Tod in den Wolken (Taschenbuch) / Agatha Christie Testbericht

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  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  sehr gering
  • Spannung:  gering
  • Humor:  durchschnittlich
  • Stil:  ausschmückend

Erfahrungsbericht von orlan

Mord im Flugzeug

Pro:

typischer Poirot-Krimi

Kontra:

kleinere Längen

Empfehlung:

Ja

„Tod in den Wolken“ ist ein Kriminalroman von Agatha Christie. Die englischsprachige Originalausgabe erschien 1935 unter dem Titel „Death in the Air“.

Inhalt
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Der berühmte belgische Privatdetektiv Hercule Poirot reist im Flugzeug von Frankreich nach England. Kurz vor der Landung entdeckt einer der Stewards, dass einer der Fluggäste, die Französin Madame Giselle, tot ist. Erst sieht es nach einem ganz gewöhnlichen Herzanfall aus, doch dann entdeckt Poirot auf dem Boden einen kleinen Pfeil, der – wie sich später herausstellt – mit dem Gift der Baumschlange getränkt war. Sehr schnell wird auch noch das zum Pfeil passende Blasrohr gefunden und zwar genau hinter Hercule Poirots Sitz.
Da dieser Mord im Luftraum zwischen Frankreich und England geschehen ist, ermittelt die Polizei beider Länder. Und natürlich sind Inspektor Japp von Scotland Yard und Monsieur Fournier von der Sureté höchst erfreut, dass Poirot ihnen seine Hilfe anbietet.
Schnell stellt sich heraus, dass die Tote eine der bekanntesten Geldverleiherinnen von Paris gewesen ist. Lady Horbury, die ebenfalls im Flugzeug saß und Schulden in beträchtlicher Höhe bei der Toten hatte, gerät unter Verdacht.
Doch auch auf fast alle anderen Flugpassagiere hat der Mord großen Einfluss. Jane Grey, die in einem Schönheitssalon arbeitet, steht plötzlich im Mittelpunkt. Alle Kundinnen wollen Genaueres über den Mord wissen und möchten nur noch von ihr bedient werden. Etwas anders sieht es hingegen bei dem Zahnarzt Norman Gale aus. Aus Furcht, er sei vielleicht in einen Mordfall verwickelt, gehen ihm langsam aber sicher die Patienten aus. Doch in dieser schwierigen Zeit findet er Trost bei Jane Grey. Diese beiden haben sich nämlich Hals über Kopf ineinander verliebt.
Die Polizei tappt in der Folge ziemlich im Dunkeln. Inspektor Japp verdächtigt den Kriminalschriftsteller Mr. Clancy, der sich gut mit Gift auskennt und der von diesem Mord geradezu entzückt ist, weil er hofft, daraus eine gute Geschichte machen zu können.
Wie üblich stellt Poirot seine ganz eigenen Überlegungen an, die er anderen nur ungern mitteilt. Doch als plötzlich Madame Giselles bisher unbekannte Tochter auftaucht und Anspruch auf das nicht unbeträchtliche Erbe der Toten erhebt, scheint er seine gänzlichen Vermutungen über den Haufen werfen zu müssen.
Aber Hercule Poirot wäre nicht Hercule Poirot, wenn ihm nicht schon bald wieder etwas Neues einfallen würde.

Meine Meinung
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Sehr positiv fand ich, dass Agatha Christie schon gleich zu Anfang dieses Romans in die Vollen geht. Es gibt kein langes Vorgeplänkel, wie dies bei vielen anderen Kriminalromanen nur zu oft der Fall ist. Der Roman beginnt gleich mit dem Mord an der zwielichtigen Madame Giselle.
Leider kommt der Roman nach diesem „Paukenschlag“ nur langsam richtig in Fahrt. Offensichtlich braucht selbst der geniale Hercule Poirot in diesem Fall eine Weile um warmzulaufen.
Doch diese kurze Durststrecke dauert glücklicherweise nicht sehr lange und „Tod in den Wolken“ entwickelt sich rasch zu einem der vielen wirklich guten Hercule-Poirot-Krimis von Agatha Christie, der von der Genialität des Hauptcharakters lebt und zum Ende hin sogar noch richtig spannend wird.

Dabei wirft der Mord nahezu genau so viele Fragen auf wie Poirots unkonventionelle Ermittlungsmethoden. Fast nie wird wirklich klar, was der kleine Belgier mit dem gewaltigen Schnurrbart mit seinen Fragen bezweckt oder welche Vermutungen er gerade anstellt. „Tod in den Wolken“ bietet dem Leser also genügend Gelegenheit, eigene Überlegungen anzustellen in Bezug auf den Täter selbst und die Art, auf der dieser rätselhafte Giftmord verübt worden ist.

Zu Anfang gerät Hercule Poirot sogar für kurze Zeit selbst in Verdacht, der Mörder zu sein, weil das Blasrohr hinter seinem Sitz gefunden wurde. Da dies dem Ermittlungsrichter und Inspektor Japp, der Poirot schon von vielen früheren Fällen her kennt, aber geradezu abwegig erscheint, wird dieser Verdacht schon sehr bald nicht mehr weiterverfolgt. Eigentlich wird es sogar nicht einmal in Erwägung gezogen, dass der berühmte Privatdetektiv selbst der Mörder sein könnte.
Schade eigentlich, es wäre durchaus einmal interessant gewesen, wenn Hercule Poirot selbst unter Mordverdacht stehen würde und versuchen müsste, seine eigene Unschuld zu beweisen. Aber Poirot ist eben einfach über jeden Zweifel erhaben.

Ansonsten ist in „Tod in den Wolken“ alles so, wie man es von einem Hercule-Poirot-Krimi erwarten kann. Insbesondere das Ende, an dem (fast) alle Verdächtigen von Poirot zusammengerufen werden und er allen vorträgt, wie genial er diesen Fall mal wieder gelöst hat, ist geradezu typisch und wird schon erwartet, wenn man mehrere dieser Romane gelesen hat.

Autor
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Agatha Christie wurde am 15. September 1890 unter dem Namen Agatha Clarissa Miller als drittes Kind von Frederick und Clarissa Miller geboren.
1912 heiratete sie Archibald Christie. Sie zogen nach London, wo Agatha Christie in einer Krankenhausapotheke arbeitete.
Um die finanzielle Situation ihrer Familie aufzubessern, fing sie an, Romane zu schreiben.
Ihr erster Roman wurde 1920 unter dem Titel „The Mysterious Affair at Styles“ (in Deutschland unter dem Titel „Das fehlende Glied in der Kette“ erschienen) veröffentlicht.
Nach der Scheidung von ihrem Mann im Jahr 1928 erschuf Agatha Christie mit Miss Marple ihre zweite große Romanfigur nach dem belgischen Detektiv Hercule Poirot. Als Vorlage für diese Figur diente Christies Großmutter.
Auch im Theater hatte sie großen Erfolg: Ihr Stück „The Mousetrap“ („Die Mausefalle“) wurde am 25. November 1952 in London uraufgeführt und ist seitdem ohne Unterbrechung dort zu sehen.
Insgesamt schrieb Agatha Christie 70 Kriminalromane.
Sie starb am 12. Januar 1976 im Alter von 85 Jahren.

Wesentlich mehr Informationen über Agatha Christie findet ihr im Internet unter http://www.krimi-couch.de/krimis/agatha-christie.html
Dieser Seite sind auch die Informationen für die obige kurze Biographie entnommen.

Daten der aktuellen Ausgabe
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Die mir vorliegende Ausgabe dieses Krimis aus dem Jahr 1983 (Wilhelm Goldmann Verlag, ISBN: 3-442-00004-1, Preis: 4,80 DM) ist im Handel nicht mehr erhältlich. Allerdings ist dieses Werk im Jahr 2001 neu erschienen:

Tod in den Wolken / Christie, Agatha
Scherz Verlag, 2001
ISBN: 3-502-51818-1
Preis: 8,90 Euro

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Spissi

    12.07.2005, 10:13 Uhr von Spissi
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter bericht