Zitruspflanze Testbericht

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Erfahrungsbericht von Namibia

Der Zitronenberg

Pro:

Immer baumfrische Zitronen im Haus

Kontra:

Wohin mit den ganzen Zitronen?

Empfehlung:

Ja

Seit zwei Jahren lebe ich in Namibia. Und in meinem Garten steht neben vielen anderen Bäumen auch ein Zitronenbaum. Und über den möchte ich heute mal berichten.

Ich war schon immer der Meinung, dass Obst und Gemüse aus eigener Ernte besser ist als dieses gekaufte, hochgezüchtete Wasser-Zeug aus dem Supermarkt. Die Aromen gehen meist verloren und die Haltbarkeit hält sich oft auch in Grenzen. Umso glücklicher war ich, als ich in unserem Garten einen Zitronenbaum entdeckte. Er war zum Zeitpunkt unseres Einzugs in das neue Haus über und über mit Früchten behangen und jede einzelne von ihnen strahlte mich regelrecht an.

Sofort wurden Pläne geschmiedet, was wir wohl alles mit den Zitronen anstellen würden. Mein Freund ist sehr gern panierte Sachen mit einem Schuss Zitronensaft. Also hatten wir eine Verwendungsmöglichkeit schon mal abgeklärt.

Ich durchstöberte sofort alle Koch- und Backbücher und legte fest, wann welcher Zitronenkuchen, welches Zitronendessert und so weiter gebacken bzw. gekocht wurde.

In der Zwischenzeit meldeten auch einige Bekannte ihre Ansprüche an den Früchten an. Und da ich jeden Tag einen ganzen Korb voll Zitronen erntete, war es auch kein Problem, diese zu verschenken.

Dann rückte das erste Weihnachtsfest in Namibia immer näher. Wir wollten jedoch keinen grossen Aufwand betreiben. Dieser ewige Kommerz ging uns gewaltig gegen den Strich. Aber auf den Weihnachtsbaum wollten wir auch nicht recht verzichten. Nun sind diese aber in Namibia eher dünn gesät und so beschlossen wir, den Zitronenbaum mit einer Lichterkette zu schmücken. Auf diese Weise haben wir uns auch die Kugeln gespart, denn die hingen ja schon dran *gg*.

Irgendwann ging die grosse Ernte zu Ende und ich beschloss, den Baum im Herbst ein wenig zu stutzen. Seine Äste hingen bis zum Boden und einige Zweige waren auch verdorrt oder aus früheren kalten Wintern erfroren. Also schnitt und sägte ich, was das Zeug hielt. In der Zwischenzeit hatte ich noch immer jeden Tag frische Zitronen zur Verfügung.

Im Frühjahr begann ich, den Baum sehr kräftig zu wässern und zwar täglich. Daraufhin setzte er dann die ersten Blüten an. Sie waren recht gross, weiss mit einem lila Schimmer und dufteten unwahrscheinlich gut. Die Insekten taten ihr Werk und schon nach wenigen Wochen hingen die kleinen grünen Zitronen am Baum. Es waren so viele, dass ich befürchtete, die Äste würden die zukünftige Last wohl kaum aushalten. Die Wassergaben habe ich erst wieder im Herbst reduziert, wenn die Tage etwas kühler wurden.

Bisher konnte ich nicht feststellen, dass sich irgendwelche Schädlinge am Baum oder an den Früchten gütlich getan haben. Das ist denen wohl auch zu sauer.

Eine weitere Verwendungsmöglichkeit fanden wir, als wir mal wieder eine grössere Party planten. Wir pressten die Zitronen aus, froren den Saft als Eiswürfel ein und verwendeten diese dann für Gin Tonic oder andere Drinks. Aber auch ganze Flaschen mit Z-Saft wurden eingefroren. Die Flaschen brachten wir dann auf die Kinderstation eines Krankenhauses. Die Schwestern freuten sich riesig und man sagte mir, dass eine Literflasche Zitronensaft eine ganze Woche für die Station gereicht hätte. Also wurde das eine regelmässige Sache.

Aber der Zitronenbaum wollte einfach nicht aufhören, neue Früchte zu produzieren. Inzwischen fror ich geschälte Früchte ein, meine Gefriertruhe platzte aus allen Nähten wegen all der Tüten, Boxen und Flaschen.

In diesem Jahr trägt der Baum wieder tonnenweise neue Früchte. Die ersten fallen bereits herunter, weil ich einfach nicht mehr weiss, wohin damit. Die Früchte sind sehr gross, wohl geformt und im Gegensatz zu denen aus dem Supermarkt, sehr viel saftiger und saurer. Ich musste meine Kochrezepte umstellen. Wenn dort etwas vom Saft einer halben Zitronen stand, brauchte ich nur ein oder zwei Tropfen.

Inzwischen haben sich wieder viele Bekannte angemeldet, die in den nächsten Tagen und Wochen ihren Vorrat auffüllen möchten. Die Kinderstation im Krankenhaus kommt auch wieder an die Reihe und ich denke, dass wir auch dieses Jahr \"überleben\" werden.

Ich habe mal noch einige Bilder beigefügt, damit Ihr Euch selbst einen Eindruck machen könnt.

Viele liebe Grüsse aus Namibia,
Namibia

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