Schmidt Spiele Carcassonne - Wirtshäuser und Kathedralen Testbericht

Schmidt-spiele-carcassonne-erweiterung
ab 11,84
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Tethra

Nicht unverzichtbar!!

3
  • Präsentation:  gut
  • Schwierigkeitsgrad:  durchschnittlich
  • Spielanleitung:  sehr gut
  • Spieldauer:  durchschnittlich, bis zu 1 Stunde
  • Spielerzahl:  ab 2

Pro:

Neue taktische Möglichkeiten, macht immernoch viel Spaß

Kontra:

zu wenige richtige Neuerungen, schlechtes Preis-Leistungs Verhältnis

Empfehlung:

Nein

Heute schreibe ich über die Erweiterung zu dem Brettspiel „Carcassonne“, das im Jahre 2001 mit der Auszeichnung „Spiel des Jahres“ versehen wurde.
Es ist mein persönliches Lieblingsspiel, weil es sehr abwechslungsreich ist und ich dabei meistens gewinne…
Ich habe mir „Carcassonne“ kurz nach dem Erscheinen zugelegt, weil ich im Fernsehen einen Bericht darüber gesehen hatte, der mir sehr gut gefallen hatte.
Im Jahr darauf erschien dann die Erweiterung dazu und für mich war diese ein Muss, da ich ein großer Fan dieses Spiels bin.
Im Folgenden möchte ich zuerst kurz über das Hauptspiel (weil es bestimmt einige von euch noch nicht kennen) und dann über die Erweiterung berichten.

1.Was ist Carcassonne?
In diesem Spiel geht es darum aus einzelnen viereckigen Landschaftskärtchen Städte, Straßen, Klöster und Wiesen zu bauen. Dazu deckt jeder Spieler pro Runde ein Kärtchen auf und legt es an die bereits gelegten an. So entsteht eine große Landschaft, die jedes Mal anders aussieht. Die Landschaftskärtchen zeigen Teile von Städten, Wegteile, Wiesen oder auch Klöster. Der Spieler, der gerade an der Reihe ist, kann einen seiner Gefolgsleute (dargestellt durch kleine Holzfiguren) auf das Teil, das er gerade gelegt hat platzieren. Das bringt, wenn die Stadt, der Weg oder das Kloster (es muss ganz von Kärtchen eingeschlossen sein) verschieden viele Punkte. Jedes Männchen muss solange auf dem Feld sitzen bleiben, bis das jeweilige Gebilde fertig gestellt ist.
Jedes Teil einer Stadt bringt zwei, bei einem Weg einen und ein fertiges Kloster neun Punkte. Außerdem hat man die Möglichkeit einen seiner Gefolgsleute auf einer Wiese zu platzieren. Das bringt in der Endabrechnung, zu der ich noch genauer kommen werde, drei Punkte für jede fertige Stadt, die an die Wiese angrenzt.
Was nicht erlaubt ist, ist ein Teil an die Stadt oder den Weg oder die Wiese eines anderen Spielers anzubauen und dann eine seiner Figuren darauf zu setzten. Wenn aber eine Stadt oder auch ein Weg oder eine Wiese „zusammenwächst“, erhalten beide Spieler nur die Hälfte der Punkte. Falls ein Spieler mehr Gefolgsleute in einer Stadt hat, wie der andere erhält nur dieser Spieler die Punkte.
Sind alle Karten aufgebraucht, kommt es zur Endabrechnung. Darin werden für alle unfertigen Gebäude Punkte verteilt, aber man erhält weniger, als wenn die das Gebäude fertig wäre. Gewonnen hat natürlich, wer am Schluss die meisten Punkte hat.
Das Spiel ist für 2-5 Personen ab 8 Jahren geeignet und dauert je nach Spieleranzahl 20-45 Minuten.
„Carcassonne“ wurde von Klaus-Jürgen Wrede erfunden und wird vom „Hans im Glück Verlag“ vertrieben.

2.Die Erweiterung:

Was ist an der Erweiterung neu??

Die Erweiterung enthält 18 neue Landschaftskarten, 8 Gefolgsleute für einen sechsten Spieler, sechs Punktekarten und 6 große Gefolgsleute.

Im Folgenden möchte ich euch erklären, ob die verschiedenen Neuerungen sinnvoll oder nicht sind.

Die neuen Landschaftskarten:
Die wichtigsten neuen Karten sind die 6 Wirtshäuser und die 2 Kathedralen.
Wenn man ein Wirtshaus in einen Weg einbaut, erhält man für jedes Wegteil statt einem zwei Punkte. Falls der Weg aber bis zum Ende des Spiels nicht fertig gestellt wird, erhält man für einen gar keine Punkte.
Ähnlich verhält es sich mit der Kathedrale. Baut man eine von ihnen in eine Stadt ein, so erhält man für jedes Stadtteil drei statt zwei Punkten. Wie beim Wirtshaus, erhält man, falls die Stadt nicht fertig gestellt wird gar keine Punkte.
Dies ist für Kinder sehr frustrierend, da diese denke ich sehr traurig sind, wenn sie z.B. eine sehr große Stadt mit einer Kathedrale darin haben und sie bis zum Ende des Spiels nicht fertig bekommen.
Außerdem sind in der Schachtel auch noch 10 weitere mehr oder weniger sinnvolle neue Teile enthalten, die auch keine richtigen Neuerungen bringen, wie z.B. ein Kloster das eine Straße in zwei Straßenabschnitte trennt.

Die Gefolgsleute für einen sechsten Spieler:
Diese Neuerung bringt einen weiteren (grauen) Satz Gefolgsleute mit sich, damit man „Carcassonne“ nun auch zu sechst spielen kann. Dies verlängert die Spielzeit um etwa fünf Minuten. Dies ist eine der sinnvolleren Neuerungen, aber mir bringt sie nicht viel, da ich das Spiel eigentlich meistens zu zweit oder zu dritt spiele.

Die sechs Punktekarten:
Dies ist eine völlig sinnlose Neuerung. Dem Hauptspiel liegt eine Punktetafel bei, die aber nur bis fünfzig geht. Wenn man diese Punktzahl überschreitet, konnte man seine Figuren ohne die Erweiterung einfach anders aufstellen (vier verschiedene Möglichkeiten, z.B. legen statt stellen), damit man erkennen konnte, dass man schon mehr als fünfzig Punkte hatte.
Die Punktetafeln ersetzen dies, da auf einer ihrer Seiten 100 und auf der anderen 50 steht. Aber für so etwas Geld zu verlangen finde ich einfach nur sinnlos, weil diese Neuerung eigentlich überhaupt nichts bringt.

Die großen Gefolgsleute:
Jede Farbe erhält mit der Erweiterung einen „Großen Gefolgsmann“, der überraschenderweise größer ist als die anderen wie die anderen. Für ihn gelten die gleichen Regeln, wie für die kleineren, nur dass er soviel wie zwei Gefolgsmänner zählt.
Diese Erweiterung ist recht sinnvoll, da sich damit neue taktische Möglichkeiten bieten. Man kann sich z.B. eine große Stadt, auf der nur ein Männchen eines anderen Spielers steht, mit dem großen Gefolgsmann schnell zu Eigen machen.

3.Sonstiges:
Was mir aufgefallen ist, ist, dass die neuen Kärtchen auf der Rückseite heller sind als die Alten. Dadurch kann man, wenn man die Karten der Erweiterung gut kennt und eine davon gerade dringend benötigt, einfach eine Karte mit hellerer Rückseite ziehen und hat damit eine große Chance, das benötigte Kärtchen zu erhalten.
Dadurch werden Anfänger benachteiligt, da diese das nicht wissen und diese Taktik entsprechend auch nicht nutzen können.

Die Verpackung ist, wie beim Basisspiel auch, viel zu groß geraten, da sich in der Mitte der Schachtel alle neuen Utensilien befinden und außen herum noch ca. 10cm Platz ist. Das hätte sich durch eine kleine Verpackung leicht verhindern lassen.

4.Anleitung:
Die Anleitung besteht aus einem DIN A5 Blatt, das vorne und hinten bedruckt ist.
Sie erklärt die wenigen Neuerungen kurz und knackig mit vielen Beispielen und Bildern.

5.Preis und Erhältlichkeit:
Die Erweiterung kostet 10€, was ich für die wenigen Neuerungen schon etwas zu viel finde. Das Hauptspiel kostet rund 20€. Die beiden Spiele dürften eigentlich in jedem Kaufhaus und Spielwarengeschäft erhältlich sein.

6.Verlag:
Hier die Adresse des Verlags:

Hans im Glück Verlag
Birnauerstr. 15
80809 München
Tel: 089/3005419
Fax: 089/302336
E-Mail: [email protected]

7.Fazit:
Carcassonne ist und bleibt mein persönliches Lieblingsspiel. Es macht wegen den einfachen Regeln und des jedes Mal anderen Spielplans einfach immer wieder sehr viel Spaß, vor allem wenn mein Bruder schon vor der Endabrechnung siegessicher grinst und ich ihn dann noch mit einem Punkt Vorsprung besiege.
Aber die Erweiterung bringt mir persönlich bringt zu wenige sinnvolle Neuerungen und ist mit einem Preis von 10€ einfach zu teuer. Meine Meinung zu den Neuerungen habe ich ja oben schon geäußert, darum liste ich sie hier nicht noch einmal auf.
Carcassonne Fans würde ich die Erweiterung auf jeden Fall empfehlen.
Alle anderen sollten es sich schon gut überlegen, ob sie diese wirklich brauchen.
Ich vergebe drei Sternchen und keine Empfehlung, da es einfach nicht genügend Neuerungen gegenüber dem Basisspiel gibt und weil das Preis-Leistungsverhältnis nicht gerade toll ist.

Viel Spaß beim lesen, kommentieren und bewerten!

Euer Andreas alias Tethra

14 Bewertungen, 1 Kommentar

  • brascher

    31.12.2004, 12:03 Uhr von brascher
    Bewertung: sehr hilfreich

    ...und so wenig Zeit! Schöner Bericht! MFG Lutz