Collateral (DVD) Testbericht
D
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Auf yopi.de gelistet seit 05/2008
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Erfahrungsbericht von Krawuzikabuzi
Nachtgestalten
Pro:
Tom Cruise
Kontra:
Vieles im Dunkeln
Empfehlung:
Ja
Die Konstellation: Ein Auftragskiller, den das Schicksal mit einem Durchschnittsmenschen verbindet. Gab es schon mal als komische Varianten mit Lino Ventura und Jacques Brel bzw. Walter Matthau und Jack Lemmon.
Hier nun ganz Ähnliches, deutlich ernster gemeint, aber nicht ohne Momente des befreienden Lachens. Das ungleiche Paar schlägt sich durch ein nächtliches L.A., eine Stadt, die keinem wirklich Heimat sein kann. Zum Trost blickt man auf die Postkarte mit einer karibischen Insel.
Die Tempodramaturgie, die Michael Mann hier entwirft, hat nichts zu tun mit dem Mainstream-üblichen Vollgepacktsein mit Knalleffekten für hirnloses, Popcorn fressendes Amiland-Publikum (das gibt es natürlich auch im alten Europa, keine Frage...). Mann weiß, dass Momente der Höchstkonzentration nur dann wirklich funktionieren, wenn es auch Pausen gibt, um den Blutdruck wieder in normale Bahnen geraten zu lassen. Kein Einheitsbrei mit ständig peitschender Musik im Stil von Jerry Bruckheimer wird da aufgetischt.
Sondern große Gelassenheit im Anbahnen von Situationen. Mehr Jazz als Hip Hop. Die Spannung wird dadurch noch größer. Und diese Gelassenheit, etwa bei den Dialogen, ließ mich immer wieder an Ähnliches in den Filmen Tarantinos denken.
Bilder und Farben, wie sie im Kino selten zu sehen sind: Etwa die Farbe Blau, deren sämtliche Schattierungen hier auftauchen. Man denkt an die Realität, die uns umgibt, an das Licht bei nächtlichen Fahrten über Stadtautobahnen, an das Licht in U-Bahnstationen und Bürohauslobbys und Krankenhauskorridoren.
Es ist das anonyme, kalte Licht der westlichen Welt. Das macht COLLATERAL uns so nahe.
Kann sein, dass der Plot nicht ganz perfekt ist - aber sehr gut ist er in jedem Fall, und deutlich glaubwürdiger als Tony Scotts demnächst bevorstehender MAN ON FIRE (der sich in unlogischen Details und Videoclip-Mätzchen verliert).
Zwei Personen reisen durch die Nacht, und keiner von beiden wird sie unverändert überstehen. Jamie Foxx spielt seinen Taxifahrer sehr überzeugend, Tom Cruise dagegen lässt eher an einen Investmentbanker denken, seine Härte wirkt ein wenig gespielt, und die grauen Haare... sehen bei George Clooney besser aus. Macht aber fast nichts.
Cruise (als Killer Vincent) erzählt am Anfang von einem Toten, der ungestört mit der U-Bahn durch die Stadt kreiste, weil niemand bemerkt hatte, dass er gestorben war.
Die Unpersönlichkeit der Großstadt.
Am Ende von COLLATERAL gibt es folgerichtig keine Erlösung oder Tröstung, kein wirkliches Happy End, weil zwar viele Menschen gestorben sind, die wahren Hintermänner jedoch unnerreichbar sind.
Nur die Hoffnung bleibt: Dass wenigstens zwei Menschen ihr Glück finden können, wenn sie sich erneut auf den Weg durch die Straßen der Stadt machen. Aber zeigen will das Manns Film nicht, dazu ist er viel zu desillusioniert.
Strikte Empfehlung.
Hier nun ganz Ähnliches, deutlich ernster gemeint, aber nicht ohne Momente des befreienden Lachens. Das ungleiche Paar schlägt sich durch ein nächtliches L.A., eine Stadt, die keinem wirklich Heimat sein kann. Zum Trost blickt man auf die Postkarte mit einer karibischen Insel.
Die Tempodramaturgie, die Michael Mann hier entwirft, hat nichts zu tun mit dem Mainstream-üblichen Vollgepacktsein mit Knalleffekten für hirnloses, Popcorn fressendes Amiland-Publikum (das gibt es natürlich auch im alten Europa, keine Frage...). Mann weiß, dass Momente der Höchstkonzentration nur dann wirklich funktionieren, wenn es auch Pausen gibt, um den Blutdruck wieder in normale Bahnen geraten zu lassen. Kein Einheitsbrei mit ständig peitschender Musik im Stil von Jerry Bruckheimer wird da aufgetischt.
Sondern große Gelassenheit im Anbahnen von Situationen. Mehr Jazz als Hip Hop. Die Spannung wird dadurch noch größer. Und diese Gelassenheit, etwa bei den Dialogen, ließ mich immer wieder an Ähnliches in den Filmen Tarantinos denken.
Bilder und Farben, wie sie im Kino selten zu sehen sind: Etwa die Farbe Blau, deren sämtliche Schattierungen hier auftauchen. Man denkt an die Realität, die uns umgibt, an das Licht bei nächtlichen Fahrten über Stadtautobahnen, an das Licht in U-Bahnstationen und Bürohauslobbys und Krankenhauskorridoren.
Es ist das anonyme, kalte Licht der westlichen Welt. Das macht COLLATERAL uns so nahe.
Kann sein, dass der Plot nicht ganz perfekt ist - aber sehr gut ist er in jedem Fall, und deutlich glaubwürdiger als Tony Scotts demnächst bevorstehender MAN ON FIRE (der sich in unlogischen Details und Videoclip-Mätzchen verliert).
Zwei Personen reisen durch die Nacht, und keiner von beiden wird sie unverändert überstehen. Jamie Foxx spielt seinen Taxifahrer sehr überzeugend, Tom Cruise dagegen lässt eher an einen Investmentbanker denken, seine Härte wirkt ein wenig gespielt, und die grauen Haare... sehen bei George Clooney besser aus. Macht aber fast nichts.
Cruise (als Killer Vincent) erzählt am Anfang von einem Toten, der ungestört mit der U-Bahn durch die Stadt kreiste, weil niemand bemerkt hatte, dass er gestorben war.
Die Unpersönlichkeit der Großstadt.
Am Ende von COLLATERAL gibt es folgerichtig keine Erlösung oder Tröstung, kein wirkliches Happy End, weil zwar viele Menschen gestorben sind, die wahren Hintermänner jedoch unnerreichbar sind.
Nur die Hoffnung bleibt: Dass wenigstens zwei Menschen ihr Glück finden können, wenn sie sich erneut auf den Weg durch die Straßen der Stadt machen. Aber zeigen will das Manns Film nicht, dazu ist er viel zu desillusioniert.
Strikte Empfehlung.
10 Bewertungen, 1 Kommentar
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30.10.2004, 20:56 Uhr von Tuvok
Bewertung: sehr hilfreichzu kurz geschrieben, spannend gespielt.
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