Collateral (DVD) Testbericht

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Collateral-dvd-thriller
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Erfahrungsbericht von MarkOh

Was soll ich mit Tom Cruise, wenn ich dich haben kann?

Pro:

realitätsnahe, spannende Atmosphäre, schnelle, unvorhersehbare Handlung, schauspielerische Leistungen

Kontra:

Der langatmige Anfang

Empfehlung:

Ja

Vor jedem Kinofilm nervt sie uns, diese NDR2 Werbung, so natürlich auch vor Collateral, wo ja Tom Cruise mitspielt *g* Ich habe den Film gestern gesehen und versuche rückblickend einen Bericht zu schreiben, wird ja auch mal wieder Zeit für was neues von mir :)

Ich war schon lange nicht mehr mit meiner Mutter im Kino, und da ich stolzer Besitzer einer Cinemaxx-Card bin, versuche ich, so oft wir möglich ins Kino zu gehen – noch dazu, wenn meine mutter mir den Film ausgibt :) So kam es, dass ich mir gestern Collateral in der 17 Uhr Vorstellung ansehen konnte – ich habe meiner Mutter wegen Überlängenzuschlag 5 Euro gekostet. Der Film geht 120 Minuten, also genau 2 Stunden plus Werbung..

Das Kino war, wie meistens im Cinemaxx der Fall, nur mäßig ausverkauft.. Naja, der Film läuft ja auch schon immerhin in der dritten Woche.. Zum ersten Mal gehört vom Film habe ich in einer Kino-Vorschau schon vor längerer Zeit.. Deutlich wurde daraus, dass es um einen Taxifahrer geht, der von einem vermeintlichen Kunden mittels einer Waffe gezwungen wird, diesen durch die Stadt zu verschiedenen Adressen zu fahren, an denen er immer jemanden umbringt, anscheinend also ein Auftragskiller. Seitdem habe ich eigentlich nichts mehr von dem Film gehört, bis auf eben, dass er am 23.9. angelaufen ist!

Nun war ich also in dem Film und hatte die Vorschau auch nicht mehr so vor Augen, habe mich vor dem Film auch nicht wirklich informiert, worum es geht.. Also hatte ich sozusagen keinerlei Erwartungen an den Film, außer, dass es actionreich sein wird und technisch auch ganz gut, was man hal bei Filmen mit Tom Cruise gewohnt ist.. Doch in dieser Hinsicht wurde ich gleich am Anfang des Filmes enttäuscht..

Überhaupt überlegte ich erst ernsthaft, ob ich nicht im falschen Film gelandet bin! Wie gesagt, ich hatte die Vorschau vergessen, und so wunderte es mich, dass es anscheinend um das Leben eines Taxifahrers geht, es wurde ewig lang gezeigt, wie er Leute herumfuhr, darunter auch mal eine Dame, mit der er dann ein bisschen flirtet.. Alles in allem, auch im Nachhinein betrachtet, ein ziemlich langatmiger Anfang, durch den man sich hindurchkämpfen muss.. Aber naja, der Film sollte wohl Überlänge haben, damit er die Besucher mehr kostet :( Wo er ja schon nur ab 16 ist, muss man wenigstens so wieder etwas mehr Geld einspielen.. Dies ist wohl mein stärkster Kritikpunkt am Film, weshalb ich ihm auch am liebsten gleich 2 Sterne abziehen würde, ich drücke jedoch mal ein Auge zu und ziehe nur einen ab..

Auch enttäuscht haben mich am Anfang die „technischen Effekte“, die sozusagen nicht vorhanden waren. Die Kamera hat eigentlich den ganzen Film über gewackelt, also keine schönen Kamerafahrten, und es gab auch überhaupt keine Action, sondern halt nur Langeweile. Auch von Tom Cruise war anfangs noch nichts zu sehen, weshalb ich, wie schon gesagt, echt am zweifeln war, ob ich im richtigen Kino bin.. Der Taxifahrer wurde von einem Schwarzen gespielt (irgendwie typisch, dieses Klischee..). Dies war Max alias Jamie Foxx.

Nun, im Nachhinein betrachtet war das Zusammentreffen mit der Dame zwar wichtig, aber hätte dennoch nicht so arg in die Länge gezogen werden können, denn wenn man betrachtet, wie schnell der Film gegen Ende noch wird, hätte man das eigentlich auch in weniger als einer Filmminute abhandeln können..

Aber nun ja, nächster Fahrgast: Vincent alias Tom Cruise. Ein anscheinend netter, gesprächiger, aber anscheinend auch erfolgreicher, ernster Geschäftsmannmann, der in LA nur eine Nacht ist, um wichtige Geschäfte mit verschiedenen Personen abzuwickeln. Hierzu muss er 5 Adressen besuchen. Er bietet Max 600 Dollar, um das Taxi zu mieten. Max nimmt an und fährt ihn zu Adresse 1. Im Nachhinein betrachtet hatte er eh keine andere Wahl. Er wartet im Taxi auf die Rückkehr seines Fahrgastes – Alles ist ’cool’, bis auf einmal etwas schweres auf das Dach des Taxis stürzt. Blut fließt die Windschutzscheibe herunter. Fluchend stürzt Max aus dem Taxi und kann nicht fassen, dass da gerade eine soeben erschossene Leiche auf sein Gefährt gefallen ist. In dem Moment krht Vincent zurück, offenbar überhaupt nicht erschüttert von dem Tod der Person. Tja, und jetzt ratet mal, wer der Mörder war ;)

Mehr möchte ich von der Geschichte nicht verraten – Die Leiche wird in den Kofferraum geschafft, das Blut von der Windschutzscheibe entfernt, und weiter geht es in dem leicht ramponierten Taxi. Der Film lässt einen von nun an nicht mehr los, die Spannung ist zum zerreißen stark und es gibt etliche unerwartete Momente. Langweilig wird es nicht mehr.

Wird Vincent seine Liste ’abarbeiten’ können? Oder schafft es der unter Druck gesetzte Max, aus sich herauszugehen und irgendwie etwas gegen ihn zu unternehmen, ohne selbst zu Tode zu kommen? Oder finden die ermittelnden Deputies (oder wie man das schreibt *g*) einen entscheidenden Hinweis? Der Film bleibt spannend bis zur letzten Minute.

Die schauspielerischen Leistungen sind einfach glanzvoll, zumindest in den Hauptrollen! Jamie Foxx mimt den ängstlichen Schwarzen, dessen Leben eigentlich eine traurige Monotomie ist, perfekt und man nimmt ihm auch seinen Wandel, der später folgt, super ab. Er möchte eigentlich nur vorrübergehend Taxifahrer sein, um Geld für seinen großen Traum zusammenzukriegen: Eine Firma, die ihre Kunden in Limousinen luxeriös durch die Gegend fährt. Was er sich selbst gegenüber verschweigt, ist, dass er den Job als Taxifahrer allerdings schon seit 12 Jahren macht und der Traum immer noch in weiter Ferne ist..

Tom Cruise alias Vincent ist diesmal in einer knallharten Rolle zu sehen, jedoch kann er auch gut in seiner lockeren Art überzeugen. „Auf der Welt gibt es 6 Milliarden Menschen, wen kümmerts, wenn da einer von stirbt? Ich kenne da eh keinen von“ (ein ungefähres Zitat von ihm). Er findet an seinem Beruf nichts schlimmes, und schließt auf eine absurde Art Freundschaft mit dem Taxifahrer, indem er ihm zeigt, was er in seinem Leben falsch gemacht hat – sein Beruf als Taxifahrer, der sich nie ändern wird, sein fehlender Mut, eine Frau, für die er sich interessiert, anzurufen usw... Der psychisch so unter Druck gesetzte Max fängt jedoch langsam an, sich gegen den Druck zu wehren und beginnt einen Wandel..

Die restlichen Rollen waren nicht sehr anspruchsvoll.. Die Deputies haben ihre rollen beide gut gemacht, die Frau, die er als Fahrgast hatte, wirkte, als ihre Rolle wieder wichtig wurde, jedoch ein klein wenig unglaubwürdig.. Ich will jetzt jedoch nichts Näheres verraten, weil das dem Fim sonst einen Teil der Spannung nehmen würde.. Dies kann jedoch auch am Drehbuch liegen..

Die ständig wackelnde Kamera ist nur eine Sache der Gewohnheit und verleiht dem Film mit der Zeit eine gewisse realistische Atmosphäre, die die Spannung verstärkt. Soundtechnisch ist der Film spitzenmäßig, es sind auch von allen wichtigen Musikstilen Inhalte im Film verwendet worden.. So geht es erstmal noch recht locker mit Hiphop los, wendet sich jedoch, als es anspruchsvoller und spannender wird, dem Jazz und dem Rock zu. Auch Raver können sich freuen, denn in einer Szene, in der das Opfer in einem Club ist, gibt es ziemlich geniale Djungle-Musik :)

Fazit

Als der Film zuende war, war ich noch völlig gefesselt von der Spannung, denn auch das Ende kommt unerwartet, wie so ziemlich vieles im Film, und auch ziemlich plötzlich. Eigentlich würde ich ja den äußerst schwachen Anfang gerne vergessen und dem Film 5 Sterne geben, aber irgendwie muss ich das auch mit einbeziehen. Ich denke aber, wenn man schon weiß, dass man vom Anfang nicht so viel erwarten muss, dann ist dieser Film voll und ganz empfehlenswert! Die ständig wackelnde Kamera bringt realitätsnähe und Spannung, und Tom Cruise als cooler, gefühlsloser, aber dennoch auf eine kranke Art kumpelhafter Auftragskiller macht das ganze noch besser und man fühlt auch die ganze Zeit mit dem unter Druck gesetzten Taxifahrer Max mit. Die atmosphärische Musik gibt der Atmosphäre noch mehr, und die Handlung verläuft, vom Anfang mal abgesehen, schnell und clever und vor allem unerwartet. Die Altersbeschränkung bezieht sich wahrscheinlich hauptsächlich auf die Spannung, denn sooo brutal ist der Film nun auch wieder nicht. Gut, man sieht halt ein paar Leichen und Blut, aber ansonsten wird eigentlich nur geschossen, nicht gekämpft. Es gibt also eigentlich kaum Action, allerdings braucht der Film diese auch nicht, sie würde nur etwas von der Spannung zerstören.

Also, dieser Film ist äußerst empfehlenswert, trotz eines schwachen Anfangs, der wohl nur fürs Geldeintreiben so lang gezogen wurde, damit der Film Überlänge hat.. Schaut ihn euch an :)

Mfg Marco, für Ciao und Yopi

Ps: Habe gerade herausgefunden, dass dieser Djungle Titel \"Ready Steady Go\" heißt und von Paul Oakenfold ist - extrem geil :)

21 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tuvok

    30.10.2004, 20:56 Uhr von Tuvok
    Bewertung: sehr hilfreich

    musik gefiel mir nicht immer, dein bericht schon.