Capital Steuern 2002 (infotax) Testbericht

No-product-image
ab 8,48
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(2)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von Swinja

Wenn der Steuerberater teurer als die Rückzahlung wird...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

...dann greift man besser zu seinem kleinen Programm zum Supermarkt-Preis.

Natürlich kann ein Programm nie einen menschlichen Steuerberater ersetzen.

Aber man kann sich das Eintragen aller Posten und Zahlen doch vereinfachen. Unter dem Titel \"Capital - Steuern 2002\" gab es für 11,98 DM im Supermarkt eine CD, verlegt von der Naumann & Göbel Verlagsgesellschaft, in Zusammenarbeit mit CAPITAL aus dem Gruner + Jahr Verlag.

Die Installation des insgesamt 6,75 MB großen Ordners ist problemlos und in weniger als einer Minute geschehen.

Nach dem Programmaufruf öffnet sich zunächst ein dreigeteiltes Fenster: Am linken Rand erscheint, ähnlich einem Dateienexplorer, eine Übersicht über die Struktur des Programms, entsprechend einzelner Unterkapitel der Steuerklärung (bzw. Einzelformulare). Am unteren Rand erscheint ein weiteres Fenster mit Hinweisen auf \"Tipps und Tricks\", also Hilfen zum Verwenden des Programms wie auch eigentliche Steuertipps. Die rechten oberen 2/3 des Bildschirms füllt das eigentliche Arbeitsfenster, wo man nun seine Zahlenkolonnen einträgt. Wer einen kleinen Monitor hat, kann zumindest die beiden anderen Fenster mit der Maus \"kleinziehen\".

Das Programm fragt zunächst, ob man eine bestehende Steuererklärung bearbeiten oder eine neue anlegen will. Auch die Übernahme von Daten aus dem Vorjahr (sofern man den Programmvorgänger von 2001 besaß) ist möglich. Um keine überflüssigen Formulare erst anzulegen, fragt das Programm erst den Familienstand, die Art der Einkünfte (selbstständig? Kapitaleinkünfte? Usw.) ab. Falls man den PC nicht alleine benutzt: die einzelnen Dateien können per Passwort gesichert werden.

Nun ist das Dokument angelegt, und man tastet sich von einer Eingabemaske zur nächsten vor. Beginnend mit den Allgemeinen Angaben zur Person usw., füllt man eine Zeile nach der anderen aus - mit \"weiter\" und \"zurück\" kann man die folgenden oder vorhergehenden Seiten des Dokuments aufrufen. Einige Zahlenfelder führen beim Anklicken auf eine weitere, detailliertere Tabelle (etwa bei \"Werbungskosten\"), wo die einzelnen Beträge einzutragen sind - die Summe daraus erscheint dann automatisch im Zahlenfeld des übergeordneten Dokuments.

Einige dieser \"Links\" führen allerdings nicht zu einer Eingabemaske, sondern zu externen Dateien - z. B. EXCEL-Tabellen. Dies ist sinnvoll, wenn man individuelle Abrechnungen erstellt - etwa bei de Umzugskosten, oder bei Fortbildungskosten, wo ein vorgefertigtes Formular nicht sinnvoll ist. Es liegen bereits vorgefertigte Mustertabellen im Programm mit vor, die je nach persönlichem Bedarf umgeändert werden können. Auch eine Änderung des \"Dateienbezugs\" auf selbst erstellte Tabellen oder Textdokumente ist möglich. Ein eigener Button führt auch zu einer Übersicht über die \"Eigenen Anlagen\", womit besagte externe Dateien gemeint sind.

Insgesamt ist dieser Teilbereich des Programms - das reine Eingeben von Daten - recht komfortabel gestaltet, und mit dem Ausfüllen von Anlagen, die man eigentlich nicht bräuchte, wird man gar nicht erst belästigt (sofern man die Fragen zu Programmbeginn richtig beantwortet hat). Zu guter Letzt lacht einem eine Steuerberechnung mit der Höhe des Auszahlbetrags entgegen.

Aber mit all diesen Features wäre das Programm nur ein etwas besserer elektronischer Formularausfüller, wobei man trotzdem selber seine Daten sortieren, aufsummieren und eintippen muß. Aber es sind noch eine ganze Reihe hilfreicher Dinge mit eingebaut. Zum einen eine Sammlung von Musterbriefen - falls man Einspruch erhebt, Änderungen beantragt u. ä.

Da wäre zum Beispiel eine Urteilsdatenbank - eine Sammlung von ca. 250 kurz formulierten steuerrelevanten Gerichtsurteilen, die einzelne Fragen zur Besteuerung regeln. Zwar werden sicher nicht alle Fragen in 250 urteilen untergebracht sein - aber es kann schon wichtig sein, zu wissen, daß das Finanzamt die Kosten für ein Arbeitszimmer nicht deswegen nicht verweigern darf, weil die Kontrolleure an Sonn- und Feiertagen und abends nach 19 Uhr nicht mehr ins Haus gelassen wurden. Diese Urteile sind nach Stichwörtern alphabetisch geordnet.

Unter der \"Hilfe\"-Funktion des Programms findet man zunächst die Anleitung zum Umgang mit dem Programm selbst, die eigentlich kaum Fragen offen lassen dürfte, da sich viele Bestandteile des Programms ohnehin fast selbst erklären. Aber auch hier sind viele Steuertips untergebracht. Für mich als Steuerrechtslaien war es durchaus hilfreich zu erfahren, was man alles unter Umzugskosten verbuchen darf (wobei hier auch z. B. die vorgefertigte Excel-Tabelle \"Umzug.xls\" weiterhilft), wo man die Druckkosten für die Diplomarbeit hinschreibt und daß Quittungen für Fachliteratur nur noch mit Angabe von Autor und Titel anerkannt werden. Allerdings: die oft entstehende Frage \"Wo schreibe ich das jetzt hin?\" kann die Hilfe in vielen Fällen, aber nicht in allen, klären.

Außerdem hat man, sofern man am Internet ist, Zugriff auf ein Online-Forum (www.geld.de/steuern).

Natürlich kann man seine Steuer dann auch ausdrucken. Dabei sind drei Optionen vorgesehen: Entweder \"mit allem Drum und Dran\" auf weißes Blankopapier, oder in die vorhandenen Vordrucke hinein. Als dritte Option gibt es einen \"Sparausdruck\", der nur in schwarz und weiß gehalten ist und als Kopie für die eigenen Unterlagen dienen kann. Per \"Vorschau\" kann man den Ausdruck kontrollieren, bevor man anfängt, Tinte zu verbrauchen.

Und genau hier, in dieser Funktion, fallen mir nun doch die ersten Ungereimtheiten auf - oder auch nur meine Unfähigkeit, die Lösung dafür zu finden. Das vorgedruckte Formular bietet, gerade auf der ersten Seite, einige Felder, die man per Programm gar nicht ausfüllen kann - zumindest scheint es nicht vorgesehen zu sein. Welche sind das? 1.) Bei Wohnsitzwechsel: bisheriges Finanzamt. 2.) Verheiratet/geschieden seit...? Das Programm fragt nach diesen Daten gar nicht erst. 3.) Der Steuerbescheid soll nicht mir zugesandt werden, sondern...? Nun ja, alle diese Dinge kann man auch per Hand eintragen. Unterschreiben muß man ohnehin.

Die \"Vorschau\" hat noch einen kleinen Bug: Man kann sie in verschiedenen Zoomstufen betrachten. Allerdings wird scheinbar nur das Formular gezoomt, nicht aber die Buchstaben der Einträge darin. Soll heißen: von \"weit entfernt\" betrachtet (sprich: weit weggezoomt) sieht man ein Formular unter großen Buchstaben liegen. Die Schrift als solche (Typ, Größe, Farbe, kursiv oder fett) kann man übrigens auch einstellen - falls jemand ernsthaft eine Steuererklärung in altgotischer oder kyrillischer Schrift in rosé, hellblau oder wüstenbraun abliefern möchte. Meines Erachtens eher überflüssig.

Wer ein komplizierterer Fall fürs Finanzamt ist - dazu zähle ich jetzt alle Selbstständigen, Freiberufler, Abgeordnete, Aktienspekulanten - wird sich mit dieser Software gar nicht erst abgeben, sondern das Kleingeld für Steuerberater Herr Dr. Sowieso übrig haben. Die CD ist eher für den \"normalen\" Arbeitnehmer gedacht, dessen exotischste Einträge das Abschreiben des Arbeitskittels, das neu dazugekommene Kind und die Feuerversicherung fürs Häuschen sind. Also für Fälle, in denen man sein eigener Steuerberater ist, weil sich ein \"richtiger\" nicht lohnen würde. Und dafür sind die 11,98 DM dann wirklich spottbillig angelegt.


Copyright: Swinja bei YOPI und dooyoo

16 Bewertungen, 1 Kommentar

  • roma1

    03.06.2002, 23:13 Uhr von roma1
    Bewertung: sehr hilfreich

    Liebe Grüße aus Regensburg :-) Joanna