Schmidt Spiele Carcassonne - Wirtshäuser und Kathedralen Testbericht

Schmidt-spiele-carcassonne-erweiterung
ab 11,84
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 12/2006
5 Sterne
(6)
4 Sterne
(2)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(2)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Präsentation:  sehr gut
  • Spielanleitung:  sehr gut

Erfahrungsbericht von abohne

Wie Kathedralen und Wirtshäuser...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

... eine Stadt wertvoll machen!

Für viele Leser hier ist CARCASSONNE ein Begriff, sei es als eine französische Stadt oder aber als Spiel des Jahres 2001. Da ich bereits gute Erfahrungen mit dem Basisspiel gemacht habe, kam ich nicht drum herum die Erweiterung zu spielen.

INHALT
------
Die Erweiterung des Spiels CARCASSONNE beinhaltet 18 neue Landschaftskarten, 6 Punktekarten, 8 graue Gefolgsleute und 6 große Gefolgsleute in 6 Farben.

WIE SEHEN DIE KÄRTCHEN AUS?
---------------------------
Wie auch beim „normalen“ CARCASSONNE haben alle Karten die gleiche Größe (ca. 4 cm x 4 cm). Auf diesen zu sehen sind entweder Stadtteile (mit und ohne Flagge), ein Kloster oder Straßenabschnitte mit und ohne Kreuzungen. Neu bei diesen Straßen sind Wirtshäuser, die an den Straßen stehen. Die Straßenabschnitte enden immer in der Mitte einer Seite, die Stadtteile überstrecken sich über die gesamte Seite der Karte (oder bei der Erweiterung sogar über bis zu vier Seiten). Hinzu kommen noch zwei Kathedralen, die ganz in der Städtefarbe unterlegt sind.
Die sechs Punktekarten sehen alle gleich aus: auf einer Seite sieht man eine 50, auf der anderen eine 100.

SPIELVORBEREITUNG
----------------------------
Die 18 Karten der Erweiterung werden zusammen mit den 72 Karten von CARCASSONNE gut gemischt auf mehrere Stapel verteilt. Die Startkarte (die Rückseite ist anders) wird in die Mitte des Tisches gelegt. Zu sehen ist ein Stadtteil, Wiese und eine von rechts nach links verlaufende Straße. Jeder Spieler erhält acht Gefolgsleute und durch die Erweiterung noch einen großen Gefolgsmann in seiner Farbe. Eine kleine Spielfigur jeder Farbe wird als Zählstein auf der Wertungstafel des Originalspiels an Stelle 0 gelegt.

ZIEL DES SPIELS
----------------------
Die Spieler legen reihum immer eine Landschaftskarte aus. Hierdurch entstehen Straßen, Städte, Wiesen und Klöster, die von den Spielern besetzt werden können. Für die entsprechenden Landschaftsteile gibt es während bzw. am Ende des Spiels Punkte.

SPIELABLAUF
------------
HINWEIS:Beim Spielablauf werde ich nur die Erneuerungen zum Originalspiel nennen, da die Originalregeln in vielen anderen Berichten zu lesen sind und und zweitens das den Rahmen meines Berichts sprengen würde.

Auch hier beginnt ein Spieler. Er zieht eine von den verdeckten Landschaftskarten und legt diese an gewünschter Stelle – dem Dominoprinzip entsprechend - an die ausliegende Startkarte an. Hierbei kann entweder die Stadt erweitert, eine Wiese vergrößert, eine Straße verlängert oder aber ein Kloster gebaut werden. Hat der Spieler seine Karte abgelegt, so kann er noch einen Gefolgsmann auf die gerade von ihm gelegte Karte stellen. Diese darf er aber nur besetzen, wenn auf einem Verbindungsteil (z.B. der Wiese) nicht schon ein Mitspieler seinen Gefolgsmann stehen hat.
Der Gefolgsmann wird zum Ritter, wenn er in einem Stadtteil sitzt, zum Wegelagerer, wenn er auf der Straße steht, zum Bauern, wenn er auf der Wiese steht oder aber zum Mönch, wenn er im Kloster wohnt.
Nun ist der nächste Spieler an der Reihe.

DIE NEUEN KARTEN:
1. die KATHEDRALE kann an jede x-beliebige Stadt angebaut werden. Sie ist nach allen vier Seiten hin offen und verweist somit auf eine ziemlich große Stadt, die im Laufe des Spiels geschlossen werden sollte, da sie sonst keine Punkte erbringt. Ist sie aber geschlossen, so bekommt man nicht nur zwei sondern drei Punkte pro Stadt-Teil und pro Flagge.
2. die WIRTSHÄUSER an den Straßen haben einen ähnlichen Effekt wie die Kathedrale. Liegt an einer Straße ein Wirtshaus (oder mehr) so punkten alle Straßen-Teile doppelt, aber nur, sofern die Straße durch eine Kreuzung, eine Stadt oder ein Kloster beendet ist.
3. verschiedene NEUE STADT-TEILE, die entweder an drei Seiten angrenzen, oder aber durch eine Spitze schnell eine Wiese beenden können.
4. das KLOSTER MIT DURCHGANGSSTRAßE muss an zwei Seiten mit je einer Straße fortgesetzt werden.

Wie bei der Originalversion kann es auch hier zu einer Auswertung im Spiel kommen. Sobald eine Stadt beendet wird, egal ob mit oder ohne Kloster, wird die entsprechende Figur um je 2 oder 3 Punkte pro Karte und pro Flagge auf der Wertungstafel nach vorne gerückt. Das gleiche (1 bzw. 2 Felder pro Karte) gilt für die Straßen (mit oder ohne Wirtshaus) und natürlich immer noch für die Kloster (1 Feld pro Karte). Die entsprechenden Gefolgsleute werden vom Spielplan genommen.
Hier können die neuen PUNKTEKARTEN zum Einsatz kommen: Sobald ein Spieler die 50 Punkte überschritten hat, wird die Spielfigur nicht mehr umgekippt wie beim Originalspiel, sondern der entsprechende Spieler erhält eine Punktekarte und dreht die 50 sichtbar nach oben. Das gleiche gilt dann auch bei der Wertung von über 100 Punkten.

Ach ja, den GROßEN GEFOLGSMANN habe ich noch gar nicht erwähnt: Setzt ein Spieler nicht einen kleinen sondern den großen Gefolgsmann, so hat er sofort die doppelte Macht (= zwei kleine Gefolgsmänner) in der Stadt, auf der Wiese bzw. auf der Straße.

SPIELENDE
-----------
Das Spiel endet, wenn alle Landschaftskarten aufgebraucht sind. Nun kommt es noch zu einer Abschlusswertung:
- Für jede unvollendete Stadt (außer die mit der Kathedrale) gibt es pro teilhabender Karte und Flagge einen Punkt.
- Für jeden unvollendete Straße (außer die mit Wirtshaus) gibt es pro teilhabende Karte einen Punkt.
- Für jedes unvollendete Kloster gibt es pro teilhabende Karte einen Punkt.
- Jetzt muss geguckt werden, wer die meisten Bauern auf einer Wiese stehen hat. Derjenige, der erfolgreich platziert hat, bekommt pro angrenzende vollendete Stadt drei Punkte. Stehen mehrere Bauern oder die großen Gefolgsmänner mit auf der Wiese, so bekommt derjenige, der die Übermacht hat (bei zweien bekommen beide) die Punkte.
Diese Punkte werden auch auf der Wertungstafel vorgerückt. Nun steht der Sieger des Spiels fest.

PERSONEN
-------------
Das Spiel ist spielbar für 2 bis durch die Erweiterung 6 Personen im Alter ab 8 Jahren. Die Dauer beträgt 30-45 Minuten.

BEZUGSORT
------------
Die Erweiterung ist nicht ganz so einfach zu bekommen wie die das Originalspiel, aber auch in vielen Läden auf Nachfrage. Der Preis beträgt fast genauso viel wie die Originalpackung, nämlich sage und schreibe knapp 10 Euro.

MEINE MEINUNG
-----------------
Da ich durch meine Schwester zum Spiel CARCASSONNE kam, wollte ich sie an ihrem Geburtstag mit dieser Erweiterung überraschen. Und diese Überraschung ist mir auch gelungen. Sie wusste nämlich noch nichts davon und war sichtlich erfreut über die Fortsetzung, so dass wir das Spiel auch sofort mal ausprobieren mussten.

Als meine Schwester vor einiger Zeit mit dem Spiel CARCASSONNE ankam, war ich ein wenig skeptisch, da es sich mal wieder um ein Strategiespiel, die ich eigentlich gar nicht mag, handelte. Natürlich konnte sie mich trotzdem überzeugen, das Spiel wenigstens eine Runde mit ihr zu spielen. Ok, ich muss ja zugeben, es gefällt mir sehr gut!

Auch bei der Erweiterung findet man die nett gestalteten Landschaftskarten, die aufgrund ihrer Farben und natürlich ihrer Gestaltung ansprechend aussehen. Schön finde ich auch, dass die Spielfiguren wirklich wie Männchen aussehen, da man sie sich hierdurch besser als Ritter, Mönch, Bauer oder Wegelagerer vorstellen kann. Die Größe des GROßEN GEFOLGSMANNES ist zwar zu erkennen, man muss aber manchmal genau hinsehen, ob es nun der kleine oder große Mann ist, den der Mitspieler still und heimlich gesetzt hat.
Das neue Einsatzgebiet des GROßEN GEFOLGSMANNES finde ich selbst als gute Idee. Hierdurch kommt es eher zu Kämpfen um eine Stadt. Hat sich ein Spieler im ersten Spiel mit seinen zwei Männchen in einer Stadt sicher gefühlt, so muss der Mitspieler nur einen Zug tun, um die gleiche Macht in der Stadt zu bekommen. Natürlich muss man hier auch mal wagen, und die Gefahr eingehen, doch nicht in die Stadt zu kommen. Schließlich muss man ab und zu immer noch auf das richtige Verbindungsstück kommen. Erst mit der Zeit und mit einigen Spieldurchgängen habe ich meinen GROßEN GEFOLGSMANN lieben und schätzen gelernt. Einerseits möchte man gerne einen schlauen Zug machen, um den großen Mann auch richtig einzusetzen, andererseits muss man aber auch was wagen, um zu punkten.

Der Einsatz der Kathedrale ist zweiseitig. Zieht relativ am Anfang eines Spiels diese Karte, so versucht man natürlich seine eigene Stadt mit der Kathedrale zu besetzen, um möglichst viele Punkte zu kassieren. Gegen Ende des Spiels, wenn nicht mehr so viele Karten vorhanden sind, hofft man dann eher auf Stadtschlussteile. Zieht man die Kathedrale aber doch, so kann man es dem Mitspieler richtig schön vermiesen, wenn man ihm die Kathedrale in eine relativ große, schon fast fertige Stadt setzt. Schließlich muss bedacht werden, dass die Kathedrale an vier Seiten durch Stadtmauern begrenzt sein muss, um Punkte zu erbringen.

Die neuen STADT-TEILE ermöglichen ein bisschen mehr Strategie. So kann man seinen Mitspieler – natürlich mit ein bisschen Glück – etwas leichter aus einer Stadt bzw. von einer Wiese fernhalten. Die neue spitze Stadtmauer ermöglicht es, eine Wiese abzuschließen, obwohl der Mitspieler auf genau dieses Verbindungsstück gehofft hat, um evtl. eine Übermacht zu bekommen.
Mit ein bisschen Strategie kann man es auch schaffen, seinen Gegner so in einer Stadt festzusetzen, dass es ihm bis zum Ende nicht möglich ist, diese zu beenden, da es kein passendes Teil mehr gibt. Hierdurch verbaut man dem Spieler erstens Bau-Möglichkeiten (und somit Punkte) und zweitens Setz-Möglichkeiten, da der Mitspieler nicht mehr an seinen Gefolgsmann ran kommt.

Im Spiel ist es auch hier wichtig zu überlegen, wann man welchen Gefolgsmann setzt. Eine Figur sollte man immer in Reserve halten, um mal eben schnell ein paar Straßen-Punkte mitzunehmen oder aber ein Kloster zu besetzen. Mit den Bauern sollte man mehr oder weniger sparsam umgehen, da man sie im Spiel nicht wieder zurückbekommt. Gegen Ende des Spiels schmuggelt man sich am besten (sofern möglich) über Umwege auf die große Wiese, an die viele fertige Städte grenzen.

Schön finde ich an diesem Spiel immer noch, dass es trotz der Erweiterung nicht allzu lange dauert und vor allem schon ab zwei Spielern spielbar ist. Auf der Packung steht übrigens, dass es besonders gut zu zweit zu spielen ist. Ich allerdings habe die Erfahrung gemacht, dass es zu dritt noch mehr Spaß macht. Zu viert oder zu fünft wird es schon wieder ein bisschen zu langweilig und langatmig, weil man erstens als Spieler nicht soviele Zugmöglichkeiten hat und zweitens oft lange warten muss, bis der nächste Spieler an der Reihe ist. Oft hängen hierbei viele Spielzüge nur noch vom Glück ab, nämlich vom Glück, welche Karte man zieht.

Die gelungene Kombination aus Strategie aber natürlich auch aus Zufall macht CARCASSONNE mit der Erweiterungzu einem interessanten Spiel, das bestimmt noch häufig gespielt wird. Ich denke, dass es nie langweilig wird, dieses Spiel zu spielen.


Nach so viel Lob habe ich auch noch ein paar negative Punkte:
Hier wäre erst einmal der Preis in ungefähr gleicher Höhe wie das Originalspiel. Das Verhältnis ist hier nicht richtig, auch wenn das Spiel insgesamt immer noch recht günstig ist.
Als zweiten negativen Punkt empfinde ich die unterschiedliche Farbgestaltung auf der Rückseite der Karte. Wirft ein Kenner einen Blick auf die Kartenstapel so erkennt er sofort, ob die Karte zu CARCASSONNE oder zur Erweiterung gehört. Natürlich weiß man aber nicht, welche neue Karte unter der etwas anders gefärbten Rückseite zu finden ist.
Als dritten, nicht ganz so relevanten Punkt empfinde ich die Punktekarten. Diese kann man sich auch sparen, denn die Idee der „hingelegten“ Wertungsfigur finde ich nicht schlecht.

Alles in allem auf jeden Fall ein sehr schönes Spiel, das auch mit der Erweiterung sehr viel Spaß macht!

26 Bewertungen