Cirrus Airlines Testbericht




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Auf yopi.de gelistet seit 10/2003
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Erfahrungsbericht von theConsultant
Lufthänschen klein, flog allein ...
Pro:
ausgefallene Strecken
Kontra:
atemberaubende Flugkünste
Empfehlung:
Ja
„Team Lufthansa“ steht ganz groß auf dem neuen Flieger und erst darunter ein kleines „Cirrus Airlines“. Hat Lufthansa schon wieder einen Konkurrenten geschluckt? Nun, von Konkurrent kann kaum die Regel sein, denn bislang verkehrte Cirrus (mit Sitz in Saarbrücken) zwischen Orten wie Mannheim und Usedom/Heringsdorf.
Ich wäre daher auf Cirrus kaum aufmerksam geworden, wenn die Fluglinie nicht vom April dieses Jahres an Flüge von Frankfurt nach Skopje angeboten hätte. Da wurde ich natürlich hellhörig, denn seit Swiss nicht mehr Münster/Osnabrück anfliegt, und Lufthansa die Strecke München – Skopje aufgegeben hat, komme ich nur noch mit zweimaligen Umsteigen an meinen „dritten Wohnsitz“.
Leider ergab eine Überprüfung der Verbindungen, dass mir die neue Verbindung weder Zeit noch Geld spart – und so war die Sache erst einmal vergessen, und ich buchte wie gewohnt die Strecke Münster – Müchen – Wien – Skopje. Doch ich hatte Glück. Wenn man immer die selben Strecken fahren oder fliegen muss, freut man sich ja über eine kleine Abwechslung. Und die traf ein in Form eines Bombenverdachts. Also alle Passagiere in Münster wieder aussteigen und erst einmal warten. Merkwürdigerweise wurde keine Gepäckidentifizierung verlangt. Aber der Flug fiel aus, und Passagiere mit Anschlussflügen wurden umgebucht. So flog ich denn nach Frankfurt, und sollte von dort mit Cirrus nach Skopje fliegen.
Trotz zwei Stunden Verspätung hatte ich in Frankfurt noch reichlich Zeit, die ich in der Star Allinance Vielflieger Lounge überbrücken wollte. Da begann das erste kleine Problem, man wollte mich erst nicht reinlassen. „Cirrus – nie gehört. Ist kein Partner von uns. Was? Ihr Eurowings Flug ist ausgefallen? Ist ebenfalls nicht Mitglied der Star Alliance. Und Sie haben ja noch nicht einmal ein Business Ticket“ Ich stellte mich aber stur und wurde darum doch eingelassen, „ausnahmsweise“.
Während ich mein mitgebrachtes Buch las, Erdnüsse knabberte und ein Glas Rotwein süffelte (denn viel mehr hat die Frankfurter Business Lounge nicht zu bieten, noch nicht einmal freies Internet Surfen) schaute ich immer wieder auf die Bildschirme über der Selbstbedienungstheke. Mein Flug war jedenfalls nicht dabei. Irgendwann wurde ich unruhig und wanderte wieder zur Rezeption der Lounge. Inzwischen war der unfreundliche Zerberus durch zwei nette mittelalterliche Damen abgelöst worden. „Ja“, sagte man mir „auf den Bildschirmen hier werden nur die Star Alliance und Code Sharing Flüge angezeigt. Der Flug nach Skopje gehört offenbar nicht dazu.“ Aber man wolle gerne mal in System nachschauen. „C9 1131, die Flugnummer gibt es gar nicht“. „Aber den Flug nach Skopje um 14.30?“ „Ja hier, RUS 1131. Die werden pünklich abfliegen, nur das Gate ist noch nicht ausgewiesen“ „Macht nichts, mir wurde das Gate schon vor 3 Stunden mitgeteilt, dann werde ich da mal hinwandern.“
RUS? Russenmafia? Aber dann tröstete ich mich, das dies eben die Schwanzsilbe von Cirrus sei. Das Personal am Abflugschalter war dann wieder hundertprozentig Lufthansa. Lediglich die Passagiere, die zu großes Handgepäck hatten, bekamen ein „Cirrus“-Anhängerchen, und mussten sich vorrübergehend von ihren Gepäck trennen. Wir kamen zwar insgesamt auf nur etwa 15 Passagiere (50 hätten in den Flieger reingepasst), aber solch große Gepäckstücke können eben nicht sicher im Fahrgastraum verstaut werden.
Die paar Leutchen waren dann auch schnell in den Zubringerbus eingestiegen, der uns dann nach längerer Fahrt zu dem Flieger brachte, der ganz am Ende des Flughafens auf uns wartete. Es ist übrigens jene Embraer 145, die einen auf der Homepage www.cirrus-airlines.de begrüßt. So wie beiden „normalgroßen“ Flugzeugherstellern nur noch Boeing und Airbus übrig geblieben sind, teilen sich den Markt der Regionaljets (mit weniger als 100 Sitzen) auch nur noch wenige Hersteller, und der brasilianische Flugzeugbauer Embraer gehört neben Bombardier mit seinem „Canadair Jet“ offensichtlich dazu, vom Erfolgsmodell 145 wurden bereits über 600 Stück verkauft. Und das erste (und bislang einzige) in Deutschland ging an Cirrus.
Anders als die moppelig-gemütlichen „Jumbolinos“ von BAe bzw. ATR wirkt die schlanke Embraer (mit nur 1 + 2 Sitzen pro Reihe) irgendwie „agressiver“. Das muss der Pilot auch so empfunden haben. Nach kurzem Anlauf reißt er das Flugzeug so in die Höhe, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe, und danach dreht er eine derartig enge Kurve, dass ich mich ebenfalls mehr wie auf dem Jahrmarkt als in einem Linienflugzeug vorkomme. Dabei ist Karussellfahren der absolute Horror für mich. Aber zum Glück habe ich nur „bei“ etwas Angst uns niemals „vor“ etwas; sowie wir eine sichere Höhe erreicht haben, ist alles wieder gut für mich.
In 11000 Metern Höhe befindet man sich normaler Weise über den Wolken – es sei denn, es handelt sich um Gewitterquellwolken. Die gab es auf meinem Flug vor allem südlich der Alpen im wahrsten Sinne des Wortes „haufenweise“ zu betrachten. Ein solch erhabenes Schauspiel, dass ich es vorzug, meine Reiselektüre nicht wieder herauszuzuholen sondern einfach nur Musik zu hören und aus dem Fenster zu schauen. Stefan Mikus kam allerdings gegen das Jetgeröhre nicht an, Rosenstolz war dann besser geeignet. Der Pilot hielt uns übrigens immer in sicherer Entfernung der Gewitterwolken (zum ersten mal sah ich einen Blitz von oben!) und der Flug war, von dem rasanten Aufstieg abgesehen, sehr ruhig.
Das Essen, was uns gereicht wurde war sehr anständig, eine Mischung von Salaten, Aufschnitt (no pork) und Brötchen, leicht und schmackhaft. Ich bestellte eine Rotwein und war schon neugierig, ob der aus der Cirrus-Heimat Mosel-Saar-Ruver kommen würde. Aber vermutlich haben die dort nur Weißwein, jedenfalls erhielt ich ein Fläschchen Negroamaro Puglia aus Süditalien.
Der Flugplan von Cirrus, den ich aus dem Flugzeug mitnahm, gab übrigens auch an, das man vorhabe, ab Mitte Mai auch noch die Strecke Skopje-München täglich zu fliegen. Aufgrund mangelnder Fluggastzahlen hat man diesen Plan aber wohl schnell wieder aufgegeben.
+++
In der zweiten Hälfte 2003 war dann das größte Problem beseitigt: der Flug Frankfurt – Skopje wurde ein Codesharing Flug (Cirrus und Lufthansa), damit gab es für mich auch günstige Tickets für den Anschluss mit Eurowings nach Münster-Osnabrück. Und ich wurde ohne Kampf in die Lufthansa Lounge in Frankfurt gelassen!
Bei der Wahl des Weins in der Kabine war man auch ein wenig näher dran: als Weisswein bekam ich zwar keinen Mosel-Saar-Ruwer aber immerhin einen Rheinhessen von einem kleinen Weingut.
Nur der sportliche Pilot war der selbe geblieben. Aber da er bisher den Flieger nicht zum Absturz gebracht hatte, würde ihm das sicher auch nicht gelingen, während ich mit flog.
Ich wäre daher auf Cirrus kaum aufmerksam geworden, wenn die Fluglinie nicht vom April dieses Jahres an Flüge von Frankfurt nach Skopje angeboten hätte. Da wurde ich natürlich hellhörig, denn seit Swiss nicht mehr Münster/Osnabrück anfliegt, und Lufthansa die Strecke München – Skopje aufgegeben hat, komme ich nur noch mit zweimaligen Umsteigen an meinen „dritten Wohnsitz“.
Leider ergab eine Überprüfung der Verbindungen, dass mir die neue Verbindung weder Zeit noch Geld spart – und so war die Sache erst einmal vergessen, und ich buchte wie gewohnt die Strecke Münster – Müchen – Wien – Skopje. Doch ich hatte Glück. Wenn man immer die selben Strecken fahren oder fliegen muss, freut man sich ja über eine kleine Abwechslung. Und die traf ein in Form eines Bombenverdachts. Also alle Passagiere in Münster wieder aussteigen und erst einmal warten. Merkwürdigerweise wurde keine Gepäckidentifizierung verlangt. Aber der Flug fiel aus, und Passagiere mit Anschlussflügen wurden umgebucht. So flog ich denn nach Frankfurt, und sollte von dort mit Cirrus nach Skopje fliegen.
Trotz zwei Stunden Verspätung hatte ich in Frankfurt noch reichlich Zeit, die ich in der Star Allinance Vielflieger Lounge überbrücken wollte. Da begann das erste kleine Problem, man wollte mich erst nicht reinlassen. „Cirrus – nie gehört. Ist kein Partner von uns. Was? Ihr Eurowings Flug ist ausgefallen? Ist ebenfalls nicht Mitglied der Star Alliance. Und Sie haben ja noch nicht einmal ein Business Ticket“ Ich stellte mich aber stur und wurde darum doch eingelassen, „ausnahmsweise“.
Während ich mein mitgebrachtes Buch las, Erdnüsse knabberte und ein Glas Rotwein süffelte (denn viel mehr hat die Frankfurter Business Lounge nicht zu bieten, noch nicht einmal freies Internet Surfen) schaute ich immer wieder auf die Bildschirme über der Selbstbedienungstheke. Mein Flug war jedenfalls nicht dabei. Irgendwann wurde ich unruhig und wanderte wieder zur Rezeption der Lounge. Inzwischen war der unfreundliche Zerberus durch zwei nette mittelalterliche Damen abgelöst worden. „Ja“, sagte man mir „auf den Bildschirmen hier werden nur die Star Alliance und Code Sharing Flüge angezeigt. Der Flug nach Skopje gehört offenbar nicht dazu.“ Aber man wolle gerne mal in System nachschauen. „C9 1131, die Flugnummer gibt es gar nicht“. „Aber den Flug nach Skopje um 14.30?“ „Ja hier, RUS 1131. Die werden pünklich abfliegen, nur das Gate ist noch nicht ausgewiesen“ „Macht nichts, mir wurde das Gate schon vor 3 Stunden mitgeteilt, dann werde ich da mal hinwandern.“
RUS? Russenmafia? Aber dann tröstete ich mich, das dies eben die Schwanzsilbe von Cirrus sei. Das Personal am Abflugschalter war dann wieder hundertprozentig Lufthansa. Lediglich die Passagiere, die zu großes Handgepäck hatten, bekamen ein „Cirrus“-Anhängerchen, und mussten sich vorrübergehend von ihren Gepäck trennen. Wir kamen zwar insgesamt auf nur etwa 15 Passagiere (50 hätten in den Flieger reingepasst), aber solch große Gepäckstücke können eben nicht sicher im Fahrgastraum verstaut werden.
Die paar Leutchen waren dann auch schnell in den Zubringerbus eingestiegen, der uns dann nach längerer Fahrt zu dem Flieger brachte, der ganz am Ende des Flughafens auf uns wartete. Es ist übrigens jene Embraer 145, die einen auf der Homepage www.cirrus-airlines.de begrüßt. So wie beiden „normalgroßen“ Flugzeugherstellern nur noch Boeing und Airbus übrig geblieben sind, teilen sich den Markt der Regionaljets (mit weniger als 100 Sitzen) auch nur noch wenige Hersteller, und der brasilianische Flugzeugbauer Embraer gehört neben Bombardier mit seinem „Canadair Jet“ offensichtlich dazu, vom Erfolgsmodell 145 wurden bereits über 600 Stück verkauft. Und das erste (und bislang einzige) in Deutschland ging an Cirrus.
Anders als die moppelig-gemütlichen „Jumbolinos“ von BAe bzw. ATR wirkt die schlanke Embraer (mit nur 1 + 2 Sitzen pro Reihe) irgendwie „agressiver“. Das muss der Pilot auch so empfunden haben. Nach kurzem Anlauf reißt er das Flugzeug so in die Höhe, wie ich es noch nie zuvor erlebt habe, und danach dreht er eine derartig enge Kurve, dass ich mich ebenfalls mehr wie auf dem Jahrmarkt als in einem Linienflugzeug vorkomme. Dabei ist Karussellfahren der absolute Horror für mich. Aber zum Glück habe ich nur „bei“ etwas Angst uns niemals „vor“ etwas; sowie wir eine sichere Höhe erreicht haben, ist alles wieder gut für mich.
In 11000 Metern Höhe befindet man sich normaler Weise über den Wolken – es sei denn, es handelt sich um Gewitterquellwolken. Die gab es auf meinem Flug vor allem südlich der Alpen im wahrsten Sinne des Wortes „haufenweise“ zu betrachten. Ein solch erhabenes Schauspiel, dass ich es vorzug, meine Reiselektüre nicht wieder herauszuzuholen sondern einfach nur Musik zu hören und aus dem Fenster zu schauen. Stefan Mikus kam allerdings gegen das Jetgeröhre nicht an, Rosenstolz war dann besser geeignet. Der Pilot hielt uns übrigens immer in sicherer Entfernung der Gewitterwolken (zum ersten mal sah ich einen Blitz von oben!) und der Flug war, von dem rasanten Aufstieg abgesehen, sehr ruhig.
Das Essen, was uns gereicht wurde war sehr anständig, eine Mischung von Salaten, Aufschnitt (no pork) und Brötchen, leicht und schmackhaft. Ich bestellte eine Rotwein und war schon neugierig, ob der aus der Cirrus-Heimat Mosel-Saar-Ruver kommen würde. Aber vermutlich haben die dort nur Weißwein, jedenfalls erhielt ich ein Fläschchen Negroamaro Puglia aus Süditalien.
Der Flugplan von Cirrus, den ich aus dem Flugzeug mitnahm, gab übrigens auch an, das man vorhabe, ab Mitte Mai auch noch die Strecke Skopje-München täglich zu fliegen. Aufgrund mangelnder Fluggastzahlen hat man diesen Plan aber wohl schnell wieder aufgegeben.
+++
In der zweiten Hälfte 2003 war dann das größte Problem beseitigt: der Flug Frankfurt – Skopje wurde ein Codesharing Flug (Cirrus und Lufthansa), damit gab es für mich auch günstige Tickets für den Anschluss mit Eurowings nach Münster-Osnabrück. Und ich wurde ohne Kampf in die Lufthansa Lounge in Frankfurt gelassen!
Bei der Wahl des Weins in der Kabine war man auch ein wenig näher dran: als Weisswein bekam ich zwar keinen Mosel-Saar-Ruwer aber immerhin einen Rheinhessen von einem kleinen Weingut.
Nur der sportliche Pilot war der selbe geblieben. Aber da er bisher den Flieger nicht zum Absturz gebracht hatte, würde ihm das sicher auch nicht gelingen, während ich mit flog.
29 Bewertungen, 3 Kommentare
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23.02.2005, 14:55 Uhr von modschegibbchen
Bewertung: sehr hilfreichgegen rheinhessen-weine ist ja nichts einzuwenden... guter bericht. lg heike
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25.01.2005, 23:33 Uhr von Lisolotto
Bewertung: sehr hilfreichmanchmal hat auch ein Pilot ein Schlückchen nötig!
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25.01.2005, 13:08 Uhr von Mundi
Bewertung: sehr hilfreichNun, wenn sich der Pilot am Weintrinken nicht beteiligt, kann eine Landung immer gelingen. lg mundi
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