Schmidt Spiele Carcassonne - Wirtshäuser und Kathedralen Testbericht

Schmidt-spiele-carcassonne-erweiterung
ab 11,84
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Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von NestorAparatschik

Variante eines sehr gelungenen Spiels

Pro:

macht (fast) noch mehr Spaß als das Orginal

Kontra:

Grafische Gestaltung zu detailliert und deshalb bei den ersten Spielen recht unübersichtlich

Empfehlung:

Ja

Wie schon so oft folgt einem erfolgreichen Spiel ein zweites, das thematisch und vom Spielmechanismus an das erste Anknüpft. So geschehen auch bei \"Carcassonne - Die Jäger und Sammler\". Das Ergebnis kann sich zwar durchaus sehen lassen, aber die Verwandschaft zu \"Carcassonne\" läßt sich nicht übersehen.


------------ Fakten -----------
Autor: Klaus-Jürgen Wrede
Verlag: Hans im Glück
Spieleranzahl: 2-5
Empfohlenes Alter: ab 8 Jahren
Spieldauer: 30 - 45 min


-------- Spielmaterial --------
Neben den aus \"Carcassonne\" bekannten Elementen: Wertungsplan, Landschaftskärtchen (79 inkl. einer Startkarte) und den fast identisch aussehenden Spielfiguren (30 Stammesmitglieder in 5 Farben), sind 12 Bonus(Landschafts-)karten, 5 Wertungskarten, 10 grüne Holzscheiben und 10 Hütten (2 pro Farbe) enthalten.
Die Kärtchen sind allesamt aus fester Pappe und von guter Qualität, auch die Holzfiguren lassen in Puncto Qualität keine Wünsche offen.
Die Landschaftskärtchen enthalten neben Flüssen, Seen und Wäldern auch eine Menge an Tieren (Mammuts, Auerochsen, Wild und Säbelzahntiger, sowie Fische in den Seen). Leider ist die Gestaltung der Wälder - wie auch die der gesamten Verpackung - nicht ganz gelungen, sie ist einfach zu detailliert. Die Wälder wirken etwas wirr und man hat Mühe während des Spiels alle spielrelevanten Elemente z.B. die Tiere auf den Karten zu entdecken.


---------- Spielregel ----------
Die sechsseitige Spielregel klärt alle Fragen mit Hilfe von ausführlichen Beispielen. Mit 20-30 Minuten sollte man für ein Studium einplanen, kennt man allerdings das normale \"Carcassonne\" so wird man einige bekannte Elemente wiederentdecken und das Regelstudium verkürzt sich entsprechend. Die Regel ist - zum Glück - so geschrieben, daß dieses Vorwissen aber nicht notwendig ist.


--------- Spielablauf ----------
Die Spielkarten werden gemischt und in verdeckten Stapeln am Spieltischrand verteilt. Jeder Mitspieler setzt eine seiner Spielfiguren auf die Wertungstafel und das Startkärtchen wird ausgelegt. Ist ein Spieler an der Reihe, zieht er ein Kärtchen und legt dieses passend an ein bereits ausliegendes Kärtchen an. Genau auf diese eine Kärtchen kann er dann noch einen Fischer, einen Jäger, einen Sammler oder eine Fischerhütte einsetzen. Fischer werden auf Flüsse gesetzt, Fischerhütten ebenfalls, Jäger werden auf Wiesen gelegt und die Sammler werden in Waldgebiete eingesetzt. Man darf eine Spielfigur nur dann einsetzen, wenn auf dieser Wiese bzw. in diesem Wald bzw. in diesem Fluß noch keine Figur - auch keine eigene - sitzt.
Nach Abschluß eines Flusses bzw. eines Waldes erfolgt sofort eine Wertung für diesen Fluß bzw. Wald. Der Spieler mit den meisten Spielfiguren in diesem Fluß bzw. Wald erhält Punkte. Beim Wald sind das 2 Punkte pro Waldteil plus 2 Punkte pro Pilz, beim Fluß ist es 1 Punkt pro Flußstück plus je einen Punkt pro Fisch in den angrenzenden Seen. Die Hütten und Jäger werden erst am Spielende gewertet.
Beendet man einen Wald, der einen Goldklumpen enthält, so darf man eine Bonuskarte ziehen und einsetzen. Auch hier darf man dann noch eine Spielfigur auf der Karte einsetzen. Die Bonuskarten enthalten verschiedene Sonderkarten, die ich an dieser Stelle nicht ausführlich erklären möchte.
Sind alle Karten gelegt, erfolgt die Schlußwertung, alle Spielfiguren auf nicht beendeten Wäldern und Flüssen werden entfernt. Die Fischerhütten bekommen pro Fisch in ihrem Flußsystem (gesamter Fluß, Seen zählen nicht als Unterbrechung) einen Punkt. Die Jäger bekommen pro Tier auf der Wiese zwei Punkte, wobei pro Säberlzahntiger allerdings ein Wild nicht zählt. Um das zählen der Tiger und des Wilds zu erleichtern können diese beiden Tiergruppen paarweise mit den grünen Holzscheiben abgedeckt werden.


------------- Fazit -------------
\"Carcassonne - Die Jäger und Sammler\" lehnt sich vom Spielablauf zwar stark an das \"ursprüngliche\" \"Carcassonne\" an, der Effekt, den man bei Nachahmungen häufig beobachten kann, nämlich dass die Nachahmung bei weitem nicht das Orginal heran reicht, trifft hier nicht zu. Der Spielmechanismus ist noch ausgereifter und es bieten sich viele neue Möglichkeiten der Spielgestaltung. Einzig die zu detaillierte Gestaltung der Spielkarten, an die man sich erst nach ein paar Runden gewöhnt, ist nicht ganz gelungen.
Alle denen \"Carcassonne\" gefällt, sind auch auch mit \"Carcasonne - Die Jäger und Sammler\" gut bedient, und alle, die \"Carcassonne\" noch nicht kennen, sollten vielleicht gleich zu \"Carcasonne - Die Jäger und Sammler\" greifen.
Besonders lobenswert ist auch die Spielbarkeit für 2 Personen. Selten habe ich ein so kurzweilige Spiel - das kein reines Strategiespiel ist - für 2 Personen gesehen.