Collateral (DVD) Testbericht

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Collateral-dvd-thriller
ab 8,32
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Erfahrungsbericht von rengert

\" Ein Mann steigt in die U-Bahn und stirbt\"

Pro:

Exzelente Hauptdarsteller/Chraktere Höhepunkt schön am Ende

Kontra:

Braucht etwas um in Fahrt zu kommen

Empfehlung:

Ja

Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Beide betreffen nur mich, also habt keine Angst. Die gute zuerst: Das Kino gleich gegenüber bleibt wohl offen, man konnte sich im letzten Moment noch einigen. Aber es hat wieder einmal Arbeitsplätze gekostet, aber wenigstens konnte ich so ins Kino gehen.
Die schlechte? Meine Begleitung wollt nicht in „Terminal“, weil sie dazu schon eine Verabredung hatte, aber so kam ich doch noch zum Film „Collateral“, was ich auch schon nicht mehr gedacht habe.

Zur Story
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Max ist Taxifahrer, aber das ist er nur vorübergehend ;). Er will sich seinen Traum eines Limousinenservices erfüllen. Und so ist er mittlerweile 12 Jahre Fahrer eines Yellow Cabs. Und so kennt er „seine“ Stadt wie kaum ein anderer, da geht er auch mal eine kleine Wette mit einem weiblichen Fahrgast ein und sie kann dem Charme kaum wiederstehen. Auf seine Weise ist Max einfach ein dufter Kumpel, so verschenkt er seinen wunderbaren Platz, an den er sich zurückziehen kann. Dabei handelt es sich um eine Postkarte. Auch Max bekommt eine Karte, die Visitenkarte der Dame. Er wird die Frau anrufen, sie gefällt ihm, aber hätte doch nie gedacht, dass er die Nummer noch in derselben Nacht anrufen muss.

Der Alptraum beginnt am Straßenrand. Es ist das Schlimmste was einen Taxifahrer passieren kann, der Fahrgast, der hinter im Wagen platz nimmt, ist kein gewöhnlicher Fahrgast, er birgt ein Geheimnis. Wenn man es nicht mitbekommt, mag es kein Problem sein, doch kommt es ans Licht so steckt man erst mal knöcheltief im Mist.

Max hatte grad die besagte Dame - eine Anwältin - am gewünschten Zielort abgesetzt und da bekommt er schon den nächsten Fahrgast. Sein Name ist Vincent. Er scheint schon etwas in die Jahre gekommen zu sein und so ist er schon etwas ergraut.
Am liebsten würde er das Taxi für die ganze Nacht buchen, er möchte einige Personen besuchen und muss so mehrere Adressen anfahren. Nach etwas überlegen willigt Max nun ein, er kann das Geld gebrauchen und muss so auch nicht auf andere Fahrgäste hoffen, es ist eben leicht verdientes Geld.
Aber das Glück ist ihm nicht hold. Vincent bringt schon die erste Angelegenheit nicht sauber über die Bühne. Max parkt das Taxi, nach Wunsch von Vincent, in einer Nebenstraße und steht nun mit dem Auto direkt unter dem Fenster des Opfers, welches dann auch noch aus diesem fällt.
Max ist kein Dummer und bemerkt schnell, dass Vincent hinter der Sache steckt und er selbst steckt nun auch mitten in der Sache drin.
Vincent ist ein Auftragskiller und seine Besuche in dieser Nacht werden keine netten sein. Eine Horrorfahrt durch die Straßen der Metropole scheint zu beginnen .

Aber Max wehrt sich, er mag kein Todesfahrer sein. Aber gegen die korrekt direkte Art von Vincent kommt er nicht an. Innerlich wächst sicherlich ein anderer Max heran, der nur noch herausgelassen werden muss. Die Frage ist nur, wann dies in dieser Nacht passieren wird.

Vincent mischt sich so richtig in das Leben von Max an, so schnauzt er auch mal Max´ Boss per Funk an, auch besucht er zusammen mit Max dessen Mutter. Und da wagt dann Max etwas, was man ihm nicht zugetraut hätte – nicht zu diesem Moment. Er macht sich mit Vincents Unterlagen auf und davon und schmeißt diese auf eine gut befahrene Autobahn. Aber das bringt das Paar keinesfalls auseinander. Vielmehr wird Max noch intensiver ausgenutzt mit dem Druckmittel „Mutter“.

Mehr wird an dieser Stelle nicht verraten ;)

Meinung
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Der Film braucht etwas um in Fahrt zu kommen. So gemächlich wie das Taxi sich den Weg durch Hochhausschluchten bahnt, so träge schlägt das Cineastenherz. Aber dann kommt ja der Fahrgast Vincent und man ahnt und weiß ja was kommen wird, warten wir also auf die erste Leiche. Zum Glück bekommt Max schnell Wind von der Sache. Nichts wäre schlimmer gewesen, als wenn man noch länger durch die Stadt gefahren wäre und hätte darüber philosophiert, welcher Weg wohl der kürzeste sei und welcher mit den wenigsten Ampeln.
Viel mehr kann man nun sein Augenmerk auf die beiden handelnden Personen werfen und ihre Entwicklung vernehmen. Diese ist anfänglich doch recht klein und endet grandios im filmischen Showdown.

Während Vincent versucht die Fassung zu bewahren und den coolen Killer raushängen lässt, ist Max schon viel nervöser und versucht gar ab und an mal Vincent ins Gewissen zu reden. Das ganze endet in fast schon philosophischen Gesprächen, die sich nah an das Thema „Sinn des Leben“ herantasten. Aber sie bleiben mehr bei den Opfern, sie streiten um den Mord. Es ist interessant den beiden zuzuhören. Da gibt es Länder da werden einfach mal an einem Tag 10.000 umgebracht und es interessiert keinen und schon hat Max mal eine Leiche im Kofferraum, schon regt er sich auf. So zu mindestens argumentiert Vincent.
Wie kann man da so cool sein, aber solche Sprüche muss man einem Killer in den Mund legen. Er muss auf seine Art und Weise seine Arbeit erklären, es sei garantiert keinen geholfen, wenn er ihnen sagt, seine Opfer seien böse gewesen. Es ist seine Arbeit, wie andere früh aufstehen und den anderen Brötchen und Kuchen backen.
So kommt die Figur rüber und so soll es sein, ein normaler Erdenbürger, der seiner Arbeit nachgeht.

Man soll improvisieren. Da macht es Vincent auch nichts aus, wenn sein Opfer auf sein Taxi fällt. Kurz überlegen und schon weiß man Bescheid, wie es weitergeht. Diese Situation hätte aber nach meinem Geschmack etwas cooler dargestellt werden können. Vincent schaut doch ab und an mal zu erschrocken und geschockt, weniger wie ein abgebrühter Killer, der wohl in einem Sondereinsatzkommando der US-Armee sein Handwerk gelernt hat. Es fehlt etwas die Coolness eines Leon („Leon – Der Profi“), aber jedem Film sein eigener Killercharakter. Uns soll hier der Killer sicherlich auch nicht so an Herz wachsen, wie es in Leon der Fall war.
Wir als Zuschauer haben uns doch schon längst auf die Seite von Max geschlagen und warten auf seine Reaktionen und hoffen, dass er alles gut übersteht.

Und da kommt vom Nachbarsessel im Kino „Bestimmt mit voll kitschigen Happy End – der bekommt sein Limousinenservice“. Mehr als ein „na hoffentlich nicht“, wollte ich an dieser Stelle nicht erwidern, ich war schließlich zum Film schauen da. Über ein Filmende kann man in einer Werbepause phantasieren, aber zum Glück gibt es diese ja nicht.
So viel möchte ich sagen: Ich habe keine Limousinen gesehen.

Bis zum Ende passiert noch so eine Menge. Der Film wird immer spannender, alles wird immer aufregender, so dass man fast den Anfang vergessen mag. Aber alles hat seinen Sinn und findet sich irgendwie später in Gesprächen wieder. Auch etwas man glauben können, das Treffen der Anwältin und von Max wäre zwecklos, aber die Frau wird noch früh genug in den Mittelpunkt gerückt.
Würde man einen Spannungsbogen spannen wollen, wäre dieser am Anfang gering, steigt langsam mit dem Auftauchen Vincents im Taxi, geht immer noch langsam hoch um dann später immer schnell zu steigen und dann auf hohem Niveau zu bleiben und da verbleibt er bis zum Ende. Es gibt keinen vorgezogenen Höhepunkt, so dass das Finale auch wirklich am Ende zu finden ist.

Die Story ist eigentlich ganz einfach gestrickt. Ein Killer nutzt einen Taxifahrer quasi als Fluchtwagenfahrer und will, dass der es eigentlich unbewusst macht, was aber nicht gelingt. Man hat zwei Figuren geformt, die einerseits miteinander die Zeit verbringen aber eigentlich in gewisser Weise gegeneinander arbeiten. Mag sein, dass Vincent Max vortäuscht ein lieber Kerl zu sein, dass man Freunde sein könnte, er rettet Max sogar das Leben, man hat aber keinerlei Zweifel, dass Vincent seinen Fahrer umbringen wird, wenn seine Mission beendet ist. Dies scheint schon einmal der Fall gewesen zu sein, so hört man von einem Polizisten, dass ein Taxifahrer in einer anderen Stadt durch die Nacht fuhr und Leute umgelegt hat und zum Schluss sich, der ermittelnde Polizist aber glaubte eher an einen Fahrgast als Killer.
Von der Spannung her ist der Film schon sehr genial gemacht, meine komplette Bewertung bezieht sich auch auf den Endgültigen Eindruck, welchen ich dann direkt nach dem Film hätte. Er hat mich einfach überrascht, denn mit der Endwicklung hätte ich nicht gerechnet.

Umsetzung
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Der Film ist charakterisiert durch eine doch eigenwillige Umsetzung. So beobachtet man Max wie er sein Taxileben führt, wie er die Anwältin durch die Nacht spazieren fährt. Wenige Filme befassen sich so intensiv mit der Hauptfigur, ohne direkt eine Hintergrundgeschichte damit erzählen zu wollen. Man erwartet solche Szenen eher in einem Drama.
Auch die Kameraführung ist nicht immer so wie bei anderen. Zum einen gibt es ab und an Kameraeinstellungen von oben (wenn man mit dem Taxi unterwegs ist), wie man sie kennt wenn in den Nachrichten aus den USA wieder ein Video aus dem Helikopter gedreht wird (Verfolgungsjagden durch die Stadt).
In anderen Szenen ist die Kamera direkt bei den Personen, man scheint da keine Stativ/Kran/etc verwendet zu haben, eher hat meine einen Kameramann zu Fuß losgeschickt. Die Bilder haben dann auch eine ganz andere Wirkung. In Verbindung mit den Autobildern entsteht der Eindruck eines Dokumentarfilms – aber nur ein wenig und in besti8mmten Einstellungen, ich ließ mich dadurch aber weniger aus der Ruhe bringen, jedem sein eigener Stil.

Darsteller
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Jamie Foxx und Tom Cruise stehen sich in einem ungleichen Kampf gegenüber. Der weiche, zarte aber keinesfalls dumme Taxifahrer soll vom harten, direkten, sicherlich auch intelligenten Vincent ausgenutzt werden.

Jamie Foxx hat den Part des Max übernommen und muss darin eine Wandlung schaffen. Der ruhige Typ aus dem Taxi soll sich einem Killer gegenüberstellen? Das lässt nicht einmal lange auf sich warten. Verbal ist die Rolle sehr redsam angelegt. Keinesfalls verstummt Max auf seinem Fahrersitz, wenn sein Fahrgast das Töten als Beruf hat. Mir haben die Rolle und der Schauspieler, der sie verkörpert hat, sehr gut gefallen. Empfand ich als sehr gut gespielt. Jamie Foxx hat Max ein gutes Wesen gegeben und zeigt durch die richtigen Gesichtszüge wie es in ihm aussieht, was besonders wichtig ist, als er sich auch mal gegen ganz Große auflehnt.

Tom Cruise verkörpert dieses Mal das Böse. Er ist der Killer, seit sechs Jahren freiberuflich tätig. In die Jahre gekommen, so kennt man ihn nicht. Ganz schön grau, aber keines Falls eingerostet. Mag man ihm den Bösewicht abnehmen? Warum denn nicht. Die Bösen sind in manchen Filmen nicht so weit von den Guten entfernt, mit der richtigen Vorgeschichte, hätte man es auf Rachefeldzug trimmen können und schon wäre alles beim alten und Cruise wieder der gut. Aber will man das noch nach dem Film. Vor einigen Jahren war er schon mal kein Guter, hatte spitze Eckzähne und brauchte ein besonderes Getränk.
Vielleicht hat Cruise schon einmal vorgesorgt. Sein Spektrum wieder etwas ausgedehnt.
Man kann aber sagen „ein typischer Cruise“, denn in gewisser Weise gespielt wie immer. Seine Mimik und Gestik kommen bekannt vor. So tut er sich nicht schwer und liefert eine sehr gute Leistung ab.

Mit den beiden hat man schon gute Konkurrenten gefunden und auch Cruise als Bösewicht zu nutzen war keineswegs ein Fehler.
Auch die anderen Figuren sind gut durch die jeweiligen Darsteller präsentiert worden. Der weibliche Part in persona der Anwältin wird gemimt durch Jada Pinkett Smith, wenig Schauspielerisches Können muss sie beweisen, so ist sie auch kaum zu sehen. Wenigsten wurde kein Schnulzenhaftes Getue aufgezogen, das hätte dem Film nicht gut getan.

Fakten
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Regie: Michael Mann
Darsteller : Tom Cruise(„Interview mit einem Vampir“, „Top Gun“, „Vanilla Sky“, „Mission Impossible“, Jamie Foxx, Jada Pinkett Smith („Matrix“), Mark Ruffalo, Peter Berg, Bruce McGill, Irma P. Hall, Barry Shabaka Henley, Javier Bardem
Dauer: ca. 120 Minuten
Homepage: http://www.collateral-themovie.com

Fazit
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Wenn man erst einmal den Anfang überstanden hat, erwartet einen ein toller Film mit erstklassigen Schauspielern, einer interessant verstrickten Handlung und wirklich gut durchdachten Höhepunkten. Die Spannung ist stetig steigend und flacht am Ende erst mit dem Abspann ab. Abgerundet wird das Erlebnis durch guten Sound.
Auch wenn es am Anfang nicht so klingt, gebe ich eine sehr gute Bewertung und meine Empfehlung spreche ich damit natürlich aus. Wenn es in Eurem Kino noch nicht zu spät ist, dann aber los ...bei uns läuft er noch, aber die DVD lässt sicherlich so lange auch nicht mehr auf sich warten.

Vielen Dank für Eure Aufmerksamkeit. Danke fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.

28 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Cicila

    26.11.2005, 12:17 Uhr von Cicila
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht, ich mag den Film jetzt auch gucken gehen... Och Menno... <br/>LG Cicila