Collateral (DVD) Testbericht

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Collateral-dvd-thriller
ab 8,32
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Erfahrungsbericht von kleenerknuffi

700 leicht verdiente Dollar?

Pro:

Schauspieler, Stimmung

Kontra:

Ein klein wenig kürzer hätte nicht geschadet

Empfehlung:

Ja

Kennt man Tom Cruise in seinen Filmen eigentlich eher als den netten und gut aussehenden Jungen, kann er in seinem neusten den Bad Guy raushängen lassen.
Denn dort mimt er den grauhaarigen Auftragskiller Vincent, der den unbescholtenen Taxifahrer Max zwingt für ihn als Chauffeur zu arbeiten um seinem Job nachzugehen.



>>Inhalt<<


Max (Jamie Foxx) arbeitet als Taxifahrer in LA. Ein Zwischenjob, wie er immer wieder betont. Denn sein großer Traum ist es einen eigenen Limousinenservice für die Schönen und Reichen der Metropole zu unterhalten.
Nur leider arbeitet er schon seit zwölf Jahren bei dieser Zwischenlösung.

Eines Abends fährt er die schöne und junge Anwältin Annie (Jada Pinkett-Smith) zur Staatsanwaltschaft, wo sie arbeitete.
Nach einer kleinen Wette, einem angeregten Gespräch und einer kleinen Aufmerksamkeit von Maxs Seite, ist Annie so begeistert, dass sie Max ihre Telefonnummer mit der Aufforderung sie anzurufen gibt.
Dies verwirrt den guten Max so sehr, dass er beinahe seinen nächsten Fahrgast verpasst.

Der grauhaarige Vincent (Tom Cruise) bietet ihm insgesamt 700 Dollar an, wenn er ihn zu fünf Maklerterminen und morgens wieder pünktlich zum Flughafen fährt.

Schnell und einfach verdientes Geld denkt sich Max und willigt in den Vorschlag von Vincent ein.

Doch schon bei der ersten Adresse muss er feststellen, dass er mit der Annahme des Auftrags den größten Fehler seines Lebens begangen hat.
Denn plötzlich landet ein Toter auf seinem Dach. Und schnell wird Max klar, dass Vicent dafür verantwortlich ist.
Max will sofort aussteigen, doch er weiß schon viel zuviel und so zwingt Vincent ihn, auch weiter für ihn den Chauffeur zu spielen und ihn zu seinen anderen Zielorten zu fahren.

Zwischen dem dritten und vierten Mord besucht Vincent mit Max zusammen dessen Mutter Ida (Irma P. Hall) im Krankenhaus. Und hier versucht Max, der mittlerweile herausbekommen hat, dass es sich bei den Zielen des Killers um Zeugen gegen eine Verbrecherorganisation handelt die Akten zu den beiden letzten Mordopfern zu zerstören.
Doch auch dies nützt nicht. Denn nun muss er die Angaben für die beiden letzten Ziele für Vincent wiederbesorgen.

Zwischenzeitlich steht für die Polizei und das FBI fest, dass Max der Auftragsmörder ist und sie sind ihm schon dicht auf den Fersen.

Wird Vincent auch die beiden letzten Mordaufträge ausführen?
Wird er Max (wie bereits einen Taxifahrer vor ihm) auch töten?



>>Schauspieler<<


Tom Cruise (Mission Impossible 1-2, Top Gun, Last Samurai) spielt den Auftragskiller Vincent. Dieser ist eiskalt und gefühlsarm. Ihm ist es egal wen er aus welchem Grund töten soll, Hauptsache die Beazahlung stimmt. Und wenn er nebenbei noch ein paar Zeugen beseitigen muss, stört ihn das auch nicht weiter.
Tom Cruise spielt die Rolle des Auftragsmörders wie sie sein muss, ohne viele Gefühlsregung und so kann er sie glaubhaft darstellen.
Man könnte auch sagen: Cool, cooler, Cruise.
Denn eine Änderung der Mimik ist nur selten zu beobacht. Doch gerade das passt auch zu dem Beruf, dem seine Filmfigur nachgeht.


Jamie Foxx (An jedem verdammten Sonntag, Bait- Fette Beute, Ali) spielt den Taxifahrer Max. Dieser hat den Traum einen eigenen Limousinenservice zu gründen. Den Hintern bekommt er dafür aber nicht wirklich hoch.
Jamie Foxx spielt seine Rolle gut und kann überzeugen. Er lässt Max zwischen Unglaube und Angst hin und her schwanken.



>>Infos zum Film>>


Originaltitel: Collateral
USA: 2004
FSK: 16
Spieldauer: 116 min.
Studio: Dreamworks


Darsteller:

Vincent (Tom Cruise)
Max (Jamie Fox)
Annie (Jada Pinkett-Smith)
Detective Ray Fanning (Mark Ruffalo)
Ida (Irma P. Hall)
Richard Weidner (Peter Berg)
Pedrosa (Bruce McGill)


Regie: Michael Mann (Ali, Heat, Der letzte Mohikaner)
Drehbuch: Michael Mann (Ali, Der letzte Mohikaner)
Stuart Beatti (Fluch der Karibik)
Frank Darabon (The Green Mile, Die Verurteilten)
Produzenten: Michael Mann (Ali, Der letzte Mohikaner)
Julie Richardson
Musik: James Newton Howard (Das Dorf, Hidalgo)
Kamera: Dion Beebe (In the Cut, Chicago)
Paul Cameron (Mann unter Feuer, Passwort:Swordfish)



>>Meine Meinung und Fazit<<


„Collateral“ ist ein guter Thriller, der den Zuschauer zwei Stunden unterhalten kann. Allerdings wäre es nicht schlimm gewesen den Film um 10 bis 15 Minuten zu kürzen, da er dadurch noch an Spannung hätte gewinnen können.

Im Film treffen zwei Menschen aufeinander, die einerseits nicht unterschiedlicher sein könnten [Vincent der skrupellose Auftragskiller und Max der unbescholtene und moralische Taxifahrer] aber gleichzeitig sehr viele Gemeinsamkeiten haben [sie sind beide einsame Männer. Vincent weil er sich in seinem Beruf weder Familie noch Freunde leisten kann. Denn sollten diese hinter sein Berufsgeheimnis kommen, wäre er wohl gezwungen die unliebsamen Zeugen zum Schweigen zu bringe. Max weil er irgendwie nie den Hintern hoch bekommt, weder bei seinem Traum vom eigenen Limousinenservice noch bei Bekanntschaften mit Frauen,. Den einzigen Menschen, den er hat ist seine Mutter, die immer nur an ihm herumkritisiert. Und so ist wohl eine Szene des Films bezeichnend für beide Männer. In dieser Szene überquert ein Wolf vor Maxs Taxi die Straße. Beide Männer betrachten ihn und man sieht Traurigkeit in ihren Augen. Und es scheint so, dass sie sich beide in dem einsamen Tier wieder erkenne.]
Schnell wird dem Zuschauer bewusst, dass die beiden Männer sich im Laufe ihrer nächtlichen Fahrt persönlich immer näher kommen.
Vor allem Vincent scheint Max zu mögen. Er hilft ihm sich gegen seinen cholerischen Chef zu wehren und sagt ihm auf den Kopf zu, dass er eigentlich nicht genug Mumm hat, seinen Traum vom eigenen Limousinenservice zu verwirklichen, da er sonst nämlich schon längst einen Kredit aufgenommen hätte und seine Firma angemeldet hätte. Und man sieht Vincent auch die Enttäuschung an als Max [der wohl dem was für ihn ein Freund sein könnte am nächsten kommt] sich gegen ihn stellt um seinen fünften Hit [Erfüllung eines Auftragsmordes] zu verhindern.
Und trotzdem würde er wohl auch Max am Ende töten, da dieser einfach zuviel weiß und damit zu gefährlich für ihn ist.
Und so würde wohl Max sein Leben als das beenden, was er sein ganzes Leben über war, als Opfer.
Denn genau dass ist Max. Von Kindesbeinen an immer den Nörgeleien seiner Mutter ausgesetzt, der er nie etwas recht machen konnte. Und nie lehnte er sich gegen diese Behandlung seiner Mutter auf, sondern ertrug sie immer nur [Im Film z. B. gibt ihm Vincent Blumen die er seiner Mutter schenken soll. Doch diese beschimpft ihn nur, dass er sein Geld verschwenden würde. Als sie aber erfährt, dass die Blumen von Vincent bezahlt wurden ist sie überschwänglich vor Freude und Dankbarkeit.] Und da er nie lernte sich zu wehren, lässt er sich auch alles von seinem Chef gefallen. Und gerade auch wegen dieser Unfähigkeit, für sich selbst ein zu stehen, ist er das richtige „Opfer“ für Vincent.
Und erst am Ende des Films, nachdem er in dieser Nacht soviel Tod und Grausamkeit gesehen hat, schafft er es endlich genügend Mut und Kraft aufzubringen und für das was er als richtig empfindet ein zu stehen, egal was ihn das kostet.
Und so hofft der Zuschauer, dass es ihm auch in Zukunft gelingt seine Träume [ob diese nun aus dem eigenen Limousinenservice und/oder einer Beziehung mit der Staatsanwältin Annie bestehen] anzugehen und zu verwirklichen.

Der Film beginnt gemächlich und ruhig, kommt dann aber langsam in Fahrt.
Er verfügt über einige Actionszenen, wie z. B. sich überschlagende Autos, aus dem Fenster fallende Leichen und wilde Schiessereinen.
Doch dramaturgisch setzt der Film vor allem auf die Dialoge zwischen dem Killer Vincent und dem moralischen Max.
Und gerade auch diese Gespräche haben einen großen Anteil an der charakterlichen Entwicklung von Max. Denn Vincent ist genau dass, was die Bad Guys in Filmen so häufig sind. Trocken und brutal sagt er seine Meinung, die oftmals ironisch aber eigentlich immer ehrlich ist. Denn von irgendwelchen netten und schmeichelnden Floskeln hält er nichts.

Und Vincents coole Sprüche sorgen hier auch überwiegend für den vorhandenen Humor des Filmes.

Schauspielerisch ist der Film gut besetzt.
Tom Cruise spielt den Auftragskiller Vincent genauso emotionslos und berechnend, wie man es sich bei einem Mann, der diesen Beruf ausübt vorstellt. Um so mehr fallen dem Zuschauer die wenigen Augenblicke auf, in denen er seinem Filmcharakter erlaubt Gefühle zu zeigen.
Jamie Fox spielt den Taxifahrer gut und kann die mit der Rücken zur Wand stehenden ungewollten rechten Hand des Killers glaubhaft darstellen. Er zeigt auch gut wie unentschlossen Max seine Entscheidungen trifft und sich somit viele Chancen in seinem Leben selbst verbaut.
Auch das Zusammenspiel von Cruise und Foxx wirkt passend und beide ergänzen sich gut.
Die Nebenrollen sind mit Jada Pinkett-Smith (Matrix 2+3, Ali, Scream 2), die ihre kleine Rolle gut uns sympathisch spielt und Mark Ruffalo (30 über Nacht, In the cut) und Irma P. Hall (Ladykillers, Menschenkind) passend besetzt.

Die Musik des Films passt sich immer dessen Tempo an. Im manchen Szenen ist sie, langsam und ruhig fast schon melancholisch und damit passend zu den Dialogen der Darsteller, dann wirkt sie wieder laut und hämmernd und damit entsprechend der schnellen Verfolgungsjagden und der Schiessereien.

Die Kulisse des Films sind überwiegend die Straßen von Los Angeles. Diese liegen den ganzen Film über eingehüllt in die Dunkelheit der Stadt, erhellt nur vom Licht der Straßenbeleuchtung. Und obwohl sie so ruhig und friedlich erscheinen, sollte man sich von diesem äußeren Schein nicht trügen lassen, denn durch sie hindurch fährt der Tod höchstpersönlich in einem Taxi.


„Collateral“ ist allen zu empfehlen, die Thriller mit Actionszenen und vielen Dialogszenen mögen.



>>Bewertung<<


Der Film bietet gute Darsteller, einige gute Actionszenen, und nicht zu oberflächliche Dialoge. Doch hätte eine leichte Kürzung der Spielzeit die Spannung noch steigern können. Insgesamt ergibt sich dadurch 4 von 5 Sternen.
Ansehen kann man sich diesen Film auf jeden Fall.


Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Euch allen noch einen schönen Tag.

34 Bewertungen, 1 Kommentar

  • ZordanBodiak

    12.01.2005, 20:14 Uhr von ZordanBodiak
    Bewertung: sehr hilfreich

    Und ich habe es wirklich damals nicht mehr in die Kinos geschafft. So ein Mist. Aber die DVD wird demnächst veröffentlicht und wird dann ganz schnell konsumiert - muss ja meine Michael-Mann-Lücke schließen...... carpe diem - JENS