Cicero, Marcus Tullius (106-43) Testbericht

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Erfahrungsbericht von Pituf

Staatsmann und Philosoph ... auch heute noch

Pro:

heute noch Gültigkeit

Kontra:

keine

Empfehlung:

Nein

Cicero - eine der bekanntesten römischen Personen heisst mit vollem Namen Marcus Tullius Cicero und wurde 106v. Chr. in dem kleinen Landstädtchen Arpinum geboren. Er entstammt dem Ritterstand und da seine Eltern genügend finanzielle Mittel hatten, konnte er eine Erziehung in Rom genießen. Dort wurde er Redner und Anwalt und setzte sich sehr im öffentlichen Leben ein. Seine philosophische Ausbildung erhielt er von Philon von Larissa, Antiochos von Askalon und dem Rhetoriker Molon, die ihm eine umfassende Ausbildung in alle philosophische Richtung ermöglichten. Als Hörer des Poseidonios und Panaitios bildete Cicero sich weiter.
Alle seine politschen Ämer erreichte Cicero \"suo anno\"(frühstmöglich), was schon auf seine Zielstrebigkeit hinweist. Als er schließlich im Jahre 63 v. Chr. als Konsul fungierte, musste er die Verschwörung des Catilina niederschlagen. Da kein Schriftsteller zur damaligen Zeit Ciceros Heldenmut bei dieser Tat genügend fixieren wollte, verfasste er selbst eine Lobrede auf seine Taten, was ihm viel Spott und Verachtung einbrachte. Jedoch ist dies der einzige negative Gesichtspunkt, der in Ciceros Biographie anzulasten ist. Denn als überaus gebildeter Redner und als Mann von feiner Bildung ragte er über alle seine Zeitgeniosse hinaus.
Seine berühmteste Schrift ist wohl \"de re publica\", in der er sich der Staatsphilosophie widmet. Er definiert hier das Naturrecht, versucht die beste Staatsform zu finden unf kommt zu dem Schluss, dass eine Mischverfassung aus Demokratie, Monarchie und Aristokratie die beste Verfassung ist. All diese Elemente seien auch in der römischen Verfassung zur Zeit der Republik vorhanden gewesen, was diese für Cicero zur besten Verfassung macht.
Doch Cicero widmete sich nicht nur staatlichen Angelenheiten, sondern übte sich auch in der Theorie der Rhetorik und verfasste umfassende Anleitungen, wie ein guter Redner seine Reden halten müsse. Desweiteren befasste er sich nach seiner politischen Tätigkeit sehr viel mit der Philosophie, wobei ihm die Philosophie des Peripatos(von Aristoteles) am nähesten stand. Aber er konnte sich auch mit anderen philosophischen Richtungen sehr gut identifizieren und wählte für sich selbst die jeweils besten Elemente aus. In seinem Werk \"de finibus bonorum et malorum\"(Über die Grenzen des Guten und des Schlechten) versucht er aus sicht der Stoiker und aus Sicht der Epikureer zu definieren, was das höchste Ziel des Lebens sei. Dieses Werk ist das wohl empfehlenswerteste, da es sehr interessant ist und auch heute noch Gültigkeit hat. Versucht man nämlich in der heutigen Zeit nach Ciceros Ansätzen zu denken, kommt man auf überraschende Ergebnisse, wie früh ni der Geschichte doch schon ähnliche Probleme und Fragestellungen wie heute auftauchten.
Seinen Plan, einen Gesamtüberblick über die griechische Philosophie zu schaffen, konnte Cicero leider nicht verwirklichen und so starb er im Jahre 43 v. Chr. nachdem er in seinem \"Philippica\" den damaligen Machthaber Antonius beschimpfte. Dieser ließ sich das jedoch nicht lange gefallen und schickte seine Häscher nach Cicero aus, ließ ihn ermorden und als Abschreckung auf dem römischen Marktplatz seine Arme und Beine öffentlich ausstellen.
Dieses Ende hätte ein derart großer Staatsmann und Philosoph nicht verdient gehabt, doch Cicero musste für seine Überheblichkeit gegenüber Antonius mit dem teuersten bezahlen, was er hatte... nämlich seinem Leben.

8 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Indigo

    30.05.2002, 22:45 Uhr von Indigo
    Bewertung: sehr hilfreich

    cum laude Wohl ein altsprachlich-humanistischer Abiturient, oder?