Caution - Hot Water Music Testbericht

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Erfahrungsbericht von roobii

A Flight And NO Crash

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Kennt ihr das bange Gefühl beim CD-Kauf, wenn ihr ohne Probehören die neue Scheibe einer Band kauft, die ihr seit Jahren bewundert ? Da können so viele Sachen in die Hose gehen. So passiert es oft, dass die neue Platte klingt wie der aufgewärmte Vorgänger oder der Stil der Band hat sich so verändert, dass man die Elemente die man so bewundert hat nicht mehr wiederfindet. So erging es mir bei der Bestellung der neuen CD von Hot Water Music.

Kenner der Band werden mir jetzt sicherlich vorhalten, dass meine Befürchtungen kindisch sind und völlig unbegründet. Trotzdem, bis ich die CD das erste Mal gehört hatte, war ich in ungewohnt verhaltender Stimmung. Es sollte sich jedoch herausstellen, dass ich zu unrecht zweifelte und den Jungs von Hot Water Music völlig unbegründet misstraute.

Vielleicht lag es ja auch einfach am Titel der CD – „Caution“, der mir Angst machte. Oder war es doch die letzte Platte „A Flight And A Crash“ die ich noch in merkwürdige Erinnerung hatte ?
Halten wir fest: Hot Water Music sind eine der wichtigsten Band des Sektors Hardcore bis Emo! Das liegt zum einen daran, dass sie es schaffen sich permanent weiterzuentwickeln und dabei ihr Potential immer zu steigern wissen. Zum anderen ist die Begründung in der Ehrlichkeit und Unverwechselbarkeit der Musik zu finden. Mit jeder Platte hat man das Gefühl diese Band hat ihren Schaffenszenit erreicht jedoch bei der nächsten Veröffentlichung wird man belehrt, dass dies nur der Vorbote auf noch Größeres war. Ja ihr merkt bestimmt, dass ich ein Fan dieser Band bin, also entschuldigt, wenn ich allzu sehr ins Schwärmen komme!

Zur Platte:
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Mit aller gebotenen Vorsicht legte ich die neue CD in den Player und mit „Remedy“ schlug mir gleich ein Kracher um die Ohren. Sofort ist die Marschrichtung des Albums festgelegt. Hat der letzte Longplayer noch düstere und melancholische Stimmung vermittelt, so wird hier schnell klar, dass sich die Jungs wieder ihren alten Idealen verpflichtet fühlen. Das heisst straighter Rock mit genialen Gitarrenriffs verstärkt durch blubbernde Basslines einem treibenden Schlagzeug und dem in der Szene best harmonierenden Doppelgesang von Chris Wollard und Chuck Ragan.

So kommt der kratzig rauchige Gesang in „Remedy“ mit alter Trotzigkeit daher ohne genug Optimismus zu verbreiten. Die Gitarrenparts kann man schon melodiös nennen und die langanhaltenden Schlachtrufe lassen eine vielversprechende CD erwarten. „Trusty Chords“ enttäuscht den Hören dann auch nicht, sondern setzt eher noch einen drauf. Die vielen Tempowechsel bauen immer wieder Spannung auf und die Gitarrenläufe klingen fast schon verspielt. Perfekt abgerundet wird der Hörgenuss durch den Refrain.
Ein persönlicher Favorit für mich ist der dritte Track. „I Was On A Mountain“ hämmert sich in die Gehörgänge wie es selten ein anderes Stück schaffte. Wie schon auf den letzten Platten sind auch hier die Texte wieder sehr persönlich gehalten, was der Musik wiederum eine eigene Note gibt.

Eine sauberer blubberder Basslauf läutet „One Step To Slip“ ein. Die Gitarre greift unterstützend ein bis endlich der rauchige Gesang einsetzt. Dieser treibt den Song voran, bis er immer wieder in den genialen Refrain mündet, die Hardcore-Wurzeln sind halt nicht zu leugnen. Ich höre schon jetzt die Massen beim Konzert mitgrölen. Der Song ist so einfach wie er genial ist ! Das Hot Water Music nicht nur Punk und Hardcore beherrschen, beweisen sie im nächsten Song. „It’s All Related“ ist einer der ruhigsten Lieder des Albums und würde bestens in die Schublade Emo passen. Viele junge Bands dieser Szene zählen Hot Water Music zu ihren Vorbildern, dieser Song zeigt uns warum.

Mit „The Sense“ ist die Platte schon halb vorbei, jedoch heißt das nicht, dass jetzt nur noch Wiederholungen kommen. In diesem Song kommt der Wechselgesang zwischen Chris und Chuck perfekt zur Geltung. Die sägenden Gitarrenklänge im Hintergrund werden durch ein Hochgeschwindigkeitsschlagzeug angetrieben. Hot Water Music auf der Überholspur!
Bei „Not For Anyone“ ist deutlich etwas neues herauszuhören. Die klare exakte Songstruktur ist man von den Jungs gar nicht gewohnt. Und da erinnern wir uns an die Split-EP mit Alkaline Trio und schon können wir uns diese Veränderung erklären. Warum soll man nicht mal bei anderen was dazulernen ? Vor allem wenn man es schafft diesen Stil perfekt in die eigene Music unterzubringen.

„Sweet Disasters“ ist dann aber wieder klassisch Hot Water Music. Die Instrumentierung ist perfekt abgestimmt, die Gitarren haben sogar Luft für das eine oder andere Solo. Gegen Ende des Songs wird das Tempo deutlich verlangsamt um die Aufmerksamkeit auf die Aussage des Songs zu lenken. Angekommen in diesem Stimmungstal beginnt „Alright For Now“ geruhsam um sich im Verlauf stetig zu steigern. Wieder sind die Refrains gut platziert und runden die ruhigen Strophenteile perfekt ab. Im Mittelteil lassen sich die Jungs dann Zeit und lassen den Instrumenten genug Platz um überzeugen zu können.

Deutlich druckvoller und schneller ist Song 10 „We’ll Say Anything We Want“. Das Schlagzeug hämmert mit brachialen Geschwindigkeit und hebt den Gesang auf besondere Weise hervor. Die Gitarren gehen in dem Feuerwerk fast unter, glücklicherweise ändert sich das zu Mitte des Songs, so dass mehr Raum für das eine oder andere Riff bleibt. Viele Tempowechsel die jeder Anfängerband das Covern unmöglich machen. Sehr ausgereift der Song, wohl der an dem die Weiterentwicklung bestens abzulesen ist.

Und dann der Hammer des Albums „Wayfarer“. Besitzeren des letzten Punk-O-Rama-Samplers brauch ich nichts mehr zu erzählen. Allen anderen sei gesagt, dass dieser Song die Punk-Rock-Hymne des Jahres 2003 ist. Eingängiger kann man einen Song nicht gestalten. Der Refrain ist unverwechselbar durch seine Ohoho’s und Ahaha’s .. die pure Lebensfreude.
„The End“ ist nicht nur ein Songtitel, sondern auch gleichzeitig der Abschluß dieses Werkes. Noch einmal beweisen Hot Water Music ihre Stärke. Glücklicherweise klingen die Jungs auf ihrer neuen Scheibe mehr nach „No Division“ als nach „A Flight And A Crash“. Nach knapp 37 Minuten ist der Spuk dann vorbei und ich bin mir sicher diese Platte wird vielen Leuten genauso viel Spaß bringen wir mir!

Fazit:
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Hot Water Music beweisen allen Zweiflern mit ihren neuen Platte, dass man über Jahre hinweg Music auf höchstem Level machen kann. Die Band entwickelt sich stetig weiter, verfeinert ihren Stil indem sie Elemente den Punks, Hardcores und des Emo perfekt vermischt. Getragen wird die Musik durch den einzigartigen Wechselgesang von Chris und Chuck, sie harmonieren wie man es in der Szene sonst vergeblich sucht. Die Instrumentierung wird immer komplexer und die Songs zeichnen sich durch zahlreiche Tempowechsel aus, was der Musik sehr zu Gute kommt und ihr einen eigenen Stil bescheinigt. Einige Songs haben das Zeug zu Hymnen und werden bestimmt einigen Festivals in diesem Jahr ihren Stempel aufdrücken, besonders „Wayfarer“ ist hervorzuheben, schon jetzt ein Klassiker !

Sonstiges:
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Wie schon von Hot Water Music gewohnt, ist auch “Caution“ wieder kunstvoll gestaltet worden. Verantwortlich dafür ist wieder Mr. Sinclair. Besonders zu loben ist noch der Aspekt, dass die Texte im Booklet zu finden sind, leider nicht mehr selbstverständlich heutzutage.

Tracklist
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01 - Remedy
02 - Trusty Chords
03 - I Was On A Mountain
04 - One Step To Slip
05 - It\'s All Related
06 - The Sense
07 - Not For Anyone
08 - Sweet Disasters
09 - Alright For Now
10 - We\'ll Say Anything We Want
11 - Wayfarer
12 - The End

Hörprobe:
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http://www.hwmrock.com/mp3_download.cfm?mp3=Hot_Water_Music-Caution-01-Remedy.mp3

Fakten:
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Band: Hot Water Music
Titel: Caution
Label: Epitaph / Connected
VÖ: 07.10.2001
Spielzeit: 36:22 min.

Surftips:
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http://www.hwmrock.com
http://hwm.indiepress.com
http://www.epitaph.com/bands/index.php?id=105

Discographie:
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Full Length:
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1997 – Finding The Rhythmus
1998 – Fuel For The Hate Game
1999 – Live At The Hardback
1999 – No Division
2001 – A Flight And A Crash
2002 – Caution

Split\' & EP\'s:
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1995 - Push For Coin
1995 - Eating the Filler
1997 - Clarimel/HWM
1997 - Tomorrow/HWM
1997 - You Can Take the...
1998 - 6 Going On 7/HWM
1998 - Alachua
1998 - Rydell/HWM
1999 - Moonpies For Misfits
1999 - Leatherface/HWM

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