontinuierlich steigert, ohne dabei auch nur auf einer einzigen Seite zu langweilen. In SAKRILEG kommt DAN BROWN dabei auch ohne übertriebene Szenarien/Handlungen aus, die mich in ILLUMINATI und DIABOLUS ein wenig störten. Ein kleinerer Schwachpunkt aus ILLUMINATI fand aber auch den Weg in SAKRILEG, nämlich der Hauptakteur Robert Langdon. Abgesehen davon, dass er nur wenige Monate nach dem spektakulären Ausgang aus ILLUMINATI erneut rein zufällig in ein derartiges Abenteuer stolpert, bleibt er für mein Empfinden auch fast nur eine „billige Indiana-Jones Kopie“ und wirkt auf mich nie so 100%ig glaubwürdig.
Selbst wissenschaftliche/historische Fakten vermag der Autor in einer Form zu schildern, die weder langweilt, noch dozierend wirkt und die insgesamt durchaus zum Gelingen des Romans beiträgt.
Was einen nicht unerheblichen Reiz des Romans ausmacht, ist die Verbindung realer Organisationen (sowohl die Prieuré de Sion, als auch Opus Die sind real existent), Orte (die beschriebenen Schauplätze sind ebenfalls real) und Theorien, die in allen Fällen hervorragend recherchiert wirken, mit einer fiktiven Geschichte, die so durchaus glaubwürdig und nachvollziehbar wirkt. Darüber hinaus schaffte es DAN BROWN aber auch, dem Leser mit seinen Ausführungen durchaus interessante Informationen über die Geschichte der Tempelritter und ähnliches zu vermitteln.
Bei einer Theorie wie in SAKRILEG (gemeinsames Kind von Jesus und Maria Magdalena) sollte sich auch die Frage stellen, in wie weit man eine derartige Erkenntnis publik machen sollte. Geht hier die Wissenschaft über den Glauben von Millionen Menschen ? Für zahlreiche Menschen ist ihr Glaube der einzige Halt, der ihnen genommen werden würde und erfreulicherweise nimmt sich DAN BROWN in seinem Roman auch dieser Frage in einer angemessenen Form an.
Der heilige Gral an sich übt natürlich ebenfalls eine gewisse, nicht unerhebliche Faszination aus und DAN BROWN vermochte es auch, diese Thematik glaubwürdig zu behandeln, ohne sie dabei zu entmystifizieren und erfreulicherweise konnte mich dieses mal auch der Ausgang/das Ende der Geschichte (im Gegensatz zu ILLUMINATI und DIABOLUS) voll überzeugen.
Fasziniert haben mich übrigens auch Ausführungen über die Zahl „Phi“, die sich beim Ausprobieren tatsächlich weitgehend bestätigt haben und die mir bisher absolut unbekannt waren.
Wie in ILLUMINATI ist es auch in SAKRILEG wieder der Historiker Robert Langdon, der mehr oder weniger zufällig in ein „Abenteuer“ mit mehr oder weniger religiösem Hintergrund stolpert und es finden sich zahlreiche weitere Parallelen zum Roman ILLUMINATI. Auch SAKRILEG thematisiert einen alten, real existierenden Geheimbund, dem große Wissenschaftler der Vergangenheit angehörten und der Differenzen mit der katholischen Kirche pflegt (in ILLUMINATI waren es die Illuminaten, hier der Prieuré de Sion), weite Teile der Story erinnern an eine Schnitzeljagd (in ILLUMINATI führte diese durch Rom, hier durch London), ...
Über diese Parallelen kann man nun geteilter Meinung sein. So werden sicher einige Kritiker beanstanden, aufgrund des gleichen/sehr ähnlichen Schemas reiche es, einen Roman des Autoren zu lesen, andere werden sich an dem wiedererkennbaren Stil des Autoren erfreuen. Eine sehr erfreuliche Parallele zu den übrigen Romanen des Autors ist aber auch der sehr angenehm zu lesende Stil DAN BROWNS, der mit einer verständlichen Sprache schreibt und es dem Leser so ermöglicht, sich in die Story hineinzuversetzen. Nimmt man zu dem flüssigen Schreibstils noch die Unterteilung der knapp über 600 Seiten des Romans in 105 sinnvolle und logisch gewählte Kapitel, so sollte es jedem Leser möglich sein, dem Storyverlauf jederzeit problemlos zu folgen.
Die Vorliebe für die Thematiken der Romane dieses Autoren wird dabei übrigens verständlicher, wenn man die Hintergründe des Autoren näher betrachtet. So ist DAN BROWN Sohn eines Professors für Mathematik und einer Kirchenmusikerin und ist also schon früh mit Religion und Wissenschaft in (engere) Berührung gekommen, so dass es nicht verwundert, dass sich Religion (ILLUMINATI und SAKRILEG) sowie Mathematik (in Form der Kryptographie in seinem Romandebüt DIABOLUS, aber auch in Ansätzen in den beiden genannten Romanen) in seinen Romanen wiederfindet (hier stellt der Roman METEOR wohl eine kleinere Ausnahme dar).




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LESEPROBE
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Aus Kapitel 28:

...
Langdon betrachtete staunend die sechs Wörter, die auf der Plexiglasscheibe aufleuchteten. Der Text, der einen zackigen Schatten auf das rätselhafte Lächeln der Mona Lisa warf, schien im leeren Raum zu schweben.
„Die Bruderschaft ....“, flüsterte Langdon. „Hier haben wir den Beweis, dass ihr Großvater dazugehörte.“
Sophie blickte Langdon fassungslos an. „Sie können diesen Text verstehen ?“
„Ja, und er läßt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig.“ Sagte Langdon. Seine Gedanken kreisten. „Wir haben hier eine Proklamation des fundamentalsten Gedankenguts der Prieré de Sion vor uns.“
Verwirrt betrachtete Sophie die auch diesmal in Englisch geschriebene Botschaft, die quer über dem Gesicht der Mona Lisa geisterhaft schimmerte.

So Dark The Con Of Man

„Sophie“, sagte Langdon eindringlich, „Ihr Großvater beklagt hier das dunkle Kapitel des Betrugs an der Menschheit. Die Prieuré de Sion sorgt für die ununterbrochene Fortführung der uralten Tradition der Verehrung des göttlich Weiblichen. Sie wirft der katholischen Kirche vor, die Welt betrogen zu haben, indem sie zugunsten des Männlichen verleumderische Unwahrheiten über das Weibliche verbreitet hat.“
Stumm betrachtete Sophie die Zeile.
...

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FAZIT
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So ganz kann ich die allgemeine Begeisterung für den Roman SAKRILEG von DAN BROWN nicht nachvollziehen. Zwar hat auch mir der Roman durchaus recht gut gefallen. Begeistern, wie beispielsweise der Roman DER SCHWARM von FRANK SCHÄTZING, konnte mich SAKRILEG aufgrund der dargestellten Mängel allerdings nicht und so spreche ich hier zwar eine Empfehlung aus, urteile aber lediglich mit einem soliden GUT !

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