Der Glöckner von Notre Dame (1996) (DVD) Testbericht

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ab 6,44
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Erfahrungsbericht von starfax

Disneys häßlicher Held

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Lang, sehr lang ists her, da war ich im Kino, um mir das neueste Disney - Produkt, genannt „Der Glöckner von Notre Dame\" anzuschauen. Inzwischen habe ich es wieder gesehen und wieder und immer wieder (auf Video) und nun schreibe ich auch noch einen Bericht darüber...wert ist er es allemal!

DIE STORY-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Vor langen Jahren hat Richter Frollo, unermüdlich im Dienst der Bigotterie und der Durchsetzung (seiner) moralischen Ansichten im Paris des Mittelalters, den Tod einer Zigeunerin verschuldet, die er fälschlicherweise des Diebstahls bezichtigt hatte. Zur Sühne (und in der Hoffnung, sich einen willfährigen Handlanger heranzuziehen), nimmt er deren mißgestalteten Säugling auf - nicht bei sich, sondern im Glockenturm von Notre Dame, wo er ihn heimlich aufwachsen läßt.
Jahre später ist daraus der bucklige Glöckner Quasimodo geworden, der einsam (seine einzigen Freunde sind drei Wasserspeier) sein karges Dasein fristet und von nichts anderem träumt, als einmal aus der Kirche zu kommen und das wahre Leben kennenzulernen.
Als sich diesmal wieder einmal das alljährliche „Fest der Narren\" vorbereitet, hält er es nicht mehr aus und stiehlt sich heimlich unter die Besucher - sein Gesicht fällt unter den vielen häßlichen Masken ja nicht auf, denkt er, aber falsch gedacht - es wird sogar zur besten Maske gekürt. Als aber herauskommt, daß es keine Maske ist, ist das Erschrecken unter den Besuchern zunächst groß, dann aber hagelt der Spott in Form von faulem Gemüse auf Quasimodo ein. Er wird gefesselt und gedemütigt. Sein Ziehvater Frollo, als unfreiwilliger Schirmherr anwesend, läßt keinen Rettungsversuch zu - der ungehorsame Sohn soll ruhig seine Lektion lernen.
Erst die schöne Zigeunerin Esmeralda wagt es, das grausame Treiben zu beenden, zieht sich aber damit die Feindschaft (und das Verlangen) Frollos zu, der von da an, getrieben von seinen Gewissensqualen, die Stadt tyrannisiert, immer auf der Jagd nach Zigeunern, die ihn zu Esmeralda führen könnten.
Selbst von Esmeraldas Schönheit und Wagemut fasziniert, verweigert ihm Phoebus, bis dahin Befehlshaber der Stadtwache, die Gefolgschaft und muß fliehen.
Schwer verwundet, bringt ihn Esmeralda zu Quasimodo, der darüber gar nicht erfreut ist, verehrt er doch schließlich selber Esmeralda. Dennoch verbündet er sich schließlich mit Phoebus, um die Stadt und Esmeralda vor Frollos Schergen zu retten...

DER FILM-------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Endlich wieder ein „ernsteres\" Werk von Disney - war mein Stoßseufzer damals. Denn sicher richten sich die meisten Disney - Filme an Kinder, totzdem finde ich es schön, wenn auch ernste Elemente Eingang finden und gerade der „Glöckner\" strotzt davon.
Insgesamt ist die Grundstimmung trotz viel disneytypischern Schabernacks und der musicalähnlichen Songs eher düster und schwer, was mir diesen Film schon sehr erwachsen vorkommen läßt.
Es beginnt schon mit dem Tod der Zigeunerin - die bislang drastischste Weise, auf die ein Mensch in einem Disneyfilm stirbt - , geht weiter in den von Andacht oder Dunkelheit bestimmten Szenen in der Kirche, mit der Höllenszene des Richters (kolossal gestaltet!) und im großen Stadtbrand, der ein bedrohliches Rot in den Nachthimmel zeichnet. Schließlich stürzen Glutmassen von den Dächern der Kirche, ein sehr eindrucksvolles Bild.
Seelenqualen, Moral, Apokalypse - ganz schön schwerer Stoff, der da in einen Kinderfilm Eingang findet, untermalt von der sakral mit vielen Chören daherkommenden Musik von Alan Menken (bis dato Disneys Stammmusiker).
Ein bißchen unausgewogen und nicht immer ganz geschmackssicher wirkt der Film auch noch - wenn der arme Glöckner in seinem Musical - Anfall singt, daß er einmal die Welt draußen sehen will und dabei in schönster Errol Flynn - Manier eine Regenrinne in luftigen Höhen entlangrutscht, wirkt das eher ein wenig lächerlich - der Wunsch, mit spektakulären Kamerafahrten zu protzen wird überdeutlich.
Überhaupt tauchen immer wieder „Statisten\" auf, die ganz gleichmäßig wie Roboter durch die Kulisse stapfen - zum Schluß sogar ganze Volksmassen fast in Reih und Glied - zuviel computergenerierte Technik erschlägt auch manchmal die Geschichte, das müssen die Disney - Leute noch lernen - der alte Walt hätte das nie durchgehen lassen, bei ihm war die Technik immer nur Mittel, nie Selbstzweck.
Nun, sei es wie es sei, die Geschichte macht Spaß. Die Figuren sind sympathisch (allen voran die drei Wasserspeier), der Böse herrlich abgrundtief böse (freilich ohne es selbst zu merken) und ansonsten ist der Film bunt und trägt auch noch ein moralisches Anliegen vor:
Grenze niemanden aus, der anders ist als du.
Ein Manko aber noch zum Schluß:
So gut die Musik ist, so unangenehm sind manche Lieder - so das bereits erwähnte, schmalzige Glöckner - Lied oder das tränentriefende Lied, das Esmeralda in der Kirche singen wird...
Aber gut, das ist eine Gschmacksfrage. Wers mag...
Synchronisiert übrigens unter anderem von Carin C. Tietze („Echte Kerle\") .- Esmeralda
und Klausjürgen Wussow - Frollo.

FAZIT------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Schwere Thematik = nicht für alle Kinder freigegeben (erst ab 6!). Ansonsten gute Unterhaltung im alten Disney - Stil (ähnlich etwa der „Schönen und dem Biest\" - auch etwas düsterer übrigens).
Teilweise wirklich tolle Bilder und die Musik ist gigantisch. Lohnt sich!

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