By the Way - Red Hot Chili Peppers Testbericht
ab 5,87 €
Billiger bei eBay?
Bei Amazon bestellen
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
Summe aller Bewertungen
- Cover-Design:
- Klangqualität:
Erfahrungsbericht von Sileas
Alt und Milde?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
-Standing in line to see the show tonight…- So beginnt es, das neue, Red Hot Chili Peppers Album, und jeder hat darauf gewartet. Also soll die Show beginnen...
Die Kritiker lieben es, doch das ist kommerziell gesehen nicht gerade ein Erfolgsrezept.
Mit -Californication- schafften die Peppers den Sprung von zwar legendären, aber fast vergessenen (Ex-)Junkies zu neuen Superstars und den Machern eines Albums des Jahres. Jeder liebte sie, die Singles -Around The World-, -Road Trippin- und vor allem -Californication- schafften es auf die Playlisten von Radiosendern, die bisher nicht mal die Existenz der Band kannten. Das Album schaffte es, Millionen neue Fans zu bringen, ohne die Alten zu vergraulen.
Wie reagiert man auf solchen Erfolg? Schon -Under the Bridge- hatte die Band lange zuvor bekannt gemacht und erinnert zugleich an eine der unglücklichsten Bandzeiten mit Drogensucht und Ausweglosigkeit.
Doch diesmal hat die Band es geschafft: -By the Way- heißt das neue Werk und beschreitet ganz neue Wege. Das darin sowohl seine Stärken als auch Schwächen liegen, liegt auf der Hand.
Nicht mehr der ehemals bestimmende Funk sticht jetzt heraus, es wird experimentiert, Sänger Anthony Kiedis hat hörbar Gesangsunterricht genommen, der geläuterte John Frusciante beweist einmal mehr, dass er seinen Ruf, einer der besten Gitarristen zur Zeit zu sein, zu Recht hat, und nur der so typische, dominante Bass Fleas ist eine feststehende Größe. Da ich von Drums nicht allzu viel verstehe, kann ich zu Chad Smith’s Schlagzeugkünsten leider nichts sagen.
Keyboards spielen eine neue Rolle, genau wie Streicher und Chöre, klänge, an die man sich durchaus erst gewöhnen muss und die nicht unbedingt auf diesem Album erwartet wurden.
Offensichtlich scheint nur, dass bei dieser Band jeder ein Experte an seinem Instrument ist, auch die Rhythmussektion nicht nur ein Zubehör, sondern ein elementarer Teil des Chili Peppers Stiles ist. Und das es sich bei -By the Way- um ein Werk einer Band handelt, ist nicht zu überhören. 16 Stücke befinden sich auf der Platte und gerade die Gewagteren stechen heraus und geben dem Ganzen einen eigenen Charakter. Leider sind auch einige Stück dabei, die eher wie eine Art Füllmittel wirken, um die Platte vollzubekommen, und die man sich angesichts der Länge des Albums auch hätte sparen können.
Die erste Single und Titeltrack -By the Way- eröffnet das Album, und es hätte auch kaum ein passenderes Stück geben können. Eher traditionell im Peppers Sinn, mit einem sanften Anfang und einem so typischen fast gerappten Mittelteil, einem starken Bassist ist es ein Stück, das nicht zu Unrecht den Erfolg des Albums vorausgesetzt hat, und Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger von -Californication- machte.
-Throw away your television-,-Can’t Stop- und zu einem Gewissen Grade auch -Minor Thing- schließen sich dieser Tradition an, Partystücke, mit einer glasklaren Gitarre, einem rumpelnden, dominanten Bass und einem abgehakten Sprechgesang im Zwischenteil, wobei -Can’t Stop- wohl das Beste der Stücke ist.
-Universally Speaking-, das zweite Stück der Platte ist da schon anders. Nicht wirklich etwas Besonderes, klingt ein bisschen unprofessionell, vor allem bei den Hintergrundchören kann ich mir richtig Onkel und Tante auf dem Familienfest vorstellen...
Auch die neue Single -The Zephyr Song-, -Warm Tape- und -Venice Queen- gehören in die gleiche Kategorie, man wartet die ganze Zeit, dass irgendwas passiert, aber irgendwie bleiben die Stücke ein bisschen nichtssagend, nicht wirklich schlecht, nicht wirklich gut, nicht schnell, nicht langsam, irgendwo in der Mitte verlorengegangen. Irgendwo fehlt das Gewisse Etwas, das einen Song ausmacht, die Stücke wirken beliebig und austauschbar.
Mit -This is the Place- und -Dozed- beginnt eine neue Kategorie. Zwar eher ruhig, aber ungleich kraftvoller, eine Energie ist hinter dem treibendem Bass und der nervösen Gitarre zu merken, wie bei einem Rennpferd vor dem Rennen, irgendwas muss raus und kann nicht. Leider bleibt es dabei auch ein bisschen, der Knall kommt nicht so richtig, aber trotzdem sind die Stücke nicht schlecht.
-Don’t Forget Me- wird noch ruhiger, ein Stück bei dem Frusciante seine Gitarrenkunst zeigt, ruhig, aber schön, mit einer Lautstärkensteigerung, die dem Ganzen ein bisschen mehr Substanz gibt.
-I Could Die For You- ist da noch konsequenter, ein weiteres Liebeslied neu, und trotzdem irgendwie noch im alten Peppers Stil, ein Tonartwechsel im Zwischenspiel weckt den eingelullten Hörer wieder auf und rettet den etwas einfallslosen Refrain.
Das nächste Stück, das hierzu passt ist das von Klaviertönen, die allerdings ein bisschen nach Etüde klingen, und Ahhh-und-Ohhhh-Chören dominierte -Tear-. Wunderschön an diesem Song ist das Gitarrenzwischenspiel, das so klar und rein ist, wie Wassertropfen an einem Wasserfall, und das leider viel zu kurz ist. So Gitarre spielen zu können...Dann werden noch mal alle Register gezogen, sogar eine Trompete wird noch von irgendwo ausgegraben, und irgendwie fällt gerade zum Refrain nur noch der schöne Satz -weniger ist manchmal mehr- ein.
So, übrig bleiben die drei Stücke der Platte, die man nicht wirklich in eine Kategorie packen kann. Das Erste hiervon, -Midnight- fällt vor allem durch seinen Anfang auf, der bestimmt einige Fans verschreckt hat. Die Streicher setzen ein! Spätestens da wird auch dem letzten klar sein, dass es sich um eine völlig andere Platte handelt, als -Californication-. Ich finde, es entwickelt sich letztendlich zu einem der besten Stück der Platte, zum Glück hören die Streicher sofort wieder auf und ein wundervoll atmosphärisches Stück beginnt, und der Refrain ist einfach toll (und von den Streichern keine Spur...). Eher eine Rockballade, als ein Funk Stück.
Jetzt wird aber noch seltsamer. -Cabron- bringt den Salsa ins Haus! Uns wer’s nicht glaubt, der muss sich die Platte allein schon deswegen anhören. Wer weiß, vielleicht kommt der Sommerhit nächstes Jahr von den Chilis? Das sie das Potenzial dazu haben, zeigt das Stück eindeutig, auch wenn es glaube ich Geschmacksache ist, ob man es mag, oder nicht. Ricky Martin zieht dich warm an...
Und last but not least auch noch mein absolutes Lieblingsstück der CD: -On Mercury-. Auch dieses nicht unbedingt ein typisches Chili Peppers Stück, klingt eher nach No Doubt, als sie noch Ska spielten. Das Stück hat Chili, es hat Pfeffer und zeigt eindeutig das Können der Musiker und die Fähigkeit, auch mal ganz andere Stücke zu schreiben und trotzdem wirklich gut zu sein. Ein furchtbarer Ohrwurm, aber ausnahmsweise mal im positiven Sinn.
Insgesamt handelt es sich bei -By the Way- um eine zwar etwas durchwachsene aber im Allgemeinen gute Platte, die auch am Stück hörbar ist, auch wenn sie Schwachstellen hat. Es ist kein wirklich schlechtes Stück darauf, nur ein paar Mittelmäßige, die angesichts des Könnens der Band eher enttäuschen. Der Anspruch an das Album war nach -Californication- sehr hoch, und hatte die Band einfach so weitergemacht, wie sie aufgehört hatte, wäre es weitgehend enttäuschender gewesen, auch wenn -By the Way- nicht ganz anschließen kann.
Immerhin mit dem kommerziellen Erfolg hat es ja geklappt, das Album ging auf die verdiente Nummer eins der Charts und die Band hat gezeigt, das sie so gefestigt sind wie nie, auch damit, dass erst zum zweiten Mal in der zwanzigjährigen Bandgeschichte die gleiche Besetzung zwei Alben am Stück aufnahm!
Die vier Herren sind milde geworden, was bestimmt auch damit zusammenhängt, dass drei Mitglieder der Band diese Jahr vierzig werden, ein Alter, bei dem manche glaubten, dass sie es nie erleben würden. Heutzutage ist es die Musik, die die Band bekannt macht, und nicht mehr diverse Skandale, Gerüchte und Auftritte mit nichts als Socken an pikanten Stellen...
Die Kritiker lieben es, doch das ist kommerziell gesehen nicht gerade ein Erfolgsrezept.
Mit -Californication- schafften die Peppers den Sprung von zwar legendären, aber fast vergessenen (Ex-)Junkies zu neuen Superstars und den Machern eines Albums des Jahres. Jeder liebte sie, die Singles -Around The World-, -Road Trippin- und vor allem -Californication- schafften es auf die Playlisten von Radiosendern, die bisher nicht mal die Existenz der Band kannten. Das Album schaffte es, Millionen neue Fans zu bringen, ohne die Alten zu vergraulen.
Wie reagiert man auf solchen Erfolg? Schon -Under the Bridge- hatte die Band lange zuvor bekannt gemacht und erinnert zugleich an eine der unglücklichsten Bandzeiten mit Drogensucht und Ausweglosigkeit.
Doch diesmal hat die Band es geschafft: -By the Way- heißt das neue Werk und beschreitet ganz neue Wege. Das darin sowohl seine Stärken als auch Schwächen liegen, liegt auf der Hand.
Nicht mehr der ehemals bestimmende Funk sticht jetzt heraus, es wird experimentiert, Sänger Anthony Kiedis hat hörbar Gesangsunterricht genommen, der geläuterte John Frusciante beweist einmal mehr, dass er seinen Ruf, einer der besten Gitarristen zur Zeit zu sein, zu Recht hat, und nur der so typische, dominante Bass Fleas ist eine feststehende Größe. Da ich von Drums nicht allzu viel verstehe, kann ich zu Chad Smith’s Schlagzeugkünsten leider nichts sagen.
Keyboards spielen eine neue Rolle, genau wie Streicher und Chöre, klänge, an die man sich durchaus erst gewöhnen muss und die nicht unbedingt auf diesem Album erwartet wurden.
Offensichtlich scheint nur, dass bei dieser Band jeder ein Experte an seinem Instrument ist, auch die Rhythmussektion nicht nur ein Zubehör, sondern ein elementarer Teil des Chili Peppers Stiles ist. Und das es sich bei -By the Way- um ein Werk einer Band handelt, ist nicht zu überhören. 16 Stücke befinden sich auf der Platte und gerade die Gewagteren stechen heraus und geben dem Ganzen einen eigenen Charakter. Leider sind auch einige Stück dabei, die eher wie eine Art Füllmittel wirken, um die Platte vollzubekommen, und die man sich angesichts der Länge des Albums auch hätte sparen können.
Die erste Single und Titeltrack -By the Way- eröffnet das Album, und es hätte auch kaum ein passenderes Stück geben können. Eher traditionell im Peppers Sinn, mit einem sanften Anfang und einem so typischen fast gerappten Mittelteil, einem starken Bassist ist es ein Stück, das nicht zu Unrecht den Erfolg des Albums vorausgesetzt hat, und Hoffnung auf einen würdigen Nachfolger von -Californication- machte.
-Throw away your television-,-Can’t Stop- und zu einem Gewissen Grade auch -Minor Thing- schließen sich dieser Tradition an, Partystücke, mit einer glasklaren Gitarre, einem rumpelnden, dominanten Bass und einem abgehakten Sprechgesang im Zwischenteil, wobei -Can’t Stop- wohl das Beste der Stücke ist.
-Universally Speaking-, das zweite Stück der Platte ist da schon anders. Nicht wirklich etwas Besonderes, klingt ein bisschen unprofessionell, vor allem bei den Hintergrundchören kann ich mir richtig Onkel und Tante auf dem Familienfest vorstellen...
Auch die neue Single -The Zephyr Song-, -Warm Tape- und -Venice Queen- gehören in die gleiche Kategorie, man wartet die ganze Zeit, dass irgendwas passiert, aber irgendwie bleiben die Stücke ein bisschen nichtssagend, nicht wirklich schlecht, nicht wirklich gut, nicht schnell, nicht langsam, irgendwo in der Mitte verlorengegangen. Irgendwo fehlt das Gewisse Etwas, das einen Song ausmacht, die Stücke wirken beliebig und austauschbar.
Mit -This is the Place- und -Dozed- beginnt eine neue Kategorie. Zwar eher ruhig, aber ungleich kraftvoller, eine Energie ist hinter dem treibendem Bass und der nervösen Gitarre zu merken, wie bei einem Rennpferd vor dem Rennen, irgendwas muss raus und kann nicht. Leider bleibt es dabei auch ein bisschen, der Knall kommt nicht so richtig, aber trotzdem sind die Stücke nicht schlecht.
-Don’t Forget Me- wird noch ruhiger, ein Stück bei dem Frusciante seine Gitarrenkunst zeigt, ruhig, aber schön, mit einer Lautstärkensteigerung, die dem Ganzen ein bisschen mehr Substanz gibt.
-I Could Die For You- ist da noch konsequenter, ein weiteres Liebeslied neu, und trotzdem irgendwie noch im alten Peppers Stil, ein Tonartwechsel im Zwischenspiel weckt den eingelullten Hörer wieder auf und rettet den etwas einfallslosen Refrain.
Das nächste Stück, das hierzu passt ist das von Klaviertönen, die allerdings ein bisschen nach Etüde klingen, und Ahhh-und-Ohhhh-Chören dominierte -Tear-. Wunderschön an diesem Song ist das Gitarrenzwischenspiel, das so klar und rein ist, wie Wassertropfen an einem Wasserfall, und das leider viel zu kurz ist. So Gitarre spielen zu können...Dann werden noch mal alle Register gezogen, sogar eine Trompete wird noch von irgendwo ausgegraben, und irgendwie fällt gerade zum Refrain nur noch der schöne Satz -weniger ist manchmal mehr- ein.
So, übrig bleiben die drei Stücke der Platte, die man nicht wirklich in eine Kategorie packen kann. Das Erste hiervon, -Midnight- fällt vor allem durch seinen Anfang auf, der bestimmt einige Fans verschreckt hat. Die Streicher setzen ein! Spätestens da wird auch dem letzten klar sein, dass es sich um eine völlig andere Platte handelt, als -Californication-. Ich finde, es entwickelt sich letztendlich zu einem der besten Stück der Platte, zum Glück hören die Streicher sofort wieder auf und ein wundervoll atmosphärisches Stück beginnt, und der Refrain ist einfach toll (und von den Streichern keine Spur...). Eher eine Rockballade, als ein Funk Stück.
Jetzt wird aber noch seltsamer. -Cabron- bringt den Salsa ins Haus! Uns wer’s nicht glaubt, der muss sich die Platte allein schon deswegen anhören. Wer weiß, vielleicht kommt der Sommerhit nächstes Jahr von den Chilis? Das sie das Potenzial dazu haben, zeigt das Stück eindeutig, auch wenn es glaube ich Geschmacksache ist, ob man es mag, oder nicht. Ricky Martin zieht dich warm an...
Und last but not least auch noch mein absolutes Lieblingsstück der CD: -On Mercury-. Auch dieses nicht unbedingt ein typisches Chili Peppers Stück, klingt eher nach No Doubt, als sie noch Ska spielten. Das Stück hat Chili, es hat Pfeffer und zeigt eindeutig das Können der Musiker und die Fähigkeit, auch mal ganz andere Stücke zu schreiben und trotzdem wirklich gut zu sein. Ein furchtbarer Ohrwurm, aber ausnahmsweise mal im positiven Sinn.
Insgesamt handelt es sich bei -By the Way- um eine zwar etwas durchwachsene aber im Allgemeinen gute Platte, die auch am Stück hörbar ist, auch wenn sie Schwachstellen hat. Es ist kein wirklich schlechtes Stück darauf, nur ein paar Mittelmäßige, die angesichts des Könnens der Band eher enttäuschen. Der Anspruch an das Album war nach -Californication- sehr hoch, und hatte die Band einfach so weitergemacht, wie sie aufgehört hatte, wäre es weitgehend enttäuschender gewesen, auch wenn -By the Way- nicht ganz anschließen kann.
Immerhin mit dem kommerziellen Erfolg hat es ja geklappt, das Album ging auf die verdiente Nummer eins der Charts und die Band hat gezeigt, das sie so gefestigt sind wie nie, auch damit, dass erst zum zweiten Mal in der zwanzigjährigen Bandgeschichte die gleiche Besetzung zwei Alben am Stück aufnahm!
Die vier Herren sind milde geworden, was bestimmt auch damit zusammenhängt, dass drei Mitglieder der Band diese Jahr vierzig werden, ein Alter, bei dem manche glaubten, dass sie es nie erleben würden. Heutzutage ist es die Musik, die die Band bekannt macht, und nicht mehr diverse Skandale, Gerüchte und Auftritte mit nichts als Socken an pikanten Stellen...
Bewerten / Kommentar schreiben