Mord im Orientexpress (Taschenbuch) / Agatha Christie Testbericht
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Erfahrungsbericht von orlan
Bahnfahren ist gefährlich
Pro:
interessante Charaktere
Kontra:
Kleinigkeiten
Empfehlung:
Ja
"Mord im Orientexpress" ist ein Kriminalroman von Agatha Christie. Die englischsprachige Originalausgabe von 1934 erschien unter dem Titel "Murder on the Orient Express".
Inhalt
*****
Auf seiner Rückreise von Syrien nach Europa reist der berühmte belgische Detektiv Hercule Poirot ab Istanbul mit dem ebenso berühmten Orientexpress.
Schon in Istanbul fangen auch schon die ersten Probleme an, denn obwohl der Zug zu dieser Jahreszeit in der Regel recht leer ist, kann Poirot nur mit Hilfe seines Freundes Monsieur Bouc von der Eisenbahndirektion ein Abteil im Schlafwegen Istanbul-Calais bekommen.
Schon am ersten Abend fällt Poirot ein äußerst unangenehm wirkender Amerikaner namens Ratchett auf, der ihn aus Angst um seine Sicherheit sogar engagieren will. Aber Poirot lehnt diesen Auftrag ab, da ihm Ratchetts Gesicht nicht gefällt.
Ein paar Stunden später wird Ratchett tot in seinem Abteil aufgefunden. Er wurde mit mehreren Messerstichen ermordet. Zu allem Überfluss bleibt der Zug auch noch in einer riesigen Schneewehe stecken und kann nicht mehr weiterfahren.
Schon bald findet Poirot heraus, dass der Tote niemand anderes war als Mr. Cassetti, der Entführer und Mörder der kleinen Daisy Armstrong. Er hatte die Tochter von Colonel Armstrong und seiner Frau Sonia entführt und 200.000 Dollar erpresst. Das Kindermädchen der Armstrongs geriet damals ungerechtfertigt in Verdacht und beging Selbstmord. Cassetti gelang es mit Hilfe seines Einflusses und seines immensen Reichtums, seinen Freispruch zu erreichen und tauchte anschließend unter.
Nun scheint ihn also seine Strafe doch noch erreicht zu haben. Mr. MacQueen, der Sekretär des Toten, berichtet Poirot von Drohbriefen, die Ratchett in der letzten Zeit bekommen habe.
Die einzige der Mitreisenden, die eine Verbindung zu den Armstrongs zu haben scheint, ist die Fürstin Dragomiroff. Sie war die Patin von Sonia Armstrong, der Mutter der ermordeten Daisy.
Allerdings stellt der Arzt Dr. Constantine fest, dass der Mord von mindestens zwei Personen begangen worden sein muss.
Doch Hercule Poirot hat bereits die Spur der Mörder aufgenommen. Es dauert nicht lange, und er findet heraus, dass nahezu jeder seiner zwölf Mitreisenden eine Verbindung zum Fall Armstrong hatte. Allerdings haben auch alle für den Tatzeitpunkt ein Alibi.
Meine Meinung
**************
"Mord im Orientexpress" ist ein Art Krimi, wie ich ihn eigentlich nur von Agatha Christie kenne. Ohne großartiges Primborium und Tamtam ist es der Autorin gelungen, einen durchaus spannenden und interessanten Kriminalroman zu schreiben.
Der Roman spielt fast ausschließlich an einem Schauplatz, nämlich in einem Waggon des Orientexpress. Großartige Ermittlungsarbeit kann nicht stattfinden, da der Zug im Schnee feststeckt und kein Kontakt nach außen möglich ist. So besteht ein großer Teil des Romans aus der Wiedergabe der Vernehmungen der einzelnen Fahrgäste.
Dabei beschränkt sich die gesamte Geschichte auf etwa ein Dutzend Personen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten, die scheinbar gar nichts miteinander gemeinsam haben.
In vielen Gesprächen zwischen Poirot und den anderen Fahrgästen lernt man diese recht gut kennen. Mit der Zeit wird Poirot (und auch dem Leser) langsam klar, dass jeder der Fahrgäste versucht, etwas zu verheimlichen.
Aber auch die Verwirrung Poirots wird klar deutlich. Die von ihm ermittelten Tatsachen wollen einfach nicht so recht zusammenpassen.
Der Roman lebt mangels spannender "Handlung" also nahezu allein von den unterschiedlichen Charakteren und deren Eigenarten.
Und als Poirot endlich herausgefunden hat, wer die Tat wirklich begangen hat, steht er erneut vor einem inneren Dilemma. Denn auch aus seiner Sicht ist es so, dass der Ermordete auch durchaus verdient hat, was er bekommen hat...
Autor
*****
Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel "The Mysterious Affair at Styles" (in Deutschland unter dem Titel "Das fehlende Glied in der Kette" erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück "The Mousetrap" ("Die Mausefalle") wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.
Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.html
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
*****
"Mord im Orientexpress" ist ein sehr guter Kriminalroman, dem es manchmal vielleicht ein klein wenig an Spannung fehlt.
Action sucht man in diesem Krimi vergeblich, aber man vermisst sie auch nicht unbedingt. Vor allem die gut dargestellten Charaktere machen diesen Roman interessant.
Daten
******
Mord im Orientexpress / Christie, Agatha
Fischer Taschenbuch Verlag, 2003
Taschenbuch, 254 Seiten
ISBN: 3-596-50681-6
Preis: 5,00 Euro
Inhalt
*****
Auf seiner Rückreise von Syrien nach Europa reist der berühmte belgische Detektiv Hercule Poirot ab Istanbul mit dem ebenso berühmten Orientexpress.
Schon in Istanbul fangen auch schon die ersten Probleme an, denn obwohl der Zug zu dieser Jahreszeit in der Regel recht leer ist, kann Poirot nur mit Hilfe seines Freundes Monsieur Bouc von der Eisenbahndirektion ein Abteil im Schlafwegen Istanbul-Calais bekommen.
Schon am ersten Abend fällt Poirot ein äußerst unangenehm wirkender Amerikaner namens Ratchett auf, der ihn aus Angst um seine Sicherheit sogar engagieren will. Aber Poirot lehnt diesen Auftrag ab, da ihm Ratchetts Gesicht nicht gefällt.
Ein paar Stunden später wird Ratchett tot in seinem Abteil aufgefunden. Er wurde mit mehreren Messerstichen ermordet. Zu allem Überfluss bleibt der Zug auch noch in einer riesigen Schneewehe stecken und kann nicht mehr weiterfahren.
Schon bald findet Poirot heraus, dass der Tote niemand anderes war als Mr. Cassetti, der Entführer und Mörder der kleinen Daisy Armstrong. Er hatte die Tochter von Colonel Armstrong und seiner Frau Sonia entführt und 200.000 Dollar erpresst. Das Kindermädchen der Armstrongs geriet damals ungerechtfertigt in Verdacht und beging Selbstmord. Cassetti gelang es mit Hilfe seines Einflusses und seines immensen Reichtums, seinen Freispruch zu erreichen und tauchte anschließend unter.
Nun scheint ihn also seine Strafe doch noch erreicht zu haben. Mr. MacQueen, der Sekretär des Toten, berichtet Poirot von Drohbriefen, die Ratchett in der letzten Zeit bekommen habe.
Die einzige der Mitreisenden, die eine Verbindung zu den Armstrongs zu haben scheint, ist die Fürstin Dragomiroff. Sie war die Patin von Sonia Armstrong, der Mutter der ermordeten Daisy.
Allerdings stellt der Arzt Dr. Constantine fest, dass der Mord von mindestens zwei Personen begangen worden sein muss.
Doch Hercule Poirot hat bereits die Spur der Mörder aufgenommen. Es dauert nicht lange, und er findet heraus, dass nahezu jeder seiner zwölf Mitreisenden eine Verbindung zum Fall Armstrong hatte. Allerdings haben auch alle für den Tatzeitpunkt ein Alibi.
Meine Meinung
**************
"Mord im Orientexpress" ist ein Art Krimi, wie ich ihn eigentlich nur von Agatha Christie kenne. Ohne großartiges Primborium und Tamtam ist es der Autorin gelungen, einen durchaus spannenden und interessanten Kriminalroman zu schreiben.
Der Roman spielt fast ausschließlich an einem Schauplatz, nämlich in einem Waggon des Orientexpress. Großartige Ermittlungsarbeit kann nicht stattfinden, da der Zug im Schnee feststeckt und kein Kontakt nach außen möglich ist. So besteht ein großer Teil des Romans aus der Wiedergabe der Vernehmungen der einzelnen Fahrgäste.
Dabei beschränkt sich die gesamte Geschichte auf etwa ein Dutzend Personen aus den verschiedensten gesellschaftlichen Schichten, die scheinbar gar nichts miteinander gemeinsam haben.
In vielen Gesprächen zwischen Poirot und den anderen Fahrgästen lernt man diese recht gut kennen. Mit der Zeit wird Poirot (und auch dem Leser) langsam klar, dass jeder der Fahrgäste versucht, etwas zu verheimlichen.
Aber auch die Verwirrung Poirots wird klar deutlich. Die von ihm ermittelten Tatsachen wollen einfach nicht so recht zusammenpassen.
Der Roman lebt mangels spannender "Handlung" also nahezu allein von den unterschiedlichen Charakteren und deren Eigenarten.
Und als Poirot endlich herausgefunden hat, wer die Tat wirklich begangen hat, steht er erneut vor einem inneren Dilemma. Denn auch aus seiner Sicht ist es so, dass der Ermordete auch durchaus verdient hat, was er bekommen hat...
Autor
*****
Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel "The Mysterious Affair at Styles" (in Deutschland unter dem Titel "Das fehlende Glied in der Kette" erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück "The Mousetrap" ("Die Mausefalle") wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.
Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.html
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.
Fazit
*****
"Mord im Orientexpress" ist ein sehr guter Kriminalroman, dem es manchmal vielleicht ein klein wenig an Spannung fehlt.
Action sucht man in diesem Krimi vergeblich, aber man vermisst sie auch nicht unbedingt. Vor allem die gut dargestellten Charaktere machen diesen Roman interessant.
Daten
******
Mord im Orientexpress / Christie, Agatha
Fischer Taschenbuch Verlag, 2003
Taschenbuch, 254 Seiten
ISBN: 3-596-50681-6
Preis: 5,00 Euro
26 Bewertungen, 1 Kommentar
-
10.09.2005, 03:19 Uhr von feldhase
Bewertung: sehr hilfreicheinfach nur Kult - ob Film oder Buch! LG vom Feldhasen
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