Bruce Allmächtig (VHS) Testbericht

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Erfahrungsbericht von negelchen

einfach göttlich !?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Daten:
****
Titel: Bruce Allmächtig
Originaltitel: Bruce Almighty
Gedreht: 2003 in den USA
Regie: Tom Shadyac
Produzenten: James D. Brubaker, Michael Bostick
Drehbuch: Steve Koren, Morgan Freeman, Jennifer Aniston, Steve Odekerk, Mark O\'Keefe
Kamera: Dean Semler
Schnitt: Scott Hill
Spezialeffekte: David Kelsey
Ausstattung: Linda DeScenna
Filmmusik: John Debney
Genre: Komödie
Kinostart Deutschland: 12.06.2003
Kinostart USA: 23.05.2003
Länge (min): 110
FSK: 6

Schauspieler:
*********
Jim Carrey: Bruce Nolan
Jennifer Aniston: Grace
Morgan Freeman: Gott
Lisa Ann Walter : Debbie
Philip Baker Hall : Jack Keller
Chatherine Bell : Susan Ortego
Steve Carell : Evan Bexter
Nora Dunn : Ally Loman

Inhalt:
****
Eigentlich ist sein Leben gar nicht so schlecht, er hat eine wunderschöne Freundin ( Grace = gespielt von Jennifer Aniston) , die ihn über alles liebt, hat einen guten Job (Moderator), schafft es andere Menschen zum Lachen zu bringen und wird eigentlich von allen gemocht. Und trotzdem ist Bruce Nolan (Jim Carrey) alles andere als zufrieden.

Diese guten Dinge in seinem Leben scheint er nicht mehr wahrzunehmen, sondern nur noch die „Missgeschicke“, die sich nun in seinem Leben häufen. Immer größer werden seine Enttäuschung und Unzufriedenheit, die sich zu Wut gegen Gott (Morgan Freeman) entwickeln. Bis dieser schließlich darauf reagiert, indem er Bruce zu sich holt und ihm seine Macht überträgt.

Erst total verwirrt und durcheinander beginnt dieser sich schnell mit seinen neuen Kräften anzufreunden. Da er aber nur damit beschäftigt ist, sein eigenes Leben wieder in Ordnung zu bringen, erscheint Gott wieder um ihm mitzuteilen, dass er mit seinen Fähigkeiten weniger egoistisch umgehen soll. Und schnell merkt Bruce, dass es nicht so einfach ist, soviel Macht zu besitzen...

Meinung:
******
Nach „Ace Ventura“ und „Der Dummschwätzer“ ist es der dritte Film, in den Tom Shadyak mit Jim Carrey zusammen gearbeitet hat und wie ich finde, der beste (was bei den beiden anderen Filmen auch keine Kunst ist ;o) ).

„Bruce Allmächtig“ lebt auch wieder von Jim Carreys Mimik und Gestik. Der Film scheint wirklich auf ihn zugeschnitten zu sein. Also wer J.C. sowieso nicht mag, bzw. seine Komödien, der wird bei dem Film keinen Spaß haben..

Der Film ist nicht besonders neu und einzigartig, aber in seinem Genre (Komödie) schon sehr gut, wie ich finde, denn der Humor kommt wirklich nicht zu kurz. Es sind zwar Szenen dabei, die der ein oder andere nicht wirklich lustig findet, aber bei manch anderen kann man einfach nicht anders und muss lachen.

Trotzdem weiß ich nicht, ob die FSK mit 6 so richtig gewählt ist. Nach meiner Meinung würden die Kleineren die meisten Witze gar nicht wirklich verstehen und so könnte ich persönlich erst eine Empfehlung ab 12 aussprechen. Wobei man natürlich auch mit Kindern ab 6 reingehen könnte, da keine Gewaltszenen etc. enthalten sind.

In dem Film gibt es natürlich einige Special effects, was bei der Story ja wohl schon fast selbstverständlich ist ;o). Trotzdem ist der Film damit nicht „vollgestopft“, was ich persönlich sehr gut finde. Denn in einigen anderen Filmen (vor allem den Verfilmungen von Comics, die es in letzter Zeit so viel gibt) machen diese Effekte für mich schon einen viel zu großen Teil aus, der von der Handlung ablenkt. Aber hier sind diese Szenen nicht übertrieben, sondern richtig gut gemacht und auf die Schauspieler abgestimmt.

Als richtig gute Idee empfind ich die Umsetzung von Gott.. denn Gott ist schwarz, trägt einen weißen Anzug mit schwarzen Lackschuhen und arbeitet in einer leeren Fabrikhalle. Okay, war ja auch ziemlich einfach umzusetzen. Aber gerade diese schlichte Umsetzung find ich gut und weicht ab, von der Gott-im-Himmel Vorstellung...

Die Story ist auch bei diesem Film nicht wirklich das wesentliche. Es wird mehr Wert auf die Witze gelegt. Aber im Gegensatz zu manch anderen Komödien, kommt es hier nicht nur zu einer sinnlosen Aneinanderreihung von Gags, sondern eine (wenn auch manchmal etwas flache) Handlung verbindet alles.

Dann.. das Ende.. wirklich etwas ungewöhnlich für eine Komödie, indem plötzlich ein religiöser Tiefgang geboten wird. Denn unerwarteter Weise, wird dann versucht die (schon fast kitschige) Botschaft „Sei selbst das Wunder“ und nimm dein Leben selbst in die Hand übermittelt. Typisch amerikanisch eben.. nur damit’s nicht zu moralisch wird, ist das alles natürlich schön hinter noch ein paar Gags (zum ende werden die echt weniger) versteckt..


Deutung:
******
Ich hätte ja nie gedacht, dass ich noch in irgendeinem Filmbericht mal anfangen würde zu deuten.. und dann noch bei ´ner Komödie.. und dann noch eine, wo Jim Carrey die Hauptrolle spielt *g*. Aber irgendwie muss ich doch mal ;o).

Zu aller erst, wie schon einmal oben geschrieben, find ich die Darstellung des Gottes sehr gut (und Morgan Freeman ist wirklich klasse in seiner Rolle). Gott schaut nicht erhaben auf die Menschen hinab, sondern ist mitten unter ihnen (Wobei man besonders auf das Ende achten sollte). Und auch seine ganze Art, sein Humor einfach alles ist menschlich.

Aber besonders gelungen ist, dass Gott in der leeren Fabrik die Rolle des Elektrikers und der Putzfrau (was ist die männliche Form davon?) übernimmt. Dadurch soll er noch einmal den Menschen etwas näher gerückt werden und auch die eigentliche Botschaft des Filmes verstärkt werden: „Nimm dein Leben selbst in die Hand“.

Obwohl Bruce von Gott große Macht bekommt, kann er doch eines nicht: Den freien Willen der Menschen beeinflussen. Somit soll jeder die Verantwortung in seinem Leben selbst übernehmen, anstatt anderen die Schuld an Sachen zu geben, die grade nicht wie gewünscht laufen.

Irgendwie alles ziemlich typisch amerikanisch, oder? Genauso geht’s auch weiter, nämlich mit der Message, dass Gott nicht alle Gebete erhören bzw. alle Wünsche erfüllen kann (da sonst das Gleichgewicht der Welt zerstört wird), aber trotzdem für die Menschen da ist. Deshalb kommt es zum Schluss auch zu der Aussage: „Sei selbst das Wunder!“. Überlasst euer Leben nicht dem Schicksal, sondern benutzt euren freien Willen. Frei nach dem Motto: „actio nicht reactio“.

Schauspieler:
*********

Jim Carrey als Bruce Nolan :
Wie schon gesagt, war diese Rolle auch wieder maßgeschneidert für ihn. Ich glaub kein andere (außer Eddy Murphy *g) hätte „Bruce“ so gut spielen können. Allein schon seine Mimik und Gestik hat einen oft zum lachen gebracht. Wobei mir aber aufgefallen ist, dass seine Grimassen einen ziemlich an den „Grinch“ erinnert haben. In der Rolle hatte er zwar eine grüße Maske auf, aber trotzdem hab ich den, auf der Schneeflocke lebenden, griesgrämigen Weihnachtshasser den Film über ständig vor Augen gehabt. Aber zurück zu diesem Film: Manchmal hat der gute Herr Carrey zwar echt übertrieben, aber irgendwie kann man ihm das gar nicht negativ ankreiden, denn sonst hätte man nicht so viel lachen können/dürfen :o).

Jennifer Aniston als Grace:
Den meisten dürfte sie aus Friends oder als Ehefrau von Brad Pitt ein Begriff sein. Irgendwie fand ich ihre Rolle leicht enttäuschend. Was aber nicht an ihrem schauspielerischen Talent liegt, denn das besitzt sie ohne Frage. Aber die Figur der Grace war nicht wirklich fordernd, sie war weder witzig noch ironisch oder sonst in irgendeiner Form herausragend. Sie war nur einfach die Frau an der Seite von Bruce Nolan...

Morgan Freeman als Gott:
Einfach nur grandios, der Mann! Ich halte ihn eh für einen sehr guten Schauspieler und auch in diesem Film konnte er mich wieder voll und ganz überzeugend. Er stellte den Gott wirklich hervorragend dar. Sowohl kühl, allwissend und geduldig als auch liebenswert und gutherzig. Ich denke, dass diese Rolle von keinem hätte besser gespielt werden können.




Fazit:
***
Ein wirklich empfehlenswerter Film, der mich in allen Punkten begeistert hat. Das einzige, was ich wirklich schade finde, ist, dass wie bei den meisten anderen Filmen auch, hier schon fast die ganzen witzigen Szenen in der Vorschau vorweg genommen wurden. Aber trotzdem kann ich nur empfehlen, sich den Film anzuschauen...

33 Bewertungen, 2 Kommentare

  • kitti

    02.09.2004, 23:35 Uhr von kitti
    Bewertung: sehr hilfreich

    das ist wirklich sehr sehr gut geschrieben und hilfreich, bis jetzt hatte ich ja nicht vor mir den film anzusehen aber irgendwie denk ich werd ichs jez doch machen, denn du hast es geschafft ihn mir schmackhaft zu machen ;) glg kitti

  • rengert

    01.09.2004, 23:58 Uhr von rengert
    Bewertung: sehr hilfreich

    Den Film muss ich mir unbedingt mal wieder ansehen. Gruß Thomas