Canon EF 135mm f2.0 L USM Testbericht

Canon-ef-135-l-usm
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Summe aller Bewertungen

Erfahrungsbericht von Overknees

Gillette ist nichts dagegen - Der Schärfemeister

Pro:

+ exzellente Schärfeleistung + hohe Anfangslichtstärke + sehr gute Verarbeitung

Kontra:

- schmerzlich hoher Preis

Empfehlung:

Ja

Und weiter geht es in der Reihe mit Berichten zu Canon Objektiven aus der EF-Reihe, zunächst einmal werde ich die von mir eingesetzten Festbrennweiten vorstellen, den Abschluß werden dann die Berichte über Zoomobjektive bilden.

Von mir etwas ungewohnt, werden die Berichte kurz und knackig werden, bei den Objektiven werde ich in erster Linie auf den Einsatzzweck eingehen, für den sie jeweils geeignet sind.
Als letzten Bericht der Reihe zu Festbrennweiten stelle ich Euch das Canon Objektiv EF 135mm 1:2L USM vor.

Geeignete Kameras

Das Objektiv verfügt über das Canon EF Objektivbajonett.

Damit ist es für alle Canon Spiegelreflex-Kameras mit Autofokus geeignet.

Die angegebene Brennweite ist für den Einsatz an Kleinbild-Filmen vorgegeben.

Beim Einsatz an Digitalkameras ergibt sich eine Brennweitenverlängerung, hier eine Auswahl:
  • Canon EOS 30 D: Faktor 1.6 (ergibt ca. 216mm Brennweite)
  • Canon EOS 60 D: Faktor 1.6 (ergibt ca. 216mm Brennweite)
  • Canon EOS 10 D: Faktor 1.6 (ergibt ca. 216mm Brennweite)
  • Canon EOS 1 D: Faktor 1.3 (ergibt ca. 175,5mm Brennweite)
  • Canon EOS 1 D Mark II: Faktor 1.3 (ergibt ca. 175,5mm Brennweite)
  • Canon EOS 1 Ds: keine Brennweitenverlängerung
  • Canon EOS 1 Ds Mark II: keine Brennweitenverlängerung
  • Canon EOS 300 D: Faktor 1.6 (ergibt ca. 216mm Brennweite)
  • Canon EOS 350 D: Faktor 1.6 (ergibt ca. 216mm Brennweite)

Diese Aufstellung werde ich jetzt durch alle Objektiv-Berichte durchschleppen, es wird ja nicht jeder Interesse an jeder Brennweite haben.

Erster Kontakt

Wie schon beim 35mm haben wir mit dem 135mm Objektiv hier eine der klassischen Standardbrennweiten vor uns.
Da es sich auch hier wieder um eine hochlichtstarke Festbrennweite handelt, darf das nicht gerade kompakte Format nicht verwundern.
Die 72mm Filtergewinde haben aber durchgehend alle meine Festbrennweiten, mich stört es dementsprechend wenig, daß es eine Unmenge kleinerer und kompakterer 135 Optiken gibt.

Handhabung

Hier ergeben sich keine Überraschungen, EF-typisch wird lediglich der rote Punkt an Objektiv und Body in Flucht zueinander gebracht, eine Vierteldrehung mit dem Uhrzeigersinn und das Objektiv sitzt.
Natürlich läßt sich auch manuell fokussieren, der Fokusring läuft satt und rund.
Bei einer Anfangslichtstärke von 1:2.0 ist es dem Autofokus der jeweiligen Kamera aber leicht gemacht, in den manuellen Fokus wechseln ist jedenfalls selten wirklich notwendig.

Besonderheiten

Das „USM“ in der Typbezeichnung steht auch beim 135er wieder für den Ultraschallantrieb des Fokussierungs-Motor. Nahezu lautlos und extrem schnell wird die Schärfe nachgeführt.
Als besonderes Gütezeichen gilt auch das „L“ der Typbezeichnung, hiermit wird auf eine spezielle Vergütung und die höchste Korrekturstufe der Linsen hingewiesen.

Technische Eckdaten
    Autofokus-Objektiv mit Canon EF-Anschluß
    Brennweite: 135mm
    Größte Blende: 2
    Kleinste Blende: 32
    Filterdurchmesser: 72mm
    Optischer Aufbau (Linsen/Glieder): 10/8
    Blendenlamellen: 8
    Naheinstellgrenze: 90cm
    Durchmesser/Länge: 82.5/112mm
    Gewicht: 750g

Die kompletten technischen Daten finden sich bei http://www3.canon.de/images/pro/fot/slr/file/EF_2_144dpi.pdf

Preis

Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon beträgt 1.069,- Euro, ich habe umgerechnet in 2001 etwa 1.280,- Euro dafür bezahlt.
Heute (24.03.2005) findet man die günstigsten Online-Angebote ab etwa 937,- Euro, wobei ich den Online-Kauf bei dieser Geräteart nicht wirklich empfehlen würde. Auch gebraucht oder per Ebay bin ich bei optischen Geräten immer extrem vorsichtig, zu leicht kann man sich echten Schrott einhandeln, der äußerlich unversehrt erscheint.
Und noch mal deutlich: das ist kein Spielzeug zum Knipsen, sondern ein professionelles Werkzeug. In dem Sinne ist es auch nicht teuer, sondern im besten Sinne „preiswert“. Was nicht günstig bedeutet, sondern einfach, das es „seinen Preis wert ist“.

Abbildungsleistung

Mir steht kein Meßgerätepark zur Verfügung, mit dem ich die optischen Eigenschaften messen könnte, ich muß mich auf das Auge verlassen.
Im Vergleich zu meinen anderen Objektiven neige ich zu der Behauptung, daß ich mit nichts so knackescharfe Aufnahmen bekomme wie mit dem 135er.
Die Bilder haben echten „Biß“ in der Schärfe, die Farben sind extrem neutral, es ergeben sich auch schwarz-weiß und mit klassischem Chemie-Film im Analog Body absolut sehenswerte Bilder.
Canon betont in seinen Unterlagen zum Objektiv noch die guten Unschärfeeigenschaften vor und hinter dem Schärfepunkt.
Das ist zwar sehr schwer zu beurteilen, aber es scheint zu stimmen, auch verwischte Hintergründe behalten eine schöne Durchzeichnung und Plastizität.

Einsatzzweck

Canon empfiehlt das Objektiv für Sportaufnahmen in Innenräumen und Portraits mit selektiver Schärfe.
Am analogen Body oder an der EOS 1Ds stimme ich dem 100% zu, beim Einsatz an anderen digitalen SLR ergeben sich leicht abweichende sinnvolle Einsatzgebiete.
So ist die resultierende Brennweite an meiner EOS 1 D Mark II von fast 176mm schon zu stark telelastig, um für Portraits brauchbar zu sein, das paßt höchstens noch im Studio oder an weitläufigen Locations z.B. für Modefotografie.
Noch heftiger wird es, wenn man das 135mm an den preiswerten SLR-Bodys andockt, mit ihrem Faktor 1.6 bei der Brennweitenverlängerung ergeben sich schon 216mm effektive Brennweite.
Da sind wir schon im knackigen Telebereich, mit wirklich stark verdichteter Perspektive, Portraits macht damit niemand mehr.
Für Sportfotografie oder immer dann, wenn Reportage aus dem Background passiert, erscheint das Objektiv aber auch mit den preiswerteren Bodys sinnvoll.
Ich persönlich nutze es sehr gerne, wenn ich ein bißchen Distanz zum Motiv haben möchte, ohne gleich elend lange Distanzen überbrücken zu müssen.
Portraits gelingen auch sehr gut, gerade in avaible-light Situationen ohne Blitz entfaltet das 135er mit seiner hohen Anfangslichtstärke seine Stärken.

Zubehör

Da sollte zuerst einmal die passende Gegenlichtblende her, für einen vernünftigen Transportschutz wird wohl jeder, der sich das Objektiv leisten kann, ein passendes Behältnis für die Ausrüstung haben.
Beim 135er kann man auch die beiden angebotenen Extender (Canon EF 1.4 und 2-fach) sinnvoll einsetzen.

Fazit und Empfehlung

Eine Festbrennweite zum Preis einer soliden, wirklich guten Prosumer-Digitalkamera... da ist es nur natürlich, daß der Preis leicht schmerzt.
Man bekommt aber sehr schnell einen Eindruck von den Leistungen, wenn man die Chance zu einem direkten Vergleich hat. Ich besitze ein Canon Zoom EF 75-300mm 1:4-5.6 III USM, das natürlich auch 135mm Brennweite abdeckt.
Beide Objektive auf dem gleichen Motiv vom Stativ eingesetzt machen dann deutlich, wieso die Festbrennweite dreimal so teuer ist wie das Zoom, das für den Laien nach „mehr“ aussieht.
Natürlich ist die Bildqualität auch des Zoomobjektivs noch gut... aber die High-Class Aufnahmen, wie sie die Festbrennweite liefert, die sind schlicht nicht drin.
Nimmt man dazu die satten zwei Blendenstufen, die die Festbrennweite weniger an Licht braucht (gleich kürzere Verschlußzeiten), das viel hellere und damit einfacher zu handhabende Sucherbild so bleibt nur ein Fazit: wer es sich leisten kann, der investiere hier Geld. Es wird auch nach Jahren nicht verschwendet sein.

Das war der letzte Bericht zu Festbrennweiten, weiter geht es mit Zoomobjektiven, irgendwann die nächsten Tage.


Soderle, wie immer an dieser Stelle sind mir Kritik, Kommentare und besonders Hinweise, was Ihr am Bericht vermißt, sehr willkommen!

35 Bewertungen, 2 Kommentare

  • glowhand

    14.04.2005, 16:31 Uhr von glowhand
    Bewertung: sehr hilfreich

    Schöne Grüße, <br/>Christian.

  • saboger

    08.04.2005, 01:04 Uhr von saboger
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...wäre auch noch eine Linse für mich ;-)